Bildbearbeitung am PC. Möglichkeiten: Die Zahl der Pixel verändern (Einfluss auf die Dateigröße) Deren Verteilung auf einer Fläche oder Blatt ändern (Auflösung) Die Farbinformationen aller oder ausgewählter Pixel verändern (Helligkeit, Kontrast, Schärfe usw.) Die Farbinformationen aller oder ausgewählter Pixel total durch andere ersetzen (Collage). Die ersten drei Punkte s ind der eigentlichen Bildbearbeitung zuzurechnen, ein Bild kann verbessert (relativer Begriff!) werden, Stimmungen und damit Bildaussagen können verändert werden, das Bildmotiv wird dabei jedoch nicht verändert. Was ist ein gutes Bild? Ein objektives Kriterium gibt es dafür nicht, deshalb besteht eine Jury immer aus mehreren Personen, die eine "gemittelte" Bewertung abgeben. Selbst wenn ein mit Auszeichnung bewertetes Bild auf einem Träger (Papier o.ä.) vorliegt (Printveränderungen sind dann schon eingeflossen), können andere Betrachter abhängig von der Raumbeleuchtung, Perspektive oder eigener Vorstellung zu anderen Bewertungen kommen. Die Umsetzung einer Bilddatei zu einem vergleichbaren Bild an Monitoren oder Fernsehern ist noch problematischer, weil, unterschiedliche Monitore oder Fernseher unterschiedliche Farbräume darstellen, der Umgebungslichteinfluss dabei noch s tärker ist die Monitore längere Aufwärmzeiten benötigen, um stabile Betriebszustände zu erreichen die Helligkeits- und Kontrastregler individuell eingestellt werden und im PC die Bildprogramme die Farben unterschiedlich bewerten. Facit: Jeder bearbeitet sein Bild so, wie er es am schönsten findet, darf sich aber nicht wundern, wenn das gleiche Bild auf anderen Systemen farbliche Abweichungen zeigt. Nur kalibrierte Systeme, die sich für den privaten Bereich nicht lohnen, bieten eine gewis se Gewähr für gleiche Darstellungen. Rückblick Bilddateien entstehen im Scanner, im digitalen Fotoapparat, im digitalen CamCorder oder im PC. Nur die ersten zwei Quellen werden zunächst betrachtet. Bildbearbeitung 1.doc Seite 1
Wie entstehen die Bilddateien? Viele lichtempfindliche Elemente (das sind keine Pixel!) auf einem Chip messen Helligkeiten, keine Farben! Die Elemente sind regelmäßig mit roten, grünen und blauen Filtern abgedeckt, um die Helligkeiten im jeweiligen Farbspektrum zu messen. Eine interne Software klassifiziert diese Mes swerte in 256 Graustufen (bei 8 bit oder 1 Byte Farbtiefe - 2 8 = 256) und errechnet damit die Farbinformation eines Pixels. Die Zahl der Pixel wird vom Benutzer vorgegeben. Ein Pixel ist eine viereckige Fläche von variabeler Größe und kann nur eine Farbe (besser: Grauwert) haben. Es ist die kleins te Bildinformations einheit. Es entsteht bei jedem Farb-Scan oder jeder Farb-Aufnahme eine Bilddatei aus drei zusammengehörenden Graustufenbilder (je eines für rot, grün und blau), die - "übereinandergelegt" - ein farbiges Bild ergeben. Diese Bilddatei wird im Gerät (je nach Vorgabe) noch weiterverarbeitet. Was enthält eine Bilddatei? Das ist teilweise geräteabhängig (wichtig für die spätere Bildbearbeitung): Scanner Dig. Fotoapparat Pixelzahl ja ja, sortiert nach Bildbreite und -höhe im Verhältnis 4:3 Blattgröße ja nein (sehr wichtige Erkenntnis!) EXIF-Informationen nein ja Dateiformat (jpg, tif, raw) nein ja (*.jpg ist üblich) Komprimierungsgrad nein ja (bei *.jpg Bildinfoverluste!) usw. Wie kann der Gerätebediener die Größe der Datei beeinflussen? Beim Scanner wird die Blattgröße automatisch durch die Vorlage oder deren Ausschnitt vorgegeben, die Zahl der Pixel durch die Eingabe der Scan-Auflösung und durch die Vorgabe: S/W, grau, oder farbig. Beim digitalen Fotoapparat durch die Bildgröße, den Komprimierungsgrad und die Vorgabe s/w oder farbig. Die Bezeichnungen sind dabei oft irreführend, wenn sie als Qualitätsmerkmale angegeben werden. Z.B. CANON Digital IXUS : Qualität Bildgröße Pixel b:h Pixel gesamt Superfein Großes Bild 1600 : 1200 ca. 1.92 MegaPixel Fein Großes Bild 1600 : 1200 ca. 1.92 Fein Kleines Bild 640 : 480 ca. 0.31 Zeile 1 + 2: gleiche Bildgröße aber veränderte Komprimierung, sonst wäre die Unterscheidung sinnlos. Zeile 2 + 3: unterschiedliche Bildgröße, Komprimierung nur experimentell zu ermitteln. Bildbearbeitung 1.doc Seite 2
