Tiroler Fachberufsschulen Warenspezifisches Verkaufspraktikum Schwerpunkt Telekommunikation Geschichte des Mobilfunks Gregor Jindra Geschichte des Mobilfunks Seite 1 von 6 09/2011
Inhaltsverzeichnis 1. Vorgeschichte... 3 2. A-Netz... 3 3. B-Netz... 4 4. C-Netz... 5 5. D-Netz... 6 6. E-Netz... 6 7. Bildergeschichte... 6 8. Quellen... 6 Geschichte des Mobilfunks Seite 2 von 6 09/2011
1. Vorgeschichte Die Geschichte des Handys begann, nicht wie vielleicht zu erwarten wäre in den USA, sondern in Deutschland. Bereits im Jahre 1918 unternahm die Deutsche Reichsbahn im Raum Berlin Versuche mit Funktelefongesprächen aus fahrenden Zügen. Im Jahre 1926 wurde dann auf der Strecke Berlin-Hamburg den Fahrgästen der ersten Klasse ein Funktelefondienst angeboten. Die Antennen im Zug bestanden aus auf den Wagendächern längs gespannten Drähten, als ortsfeste Sende- und Empfangsantennen dienten die entlang der Eisenbahnstrecken verlaufenden Telegrafenleitungen. In den 30er- und 40er Jahren wurden dann verschiedene Versuche im Mittelwellen- und Kurzwellenbereich durchgeführt. Das weltweit erste Mobilfunknetz gab es in den USA im Jahre 1946. Nach der Entwicklung der UKW-Technik in Deutschland nach dem Krieg wurden dann Anfang der 50er-Jahre in verschiedenen Regionen Deutschlands lokale Netze aufgebaut, wie der Hafen- oder Rhein-Funk oder der Stadtfunk-Dienst. 2. A-Netz Das erste richtige Mobilfunknetz in Deutschland war das 1958 von der Bundespost eingeführte A-Netz. Es war ein analoges Netz, das rein handvermittelt arbeitete. Die Gesprächsverbindung wird vom "Fräulein vom Amt" handvermittelt und muss abgebrochen werden, sobald man den Funkbereich einer Landfunkstelle verlässt. Im benachbarten Funkbereich kann das Gespräch dann wieder aufgenommen werden. Auslandsgespräche waren nicht möglich. Das A-Netz arbeitete im 150 MHz-Frequenzbereich.Durch die Kosten des Mobilfunks blieb das Telefonieren unterwegs ein Privileg der Wohlbetuchten und derer, die es beruflich nutzten, wie z.b. Politiker, Unternehmer und Angehörige bestimmter Berufsgruppen. Trotzdem war das A-Netz seinerzeit das größte flächendeckende Mobilfunknetz der Welt. Die Hardware war noch sehr klobig, sie basierte auf Röhrentechnik - es wurde noch der halbe Kofferraum benötigt. Die Kosten für ein Gerät lagen bei 8.000.- bis 15.000.- Mark. Autolefon aus den 50er Jahren Geschichte des Mobilfunks Seite 3 von 6 09/2011
Der monatliche Grundpreis betrug anfangs 66.- DM später 270.- DM. Hinzu kamen zusätzliche Gebühren für die Funkverkehrsbereiche. Die höchste Teilnehmerzahl lag knapp über 10.000. 1977 wurde der Betrieb endgültig eingestellt. 3. B-Netz 1972 ging das technisch wesentlich fortschrittlichere B-Netz in Betrieb. Hiermit war erstmals Selbstwählverkehr in beiden Richtungen möglich. Der Nachteil war allerdings, dass der Anrufer wissen musste, in welchem Vorwahlbereich sich der Mobilteilnehmer aufhielt (z.b. 0611-05-Rufnummer für einen Teilnehmer der sich im Bereich Frankfurt aufhielt). Zunächst gab es 16.000 Teilnehmer, nach Erweiterung der Funkkanäle waren dann bis zu 27.000 Teilnehmer im B-Netz. Es war sogar im begrenzten Rahmen Roaming möglich, in den Nachbarländern Österreich, Niederlande, Luxemburg. In Österreich gelang zum ersten Mal eine automatische Verbindung mit der Erfindung des so genannten "B-Netzes" im Jahr 1974, bei dem es jedoch nötig war, den genauen Aufenthaltsort des Teilnehmers zu kennen - von denen es sieben Jahre später rund 1000 gab - um diesen zu vermitteln. Der Frequenzbereich war auch hier im 150 MHz-Band Der monatliche Grundpreis betrug anfangs 270.- DM später 120.- DM Der Preis eines Autotelefons betrug ca. 12.000.- DM Ende 1994 ging das B-Netz außer Betrieb. Geschichte des Mobilfunks Seite 4 von 6 09/2011
