S t. A n n a S c h u l v e r b u n d
Bildung & Erziehung viele Fragen Schule und Bildung sind mehr und mehr in das Blickfeld der gesellschaftlichen Diskussion geraten. Die überragende Bedeutung von Bildung und Erziehung der Jugend für die Zukunft unseres Gemeinwesens ist heute unbestritten. Musik im Freien In einer Umgebung, die sich zunehmend unabhängig von den Werten der christlich-abendländischen Tradition sieht, fragen aber viele Menschen, wie die Werte und Erfahrungen, die unsere Gesellschaft immer wieder in Demokratie und Freiheit ermöglicht haben, an die nächsten Generationen weitergegeben werden können. Eine Wirklichkeit... 1977 gründeten Mitglieder der Katholischen Integrierten Gemeinde den Schulverein Integrierte Gemeinde e.v. Die Mitglieder der Gemeinde reagierten damals auf einen akuten Schulnotstand im Süden Münchens und auf die Anfragen vieler Eltern, die für ihre Kinder Schulen mit Ganztagesbetreuung, Erziehung und Bildung aus den Erfahrungen des Glaubens und nach den Maßstäben des biblischen Menschen- und Weltbildes suchten. Im selben Jahr eröffnete der Schulverein in München-Solln das Günter-Stöhr-Gymnasium als Schule mit Tagesheim. Später wurde der Schulverbund durch die Reinhard-Wallbrecher-Schule als Volksschule, die Hans-Hofer-Realschule und die Günther-Krasnitzky-Grundschule in Walchensee erweitert. Diese Schulen in privater Trägerschaft sind staatlich anerkannt und führen zu den staatlichen Abschlüssen. Sie werden ausschließlich durch staatliche Zuschüsse, Schulgeld und private Spenden finanziert. Seit fünfundzwanzig Jahren ist so ein Weg erprobt geworden, wie die Weitergabe von Wissen und Werten gelingen kann. 2
A u s P r i v a t e r I n i t i a t i v e Die Katholische Integrierte Gemeinde Die Schulen sind auf Initiative der Katholischen Integrierten Gemeinde entstanden. Die Erfahrungen dieser Gemeinde in den Bereichen der Theologie, der Wirtschaft, der Medizin und besonders der Erziehung bilden die Grundlagen der pädagogischen Arbeit dieser Schulen bis heute. Die Schulen tragen die Namen verstorbener Gemeindemitglieder, die als Wissenschaftler, Studenten, Pädagogen und Priester ihr Leben und ihre Leidenschaft dafür eingesetzt haben. Die meisten Lehrer und Erzieher gehören als Mitglieder zur Gemeinde oder wissen sich ihr freundschaftlich verbunden. Schüler, Freunde und Eltern musizieren bei einem Benefizkonzert für Tansania Die Katholische Integrierte Gemeinde ist eine Personalgemeinde innerhalb der katholischen Kirche. Kirchenrechtlich ist sie eine Apostolische Gemeinschaft. Integrierte Gemeinden, die von den jeweiligen Bischöfen errichtet und anerkannt sind, gibt es in den Bistümern München und Freising, Augsburg, Paderborn, Rottenburg-Stuttgart, Wien, Dar-es-Salaam und Morogoro (Tansania), Jerusalem, Rom und Frascati. St. Anna Schulverbund Fünfundzwanzig Jahre nach der Gründung hat sich der Schulverein Katholische Integrierte Gemeinde im Jahr 2002 einen neuen Namen und eine seiner Größe angemessene Rechtsform gegeben: St. Anna Schulverbund gemeinnützige Gesellschaft mbh auch um sein Profil als Träger von Schulen in der Tradition der Kirche deutlicher zu machen. Angeregt durch die Begegnung und Freundschaft mit den St. Anna Schwestern in Kochel am See sieht der Schulträger in der Figur der Heiligen Anna, der Mutter Mariens und Großmutter Jesu von Nazareth, sein Anliegen verkörpert: Schulen im katholischen Geist zu führen, in denen die Freude an der Welt geweckt und die Achtung vor der menschlichen Würde täglich eingeübt werden; Schulen, die Kinder und Jugendliche optimal fördern und zum Lernen herausfordern; Schulen, die von Lehrern und Erziehern gestaltet werden, die wissen, dass sie diesen Weg nur gemeinsam mit den Eltern gehen und auf die Ressourcen der fast viertausendjährigen Geschichte der biblischen Offenbarung zurückgreifen können. Lehrer und Schüler im Tagungshaus der Integrierten Gemeinde in Urfeld S t. A n n a S c h u l v e r b u n d 3
