SSV Philippsburg Einstieg ins Bogenschießen Mit dieser Einleitung kannst du dir alles aneignen, was man über das Bogenschießen wissen sollte.
Einstieg ins Bogenschießen Index: 1 Index.1 2 Einführung 3 3 Die Geschichte des Bogensports..4 4 Die Bogenarten.5 4.1 Langbogen. 5 4.2 Recurve...5 4.3 Compund....6 4.4 Bowhunter..6 4.5 Weiter Bogenarten.7 4.6 Welcher Bogen für mich?...7 5 Die 7 Schritte zum Bogenschießen...8 5.1 Stand, Stellung und Haltung...9 5.2 Bogenhand, Bogenarm und Schulter... 10 5.3 Zughand und Zugarm....11 5.4 Konzentration und Atmung...12 5.5 Verankerung 13 5.6 Visieren und Lösen....14 5.7 Analyse des Schusses..15 5.8 Ablauf des Schusses.15 6 Tuning.16 6.1 Bogen.16 6.2 Pfeil 18 6.2.1 Identisch 18 6.2.2 Pfeillänge...18 6.2.3 Spine 19 6.2.4 Befiederung, Spitzen und Nocken..19 6.3 Sehne. 19 6.3.1 Dacronsehne..19 6.3.2 Spectrasehne.. 20 6.3.3 Dyneemasehne.. 20 6.3.4 Kevlarsehne... 20 1
6.4 Visiere 21 6.4.1 Lochvisier 21 6.4.2 Stachelvisier..21 6.4.3 Vergößerungsvisier 21 6.5 Der Schütze.22 7 Ist der Bogen eine Waffe?.23 7.1 Aus der Sicht eines Menschen 23 7.2 Rechtlich gesehen..23 7.3 Fazit.24 7 Vermeidung von Unfällen..24 2
2. Einführung Die Anleitung ist für alle Anfänger/innen, die Spaß und Interesse am Bogenschießen haben, doch für bessere Ergebnisse sollte man immer noch einen Partner haben, der den Schussablauf kontrolliert und somit Fehler erkennt. Anfänger sollten sich nicht sofort einen Bogen kaufen, sondern erst mit den Bögen schießen, die der Verein zur Verfügung stellt. Ist man sich dann sicher, dass der Sport das ist, was man will, kann man sich bei vielen Händlern beraten lassen und die Ausrüstung kaufen. Diese Einleitung wird euch nicht nur zeigen, wie ihr richtig schießt, sondern auch die Ausrüstungen näher erläutern, wie zum Beispiel die Visiere oder die verschiedenen Sehnen. Noch ein Tipp: Die billigen Sachen reizen zwar, jedoch sind diese nicht so gut geeignet, da sie oft nicht so gut funktionieren oder eine geringe Lebenszeit haben. Wer billig einkauft, wird sich später wahrscheinlich alles noch einmal kaufen müssen. 3
3. Die Geschichte des Bogensports Das Schießen mit Pfeil und Bogen hat wohl wie kaum eine andere Sportart eine jahrtausendalte Tradition. Die ersten Darstellungen der Verwendung des Bogens als Jagdwaffe finden sich in prähistorischen Felsenzeichnungen in Spanien und in der Sahara. Sie werden von den Archäologen auf ca. 50.000 v. Chr. datiert. Als Jagd- und Kriegsgerät war der Bogen über die Jahrtausende hinweg das wichtigste Nutzinstrument in den verschiedenen Kulturen. Er hat sich bei den meisten Naturvölkern bis heute in seiner ursprünglichen Form erhalten. Nach der Erfindung des Schießpulvers blieb der Bogen manchen Völkern weiter als Sportgerät in Verwendung. Anfang des 20. Jahrhunderts setzte sich das Schießen mit Pfeil und Bogen als Sportdisziplin immer mehr durch. Seit 1972 ist das Bogenschießen wieder fixer Bestandteil der Sommerolympiade. Das Bogenschießen als Sport wird in den letzten Jahren immer populärer. In den USA gibt es derzeit ca. 10 Millionen Bogenschützen. Der Internationale Trend geht dabei in zwei Richtungen, zum einen zum technischen Compound Bogen und zum anderen zum archaischen Schießen mit dem einfachen Langbogen. Derzeit noch am häufigsten in Gebrauch ist der Recurvebogen. 4
