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Transkript:

Ruhr-Universität Bochum Lehrstuhl für Verkehrswegebau Prof. Dr.-Ing. M. Radenberg Modulprüfung Straßenbautechnik und Straßenerhaltung Masterstudiengang Bauingenieurwesen Dienstag, den 19.03.2013 8:30 11.30 Uhr Zugelassene Hilfsmittel: Skripte und Mitschriften, Fachliteratur, Taschenrechner Aufgabe 1 2 3 4 5 6 7 % Punkte 10 45 30 20 15 40 20 180 100 Note erreicht Name: Matr. Nr:

Aufgabe 1 10 Punkte 1) Warum wurde die neue RStO 12 eingeführt? 2) Was wurde verändert? 3) Welche Auswirkungen hat die neue RStO auf die Anwendung der RDO?

Aufgabe 2 45 Punkte Eine Bundesstraße (B = 512.563 10 t-achsübergänge) soll eine neue Betondecke erhalten. Die Plattenbreite wurde auf 3,5 m festgelegt und als Beton soll ein StC 30/37-3,0 zum Einsatz kommen. 1. Bestimmen Sie unter Verwendung der gegebenen Anlagen die Plattendicke so, dass das aufnehmbare Moment > 29.000 Nmm/mm ist. Aus Kostengründen soll die Decke dabei eine möglichst geringe Dicke aufweisen. Runden Sie jedoch auf eine sinnvolle Einbaudicke. 2. Wodurch könnte eine Verringerung der Plattendicke erreicht werden? 3. Bestimmen Sie die einwirkenden Momente für den GZG aus Verkehrslast unter Berücksichtigung der folgenden Angaben: Unterlage: hydraulisch gebundene Tragschicht Querkraftübertragung durch Anker und Dübel 4. Bestimmen Sie die Spannungen am Plattenrand für den GZG. Benennen Sie das verwendete Verfahren und wozu dienen die Abminderungsfaktoren in der Formel? Greifen Sie bei der Berechnung auf die Werte von zuvor zurück. k s = 150 MN/m³

Aufgabe 2 45 Punkte Berechnung der aufnehmbaren Momente: Rechnerische Solldicke (Annahme): (mm) M Rdu GZT quasidynamisch M Rd GZG quasidynamisch M Rdu GZT Ermüdung Längsfuge Querfuge Längsfuge Querfuge Längsfuge Querfuge Lastkollektivquotient für 90 kn Bezugsachslast q B,b 0,39 Berechnungslastwechsel (90 kn) B 90 B n 799.598 Berechnungslastwechsel B nq γ q B n B nq Spaltzugfestigkeit am Bohrkern beim 5 % - Quantil f ctk,core Bettungszahl (auf Geotextil auf HGT) K 0,15 Faktoren aus Tabellen Querverteilungsfaktor Materialfaktor aus Nacherhärtung (Ermüdungsnachweis) Materialfaktor aus Versagenswahrscheinlichkeit Anpassungsfaktor für quasidynamische Nachweise und konstante Last Berechnungen γ q k bn k bt m b 1 1 Ermüdungsfestigkeitsbeiwert -0,1365 γc,fat 1,41 1,51 γ c,fat 5 lg B nq + 48 e Anpassungsfaktor für Berechnungsfestigkeit für Ermüdungsnachweis Grundwert der Berechnungsfestigkeit Berechnungsfestigkeit m b / γ c,fat 0,709 0,660 f 0 d f d Ergebnis M Rd,u

Aufgabe 2 45 Punkte Berechnung der einwirkenden Momente aus Verkehrsbelastung M Ev,Evu = m bl m bd F d [ 55 lg (l v /b) + 99 b/l v -0,011] Rechnerische Solldicke (Annahme): (mm) M Ev GZG quasidynamisch Faktoren aus Tabellen Lagerungsfaktor Dübelfaktor m bl m bd Längsfuge Querfuge Reifenfaktor γ E1 1,02 1,07 Lastfaktor Straßenklasse γ E2 Lastfaktor Sonderbeanspruchung Radanordnung γ E3 1 Stoßfaktor γ E4 Normradlast F n 50 Zug-Elastizitätsmodul E ctm Querdehnzahl μ c 0,2 Bettungszahl K 0,15 Kontaktdruckfaktor γ EK Kontaktdruck p Normkontaktdruck p n 0,65