Heilsames Wissen auf Klassenfahrt in New York Für Hunderte von Schülern sind die Schulen des St. Anna Schulverbunds inzwischen zu einem Ort geworden, wo sie in Frieden lernen und sich entwickeln konnten. Die gesammelten gemeinsamen Erfahrungen der Lehrer und Erzieher, ihr eigenes beständiges Lernen und ihre gemeinsame Ausrichtung an den Erfahrungen der Glaubensgeschichte Israels und der Kirche lassen Möglichkeiten entstehen, die weit über die pädagogischen Fähigkeiten der einzelnen hinausgehen. So eröffnen sich für manche Kinder oft überraschende Wege, die in ihrer bisherigen Schulbiographie nicht in den Blick kamen. Die nüchterne Sicht der Bibel, die jeden Menschen als einzigartig versteht, erweist sich meist als umfassender und zutreffender als die gängigen Einteilungen. So gibt es an den Schulen schwache und starke, behinderte und nicht-behinderte Kinder; sie üben ein selbstverständliches Miteinander und Füreinander ein. Mit entsprechenden Einrichtungen und Ärzten arbeiten die Schulen eng zusammen, ebenso wie mit staatlichen und privaten Nachbarschulen. Schülerbild für den Wettbewerb Mein Baum im Land der Bibel Gemeinsam die Spielzeit gestalten 4
E r f a h r u n g e n w e r d e n n e u w i r k s a m Freude am Lernen finden Besonders die noch kleinen Jungen und Mädchen der Grundschule dürfen behütet heranwachsen, im Vertrauen auf die Pädagogen Freude am Lernen finden und die Welt entdecken. Zusammen mit ihren älteren Schulkameraden lernen sie, Verantwortung zu übernehmen, die Schwächen und Nöte ihrer Mitschüler nicht auszunützen, sondern bei aufkommenden Konflikten gemeinsam nach Lösungen und Wegen zu suchen. Die enge Zusammenarbeit von Lehrern und Erziehern, von Vormittagsschule und Tagesheim am Nachmittag bietet dafür den nötigen Rahmen. Gemeinsame Projekte und Unternehmngungen Die älteren Schüler der Hauptschule, der Realschule und des Gymnasiums finden in der Schule den Raum, in dem sie wahrgenommen und ernst genommen werden. Sie begegnen Menschen, die ihr gemeinsames Leben gläubig zu gestalten suchen, und können sich mit ihnen und den Aussagen des Glaubens auseinandersetzen. Das gemeinsame Mittagessen, das frisch in der eigenen Schulküche zubereitet wird, bietet die Gelegenheit, sich in einer befriedeten und oft auch festlichen Atmosphäre zu begegnen. Die Lernzeit, je nach Altersstufe gestaltet, wird von einem erfahrenen und qualifizierten Pädagogen begleitet, der engen Kontakt zu den verantwortlichen Lehrern hält und mit ihnen die Klasse führt. Die Schulen des St. Anna Schulverbunds können so in einer zeitgemäßen Form den Erfahrungs- und Wissensschatz der Glaubensgeschichte an die kommende Generation weitergeben und auf diese Weise einen Beitrag zur Gestaltung einer humanen Gesellschaft leisten. Einzelunterricht und Unterricht in kleinen Klassen Hauswirtschaft S t. A n n a S c h u l v e r b u n d 5
Die Schülerinnen und Schüler Von Anfang an war es das Anliegen des Schulträgers, dass Schüler aus allen gesellschaftlichen Schichten diese Schulen besuchen können. Ausblick in den Park der Villa Eggenberg Im Schuljahr 2002/2003 besuchten fast 600 Jungen und Mädchen diese Schulen. Gemeinsam ist ihnen, daß ihre Eltern unabhängig von der eigenen Konfession das Grundanliegen der Schulen ausdrücklich teilen. Städte und Landkreise fördern Schüler, die auf Grund ihrer Entwicklung oder familiärer Umstände auf besondere Unterstützung angewiesen sind. Da die besonderen Möglichkeiten der Schulen des St. Anna