4. Die Bogenarten 4.1 Langbogen Der Langbogen ist der traditionellste Bogen, er besteht aus Holz und zum Teil aus Glasfasern Traditionell werden Holzpfeile mit (oft) echten Federn geschossen. Dieser Bogen wird instinktiv, also ohne Visier oder andere Hilfsmittel geschossen 4.2 Recurve Der Recurvebogen zählt zu den beliebtesten Bögen. Sein Name Recurve kommt vom Englischen zurückgebogen Und bezieht sich auf die gebogenen Wurfarmenden Diese ermöglichen eine höhere Energieabgabe Beim Schuss (Vergleich zum Langbogen). Der Recurvebogen ist der einzige bei den olympischen Spielen zugelassene Bogen 5
4.3 Compound Der Compoundbogen ist der modernste Bogen. Durch Rollen und eine Übersetzung mit Kabeln erlaubt Er eine noch größere Energieausbeute (Vergleich zum Recurvebogen). An diesen Bögen sind nicht nur Visiere und Stabilisatoren, sondern Auch weitere Zubehöre, wie zum Beispiel eine Lupe zum Vergrößern des Zielen, oder eine Wasserwaage zum ausgleichen des Gleichgewichtes erlaubt. Der Bogen wird nicht mit der Hand, sondern mit einem Release, einem speziellen Zubehör, ausgelöst. Alle diese Hilfsmittel ermöglichen erfahrenen Schützen eine große Genauigkeit. 4.4 Bowhunter Der Bowhunter ist eine kleinere Version des Recurvebogens, jedoch wird dieser blank, also wie der Langbogen ohne Hilfsmittel (wie zum Beispiel Visiere) geschossen. 6
4.5 Weitere Bogenarten Es gibt noch weitere Bogenarten, jedoch werde ich sie nicht genauer erläutern. So z.b.: der Mongolische oder Ungarische Bogen oder der Asiatische Bogen, mit dem im mediativen Kyudo Stil geschossen wird (Siehe Bild links) 4.6 Welcher Bogen für mich? Die Wahl des Bogens ist eine sehr persönliche Entscheidung. Die einen wissen gleich, welche Bogenart für sie geeignet ist, jedoch müssen viele Schützen erst einmal alle Typen ausprobieren. Das Wichtige dabei ist: Nichts überstürzen! Es gibt keine bessere oder schlechtere Art des Bogenschießens, sie sind nur anders. 7
5. Die 7 Schritte zum Bogenschießen 1. Stand 2. Bogenarm 3. Zugarm 4. Konzentration 5. Verankerung 6. Visieren 7. Schuss - Analyse Fussstellung Beine Hüfte Oberkörper Kopf Bogenhand Druckpunkt Ellbogen Arm Schulter Fassen Fingerposition Vorspannen Alles OK Ziel Vorvisieren Atmung Aktionsphase Position am Kinn Mund Sehnenkontakt Ellbogen Zug in den Rücken Beginn Sehnenschatten Ins Ziel halten Lösen Nachvisieren OK gut: wiederholen Schlecht: vergessen Sich entspannen 8
5.1 Stand, Stellung, Haltung -Der Fußabstand sollte im Idealfall ca. Schulterbreite sein. -Die Füße sind Parallel zu einander, oder leicht angewinkelt. -Der Schütze steht in einem 90 Winkel Zur Scheibe. (Ein offener Stand (30-40 ) empfiehlt sich, wenn die Sehne beim Lösen am Vorderarm anschlägt). -Die Schießlinie muss zwischen den Füßen liegen. -Der Körper beschreibt eine T-Stellung. -Die Gewichtsverteilung erfolgt auf Fußballen und Fersen. -Die Beine sind locker. -Die Hüfte ist gerad, senkrecht und ohne eine Durchbiegung zur oder von der Scheibe weg. -Der Oberkörper ist aufrecht. -Der Kopf blickt stolz und unbeweglich zur Scheibe Demonstration: Schießrichtung 9
5.2 Bogenhand, Bogenarm und Schulter -Die Bogenhand und der Bogenarm bilden ein Y. -In dieser Stellung legt man die Hand an das Griffstück. -Der Druckpunkt liegt auf dem Handballen. -Die Finger sind locker und entspannt. -Der Ellbogen wird ausgedreht. -Der Arm ist fast gestreckt und locker. -Die Schulter wird tief gehalten. Demonstration: 10
