Allgemeine Anforderungen

Ähnliche Dokumente
Indolente Non Hodgkin- Lymphome (NHL) Leitlinie

Spiritualität. Empfehlungen der Fachgesellschaft zur Diagnostik und Therapie hämatologischer und onkologischer Erkrankungen

Hautschädigung. Leitlinie. Empfehlungen der Fachgesellschaft zur Diagnostik und Therapie hämatologischer und onkologischer Erkrankungen

Indolente Non Hodgkin- Lymphome (NHL) Leitlinie

Indolente Non Hodgkin- Lymphome (NHL) Leitlinie

Diffuses großzelliges B-Zell Lymphom - Medikamentöse Tumortherapie - Protokolle

Hautschädigung Leitlinie

Nodales Marginalzonen Lymphom Leitlinie

Diagnostik und Versorgung von Patienten im Rahmen der pädiatrischen Kardiologie Anlage 3, Nr. 8

Schmerz. Leitlinie. Empfehlungen der Fachgesellschaft zur Diagnostik und Therapie hämatologischer und onkologischer Erkrankungen

Anlage 2. Selbsteinstufung:

Mammakarzinom - Zulassungsstatus von Medikamenten Leitlinie

Die medizinische Einrichtung in

Bakterielle Infektionen und Pneumocystis jirovecii Pneumonie - Prophylaxe Leitlinie

Bakterielle Infektionen und Pneumocystis jirovecii Pneumonie - Prophylaxe

Ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV)

Diagnostik und Versorgung von Patienten vor oder nach Lebertransplantation Anlage 2, Nr. 16

Pflegepersonal: Name, Vorname, Berufsbezeichnung (Ausbildung), intensivmedizinische Erfahrung: ...

Richtlinie. des Gemeinsamen Bundesausschusses

Chronische Myeloproliferative Erkrankungen (CMPE)

Pädiatrische Hämatologie und Onkologie

b) Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpflegerinnen oder Gesundheitsund

DARMZENTRUM ZIELE, LEISTUNGSSPEKTRUM UND KOOPERATIONSPARTNER

Monoklonale Gammopathie Unklarer Signifikanz (MGUS)

Standard Operating Procedures am Klinikum rechts der Isar

Strukturierter Qualitätsbericht

Strukturierter Qualitätsbericht

MS-Rehabilitationszentrum

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses. zur Richtlinie Ambulante Behandlung im Krankenhaus nach 116b SGB V

Kooperationsvertrag. Zwischen dem Lungenkrebszentrum (Name) und (Name des Kooperationspartners für RADIOLOGIE)

Antimykotische Primärprophylaxe bei Patienten mit hämatologischen Neoplasien

UNSERE PALLIATIV- STATION INFORMATIONEN FÜR PATIENTEN UND ANGEHÖRIGE

Informationen für Patienten und Interessierte

Monoklonale Gammopathie Unklarer Signifikanz (MGUS) Leitlinie

Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

Prophylaxe infektiöser Komplikationen

DIAGNOSTIC CHALLENGES IN HEMATO-ONCOLOGY2016.

Vorsitzender der Ethikkommission der Bayerischen Landesärztekammer

Checkliste zur Abfrage der Strukturmerkmale des OPS-Kodes Stationsäquivalente psychiatrische Behandlung bei Erwachsenen 1.

Anlage 1a zum Vertrag über ein strukturiertes Behandlungsprogramm (DMP) zur Verbesserung der Versorgungssituation von Brustkrebspatientinnen

Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie

Antivirale Prophylaxe Leitlinie

Kooperationen im dualen Gesundheitssystem: Was bringt eine universitäre Institutsambulanz für niedergelassene Ärzte

Vereinbarung. in der Fassung vom 15. März 2007 veröffentlicht im Bundesanzeiger 2007 (S ) in Kraft getreten am 1. Juli 2007

Curriculum. für die Weiterbildung zur Fachärztin/ zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Ulm

Mit-Entscheiden Wie findet ein Krebspatient seinen Arzt?

Der Darm im interdisziplinären Netzwerk. Ihr Begleiter durch das interdisziplinäre Darmzentrum

B-[30] Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin

Kriterien für die Anerkennung von Weiterbildungszeiten an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte (WBS)

Auszug aus dem Strukturierten Qualitätsbericht

Institut fu r Experimentelle Hämatologie und Transfusionsmedizin

Definition Schwerpunkte

Umgang mit der gezielten Krebstherapie lernen

AMNOG: Mehr Mitspracherechte für Experten und Patienten

Kinder- und Jugendmedizin

Medizinische Klinik II. Patienteninformation der Klinik für Hämatologie, Internistische Onkologie und Palliativmedizin

XLVII. MAI-SYMPOSIUM. Sanderbusch Onkologie

Famulatur und Praktisches Jahr im SRH Zentralklinikum Suhl

Die neue S3-Leitlinie Invasive Beatmung und Einsatz extrakorporaler Verfahren bei akuter respiratorischer Insuffizienz

Institut für Onkologie/Hämatologie. Onkologie KSB Brugg. Kantonsspital Baden

BNHO. Berufsverband der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Deutschland e.v. Die KrebsSpezialisten. Weil Kompetenz und Engagement zählen.

