FILMLEXIKON DER WIRTSCHAFT

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Inhalt und Einsatz im Unterricht "FILMLEXIKON DER WIRTSCHAFT kompakt" "Kapital & Produktivität" (Sek. I, Kl. 8-10) Ein kurzes DVD-Intro endet im DVD-Hauptmenü, das direkten Zugriff auf 5 Modulfilme bietet: Kapital und Kapitalist 3:40 min Kapitalbildung im Unternehmen 4:50 min Der Produktionsumweg 2:50 min 3 x Produktivität 6:20 min Lohnstückkosten 4:40 min Die Modulfilme geben einen motivierenden Einstieg in jeweils einen Teilaspekt der volkswirtschaftlichen Rolle des Kapitals und den vielen Spielarten von Produktivität. Den Schülern wird ein kompletter Überblick über die wichtigsten Zusammenhänge zwischen Arbeiten, Sparen und Investieren gegeben. Alle Modulfilme erläutern abstrakte Begriffe und Zusammenhänge mit sehr anschaulichen 3D-Computeranimationen, die in illustrierende bzw. beispielhafte Realsequenzen eingebettet sind. - Die Filme bauen z.t. inhaltlich aufeinander auf, sind aber je nach Unterrichtserfordernissen und gewünschter Schwerpunktbildung weitgehend unabhängig voneinander einsetzbar. Die Modulfilme dieser DVD bewegen sich inhaltlich auf einfachem bis mittlerem Niveau. Schüler der Sekundarstufe I aller Schularten sollten die geschilderten ökonomischen Zusammenhänge zwischen Kapital und Produktivität nachvollziehen können. Ergänzend zu den o.g. 5 Modulfilmen finden Sie auf dieser DVD: - 18 Farbgrafiken, die Zusatzinformationen zu allen Filmen geben (im Grafik-Menü, direkt im Hauptmenü zugreifbar); - 4 ausdruckbare, aber auch elektronisch ausfüllbare pdf-arbeitsblätter, jeweils in Schüler- und in Lehrerfassung (im DVD-ROM-Bereich). Im GIDA-"Testcenter" (www.gida.de) finden Sie auch zu dieser DVD "Kapital & Produktivität" interaktive und selbstauswertende Tests zur Bearbeitung am PC. Diese Tests können Sie online bearbeiten oder auch auf Ihren Rechner downloaden, lokal abspeichern und offline bearbeiten, ausdrucken etc. 2

Begleitmaterial (pdf) auf dieser DVD Über den "Windows-Explorer" Ihres Windows-Betriebssystems können Sie die Dateistruktur der DVD einsehen. Sie finden dort u.a. den Ordner "DVD-Extras". In diesem Ordner befindet sich eine HTML-Datei, benannt mit: Begleitmaterial_start.html Wenn Sie diese Datei doppelklicken, öffnet automatisch Ihr Browser mit einem Begleitmaterial-Menü. Hier steht Ihnen das gesamte auf der DVD befindliche Begleitmaterial in Form von PDF-Dateien zur Verfügung. Durch einfaches Anklicken der gewünschten Datei öffnet sich automatisch der Acrobat-Reader mit dem entsprechenden Inhalt (sofern Sie den Adobe Acrobat Reader auf Ihrem Rechner installiert haben). Enthalten sind das DVD-Begleitheft, die DVD- Grafiken sowie die Arbeitsblätter in Schüler- (auszufüllen) und Lehrerfassung (mit eingetragenen Lösungen). Die Arbeitsblätter ermöglichen Lernerfolgskontrollen bezüglich der Kerninhalte der DVD. Sie sind direkt am Rechner elektronisch ausfüllbar. Über die Druckfunktion des Acrobat Reader können Sie aber auch einzelne oder alle Arbeitsblätter für Ihren Unterricht vervielfältigen. Fachberatung bei der inhaltlichen Konzeption dieser DVD: Herr Manfred Scharffe (OStR. und Diplomhandelslehrer) Inhaltsverzeichnis Seite: DVD-Inhalt - Strukturdiagramm 4 Die Filme: Kapital und Kapitalist 5 Kapitalbildung im Unternehmen 7 Der Produktionsumweg 9 3 x Produktivität 10 Lohnstückkosten 12 3