5.3 Zughand und Zugarm -Der Pfeil wird unterhalb des Nockpunktes eingenockt. -Die Sehne wird mit 3 Fingern so gefasst, sodass sie im vordersten Gelenk der Finger liegt. Der Zeigefinger liegt oberhalb des Nockpunktes, und Mittel- und Ringfinger darunter. -Der Pfeil darf nicht eingeklemmt sein. -Die Sehne wird langsam gespannt. -Die Zughand ist gestreckt und liegt in einer Linie zum Unterarm, (Zughand nicht einknicken lassen). Demonstration: 11
5.4 Konzentration und Atmung -Die Konzentration ist auf den kommenden Schuss gerichtet. -Das Ziel bewusst machen. -Vorvisieren. -Tief einatmen. -Bogen spannen und Ankern. -Beim Ziehen leicht ausatmen. -Atem anhalten und schießen. 12
5.5 Verankerung -Zughand unter Kinn positionieren. -Guter Kontakt am Kinn und Hals. -Die Sehne wird in der Mitte des Kinns, oder leicht seitlich, angelegt. -Bei langem Auszug, oder kurzem Vorderarm, ist es besser seitlich zu ankern. -Der Zugarm bildet eine Linie mit dem Pfeil. -Zug in den Rücken verstärken, sodass die Schulterblätter zusammengedrückt werden, der Ellenbogen geht nach hinten. -Spannung ständig erhöhen. Das ist nur ein Beispiel, für einen allgemeinen Ankerpunkt, jeder Schütze sollte Sich einen Ankerpunkt suchen, der für ihn am besten ist. Demonstration: 13
5.6 Visieren und Lösen -Nach dem Ankern beginnt das visieren. -Danach solltest du die Sehne nur noch als Schatten wahrnehmen, diesen stimmst du mit dem Bogenfenster (siehe Abbildung) überein. -Mit dem Visierpunkt (Pfeilspitze/Bogenfenster/ ) ins Ziel gehen. -Zug in den Rücken, und damit die Spannung, laufend erhöhen. -Finger der Zughand entspannen, Sehne wird gelöst. -Nach dem Lösen Körperspannung aufrechterhalten. -In Abschussstellung verharren, bis der Pfeil das Ziel trifft. Demonstration: 14
5.7 Analyse des Schusses -Beim Verharren in der Abschussposition beobachten, welche Bewegung der Bogen macht. -Stellung der Zughand und des Zugarms analysieren. -Fehler merken und beim nächsten Schuss vermeiden. -Geistig richtigen Ablauf durchführen. -Entspannen. -Durchatmen und auf nächsten Schuss vorbereiten. -Nur auf Bewegungsablauf konzentrieren. 5.8 Ablauf des Schusses 15
6. Tuning Erst wenn der Schütze, der Bogen und die Pfeile zueinander passen, kann ein Optimales Schiessresultat erreicht werden. 6.1 Bogen Der Bogen muss zum Schützen hinsichtlich seiner Kraft und Grösse passen. Dazu spielen natürlich auch Geschmack und Qualitätsansprüche eine Rolle. Folgende Reihenfolge ist beim Bogentuning einzuhalten: 1. Bogenstärke Die Stärke des Bogens kann bei manchen Bögen eingestellt werden. Dieses als erstes vornehmen. Beim Compound ausserdem die Auszugslänge einstellen. 2. Tiller Der Tiller wird unten und oben gemessen. Der obere Tiller sollte ca. 2-3 mm höher eingestellt sein als der untere. 3. Kontrolle Sehne zentriert Die Sehne muss mittig über beide Wurfarme und die Bogenmitte laufen. Wenn dies nicht der Fall ist sind die Wurfarme entweder verdreht oder nicht richtig am Mittelstück befestigt. 4. Nockpunkt setzen Der Nockpunkt wird leicht überhöht gesetzt. Dies kann mit einem speziellen metallenen Nockpunkt oder mit einem Schnürchen geschehen. Wichtig ist, dass sich der Nockpunkt nicht bewegt. 5. Button (nur Recurve) Die Grundeinstellung (ca. 200 g) beim Button wird eingestellt. Beim richtigen Abstand Button zu Pfeilauflage sollte die Pfeilspitze etwas nach links von der Sehne zu sehen sein (Rechtshandbogen). Danach folgt das Feintuning des Buttons mittels Rohschaft-Test und Papier-Test. Das Tuning eines Bogens, insbesondere des Recurve Bogens ist sehr aufwändig. Details zu diesem Thema finden sich in den diversen Büchern, die speziell diesem Thema gewidmet sind. 16
