Wie entstehen Blitze?

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Transkript:

Wie entstehen Blitze? Ziel: Naturverständnis Problem Reibungselektrizität Struwwelpeter Experiment Plastikfolie oder Hartgummistab reiben, Glimmlämpchen. Bezug zur Natur: Reibung zwischen Wolken Plastikfolie/-kamm oder Hartgummistab reiben, Haare unser Versuch: Materialien: Overheadfolie/Hartgummistab/ Kunststoffkamm Katzenfell/Baumwolltuch Glimmlämpchen 1 Papierschnipsel Kämmt man sich mit einem Kunststoffkamm oder zieht seinen Pulli aus Kunstfasern aus, dann knistert es. Steigt man aus dem Auto und berührt die metallische Karosserie, so spürt man oft einen kleinen Stich in der Fingerspitze. Typische Erfahrungen mit der statischen Elektrizität! Auch Blitze bei einem Gewitter sind statische Elektrizität. Bei all diesen Vorgängen reiben sich zwei Sachen aneinander; der Kamm an den Haaren, die Eiskristalle in den Gewitterwolken, das Auto an der uns umgebenden Luft wir spüren es als Fahrtwind. 1 www.conatex.de Durchführung: Ein Kind reibt die Kunststofffolie (Wolke 1) mit dem Fell (Wolke 2). Zieht man die Folie von der Tischplatte ab und hält sie in der einen Hand, so kann man mit einer Glimmlampe in der anderen Hand bei Berührung kurze Blitze nachweisen. Mit Hilfe kleiner Papierschnipsel (aus Locher) lassen sich ebenfalls Versuche kreieren.

Wie entstehen Blitze? Materialien: Overheadfolie ca. 10 cm * 10 cm alternativ: Luftballon, Plastikkamm, Plastiklineal Papierschnipsel, z.b. aus Locher Taschentuch oder Baumwolllappen

Erinnerungen an die eigene Schulzeit Ein Atom besteht aus einem elektrisch positiven Kern und einer elektrisch negativen Hülle. Im Kern sind Protonen für die positive Ladung verantwortlich; in der Hülle befinden sich negativ geladene Elektronen. Normalerweise befinden sich in einem Atom gleich viele Protonen und Elektronen. Ihre Ladungen heben sich gegenseitig auf das Atom ist elektrisch neutral. Beim Reiben einer Kunststofffolie mit einem Baumwoll-Taschentuch wandern Elektronen von der Folie auf das Taschentuch. Auf der Folie fehlen negativ geladene Elektronen; sie trägt nun eine positive Ladung. Das Tuch hingegen ist negativ geladen. Berührt man nun die Folie mit einer Glimmlampe, fließen darüber die fehlenden negativen Ladungen von der Erde über die Hand und die Glimmlampe wieder auf die Folie. Ein kleiner Lichtblitz zeigt dies. Auch bei einem richtigen großen Blitz werden Ladungen zwischen den Wolken transportiert, um die durch Reibung entstandene unterschiedliche Ladung wieder aufzuheben. Spektakulärere Blitze entstehen zwischen Wolken und der ebenfalls geladenen Erdoberfläche. Da wir meist die gleiche Ladung wie die Erdoberfläche tragen, merken wir nicht, dass diese selbst geladen ist. Haben wir uns aber beim Laufen über den Teppichboden oder Ausziehen des Pullis aufgeladen, ja dann Geladene Körper können andere Körper, die eine entgegengesetzte Ladung tragen, anziehen bei gleicher Ladung stoßen sie sich dagegen ab.

Zusatzexperimente: Kooperation mit Sekundarschule sinnvoll Sicherheitseinrichtungen vorhanden?

Wie entstehen Blitze? Ziel: Naturverständnis Experimente im Detail Wir reisen nun zu den Wolken. Problem Bandgenerator Experiment Bezug zur Natur: Reise zu geladenen Wolken. Watteflocken fliegen zwischen den Wolken hin und her. Materialien: Bandgenerator (Wolke 1) Konduktorkugel (Wolke 2) Kabelmaterial Watteflocken Glimmlämpchen Tischtennisball (Grafitlack) an Schnur Kurz vor der Landung spüren wir die volle Gewitterkraft der Wolken. Sie spielen mit uns ping pong. Wir können uns nicht wehren...