DVD-Inhalt - Strukturdiagramm Hauptmenü Filme Kapital und Kapitalist Kapitalbildung im Unternehmen Der Produktionsumweg 3 x Produktivität Lohnstückkosten Grafiken Menü Grafiken Die drei Produktionsfaktoren Produktionsumweg Real-/Sachkapital Produktiv-/Sozialkapital Kapitalbildung im Unternehmen Eigenfinanzierte Kapitalbildung Fremdfinanzierte Kapitalbildung Komplexer Produktionsumweg Konsumverzicht, Sparen, Investieren Arbeit und Zeit Technische Produktivität Zeitreihe Arbeitsproduktivität Zeitreihe Kapital-Intensität Kapital-Produktivität Definition Lohnstückkosten Lohnstückkosten-Vergleich Produktivität + Lohnstückkosten Produktivität für stabile Preise 4

Kapital und Kapitalist Laufzeit: 3:40 min, 2007 Lernziele: - "Kapital" und "Kapitalist" als geschichtsbedingt stark emotionalisierte Begriffe kennenlernen; - Am einfachen Beispiel die Bildung und die Funktion von Kapital verstehen (einer der drei Produktionsfaktoren der Volkswirtschaft); - Den Begriff "Produktionsumweg" am einfachen Beispiel verstehen. Inhalt: Der Film leitet ein, indem er die Begriffe "Kapital" und "Kapitalist" als historisch bedingt stark emotionsbeladen vorstellt. Nüchtern betrachtet ist Kapital nichts anderes als einer der drei Produktionsfaktoren (neben Arbeit und Boden) der Volkswirtschaft, ohne den jegliche moderne Güterproduktion zum Erliegen käme. Aber trotzdem muss man (leider) auch heute noch feststellen: Sobald die Rede auf's "Kapital" kommt, erwacht in vielen Köpfen das Zerrbild des Kapitalisten, des geldgierigen Ausbeuters. In einer kurzen cartoonartigen Tricksequenz erklärt der Film die Entstehung und die Funktion von Kapital: Einer unserer Ur-Ur-Urahnen lebte als Fischer am Meeresstrand. Eines Tages wurden die Fische in Strandnähe knapp und unser Ur-Ur-Urahn beschloss, ein Boot zu bauen, um weiter draußen auf dem Meer fischen zu können. Abbildung 1: Harald und sein Kapital "Ruderboot" 5

An diesem einfachen Beispiel führt der Film den "Dreiklang" der Kapitalbildung ein: Konsumverzicht Sparen Investieren Um Zeit für seinen Bootsbau zu haben, fischt er ein paar Tage lang nur das Allernötigste und...... isst zwangsläufig weniger Fisch. Seine Zeit und Arbeitskraft (Produktionsfaktor "Arbeit") setzt er ein, um unter Nutzung von Holz (Produktionsfaktor "Boden") sein Boot zu bauen. Abbildung 2: Der "einfache" Produktionsumweg Anhand dieses Beispiels wird auch der Begriff des "Produktionsumweges" eingeführt: Die eigentliche Tätigkeit "Fischen" wird zeitweise unterbrochen, um das Kapital "Boot" zu bauen, mit dessen Hilfe dann das Fischen wesentlich effektiver vonstatten geht als zuvor. Die Begriffe Real- bzw. Sachkapital werden eingeführt. Abschließend wird die Frage gestellt, was analog diesem Beispiel eigentlich ein "Kapitalist" ist? - Ein Kapitalist im nüchternen Wortsinne ist jemand, der den (volkswirtschaftlichen / unternehmerischen) Sinn von "Investieren" erkannt hat und es dann auch tut. 6 * * *

Kapitalbildung im Unternehmen Laufzeit: 4:50 min, 2007 Lernziele: - Geldkapital und Real-/Sachkapital unterscheiden können und die beiden Wege der Kapitalbildung im Unternehmen (eigen- und fremdfinanziert) verstehen. Inhalt: Der Film leitet in unsere moderne Zeit über und zeigt in diversen Bildern die Allgegenwart von Real-/Sachkapital und dessen zwei Unterarten Produktivkapital (betriebliche Anlagen) und Sozialkapital (öffentliche Straßen, Gebäude). Alle diese Dinge sind Ergebnis der gesellschaftlichen und unternehmerischen Kapitalbildung. Im weiteren erläutert der Film detailliert die beiden Möglichkeiten der Kapitalbildung im Unternehmen: Eigenfinanzierte Kapitalbildung Gewinne werden nicht (voll) an die Anteilseigner ausgeschüttet, sondern zur Bildung von Rücklagen verwendet, mit denen dann Investitionen getätigt werden. Fremdfinanzierte Kapitalbildung Ein Unternehmen nutzt fremde Finanzmittel (Aufnahme von Bankkrediten oder Ausgabe von Aktien/Anleihen), um Investitionen zu tätigen. Hinter diesen Fremdmitteln verbergen sich die sparenden privaten Haushalte oder andere Wirtschaftsunternehmen. Abbildung 3: Kapitalbildung im Unternehmen 7