4. C-Netz Warenspezifisches Verkaufspraktikum Schwerpunkt Telekommunikation Das C-Netz startete in Deutschland 1985, in Österreich schon im November 1984. Hiermit war man erstmals im ganzen Bundesgebiet unter einer Rufnummer erreichbar, ohne Regionsvorwahl. Gleichzeitig wurden in anderen Ländern ähnliche Systeme eingeführt, die aber meist nicht kompatibel waren. Der Hauptunterschied zum bisherigen B-Netz war, dass es sich um ein zellulares System handelt. Durch die Vielzahl von Basisstationen waren geringere Sendeleistungen erforderlich, dies bedeutete geringeren Stromverbrauch, weniger erforderliche Akkukapazität und somit kleinere Geräte. Außer den festeingebauten Autotelefonen gab es auch bald tragbare Geräte (das erste kam 1987 von Siemens), etwa in der Größe eines Kofferradios und schließlich sogar Handys. Endlich konnten auch Datenverbindungen über DATEX und Faxverbindungen hergestellt werden, allerdings nur mit einer geringen Datenübertragungsrate von 2400 bit/s. Der Frequenzbereich war im 450 MHz-Band. Die maximale Teilnehmerzahl Mitte 1993 betrug 803.000 in Deutschland. Der Monatsgrundpreis betrug anfangs 120.- später 19.- DM Das C-Netz wurde in Deutschland zum Jahresende 2000 abgeschaltet. Motorola brachte im Jahre 1983 das erste Mobiltelefon auf den Markt Trotz seiner sperrigen Ausmaße, seines Gewichts, seiner geringen Gesprächsdauer von einer Stunde und des hohen Preises von 3.995 Dollar hatte Motorola bereits 1984 rund 300.000 Stück des Mobiltelefons abgesetzt. Die Entwicklung des Systems ging auf den Direktor von Motorolas Abteilung für Industriedesign, RUDY KROLOPP, zurück. Er konzipierte und gestaltete mit dem DynaTAC 8000X das weltweit erste kommerzielle Mobiltelefon. Das System basierte laut Motorola auf Technologien, die für die Raumfahrt entwickelt wurden. Für die zivile Anwendung hatte der Konzern insgesamt 15 Jahre Forschung und 100 Mio. Dollar investiert. Geschichte des Mobilfunks Seite 5 von 6 09/2011
5. D-Netz In Deutschland startete GSM (siehe Unterlagen GSM) mit dem D-Netz. Mit dem D-Netz gab es zum ersten Mal im deutschen Telekommunikationsmarkt Konkurrenz, da zwei Anbieter - die Deutsche Telekom und Mannesmann-mobil zeitgleich mit zwei parallelen Netzen, D1 und D2 in Betrieb gingen. Nach einer etwa 1-jährigen Versuchsfase starte der Betrieb Mitte 1992. In Österreich startete die GSM-Technik im Dezember 1993 unter der Bezeichnung E-Netz Anfangs waren die Netzkapazitäten für jeweils 4 Millionen Teilnehmer geplant, nach mehrfachem Ausbau der Kapazitäten waren Ende 2001 jeweils rund 22 Millionen Teilnehmer in den beiden D-Netzen. 6. E-Netz 1994 wurde die Lizenz für ein weiteres Netz in Deutschland erteilt, dessen Technik auf dem GSM-Standard basierte, allerdings im Frequenzbereich 1800 Mhz arbeitete. 7. Bildergeschichte http://www.focus.de/digital/handy/handygeschichte_did_12098.html 8. Quellen www.handy-seiten.de www.geschichte-oesterreich.com/erfindungen/handy.html http://www.flensburg-online.de/telefon-internet/handy-geschichte.html Geschichte des Mobilfunks Seite 6 von 6 09/2011