Wie stark ist die Komprimierung? Der Wert ist interes sant, weil später beim wiederholten Speichern einer jpg.-datei, um die Verluste in Grenzen zu halten, eine Gesamtkomprimierung von kleiner als 1:20 empfohlen wird. Beispiel IXUS: Rechnerische Dateigröße ( geräteunabhängig): Drei Graustufenbilder mit je 1600 x 1200 Pixel und je 8 bit oder 1 Byte 1600 x 1200 x 3 = 5.760.000 Byte entsprechend rund 5,5 MByte (1 kb sind 1021 B). Die zusätzlichen Dateiinformationen (s. vorn) sind vernachlässigbar. Probebilder vom gleichen Motiv mit unterschiedlichen Einstellungen ergeben bei: Superfein eine Dateigröße von 1,9 MB und bei Fein von 0,76 MB. D.h. im ersten Fall eine Komprimierung von 5,5 / 1,9 das ents pricht rund 3 : 1 und im zweiten Falle eine Komprimierung von 5,5 / 0,76 das entspricht rund 7 : 1 Jeder Fotograf sollte die Größenordnungen seines Fotoapparates kennen. Mit der Übernahme der Bilddateien in den PC beginnt die Bildbearbeitung in folgend empfohlender Reihenfolge: Schritt 1: Bild- und/oder Dateigröße anpassen 1. Dateiduplikat erstellen und nur damit weiterarbeiten. Das Original bleibt als Reserve bei Bearbeitungspannen. 2. Datei öffnen und auf Bildschirmgröße zoomen (Zoomen verändert nicht die Datei!) 3. Über die weitere Verwendung entscheiden. (Bildschirmdarstellung, Ausschnittvergrößerung, Papierausdruck usw. 4. Als Konsequenz daraus, Bildgröße (besser: Blattgröße) und Auflösung festlegen. 5. Als TIFF-Datei zwischens peichern. zu 2: Da die Fotodatei keine Information über eine Auflösung enthält, unterstellen die Programme zunächst eine Bildschirmauflösung von 72 dpi nach traditioneller (amerikanischer) Norm oder 96 dpi nach modernerer Norm zu 3: Für Bilds chirmdarstellungen (Vollbild) genügen 1024 x 786 Pixel bei 72 wahlweise 96 dpi des fertigen Bildes, bei Druckvorlagen sollten 300 dpi angestrebt werden, die Papiergröße ergibt sich dabei bei unveränderter Pixelzahl, d.h. unveränderter Dateigröße. zu 4: Drei Angaben stehen untereinander in einem abhängigen Verhältnis. Die Dateigröße, sie ist im wesentlichen abhängig von der Zahl der Pixel. Die Auflösung, sie gibt an, wie viele Pixel auf eine Längeneinheit (inch oder cm) verteilt werden. Die Blattgröße in inch oder cm für Höhe und Breite. Bildbearbeitung 1.doc Seite 3
Blattgröße nänderung Beispiel 1: Adobe Photoshop 6.0 Bild / Bildgröße Erste Ansicht der Originaldatei mit einer Bildschirmauflös ung von 72 dpi. Auf einem 17'' Monitor wird bei 100 % Zoom-Einstellung nur ein Teil des Bildes angezeigt, weil sich bei dieser Auflös ung eine Blattgröße von 56,44 x 42,33 cm ergibt, der Bildschirm aber nur ca. 31 x 23 cm groß ist. Die Klammer weist auf die Abhängigkeit der drei Größen untereinander hin, wenn "Bild neu berechnen" nicht angehakt ist. Bei der Eingabe der neuen Auflösung bleibt die Dateigröße unverändert, nur die Blattmaße sind verkleinert, d.h. keine Bildinformationen wurden bei der Umwandlung vernichtet. Beispiel 2: Corel PhotoPaint 9.0 Bild / Bitmap neu erstellen Öffnet auch mit 72 dpi. Hier muss "Ursprüngliche Datei beibehalten" angehakt werden, damit bei der Umwandlung alle Pixel erhalten bleiben. PhotoImpakt 5.0 bietet für die Änderung der Auflösung und der Blattgröße zwei getrennte Menüs an: Format / Auflösung (nebenstehend) Bei der Benutzer-Eingabe von 300 dpi bleibt automatisch die Dateigröße erhalten (wird hier nicht angezeigt). Die Beispiele beweisen, dass jede Software unterschiedliche Bezeichnungen für gleiche Aktionen bietet. Bildbearbeitung 1.doc Seite 4