Aufgabe 2 45 Punkte Berechnungen Berechnungsradlast F d Elastische Länge l v Radius Ersatzaufstandsfläche r Radius Ersatzaufstandsfläche nach Lastverteilung b Ergebnis M Ev,Evu

Aufgabe 3 30 Punkte Sie haben den folgenden Aufbau gegeben: Deckschicht 4 cm E = 4.350 MN/m² Binderschicht 8 cm E = 7.200 MN/m² Asphalttragschicht 18 cm E = 12.680 MN/m² FSS 45 cm E = 420 MN/m² Untergrund E v2 = 80 MN/m² a = 15 cm p = 0,8 MN/m² 1. Vereinfachen Sie das System so, dass Sie die Spannungen an der Unterseite der Asphaltschicht nach Burmister berechnen können. 2. Welchen Nachteil hat das Verfahren nach Burmister und auf welchen Annahmen beruht es? 3. Berechnen Sie die Vertikal- und Radialspannungen unter Verwendung der Nomogramme. Wie verändern sich die Spannungen, wenn anstelle des Untergrundes die FSS für die Berechnung herangezogen wird? 4. Vergleichen Sie das Ergebnis mit der Berechnung der Spannungen nach Odemark. Berechnen und skizzieren Sie den Spannungsverlauf bis in den Untergrund.

Aufgabe 3 30 Punkte

Aufgabe 4 20 Punkte 1. Erläutern Sie kurz die Vorgehensweise bei der Dimensionierung nach AASHTO, welche Einflussfaktoren werden berücksichtigt? 2. Überprüfen Sie, ob der Oberbau aus Aufgabe 3 den gegebenen Belastungen standhält. Achslast Anzahl ab- Anzahl pro- Äquivalenzfaktor äquivalente An- [kn] solut zentual (bez. auf 10 t-achse) zahl prozentual 10 1760 25 6589 50 2143 75 595 100 197 11284 Der Untergrund weist einen Verdichtungsgrad von 100 % auf und hat einen Anteil 0,063 mm von 4,5 % und mm von 63 %. R = 2

Aufgabe 4 20 Punkte

Aufgabe 5 15 Punkte 1. In welchen Bereichen des Flughafens ist die Bauweise Asphalt zugelassen und in welchen Bereichen ist die Verwendung der Betonbauweise vorgeschrieben? 2. Wählen und skizzieren Sie eine Asphaltbauweise für die Start- und Landebahn eines Militärflughafens, bei dem in erster Linie schwere strategische Transportflugzeuge starten und landen. Wählen Sie auch das Asphaltmischgut für Deck- und Binderschicht aus. 3. Aus welchen Gründen ist ein unzureichender Verdichtungsgrad bei der Deckschicht ein großes Risiko für den Flughafen? 4. Welche Besonderheiten bestehen bei der Sanierung einer Deckschicht bei einem Flughafen wie z.b. Düsseldorf im Vergleich zu einer Sanierung der Deckschicht bei z.b. einer Autobahn.

Aufgabe 6 40 Punkte Mit Hilfe des Pavement-Management-Systems soll der Zustand eines Straßenabschnittes bestimmt werden. Die messtechnische Zustandserfassung des Straßenabschnittes (Kategorie I) ergab folgende Zustandsgrößen: - Allgemeine Unebenheit: 8,3 cm 3 - Fiktive Wassertiefe: 3,8 mm - Spurrinnentiefe: 3,1 mm - Netzrisse: 5,3 % - Griffigkeit: Fehler bei der Messung! Folgende Kräfte wurden aufgezeichnet: F y = 0,75 kn, F z = 1,84 kn - Flickstellen: aus Grafik unter b) abschätzen Die meisten Schadensmerkmale werden aus dem gängigen PMS übernommen, da entsprechende Messsysteme vorhanden sind. Probleme bereitet die Messung der allgemeinen Unebenheiten. Um nicht mehr auf ein subjektives Erfassen durch das Messpersonal ("Popotest") angewiesen zu sein, überlegt sich der zuständige Sachbearbeiter eine Messmethodik auf Basis eines Profilometers. Hierbei wird ein Reifen virtuell auf einer Strecke abgerollt und in den Viertelspunkten jeweils die Abweichung zur Nulllinie gemessen. Alle vier Abweichungen werden dann nach unten stehender Formel miteinander verrechnet. Das Ergebnis ist ein Indikator für die Ebenheit. [mm] Stellvertretend für einen Straßenabschnitt mit einer guten Ebenheit (Zielwert), einer mäßigen Ebenheit (Warnwert) und einer schlechten Ebenheit (Schwellenwert) wurden die unten stehenden Profile ausgewählt.