Auch in diesen Abläufen steckt jeweils wieder der Kapitalbildungs-"Dreiklang" Konsumverzicht - Sparen - Investieren. Die Nutzung des nationalen "Sparguthabens" durch investitionswillige Unternehmen ermöglicht eine Entkoppelung des Sparvorgangs vom Investitionsvorgang. Das verleiht einer entwickelten Volkswirtschaft erst die finanzielle Flexibilität, die sie zur ständigen Modernisierung ihrer Produktivmittel benötigt. Private Haushalte und Unternehmen der Wirtschaft sparen Finanzmittel an. Diese Mittel werden dann Unternehmen über Bankkredite oder direkte Anleihen zur Verfügung gestellt,... Abbildung 4: Sparen... die investieren wollen, aber nicht ausreichend flüssige Finanzmittel zur Verfügung haben. Abbildung 5: Investieren Über die Investition in Maschinen und Anlagen findet die Kapitalbildung in dem betreffenden Unternehmen statt. Abbildung 6: Kapital 8 * * *

Der Produktionsumweg Laufzeit: 2:50 min, 2007 Lernziele: - Den Begriff "Produktionsumweg" am komplexen Beispiel der arbeitsteiligen Volkswirtschaft verstehen. Inhalt: Der Film greift noch einmal den Begriff "Produktionsumweg" auf und erläutert ihn an einem praktischen, aber komplexen Produktionsbeispiel "Eisbällchen- Löffel". Dieses Beispiel soll verdeutlichen, dass der Prozess der Kapitalbildung in Verbindung mit arbeitsteiligem Produzieren in einer modernen Volkswirtschaft sehr stark ausgeprägt ist. Abschließend macht der Film deutlich, dass heute (fast) jedermann über eine gewisse Menge an Kapital verfügt: Auto, Haus, Ersparnisse, Aktien, Anleihen u.v.a.m. - Der so wichtige Kapital-Kreislauf der Volkswirtschaft speist sich wesentlich aus diesen privaten Ersparnissen, was die große volkswirtschaftliche Bedeutung der sog. "Sparquote" der privaten Haushalte unterstreicht. Abbildung 7: Produktionsumweg(e) in der arbeitsteiligen Volkswirtschaft * * * 9

3 x Produktivität Laufzeit: 6:20 min, 2007 Lernziele: - Produktivität als Arbeitsergebnis pro Zeiteinheit begreifen; - Technische Produktivität, Arbeits- und Kapitalproduktivität unterscheiden und definieren können; - Die großen Produktivitätsfortschritte der letzten 40 Jahre in der verarbeitenden Industrie erkennen. Inhalt: Der Film leitet ein mit einer kurzen cartoonartigen Animationssequenz: Zwei Lehrlinge, Fritz und Gustav, sägen Metallstäbe. Einer eher gemütlich, der andere so schnell er kann. Produktiv sind beide, der Unterschied ihrer Produktivität aber ist unverkennbar. Produktivität wird definiert als Arbeitsergebnis pro Zeiteinheit. Abbildung 8: Produktivität = Arbeitsergebnis / Zeit Das Beispiel wird übertragen auf den großen Maßstab einer Automobilfabrik: Zum Messen der Produktivität gehört der Stundenzähler, der festhält, wieviele Autos die ganze Fabrik an einem Tag, in einem Monat oder einem Jahr hergestellt hat. Der Film macht klar, dass diese sog. "technische Produktivität" noch nichts mit Werten oder Kosten zu tun hat. Sie beschreibt lediglich die Ergiebigkeit der Arbeitskraft von Mensch und Maschine. 10

Der Begriff der "Arbeitsproduktivität" führt dann einen Schritt weiter. Sie beziffert den Wert der Erzeugnisse, den ein Arbeitnehmer in einem Jahr erarbeitet hat. Gleichzeitig wird auch verdeutlicht, dass heutzutage die Leistungsfähigkeit - die erreichbare Produktivität - der arbeitenden Menschen wesentlich von der ihnen zur Verfügung stehenden Maschinentechnik und -leistung abhängt. Abbildung 9: Arbeitsproduktivität, Zeitreihe Eine Zeitreihe (1960-2010) gibt einen Eindruck von der stark gestiegenen Arbeitsproduktivität im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland (real + 100%). Eine zweite Zeitreihe zeigt die Entwicklung der Kapitalausstattung eines durchschnittlichen industriellen Arbeitsplatzes (real + 100%). In diesem Zusammenhang wird auch auf die Problematik der gering qualifizierten ArbeitnehmerInnen aufmerksam gemacht: Ihnen droht durch die Entwicklung hin zu immer höherer Produktivität und Komplexität der technischen Anlagen verstärkt Arbeitslosigkeit. Im Zuge von Rationalisierungen werden immer mehr Arbeiten von Maschinen übernommen. Wo bleibt also Platz für die Menschen mit geringer oder gar keiner Ausbildung? Schließlich folgt die Erläuterung der "Kapitalproduktivität": Wieder am Beispiel der Automobilfabrik wird der Wert der Maschinen und Anlagen in Bezug gesetzt zum Wert der pro Jahr erzeugten Produkte. Der Quotient zeigt den Produktivitätsgrad des eingesetzten Kapitals. Abbildung 10: Kapitalproduktivität * * * 11