Date igröße nänderung Beispiel 1: Adobe Photoshop 6.0 Bild / Bildgröße "Bild neu berechnen" ist angehakt. Nur Breite und Höhe sind mit Klammern verbunden, weil die Proportionen erhalten bleiben sollen. Wenn größere Maße für Breite und Höhe eingegeben werden, interpoliert (erfindet) das Programm Pixel, das Bild wird unschärfer. Umgekehrt, werden Bildinformationen vernichtet, was nicht in jedem Falle schlecht s ein muss, weil dabei das Bild an Schärfe gewinnen kann. Bei Corel PhotoPaint (siehe vorherige Seite) darf "Ursprüngliche Größe beibehalten" nicht gewählt werden. Diese Option zeigt sehr deutlich, dass die Dateigröße und damit die enthaltene Bildinformation verändert wird. PhotoImpact 5.0 bietet das Menü Format/Abmessungen an. Auch hier kann in Abhängigkeit von den Eingaben die Veränderung der Dateigröße direkt beobachtet werden. Zusammenfas sung: Möglichst nicht mehr Pixel erzeugen, als man später benötigt (schont den Speicher und erhöht die Verarbeitungsgeschwindigkeit. Spätestens zu Beginn der Bearbeitung der weiteren Verwendung in folgender Reihe anpassen: 1. benötigte Auflösung wählen (Nur Blattgröße, nicht Dateigröße ändern sich!) 2. wenn erforderlich, mit einem Ausschneidewerkzeug Bildausschnitt bestimmen 3. danach, bei vorgegebener Auflösung (Pkt.1) die endgültige Blattgröße festlegen. Vor Bearbeitungsbeginn Dateikopie erzeugen und nur diese bearbeiten. Immer Farbbilder erzeugen, Umwandelung in Graustufen kann man später immer noch. Bei nachträglicher Dateivergrößerung (Pixelinterpolation) wird das Bild unschärfer. Bei nachträglicher Reduzierung werden echte Bildinformationen verworfen Zwischenspeicherung immer in einem verlus tfreien Dateiformat. Vorzugweise *.tif mit LZW- Komprimierung. Bildbearbeitung 1.doc Seite 5
Nachlese: Frage: Antwort: Frage: Antwort: Werden die Komprimierungs verluste auch größer, wenn die jpg-dateien mit einem Browser verschoben werden? Erst wenn die Bilddatei geöffnet und danach wieder gespeichert wird, erhöhen sich die Komprimierungsverluste. Kopieren oder verschieben der Dateien, selbst betrachten mit einem Bildbetrachter, ist unschädlich. Wenn ein Bilddetail aus ges chnitten wird, entstehen oft unschöne Bildformate, wie kann man das verhindern? 1. Möglichs t ein Seitenverhältnis von 4:3 einhalten für späterer Bildschirmdarstellung, sonst die erwünschten Fotoformate. 2. Nach dem Ausschneiden durch Bildneuberechnung bei fester Auflösung die Blattmaße so ändern, das s wenigstens der schmalere Rand entfällt und kontrollieren, ob die Folgen der Pixelinterpolation erträglich sind, oder 3. ein neues Blatt mit den Bildschirm- oder Fotoformaten erstellen (gleiche Auflösung wie das Bild!), nach belieben einfärben und den Bildausschnitt zentral einfügen. Das Bild erscheint eingerahmt. Nähere Einzelheiten zu den Themen Scanner Rund um den Scanner, der Scanner macht alle gleich Bruttopixel / Nettopixel Digitalfotografie Abschnitt 3.0 ff Kartoffelmodell Die Sache mit der Auflösung, eine mehrdeutige Angelegenheit. Komprimierung Wie stark presst meine Kamera die Pixel und was folgt daraus? Bildliche Darstellung einer "Blattgrößenänderung" (keine Neuberechnung) Das mittlere Bild hat eine Auflösung von 2 Bildpixel pro 1 Einheit. Dateigröße entspricht 16 Pixeln. Das linke Bild hat eine Auflösung von 4 Pixel pro 1 Einheit, das rechte Bild eine Auflösung von 1 Pixel pro 1 Einheit, bei gleicher Dateigröße! Die Blattgröße ist links ¼ und rechts das 4-fache der ursprünglichen Blattgröße. Bildliche Darstellung einer "Dateigrößenänderung" (Bildneuberechnung) Das mittlere Bild besteht aus 16 Pixel. Bei einer Halbierung der Auflösung (links) und gleicher Blattgröße, müs sen 12 von 16 Bildinformationen verworfen werden! Im anderen Falle (rechts) müssen zu den 16 echten Pixeln 48 "unechte" Pixel erfunden (interpoliert) werden! Bildbearbeitung 1.doc Seite 6