Hansueli Weber Mediation im Klassenzimmer Kinder lösen Konflikte selber Eine Anleitung in 9 Schritten Handreichung für Lehrpersonen (Primarstufe, Sekundarstufe I)
Hansueli Weber. Mediation im Klassenzimmer 2006 Hansueli Weber Herstellung und Verlag: Books on Demand GmbH, Norderstedt ISBN 10: 3-8334-6365-1 ISBN 13: 978-3-8334-6365-5 Bibliografische Information Der Deutschen Bibliothek: Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über <http://dnb.ddb.de> abrufbar. 1-2
Inhaltsverzeichnis Teil 1: Einleitung erste Übersicht Inhaltsverzeichnis... 1-5 Einleitung... 1-7 Weitere nützliche Informationen zum Gebrauch dieses Leitfadens... 1-8 Was es braucht... 1-10 Die einzelnen Schritte im Überblick... 1-11 Teil 2: In neun Schritten zum Ziel vorher: Was schon ist... 2-2 1. Schritt: Mein eigener Zugang als Mensch und als Lehrperson... 2-3 2. Schritt: Gut planen... 2-4 3. Schritt: Informieren... 2-5 4. Schritt: Schauen, was ist... 2-6 5. Schritt: Verschiedene Sichtweisen ermöglichen... 2-7 6. Schritt: Einführung in das Modell der Peer-Mediation... 2-9 7. Schritt: Anwenden und üben... 2-11 8. Schritt: Dranbleiben... 2-12 9. Schritt: Kinder stark machen... 2-14 Teil 3: Materialien zu Ihrer Unterstützung Überblick über die 9 Schritte, Planungshilfe... 3-2 Vorlage Fünfschritte-Anleitung... 3-3 Von der eigenen Haltung: ein Plädoyer... 3-4 Konfliktverhalten: Anleitung zu einer kleinen Selbsterfahrung... 3-5 Beispiel: Einführung Peer-Mediation in einer 4. Klasse... 3-6 Informationen für Eltern und Behörden... 3-9 Planung Elternabend... 3-13 1-3
Dilemmageschichten... 3-15 Streitgeschichten zum spielenden Üben... 3-17 Mobbing... 3-21 Mobbingfragebogen... 3-22 Gefühlswörter... 3-24 Ideen zum Üben von aktivem Zuhören... 3-25 Gewaltprävention: Analyse in der eigenen Klasse... 3-26 Teil 4:... und ausserdem Gut zu wissen... 4-2 Die Ressource Weiterbildung nutzen... 4-5 Zum Weiterlesen: Empfehlenswerte Bücher... 4-6 Angebote im Internet... 4-10 Vorlagen für Mediationsanleitung... 4-11 Über den Autor... 4-16 1-4
Einleitung Als ich vor vielen Jahren erstmals in einer schulinternen Weiterbildung als Teilnehmender erlebte, wie Kinder ihre Streitigkeiten in einem einfachen Verfahren lösten, packte es mich. Es ging nicht lange, und ich machte erste Versuche mit meiner eigenen Klasse. Der Erfolg stellte sich bald ein. Die Kinder empfanden das Instrument der Mediation in vielen Situationen als hilfreich. Ich arbeitete selbstverständlich auch im Klassenrat und bei Schlichtungsbemühungen konsequent mediativ. Dies nicht nur, wenn die Kinder offen dafür waren, manchmal auch mit sanftem Druck. So wurde das Werkzeug Mediation ein Teil unserer Klassenkultur. Später wurde das Konzept dann auf die ganze Schule, an der ich unterrichtete, übertragen. Ich hoffe, Ihnen mit dieser Anleitung etwas in die Hand zu geben, damit in Ihrer Klasse Konflikte erfolgreich gelöst werden können. Damit wäre das Ziel dieser Schrift erreicht. Ich freue mich, wenn Sie mir über Ihre Erfahrungen berichten. 1-5
Bevor es losgeht... Einige Vorbemerkungen zu dieser Handreichung: Es gibt in der Zwischenzeit viele ähnliche Anwendungen im Bereich von win-win- Konfliktlösungen in der Schule. Die Vorgehensweisen sind sich ähnlich. Oft sind Variationen in der unterschiedlichen Haltung der ausführenden Personen spürbar. Das vorliegende Werk wurde mit einer systemisch-konstruktivistischen Grundhaltung geschrieben. Zu meiner Haltung gehört, dass ich sehr bewusst Abstand von einer Delegation der Friedensstifter nehme: Alle Schülerinnen und Schüler, und zwingend auch die Lehrperson sind Experten im mediativen Konfliktlösen. Im System Klasse sollen alle Beteiligten in der Lage sein, das Verfahren mit anderen durchzuführen. Wenn mit diesem Leitfaden gearbeitet wird, soll bewusst sein, dass dieser einen Weg unter vielen beschreibt. Selbstverständlich können oder müssen Schritte angepasst, erweitert, verändert werden. Wichtig scheint mir, dass die Vorgehensweise Ihrer Klasse und Ihrer Art zu unterrichten