Aufgabe 6 Gute Ebenheit: 40 Punkte 10 Verformung [mm] Verformung [mm] 5 0-5 0 50 100 150 200 gemessene Strecke [cm] -10 Mäßige Ebenheit: 10 Verformung [mm] 5 0-5 0 50 100 150 200 gemessene Strecke [cm] -10 Schlechte Ebenheit: 10 5 0 0 50 100 150 200-5 -10 gemessene Strecke [cm]

Aufgabe 6 40 Punkte a) Legen Sie die drei Grenzwerte (als Zustandsgrößen) anhand der drei Grafiken fest. Konstruieren Sie das Normierungsdiagramm für die Ebenheitsmessung. Nehmen Sie dafür an, dass die Verläufe zwischen den Warn-, Schwell- und Zielwerten denen der üblichen Normierungsdiagramme entsprechen. Angaben zum Reifen sind unten stehender Grafik zu entnehmen: S3 S4 68,6 cm S2 Reifen Ø = 68,6 cm Der erste Viertelspunkt (S 1 ) ist bei 0 m abzulesen. b) Ermitteln Sie den Griffigkeitsbeiwert und den Flickstellenanteil und berechnen Sie den Gesamtwert des Straßenabschnittes. Führen Sie Ihren Rechenweg nachvollziehbar auf. Verwenden Sie zur Bearbeitung der Aufgabe die beiden Abbildungen auf der folgenden Seite, für die allgemeine Unebenheit hingegen Ihr Normierungsdiagramm! Sollten Sie Aufgabenteil a) nicht gelöst haben, so nehmen Sie eine Allgemeine Unebenheit von 7,5 cm 3 an und benutzen Sie auch hierfür die Abbildungen auf der nächsten Seite. S1 Der Anteil an Flickstellen ist aus folgender Grafik abzuleiten: 25% c) Wie groß darf der Anteil an Flickstellen maximal sein, damit der Gebrauchswert als Gesamtwert maßgebend wird? Führen Sie Ihren Rechenweg nachvollziehbar auf. d) Sind die Werte der gemessenen fiktiven Wassertiefe und Spurrinnentiefe im Vergleich zueinander glaubhaft? Skizzieren oder erläutern Sie kurz Ihre Meinung.

Aufgabe 6 40 Punkte e) Wieso werden die gemessenen Zustandsgrößen im Rahmen eines PMS in Zustandswerte überführt und was bedeuten in diesem Zusammenhang Zielwert, Warnwert und Schwellenwert? F u n k t i o n s k l a s s e n Zustandsmerkmal I II ZW WW SW ZW WW SW Längsebenheit AUN (cm³) 1 3 9 2 6 18 Querebenheit Spurrinnentiefe SPT (mm) 4 10 20 4 15 25 fiktive Wassertiefe SPH (mm) 0,1 4 6 0,1 5 8 Gri igkeit (μ SKM ) 0,53 0,39 0,32 0,6 0,46 0,39 Unregelmäßige Risse (%) 1 5 10 1 15 25 Flickstellen (%) 1 10 25 1 15 35

Aufgabe 7 20 Punkte An einem Straßenabschnitt (Bauklasse II) werden in regelmäßigen Abständen die Zustandswerte für ein Schadensmerkmal wie folgt ermittelt: nach 6 Jahren: ZW = 1,4 nach 12 Jahren: ZW = 2,4 a) Aus wirtschaftlichen Gründen möchte der Baulastträger möglichst vorausschauend kalkulieren, welche Kosten zu welchen Zeitpunkten für Erhaltungsmaßnahmen anfallen werden. Zu welchem Zeitpunkt müssen an dem besagten Straßenabschnitt Erhaltungsmaßnahmen eingeleitet werden? (rechnerisch ermitteln) b) Skizzieren Sie die Verlaufslinie für das Schadensmerkmal, orientieren Sie sich dabei an dem üblichen Verlauf für das Schadensmerkmal Risse. c) Als Deckschicht wurde ein AC 11 DS verwendet. Ist die ermittelte Lebensdauer dieser Deckschicht zufriedenstellend? Begründen Sie Ihre Antwort. d) Inwieweit ändert sich die Verhaltensfunktion aus a), wenn die Lebensdauer des Straßenabschnittes bei 14 Jahren liegt.