Wie entstehen Blitze? Ziel: Naturverständnis Experimente im Detail Problem Bandgenerator Experiment Bezug zur Natur: Reise zu geladdenen Wolken. Landung auf einer Wolke: Person auf Isolierschemel berührt Bandegenerator (Hinweis: vorher entladen). Rückkehr zur Erde: Blitz wird mitgebracht; Enladung über Glimmlampe. Materialien: Bandgenerator Konduktorkugel Kabelmaterial für Hochspannung < 10 kv geeignet Isolierschemel Glimmlämpchen Schülerin landet kurz auf der Wolke und berührt sie dabei. Haare stehen zu Berge! Overheadfolie mit Baumwolltuch oder Fell gerieben Sicherheitshinweis: Bevor der Bandgenerator berührt wird, sollte unbedingt seine Entladung sichergestellt sein. Bandgeneratorkopf (Faradaykäfig) einfach kurzzeitig mit einem Erdungskabel oder mit Glimmlampe berühren. Im zweiten Fall ist die Entladung durch Aufleuchten der Glimmlampe sogar sichtbar. Ist der Bandgenerator entladen, stellt sich der Schüler oder die Schülerin zuerst auf den Isolierschemel und legt dann die Hand auf den Bandgeneratorkopf. Nun wird er in Betrieb gesetzt Bei ihrer Rückkehr auf die Erde trifft sie auf eine/n Mitschülerin/Mitschüler mit einer Glimmlampe in der Hand, die sie berührt. Die Glimmlampe blitzt kurz auf; die Schülerin hat die Elektrizität mitgebracht. Genauso wie ein Blitz, der in die Erde einschlägt...

Wie entstehen Blitze? Ziel: Naturverständnis Experimente im Detail Problem Experiment Blitzeinschlag Blitze zwischen Bandgenerator und geerdeter Konduktorkugel, Zünden eines mit Feuerzeugbenzin getränkten Wattebausches (Vorsicht!; Löschdecke vorhanden?) Wolken kommen der Erde (Konduktorkugel) sehr nahe. Blitze springen über... Materialien Bandgenerator Konduktorkugel Wattebällchen (mit Tesafilm an Kugel befestigt) Feuerzeugbenzin (wenige Tropfen) Kabelmaterial Löschdecke Schutzglasscheibe

Wie entsteht der Donner? Ein Blitz ist sehr heiß. Schießt er durch die Luft, erhitzt er sie ebenfalls stark. Die heiße Luft dehnt sich aus und stößt ganz schnell die übrige Luft weg. Versuch: Luftballon über Flasche; erhitzen Warum ist das so? Luft besteht, wie alle Körper, aus winzigen kleinen Teilchen, die sich bewegen. Wärme bewirkt, dass sie sich schneller bewegen und voneinander entfernen. Die warme Luft in der Flasche braucht mehr Platz; darum dringt sie in den Ballon und bläst ihn auf. Durch rasche und heftige Bewegung in der Luft entsteht ein lautes Geräusch: Es donnert! Versuch: Platzen eines Luftballons Hinweis: Teilchenspiel kalt: Man friert Kinder kuscheln sich eng zusammen. heiß: Man schwitzt, braucht mehr Platz Kinder gehen weiter auseinander.

Warum hört man den Donner nach dem Blitz? Materialien: Holzklappe Ort: Sportplatz Abstand ca. 100 m Durchführung: Ein Mitschüler hält die Klappe hoch und schlägt sie gut sichtbar für alle zusammen. Es dauert einen kurzen Augenblick, bis man den Knall hört. Dies liegt daran, dass sich das Licht, durch das wir die Klappe mit den Augen erfassen, viel schneller ausbreitet als der Schall. Zählen... einundzwanzig, zweiundzwanzig, 3 Sekunden... 1 km Blitz und Donner entstehen gleichzeitig. Das Licht bewegt sich aber schneller durch die Luft als der Schall. Unser Versuch hat dies ja bestätigt. Um die Entfernung ungefähr zu bestimmen, musst du die Sekunden zwischen Blitz und Donner zählen. Je mehr Sekunden es sind, desto weniger Angst brauchst du zu haben. Wenn du schon rechnen gelernt hast, dann teile die Anzahl der Sekunden durch drei. Die Zahl gibt dir an, wie viele Kilometer das Gewitter entfernt ist.

Verhaltensregeln bei Gewitter (natürlich als Bilderbogen) Im Wasser sind die Blitze besonders gefährlich. Darum: beim ersten Anzeichen von Gewitter raus aus dem Wasser! Sicher ist man im Haus und Auto. Auch im Wald ist man noch ziemlich sicher. Man sollte nur einen Abstand von fünf Schritten von Baumstämmen und niedrigen Ästen halten. Besonders gefährlich ist es an Waldrändern und allein stehenden Bäumen. In der Nähe von Metallzäunen sollte man sich ebenfalls nicht aufhalten. Beim Zelten gilt: - Zelt nicht neben Masten und Stangen aufbauen - nicht am Waldrand aufbauen - nicht unter allein stehenden Bäumen aufbauen - nicht auf freiem Feld aufbauen - nicht oben auf einem Hügel aufbauen Beim Fahrradfahren gilt: absteigen und Rad zur Seite legen! Tipp: Wenn du nicht mehr an einen sicheren Ort gehen kannst, solltest du dich hinhocken, die Arme um die Beine schlingen und die Füße dicht nebeneinander setzen. Findest du auch noch eine trockene Mulde, dann ist die Gefahr recht gering.