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6.2 Pfeil Ein indianisches Sprichwort sagt: Jeder Ast eignet sich zum Bogen, aber ein paar gute Pfeile sind viel Arbeit. Die Zeiten, als man in den Wald ging um Pfeile herzustellen sind heute mehrheitlich vorbei. Trotzdem ist der passende Pfeil ein sehr wichtiger Bestandteil für einen guten Schuss und wird leider viel zu oft vernachlässigt. 6.2.1 Identisch Alle Pfeile müssen gleich sein! Gleiche Länge, gleiches Material, gleiches Gewicht, gleicher Spine, gleiche Spitze, gleiche Federn und gleiche Nocken! Um Verwechslungen auszuschliessen sehen die Pfeile Idealerweise auch farblich gleich aus! 6.2.2 Pfeillänge Ein Pfeil sollte immer so kurz sein wie möglich, aber so lang wie nötig. Am Anfang ist besonders wegen der Sicherheit darauf zu achten, dass der Pfeil nicht zu kurz ist. Ein zu kurzer Pfeil könnte beim Ausziehen des Schusses von der Pfeilauflage fallen und zu Verletzungen führen. Ein zu langer Pfeil hat mehr Gewicht und verlangsamt den Pfeilflug. Der Pfeil hat "weniger Kraft". Besonderes Augenmerk auf die Pfeillänge muss gerichtet werden, wenn Auszugshilfen (Klicker, Spiegel) benutzt werden. Ein guter Trick ist es, die Nock an den Hals zu halten und mit den Fingerspitzen zu versuchen, die Spitze zu berühren. Gelingt dies gerade so, dann ist der Pfeil ideal. 18
6.2.3 Spine Der Spine-Wert eines Pfeiles definiert die Elastizität des Pfeiles. Diese Elastizität hat einen Einfluss auf die Flugeigenschaft des Pfeiles. Nur ein optimaler Spine führt zu einem konstant gleichen Pfeilflug. Um den richtigen Spine-Wert für die eigenen Pfeile zu finden braucht man die Pfeillänge (Auszugslänge + Reserve), die Bogenart und die Pfundzahl des Bogens. Grundsätzlich muss ein stärkerer Bogen mit einem härteren Pfeil geschossen werden. Details zu Spinewerten entsprechend den verschiedenen Bogenarten findet man in Spine-Tabellen in Pfeilkatalogen. 6.2.4 Befiederung, Spitzen und Nocken Die Befiederung, Spitzen und Nocken müssen in Größe und Gewicht zum Pfeilschaft passen. Die Nocken außerdem zur Dicke der Bogensehne. Die Flugeigenschaft des Pfeils wird durch Federn und Spitzen beeinflusst. Die Farben der Befiederung und Nocken dienen einerseits dazu, dass man die Pfeile dem Schützen zuordnen kann, aber auch, dass man diese im Gelände einfacher findet. 6.3 Sehne Es gibt verschiedene Sehnenarten, doch nicht jede Sehne ist für jeden Bogen geeignet, deshalb sollte man (den Händler) fragen, um so Fehler zu vermeiden. Jede Sehne hat verschiedene Vorteile, der Schütze sollte deshalb die Sehne nehmen, die zu seinen Bedürfnissen passt. Doch das wichtigste ist: Die Sehne muss in der Länge mit dem Bogen übereinstimmen. 6.3.1 Dacronsehne Sie besteht aus PET und ist die leichteste Sehne, sie wird oft von Holzbögen verwendet. Sie zeichnet sich vor allem durch ihre Dehnbarkeit aus, jedoch kann sie den Pfeil Negativ beeinflussen. Aus diesem Grund wird sie oft von Holzbögen verwendet, da diese Die Ablenkung etwas korrigieren können. 19