Lohnstückkosten Laufzeit: 4:40 min, 2007 Lernziele: - Den Zusammenhang von Produktivität, Arbeitskosten und Lohnstückkosten erkennen und deren internationale Bedeutung einordnen können. Inhalt: Über die bis hierhin eingeführten Begriffe und Zusammenhänge von Arbeitskosten und Produktivität entwickelt der Film die international wichtige Vergleichsgröße der "Lohnstückkosten". Es wird verdeutlicht, dass sich an dieser Maßzahl viele Investitionsentscheidungen von international agierenden Unternehmen festmachen - Stichwort "Standort-Qualität". Abbildung 11: Lohnstückkosten = Arbeitnehmerentgelt / Produktivität 12

Der Film macht klar, dass ein fairer Lohnstückkostenvergleich zwischen In- und Ausland oft erschwert wird durch schwankende Wechselkurse z.b. von US- Dollar und Euro. Aber innerhalb des Euro-Raumes sind Lohnstückkostenvergleiche durchaus aussagekräftig und zeichnen ein "mittelprächtiges" Bild für Deutschland im Rahmen einiger wichtiger Konkurrenten (Vergleichsgrafik im Film). Abbildung 12: Lohnstückkosten-Vergleich im EURO-Raum Ebenso wird am modellhaften Beispiel eines Unternehmens A im Inland und eines Unternehmens B im osteuropäischen Raum gezeigt, dass man auch mit einem hohen Lohnniveau konkurrenzfähig sein kann, wenn die Produktivität entsprechend hoch liegt ("Hoher Lohn + hohe Produktivität" und "niedriger Lohn + niedrige Produktivität" können in gleichen Lohnstückkosten resultieren!). Abbildung 13: Lohnstückkosten-Modell 13

Der Film zeigt zusammenfassend, welche Bedeutung ein stetiger Zuwachs an Produktivität für die Entwicklung von Löhnen/Gehältern und Preisen hat. Wieder am Beispiel der Autoproduktion wird aufgeführt, welche Kosten u.a. in der gütererzeugenden Wirtschaft ständig steigen: - Stetiger Wunsch der Menschen nach höherem Lebensstandard und sozialer Sicherheit (Steigerung von Löhnen/Gehältern); - wachsende Ansprüche an die Qualität der Erzeugnisse (Ausstattung, Komfort, etc.); - steigende Ausgaben für den Umweltschutz in der industriellen Produktion; - steigende Beiträge für die sozialen Sicherungssysteme, evtl. steigende Steuerabgaben an Bund, Länder oder Gemeinden; - wachsende Kosten für die ständige Weiterbildung der MitarbeiterInnen. Solcherart steigende Kosten hätten die Preise für alle Produkte steil hochschießen lassen, wäre nicht zugleich die Produktivität vorangekommen. In der gleichen Zeit mehr Erzeugnisse oder eine gleiche Zahl von Erzeugnissen rationeller in kürzerer Zeit herstellen, - nur so können die Produktionskosten pro Erzeugnis in Grenzen gehalten werden. Abbildung 14: Produktivitätszuwachs hält Produktpreise stabil 14

Abschließend kommt der Film noch einmal zurück auf den Aspekt der gering qualifizierten ArbeitnehmerInnen (ca. 4-8 Mio. Menschen im erwerbsfähigen Alter in Deutschland!) und stellt zwei Fragen zur Diskussion: Wie produktiv wollen wir werden? - Wenn wir mit immer besserer Technik und immer weniger Menschen unsere Güter produzieren, wo bleiben die Menschen mit geringer beruflicher Qualifikation? Abbildung 15: Produktivitätssteigerung contra einfache menschliche Arbeit Andersherum: Was wären wohl die Konsequenzen, wenn wir gezielt weniger produktiv arbeiteten in der guten Absicht, diesen Menschen ihren angestammten Arbeitsplatz zurückzugeben bzw. zu erhalten? * * * 15

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