2. Regensburger Patiententag

O N K O L O G I S C H E P F L E G E

11. Februar Prof Dr. Hartmut Bertz Department Innere Medizin Klinik Innere Medizin I Hämatologie/Onkologie und Stammzelltransplantation

Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin German Sleep Society

Radiologie aktuell Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,

Bessere Versorgung von Patienten auf Intensivstationen

MÄRZ 2017 RADIOLOGIE LEIPZIG EINLADUNG UND PROGRAMM BRACCO IMAGING DEUTSCHLAND

Anlage 1a zum Vertrag über ein strukturiertes Behandlungsprogramm (DMP) zur Verbesserung der Versorgungssituation von

Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses. zur Richtlinie Ambulante Behandlung im Krankenhaus nach 116b SGB V

Die Weiterbildung im Fach Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde gliedert sich in die

Wir nehmen uns Zeit für Sie!

Brachytherapie. Prävention l Akut l Reha l Pflege. MediClin Ein Unternehmen der Asklepios Gruppe

L 52,13 Schmerztherapeutische spezielle Versorgung , 30702, 30704, L 55,60 Sonographie I 01 56

HÄMATOPOETISCHER STAMMZELLTRANSPLANTATION

Richtlinie. des Gemeinsamen Bundesausschusses

INHALTSVERZEICHNIS. Die Geschichte des Hospitals von 1212 bis 1908, eine Geschichte für Leipzig 21

Sana OnKoMed Nord 1. FACHKONGRESS. Das Kolorektale Karzinom Neue Wege & alte Grenzen. Einladung 18. März 2017

Transkript:

Allgemeine Anforderungen Allogene Stammzelltransplantation Leitlinie Empfehlungen der Fachgesellschaft zur Diagnostik und Therapie hämatologischer und onkologischer Erkrankungen

Herausgeber DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.v. Alexanderplatz 1 10178 Berlin Geschäftsführender Vorsitzender: Prof. Dr. med. Carsten Bokemeyer Telefon: +49 (0)30 27 87 60 89-0 Telefax: +49 (0)30 27 87 60 89-18 info@dgho.de www.dgho.de Ansprechpartner Prof. Dr. med. Bernhard Wörmann Medizinischer Leiter Quelle www.onkopedia.com Die Empfehlungen der DGHO für die Diagnostik und Therapie hämatologischer und onkologischer Erkrankungen entbinden die verantwortliche Ärztin / den verantwortlichen Arzt nicht davon, notwendige Diagnostik, Indikationen, Kontraindikationen und Dosierungen im Einzelfall zu überprüfen! Die DGHO übernimmt für Empfehlungen keine Gewähr.

Inhaltsverzeichnis 1 Zusammenfassung... 2 2 Grundlagen... 2 2.1 Infrastruktur... 2 2.2 Personal... 3 2.3 Spenderauswahl... 3 2.4 Herstellung der Stammzellpräparate... 3 2.5 Dokumentation... 3 10 Literatur... 4 15 Anschriften der Experten... 4 16 Erklärung zu möglichen Interessenkonflikten... 4 1

Allgemeine Anforderungen Allogene Stammzelltransplantation Stand: Mai 2016 Autoren: Nicolaus Kröger, Dietrich Wilhelm Beelen für die DAG-KBT, Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Knochenmark- und Blutstammzelltransplantation e.v. 1 Zusammenfassung Die allogene Stammzelltransplantation ist eine hoch komplexe, für die Patienten sehr intensive Therapie, die zwar für viele, insbesondere hämatologische Erkrankungen ein hohes kuratives Potential besitzt, jedoch auf Grund der Komplexität auch ein hohes Risiko therapiebedingter Morbidität und auch Mortalität besitzt. Die Komplexität und die Risiken dieser Therapieform stellen hohe Anforderungen an Strukturen und Prozessqualität. Daher ist eine Zertifizierung bzw. Akkreditierung nach internationalen Kriterien der europäischen Fachgesellschaft gemäß Joint Accreditation Committee ISCT EBMT (JACIE) für jede Klinik, die Stammzelltransplantationen durchführt, erforderlich [1]. Da in der JACIE Akkreditierung (www.jacie.org) detailliert auf die erforderlichen personellen und strukturellen Ressourcen eingegangen wird, werden hier in den Leitlinien nur stichpunktartig die wichtigsten Anforderungen und Voraussetzungen skizziert. 2 Grundlagen 2.1 Infrastruktur Jederzeit garantierte intensivmedizinische Versorgung mit Möglichkeiten u.a. der maschinellen Beatmung, extrakorporalen Oxygenierung und Dekarboxylierung, Nierenersatztherapie etc. Endoskopie (insbesondere Ösophago-Gastroduodenoskopie, Koloskopie, Bronchoskopie) Adäquate radiologische Diagnostik einschließlich MRT Operationssäle für Notfall OPs Transfusionsmedizin mit jederzeit abrufbaren bestrahlten Erythrozyten- und Thrombozyten-konzentratenApotheke mit 24-Stunden-Verfügbarkeit Labormedizin bzw. klinisch-chemisches Labor Ausreichende Versorgung mit Fachärzten der Disziplinen Hämatologie/Onkologie, Kardiologie, Gastroenterologie, Nephrologie, Viszeral-, Thorax- und Neurochirurgie, Neurologie, Urologie, HNO und diagnostischer Radiologie Ausreichende Räume für die Notfallversorgung Behandlungsmöglichkeiten und Räumlichkeiten zum Schutz der Patienten vor Aspergillusinfektionen durch geeignete Klimatechnik (gemäss den Richtlinien des Robert Koch Institutes (RKI) Die ambulante Nachsorge sollte in von anderen Patienten getrennten Räumlichkeiten durch erfahrene Fachärzte mit mindestens 5-jähriger Erfahrung in der Betreuung allogen stammzelltransplantierter Patienten erfolgen 2