Schulverbunds anerkannt sind, bekommt rund ein Sechstel der Schüler das Schulgeld ganz oder teilweise ersetzt. Der St. Anna Schulverbund möchte nach weiteren Wegen suchen, auch solchen Schülern den Besuch seiner Schulen zu ermöglichen, deren Eltern dies wünschen, aber aus wirtschaftlichen Gründen dazu nicht in der Lage sind. Da Erziehung und Bildung kostspielige Unternehmungen sind, die Möglichkeiten der meisten Eltern aber begrenzt sind, ist die Frage der Finanzierung der Schulen immer drängender: Die Stiftung St. Anna Schulverbund ist eine Antwort auf diese Situation. Sie finanziert über Stipendien Freiplätze oder Schulgeldermäßigungen für bestimmte Schülerinnen und Schüler oder ermöglicht die Finanzierung von außerplanmäßigen Anschaffungen der Schulen. Villa Eggenberg ein neues Schulhaus Im Jahr 2002 konnte ein großes Anwesen 15 km südlich vom jetzigen Schulstandort gefunden werden, in dem das Günter-Stöhr-Gymnasium mit Tagesheim Platz findet die Villa Eggenberg in Icking-Irschenhausen. Das Gymnasium ist seit September 2003 dort untergebracht. Dadurch ist es möglich, dass ab Schuljahr 2003/ 2004 auch die anderen Schulen ihre eigenen Schulhäuser haben: Die Reinhard-Wallbrecher-Schule in der Wolfratshauser Straße in München-Solln, die Hans-Hofer-Realschule in München-Warnberg und die Günther-Krasnitzky-Schule in Walchensee. 6
n e u e m ö g l i c h k e i t e n e n t s t e h e n Der Ausblick: Ein katholisches Internat Immer wieder fragen auch Eltern außerhalb des Einzugsbereichs Münchens nach der Möglichkeit, ihren Kindern den Besuch einer der Schulen des St. Anna Schulverbunds zu ermöglichen. Viele, die ihren Kindern den Glauben der Kirche weitergeben möchten, sehen sich heute zunehmend mit gesellschaftlichen Gegenkräften konfrontiert. Der St. Anna Schulverbund möchte in den nächsten Jahren ein katholisches Internat aufbauen. Lehrer und Erzieher des St. Anna Schulverbunds, die an dieser Unternehmung beteiligt sind, konnten über viele Jahre hinweg in den Schulen des Schulverbunds und durch das Mitleben im Verbund Integrierter Gemeinden viele Erfahrungen sammeln, die die Voraussetzungen für dieses Vorhaben schaffen. Die Weitergabe des Glaubens kann sich deswegen nicht auf bestimmte Formen oder Lehren beschränken, obwohl diese wichtig sind und geachtet werden. Das katholische Internat versteht sich als eine Einladung an heranwachsende Kinder und Jugendliche, an einer Erfahrung teilzunehmen, welche die Pädagogen selber machen dürfen: Ein Bild von Stefan Sczcesny für das neue Schulgebäude Villa Eggenberg Auch in unserer Zeit gibt es einen Weg, den Weisungen Gottes gemäß zu leben; er eröffnet einen Zugang zur Welt, die von jeder Generation neu entdeckt und gestaltet werden muss. Die Kirche ist der Ort, an dem dieses vernünftige, den Menschen und Dingen entsprechende Leben im Miteinander möglich wird. Das katholische Internat möchte so die Intention der Schulgründer in einer erweiterten Form aufgreifen. In der Villa Eggenberg wird dies zusammen mit der bestehenden Tagesheimschule möglich sein. In der Aula des Gymnasiums S t. A n n a S c h u l v e r b u n d 7
Günter-Stöhr-Gymnasium Villa Eggenberg, Zeller Weg 27 82057 Icking- Irschenhausen Tel.: (081 78) 90 94-0 Fax: (081 78) 90 94-22 www.guenter-stoehr-gymnasium.de Hans-Hofer-Realschule Warnbergstraße 1 81479 München Tel.: (089) 74 91 50-0 Fax: (089) 74 91 50-22 www.hans-hofer-realschule.de Reinhard-Wallbrecher-Schule Wolfratshauser Straße 214 81479 München Tel.: (089) 74 98 31-0 Fax: (089) 74 98 31-33 www.reinhard-wallbrecher-schule.de Günther-Krasnitzky-Schule Kastanienallee 1 82432 Walchensee Tel.: (088 58) 385 Fax: (088 58) 94 41 www.guenther-krasnitzky-schule.de S t. A n n a S c h u l v e r b u n d