6.3.2 Spectra Sie besteht aus Polyethylen und wird oft auch Fastflightsehne genannt. Die Sehne dehnt sich nur wenig und überträgt so mehr Energie auf den Pfeil, wodurch dieser schneller fliegt, daher auch der Name Fastflight (schneller Flug). Wurde die Sehne bereits einige Male benutzt (ca. 1000 Schüsse) so lenkt diese den Pfeil nicht mehr so stark ab. Solange keine Beschädigung vorliegt, hält eine Fastflightsehne ca. 10.000 Schüsse aus. 6.3.3 Dyneema Sie besteht aus HM-Polyethylen und wird auch oft Dynaflight genannt. Sie ist der Spectrasehne sehr ähnlich, die meisten Unterschiede sind nur Glaubenssache. Jedoch dehnt sich die Dyneemasehne nicht, und kann so noch mehr Energie auf den Pfeil übertragen. Jedoch sollte man beim Wachsen vorsichtig sein, denn ab 70 C beginnt die Sehne weich zu werden, und nach 120 C schmilzt sie. 6.3.4 Kevlar Kevlar ist ein sehr gutes Sehnenmaterial, welches leichter als Dacron ist. Es besteht aus LPC-Aramid und hat keine Dehnung und keine Lenkung. Allerdings sind reine Kevlarsehnen nicht mehr erhältlich, da sie oft brechen und So den Schützen verletzen. Heute sind sie nur noch in Mischung mit anderen Stoffen (z.b.: Vectran) erhältlich. 20
6.4 Visiere Visiere werden bei Recurve- und Compoundbögen verwendet, dabei unterscheidet man zwischen verschiedenen Visierarten. Im Folgenden werden die 3 bekanntesten Visiere erläutert 6.4.1 Lochvisier Das Lochvisier ist eine Scheibe mit einem (meist) runden Loch in der Mitte, dieses wird auf die Scheibe ausgerichtet. Die Entfernung wird über die vertikale Ausrichtung des Visieres angepasst. Es gibt mehrere Variationen des Lochvisieres, wie zum Beispiel mit runden oder eckigen Löchern, dabei muss jeder Schütze das Visier finden, das am besten zu ihm passt. 6.4.2 Stachelvisier Das Stachelvisier besteht aus mehreren dünnen Metallstäben mit einer kleinen farbigen Kugel an der Spitze, diese werden über Schrauben auf das Ziel ausgerichtet. Die Entfernung wird dann über Auswahl der Metallstäbe erreicht, so kann schnell zwischen den Entfernungen gewechselt werden, was das Visier ideal für die Bogenjagd macht. Sie werden bei Compundbögen eingesetzt. 6.4.3 Vergrößerungsvisier Das Scopevisier wird beim Compound verwendet, es ist aus einer Linse gebaut welche Das Ziel um das 2-3 fache Vergrößert. Meistens ist in der Sehne noch ein kleines Lochvisier angebracht, welches das Zielen vereinfacht. Dieses Visier ermöglicht dem Schützen sehr genau zu zielen. In den meisten Scopes ist zur Unterstützung des Zielens eine Wasserwaage eingebaut. 21
6.5 Der Schütze Der Schütze muss wissen, was er erreichen möchte, denn wenn der Schütze kein Ziel hat, kann er keine Top-Resultate erreichen. Jedoch sollte man es nicht übertreiben oder sich zu viel Druck machen, denn Bogenschießen soll Spaß machen! 22
