Kurvst du noch, oder peilst du schon? Mit bewusst geflogener Peilung und Landeeinteilung auf den Punkt. Text und Fotos: Simon Winkler ie hohe Wendigkeit, die langsame Fluggeschwindigkeit und die großen Sicherheitsreserven unseres Gleitschirmes verleiten bei der Landeeinteilung und Landung schnell zu Schlampereien. Irgendwie würg ich mich da schon rein, ist oft das Motto. Doch für andere Piloten nicht nachvollziehbare Flugwege und instabile Endanflüge führen immer wieder zu schweren Unfällen. Besonders in stark frequentierten Geländen ist die Kollisionsgefahr stark gewachsen. Gerade für schnellere Luftraumteilnehmer wie Drachenflieger und Segelflieger ist ein landender Gleitschirm oft der pure Albtraum. Neue Leistungsdimensionen beim Gleitschirm sind dabei nicht unschuldig. Jeder kleinste Heber wird in Steigen umgesetzt und die Gleitleistung hat sich in bewegter Luft stark verbessert. Nicht selten sieht man ganze Herden von Gleitschirmpiloten überall landen nur nicht in der Nähe des Peilpunktes auf den Füßen stehend. Mit der folgenden Grundtechnik lässt sich Standardlandevolte und genaues Peilen besser trainieren, um dann im Bedarfsfall mit vielen Änderungsoptionen nachvollziehbar und sicher in Punktnähe zu landen.
Wähle zum Trainieren der optimalen Peilung in der Landevolte einen einfachen, großen Landeplatz ohne deutliche Geländemerkmale und ruhige Bedingungen. Beginne für das Training bereits vor dem Flug am Boden mit der Landeplanung. Teile dir die Landevolte nach den Standarddimensionen ein: Ein Peilpunkt muss vorhanden sein, sollte in der Mitte des Landeplatzes liegen und einen hindernisfreien Anflug ermöglichen. Die Position liegt etwa 120 m quer ab vom Peilpunkt. Der Durchmesser eines Positionskreises beträgt etwa 60 m, er halbiert somit die Strecke zwischen Position und Peilpunkt. Wähle für den jeweiligen Anflugschenkel eine ungefähre Wegstrecke inklusive Kurve von 100-150 m. Versuche dir bereits am Boden die Dimensionen von 100-150 m einzuprägen (ohne dabei Geländemerkmale abzuspeichern). Nutze die Flugdauer und präge dir in der Luft deinen Gleitwinkel mit der Fixpunktmethode ein. Hier ist nicht die Zahl am Papier gemeint oder die Leistungsdaten deines Schirmes. Es geht darum dein genaues Gleitvermögen bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu erfliegen und dir diese Winkel einzuprägen. Fliege als erstes mit deinem Gleitschirm in der Geschwindigkeit des besten Gleitens (meist Trimm, also Hände ganz oben) in ruhiger Luft und wenig Wind geradeaus. Nun scanne deinen Flugweg. Über das Zielen im Kimme und Korn Prinzip wirst du einen Punkt am Gelände finden, auf den du gerade zu fliegst. Dieser wandert nicht nach oben oder nach unten aus deinem Blickfeld heraus. Er wird nur größer. Dies wäre dein Berührpunkt mit dem Boden, wenn sich an deiner Geschwindigkeit und an deinem Flugweg nichts ändern würde. Beim Segelfliegen spricht man hier vom sogenannten Konvergenzpunkt (= Fixpunkt). Außerdem ist es in diesem Fall genau dein Gleitpfad. Der Winkel zwischen Horizont und Konvergenzpunkt am Boden ist dein Gleitwinkel. Präge ihn dir gut ein!
TIPP
Steilster Anflugwinkel Konvergenzpunkt/Peilpunkt Landeplatz Idealer Anflugwinkel Flachster Anflugwinkel Schematische Zeichnung, Anflugwinkel nicht maßstäblich Konvergenzpunkt/Peilpunkt g = Gleitwinkel Landeplatz Horizontlinie Gleitpfad Schematische Zeichnung, Anflugwinkel nicht maßstäblich
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Für eine saubere Punktlandung ist das Peilen unerlässlich. Die Fähigkeit erlernst du nur durch praktische Übung. Daher ist es ideal bei ruhigen Bedingungen, z.b. im Winter, mit dem Training zu beginnen. Denn jede Thermik und unterschiedliche Windgeschwindigkeiten verändern deinen Peilwinkel. Weißt du aber, wie du stets deinen aktuellen Gleitwinkel erkennen und darauf Einfluss nehmen kannst, wirst du auch mit unterschiedlichen Fluggeräten in unterschiedlichen Bedingungen immer in der Nähe des Peilpunktes stehen. Die DHV Skyperformance Flugschulen helfen dir in speziellen Start- und Landetrainings, deine Techniken zu verfeinern. Anzeige Dein Airbag atmet ein. Für Deine Sicherheit am Start. sonnenaufgang am unterberghorn, kössen photo: detlev-schmidt.photography pilot: anselm rauh Ein patentiertes Stahlfedersystem sorgt für perfekten Staudruck im Airbag deines Woody Valley Wani 2 und Haska 2. Und das schon vor dem Start. www.turnpoint.de