Forum II IKEK Ranstadt Dorfentwicklung in unserer Gemeinde Fachinput Städtebau - Leerstand 17. Januar 2014 Dipl. Ing. Bauass. Marita Striewe Hennteichstraße 13, 63743 Aschaffenburg
Vom Nutzen, gemeinsam über die Zukunft von Grund und Boden zu sprechen
Die Oma hatten sie vor drei Wochen beerdigt. Noch im letzten Jahr hatte sie bei den Vorbereitungenzum Beulches-Essen mitgemacht, obwohl ihr selbst schon eine Portion zu groß geworden war. Felix ist immer noch traurig, aber er freut sich auch, dass er, seine Mutter und sein Onkel schon vorher vereinbart hatten, dass er Omas Haus und Grundstück günstig bekommen kann, wenn er zusammen mit Lisa und dem in ein paar Jahren geplanten Nachwuchs dort leben will. Natürlich muss um- und vielleicht auch angebaut werden und die Sanierung ist unumgänglich, wenn die Heizkosten nicht zum Fenster raus fliegen sollen. Aber sie können erst noch in ihrer Mietwohnungbleiben, nach der Arbeit können sie planen und organisieren und zwei seiner Freunde haben zugesagt, zu helfen, wenn die Arbeit losgeht, die man auch in Eigenhilfe machen kann. Und da es ja für energetische und barrierefreie Sanierungen günstige Kredite gibt, sollte sich das junge Paar auf diese Weise das eigene Zuhause leisten können.
Leerstand Variante 1 Das Projekt: Ein Familienmitglied will das/die Gebäude modernisieren und weiter nutzen Das Problem: Einkommen und Vermögen reichen nicht aus Lösungsbeitrag des Veräußerers: Die Erben geben das Haus an das Familienmitglied günstig weiter Lösungsbeitrag der Gemeinde: entfällt Lösungsbeitrag von Dritten: Fördermittel werden genutzt Leerstand abgewendet
Leerstand Variante 2 Das Projekt: Jemand anders will das/die Gebäude modernisieren und weiter nutzen Das Problem: Kosten und Nutzen driften auseinander, d.h. die Wirtschaftlichkeit steht in Frage Lösungsbeitrag des Veräußerers: Ein realistischer Grundstückswert wird ermittelt Lösungsbeitrag der Gemeinde: entfällt Lösungsbeitrag von Dritten: Fördermittel werden genutzt Leerstand abgewendet
Leerstand Variante 3 Das Projekt: Jemand anders will das/die Gebäude modernisieren und weiter nutzen Das Problem: Grundstück und Gebäude sind zu klein für Wohnen, Garten, Parken etc. Lösungsbeitrag des Veräußerers: Bereitschaft, sich mit einem Nachbarn zusammenzutun, ein realistischer Grundstückswert wird ermittelt Lösungsbeitrag der Gemeinde: Koordination und Unterstützung bei der "gemeinsamen Sache" der Nachbarn Lösungsbeitrag von Dritten: Das Nachbargrundstück wird in die Verhandlungen einbezogen, Fördermittel werden genutzt Leerstand abgewendet
Zeichenerklärung öffentliche Gebäude leerstehende Gebäude
Leerstand Gebäudeleerstand - Nachteil des Eigentümers! Kein Nutzen Keine Einnahmen Leerstand
Vermehrter Leerstand - vermehrte Nachteile! die städtebauliche Optik leidet die Grundstückswerte sinken die Auslastung der Infrastruktur sinkt die Kosten der Infrastruktur werden auf weniger Nutzer verteilt der Wohnort verliert an Attraktivität
Drohender Leerstand Die im Vortrag verwendete Karte wird aus Gründen des Datenschutzes nicht veröffentlicht. Entnommen wurde die Darstellung einer Momentaufnahme im Jahr 2014: Leerstand an Gebäuden Haushalte mit Singles über 75 Die Aussage: Haushalte mit Singles über 75 leben in etwa 25% der Wohnhäuser in Ranstadt
Was hilft, Leerstand abzuwenden? Wissen und Handeln: Überblick verschaffen Datenbank anlegen Verkaufsportal im Internet Gezielte Werbung Kaufprämien ausloben Weiche Standortfaktoren verbessern Gespräch und Koordination
Wer hilft, den Leerstand abzuwenden? Käufer oder auch Investoren die eben schon beschrieben wurden die bereit sind zu investieren, aber auch Wirtschaftlichkeit anstreben mit dichterem Wohnen zu aktuellen Mietpreisen oder marktfähigem Gewerbe, das in der Nachbarschaft neu auftritt.