7. Ist der Bogen eine Waffe? Jeder, der schon einmal einen Bogen in der Hand hatte, hat sich wahrscheinlich diese Frage gestellt. Ihr werdet sehen, die Antwort wird euch überraschen. 7.1 Aus der Sicht eines Menschen Sehen wir diese Situation aus Sicht eines normalen Menschen: Der Bogen ist ein Gerät, das früher im Krieg gedient hat, und in der Lage ist Lebewesen zu töten. Aus diesem Grund denken viele Menschen, dass der Bogen als Waffe gilt. Aber wartet mal die rechtliche Situation ab. 7.2 Rechtlich gesehen Doch nun betrachten wir die Situation mal rechtlich (Stand 2013): In Deutschland wird die rechtliche Situation durch das Waffengesetz (WaffG) geregelt. Entscheidend für die Beurteilung sind dabei die Paragraphen 1 und 2 WaffG sowie die dazugehörigen Anlagen. Die Anlage 1 zum WaffG (zu Paragraph 1 Absatz 4 WaffG) definiert in der Abschnitt 1, Unterabschnitt 2, Nummer 2 als den Schusswaffen gleichgestellt Gegenstände mit bei denen bestimmungsgemäß feste Körper gezielt verschossen werden, deren Antriebsenergie durch Muskelkraft eingebracht, was soweit auch den Bogen umfassen würde. Jedoch folgt dann die Einschränkung und durch eine Sperrvorrichtung gespeichert werden kann. Somit gilt die Nummer 1.2.2 der Anlage 1 zwar für Armbrüste, aber nicht für Bögen. Auch an keiner anderen Stelle der Anlage 1 wird der Bogen erwähnt oder eine entsprechende Definition für ihn verwendet. Eindeutig wird die Situation dann mit der Anlage 2 zum WaffG (zu Paragraph 2 Absatz 2 bis 4 WaffG). Die Waffenliste der Anlage 2 schließt in Abschnitt 3, Unterabschnitt 2, Nummer 2 Schusswaffen teilweise vom Gesetz aus bei denen feste Körper durch Muskelkraft ohne Möglichkeit der Speicherung der so eingebrachten Antriebsenergie durch eine Sperrvorrichtung angetrieben werden. (also auch Bögen). Dabei bezieht sich die teilweise Ausnahme auf Anscheinswaffen nach Paragraph 42a WaffG. Damit ist der Bogen keine Waffe nach den Paragraphen des WaffG. Der Bogen ist ein Sportgerät und ist damit nicht waffenscheinpflichtig und unterliegt auch nicht den Restriktionen des Waffengesetzes und der Waffenverordnung. Bogenjagd und Bogenfischen sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz verboten, in vielen anderen Ländern dagegen erlaubt. 23
7.3 Fazit Der Bogen ist also keine Waffe sondern ein Sportgerät, jedoch sollte man vorsichtig bei der Benutzung sein (Siehe: Vermeidung von Unfällen). Theoretisch dürfte man auch mit einem Bogen in einen Supermarkt gehen, da der Bogen ja nicht unter das Waffengesetz fällt. Erst wenn genau angegeben wird, dass Bögen verboten sind, darf man nicht mit seinem Bogen einkaufen gehen. 7. Vermeidung von Unfällen Bogenschießen kann sicher sein! Jedoch nur, wenn folgende Punkte beachtet werden: Schieße nur auf Materialien, die den Pfeil auch bremsen können Achte darauf, dass hinter dem Ziel kein harter Gegenstand ist Schieße nur, wenn keine Person/Tiere in der Schussbahn steht Darauf achten, dass niemand hinter dem Ziel steht Schieße nur in freiem Gelände Sorge dafür, dass in der näheren Umgebung keine Personen/Tiere stehen Schieße nicht auf Personen/Tiere Achte auf Anweisungen erfahrener Schützen Befolge die Anweisungen Benutze keine beschädigten Bögen Schieße nur mit Pfeilen, die keine Beschädigungen aufweisen Entsorge beschädigte Pfeile sofort Spanne deinen Bogen nie mit einer beschädigten Sehne Wenn diese Punkte befolgt werden, ist die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert gleich null (ca. 0,16 %.) Da einzige was passieren könnte wäre, dass das Visier zerspringt oder dass die Sehne reißt. Auch könnte der Bogen brechen, aber das kommt sehr, sehr selten vor (Wahrscheinlichkeit: 1:10000000) 24
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