angepasst wird. Es gibt auch Situationen, in denen ich ausdrücklich davon abrate, das Modell so einzuführen. Die vorliegende Handreichung zielt auf die Verwendung in der Primarstufe und der Sekundarstufe I. Anpassungen ans Alter der Kinder und Jugendlichen sind jedoch notwendig und sinnvoll. Es gibt auch für die Vorschulstufe geeignete Verfahren. Hinweise darauf finden Sie im Internet. Manchmal macht es Sinn, für die Einführung des Mediationsverfahrens eine externe Beratungsperson beizuziehen. Eine Sicht von aussen kann sehr zieldienlich und unterstützend sein. Weitere nützliche Informationen zum Gebrauch dieses Leitfadens Aufbau Sie sind nun im ersten Teil des Buches am Lesen. Hier soll es darum gehen, Ihnen den Einstieg in die Arbeit mit dieser Handreichung zu erleichtern. Im zweiten Teil finden Sie die neun Schritte, welche sie recht direktiv geführt zum Ziel bringen sollen. Alle neun Schritte haben denselben Aufbau. So soll ge- 1-6
währleistet sein, dass die Lesbarkeit mit fortschreitender Arbeitszeit zunimmt und die Inhalte jeweils so schnell wie möglich erfasst werden können. Im dritten Teil sind Hilfsmittel zu finden, die auf den Seiten der Projektschritte erwähnt sind. Auch hier ist zu sagen: Es ist eine Auswahl, die ich gewichtet habe. Menschen, die mit dieser Handreichung arbeiten, werden mit der Zeit diese Hilfsmittel verändern, andere von anderen Quellen übernehmen oder neue eigene entwickeln. Am Schluss des Leitfadens sind Bücher aufgeführt und vorgestellt. Diese sind mit einer subjektiven Einschätzung versehen. Zudem finden Sie hier noch weitere mir nützlich erscheinende Informationen. Einleitung - erste Übersicht In neun Schritten zum Ziel Materialien zu Ihrer Unterstützung... und ausserdem - Hilfsmaterialien - Nützliches - mögliche Erweiterungen - Gut zu wissen - Weiterbildung - Bücher - Internet Wie anwenden? Sie wollen einfach und schnell zu Resultaten kommen, dann empfehle ich Ihnen, direkt mit Teil 2 zu beginnen. Hier wird für jeden Schritt eine detaillierte Vorgehensweise vorgeschlagen. Im Bereich Ziel-Checkliste auf jeder Seite werden die wichtigsten Ereignisse eines Schrittes abgefragt. Unter Aufgepasst! weise ich auf wesentliche Kernpunkte hin. Zusätzliche Materialien finden Sie in Teil 3. Mit der Schritt-für-Schritt-Anleitung und den zusätzlichen Materialien können Sie auch ein auf Ihre Situation angepasstes Vorgehen zusammenstellen. Brauchen Sie diese Handreichung wirklich als Handreichung! Nehmen Sie das, was Sie gebrauchen können. Es können Schritte weggelassen werden, wenn es Sinn macht. Es müssen Schritte dazu kommen, wenn die Situation es erfordert. So gestalten Sie schliesslich ihr eigenes Einstiegsprojekt. 1-7
Was es braucht für eine erfolgreiche Einführung der Peer-Mediation und fürs längerfristige Durchhaltevermögen Ein sicheres Wissen über das Verfahren der Mediation mit Kindern und die eigene Fähigkeit mediativ zu handeln. Die vertiefte Auseinandersetzung mit dem eigenen Konfliktlöseverhalten. Das Vertrauen in die Konfliktlösekompetenz der Kinder. Durchhaltevermögen: Das Dranbleiben am Thema und an der Methode. Das Loslassen des eigenen Machtanspruchs. Die Überzeugung - dann auch die Erfahrung - dass die Methode für alle Beteiligten hilfreich ist und zu win-win-situationen führt. Ein offenes, Schülerinnen- und Schülerzentriertes und demokratisches Verständnis des Lernens und der Lernvorgänge überhaupt. Ein gewisses Mass an Verständnis der Theorien hinter dem Modell, sowie dem Wissen über die Selbstorganisation und der Konstruktivität der Entstehung von Sichtweisen. 1-8
Die einzelnen Schritte des zweiten Teils im Überblick Eine detailliertere Übersicht finden Sie im dritten Teil. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Mein eigener Zugang als Mensch und Lehrperson Gut planen Informieren Schauen, was in der Klasse ist Verschiedene Sichtweisen ermöglichen Einführung in die Peer-Mediation Peer-Mediation anwenden und üben Dranbleiben, Wirkung erhalten Kinder stark machen 1-9