Variante 4 Das Projekt: Jemand will das/die Gebäude abreißen und mehrere neue Wohnungen bauen Das Problem: Das städtebauliche Gefüge wird durch ein Mehr an Wohnungen verändert Lösungsbeitrag des Veräußerers: Ein realistischer Grundstückswert wird ermittelt Lösungsbeitrag der Gemeinde: Fachbeitrag wird erarbeitet "Wo im Dorf sind mehr Wohnungen als bisher zuträglich", ggf. Festlegung durch Planungsrecht Lösungsbeitrag von Dritten: Potentielle Nutzer zeigen Interesse, Fördermittel werden genutzt
Variante 5 Das Projekt: Jemand will das/die Gebäude abreissen und ein gewerbliches Projekt errichten Das Problem: Das städtebauliche Gefüge wird durch Gewerbe im Wohngebiet verändert Lösungsbeitrag des Veräußerers: Ein realistischer Grundstückswert wird ermittelt Lösungsbeitrag der Gemeinde: Fachbeitrag wird erarbeitet "Welche Arten von Gewerbe vertragen sich mit den Wohngebieten", ggf. Festlegung durch Planungsrecht Lösungsbeitrag von Dritten: Potentielle Nutzer zeigen Interesse, Fördermittel werden genutzt
Welche Alternativen gibt es noch? Die örtliche Gemeinschaft oder die Gemeinde könnte einspringen um das Baugebiet sinnvoll zu ergänzen um Verträglichkeit zu sichern um gemeinschaftliche Nutzungen zu koordinieren für Grün, Lagern, Wohnen, Arbeiten
Variante 6 Das Projekt: Die örtliche Gemeinschaft bekommt öffentliche Grünfläche und Parkplätze Das Problem: Begünstigungen können Unmut auslösen Lösungsbeitrag des Veräußerers: Ein realistischer Grundstückswert wird ermittelt Lösungsbeitrag der Gemeinde: Sie ermittelt entsprechenden Bedarf und wird Trägerin des Projektes Lösungsbeitrag von Dritten: Fördermittel werden genutzt
Variante 7 Das Projekt: Die örtliche Gemeinschaft bekommt Stellplätze und Holzlager zum privaten Gebrauch Das Problem: Das Grundstück braucht einen Träger, der Bewirtschaftung und Vermietung erledigt Lösungsbeitrag des Veräußerers: Ein realistischer Grundstückswert wird ermittelt Lösungsbeitrag der Gemeinde: Sie ermittelt entsprechenden Bedarf und koordiniert entsprechende Gespräche bis sich ein Träger gefunden hat Lösungsbeitrag von Dritten: Potentielle Nutzer zeigen Interesse, Fördermittel werden genutzt
Variante 8 Das Projekt: Das Gebäude wird für gemeinschaftliches Wohnen hergerichtet Das Problem: Grundstück und Gebäude brauchen einen Träger, der Bewirtschaftung und Vermietung erledigt Lösungsbeitrag des Veräußerers: Ein realistischer Grundstückswert wird ermittelt Lösungsbeitrag der Gemeinde: Sie ermittelt entsprechenden Bedarf und koordiniert entsprechende Gespräche bis sich ein Träger gefunden hat Lösungsbeitrag von Dritten: Potentielle Nutzer zeigen Interesse, Fördermittel werden genutzt
Variante 9 Das Projekt: Das Gebäude wird als Büroraum für mehrere Einzel-/Kleinunternehmer hergerichtet Das Problem: Grundstück und Gebäude brauchen einen Träger, der Bewirtschaftung und Vermietung erledigt Lösungsbeitrag des Veräußerers: Ein realistischer Grundstückswert wird ermittelt Lösungsbeitrag der Gemeinde: Sie ermittelt entsprechenden Bedarf und koordiniert entsprechende Gespräche bis sich ein Träger gefunden hat Lösungsbeitrag von Dritten: Potentielle Nutzer zeigen Interesse, Fördermittel werden genutzt
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