Jährliche Mindestanzahl von 25 allogenen Stammzelltransplantationen (pädiatrische Hämatologie und Onkologie: Jährliche Mindestanzahl von 10 allogenen Stammzelltransplantationen) 2.2 Personal Die Patientenbetreuung muss durch Fachärzte mit der Zusatzbezeichnung Hämatologie/Onkologie gesichert sein Die Transplantationseinrichtung muss von einem Facharzt für Hämatologie/Onkologie geleitet werden, der über umfassende Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich der allogenen Stammzelltransplantation verfügt (durch mindestens 5-jährigeTätigkeit an einem JACIE akkreditierten Zentrum für allogene Stammzelltransplantation erworben). Die gleichen Anforderungen gelten für seinen Stellvertreter. Ein enger Kontakt mit niedergelassenen Kollegen, die in der Nachsorge nach Stammzelltransplantation beteiligt sind,muss gewährleistet sein Die pflegerische Leitung ist ein/-e Krankenpfleger/-in oder Gesundheitspfleger/-in mit onkologischer Weiterbildung und mindestens 12monatiger Erfahrung an einem JACIE akkreditierten Zentrum für allogene Stammzelltransplantation Weitere Personen des Behandlungsteams sind: Psychologe, Sozialarbeiter, Physiotherapeut, Diät- und Ernährungsberater und Seelsorger 2.3 Spenderauswahl Die konfirmatorische Gewebetypisierung und Spenderauswahl erfolgt ausschließlich in Kooperation mit einer EFI-akkreditierten Einrichtung Der Leiter der Einrichtung oder sein Stellvertreter entscheiden persönlich (ggf. in enger Abstimmung mit der Sucheinrichtung) über die Spenderauswahl 2.4 Herstellung der Stammzellpräparate Die Stammzellprodukte dürfen nur von Institutionen hergestellt werden, die über eine Herstellungserlaubnis nach 13 und eine Genehmigung nach 21a nach dem AMG verfügen. 2.5 Dokumentation Die Einrichtung muss eine ausreichende personelle und strukturelle Ausstattung für eine kontinuierliche und langfristige Dokumentation aller relevanten klinischen und wissenschaftlichen Daten vorhalten Die lückenlose Meldung aller vorgenommenen Stammzelltransplantationen mit einem Basisdatensatz (MED-A) an das nationale (DRST) und europäische Stammzelltransplantations-Register (EBMT) ist für die Einrichtung verbindlich. Hierbei sind die gesetzlichen Vorgaben des Datenschutzes einzuhalten. 3

10 Literatur 1. Gratwohl A, Brand R, McGrath E, et al. Use of the quality management system "JACIE" and outcome after hematopoietic stem cell transplantation. Haematologica. 99:908-915, 2014. DOI:10.3324/haematol.2013.096461 15 Anschriften der Experten Prof. Dr. med. Nicolaus Kröger Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf Klinik für Stammzelltransplantation Onkologische Station Martinistr. 52 20246 Hamburg Tel: 040 7410-54581 Fax: 040 7410-53795 nkroeger@uke.de Prof. Dr. med. Dietrich Wilhelm Beelen Universitätsklinikum Essen Klinik für Knochenmarktransplantation Hufelandstr. 55 45122 Essen Tel: 0201 723-3136 oder -4341 Fax: 0201 723-5961 dietrich.beelen@uk-essen.de 16 Erklärung zu möglichen Interessenkonflikten nach den Regeln der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie und den Empfehlungen der AWMF (Version vom 23. April 2010) und internationalen Empfehlungen. 4