Domain Name Service (DNS) Aufgabe: den numerischen IP-Adressen werden symbolische Namen zugeordnet Beispiel: 194.94.127.196 = www.w-hs.de Spezielle Server (Name-Server, DNS) für Listen mit IP-Adressen und Namen Funktionsweise: 1) Nutzer gibt symbolischen Namen in Browser ein 2) Browser schickt symbolischen Namen zum Name-Server (DNS) wichtig: IP-Adresse des DNS muss bekannt sein! wird bei der Netzwerkkonfiguration eingetragen 3) Name-Server schickt IP-Adresse zum Browser 4) Browser schickt Datenpakete an diese IP-Adresse IP-Adressen und Domain-Namen herausfinden: - UNIX-Tools nslookup oder host verwenden - spezielle whois-server ansprechen (z.b.: whois.denic.de) 1 / 8 Vorlesung_04_KN_2016
Aufbau der Domain-Namen Allgemein: z.b. host-name.subdomain.domain.top-level-domain www.iel.w-hs.de mit: - host-name = Name des Rechners, kennzeichnet oft auch einen Dienst - subdomain (kann fehlen) = eine Unterteilung des Netzes (z.b.: Subnetz) - domain = symbolischer Name des Netzes - top-level-domain = Gruppierung von Domain-Namen z.b. nach Ländern (.de=deutschland,.ch=schweiz...) nach Organisationsformen (.edu=education,.com=commercial...) Domain-Namen müssen eindeutig sein Antrag und Genehmigung nötig Für Deutschland: DE-NIC (Network Information Center) und verschiedene Internet Service Provider (ISP) 2 / 8 Vorlesung_04_KN_2016
Aufbau eines IP-Datenpaketes Paketkopf (header) Nutzdaten (data) mindestens 20 Byte zwischen 576 und 65535 Byte wichtige Informationen im Paketkopf: - Zieladresse (destination IP address) - Quelladresse (source IP adress) - Länge des Paketkopfes und Länge des Nutzdatenfeldes - IP-Versionsnummer (heute meist 4 oder 6) - Prüfsumme des Paketkopfes (header check sum) zur Fehlererkennung - Lebenszeit des Paketes (time to live = TTL) zur Vermeidung von Endlosschleifen wird vom Sender festgesetzt und in jedem Netzknoten dekrementiert Pakete mit TTL = 0 werden vernichtet 3 / 8 Vorlesung_04_KN_2016
Vermittlungsprinzip des IP-Protokolls Prinzip: Verbindungslose Paketvermittlung jedes Paket enthält eine Ziel- und Quelladresse kein Verbindungsaufbau zwischen Sender und Empfänger Pakete werden von Rechner zu Rechner weitergeleitet Abarbeitungsreihenfolge: 1) Prüfen, ob das Paket zum eigenen Rechner gehört Ziel-Adresse mit eigener IP-Adresse vergleichen bei Übereinstimmung: Paket verarbeiten 2) Prüfen, ob der Zielrechner zum eigenen Netz gehört Zieladresse mit Netzmaske verknüpfen und mit Netzkennung vergleichen bei Übereinstimmung: Paket zum Zielrechner schicken 3) Das Paket zu einem benachbarten Netz weiterleiten entweder ungezielt zum Standard-Router (Gateway) oder gezielt mit Hilfe von Wegewahltabellen (Routing-Tabellen) 4 / 8 Vorlesung_04_KN_2016
Internet Protokoll Version 6 Problem des aktuellen Internet-Protokolls: es gibt zu wenig IP-Adressen Lösung: IP Version 6 (IPv6) Neu: 16 Byte (128 Bit) Adressen statt bisher 4 Byte (32 Bit) Schreibweise: Hexadezimalzahlen, 16-Bit Gruppen, Doppelpunkte Beispiel: 0123:ABCD:0000:0000:0000:3456:789A:1234 Status: - 1994 standardisiert - in vielen Betriebssystemen und Geräten implementiert - derzeit Einführung auf breiter Basis (seit Windows 7) - Übergangsphase: IPv4 wird durch IPv6 getunnelt 5 / 8 Vorlesung_04_KN_2016
IP Security (IPSec) Problem: Beispiel: IP-Protokoll enthält keine Sicherheitsmechanismen IP-Spoofing = IP-Pakete mit gefälschten Absenderadressen Lösung: IPSec = Erweiterung von IPv4 und IPv6 ( RFC 2401, RCF 2411) jedes IP-Paket vor Verfälschung sichern 1) Authentication Header (AH) = kryptographische Prüfsumme über Paketkopf und Nutzdaten bilden Veränderungen werden erkannt 2) Encapsulated Security Payload (ESP) = Nutzdaten werden verschlüsselt versendet Nutzdaten können nur vom Empfänger entschlüsselt werden IP AH Nutzdaten IP verschlüsselte Daten 6 / 8 Vorlesung_04_KN_2016
IP Konfiguration Windows: Systemsteuerung Netzwerkverbindungen Eigenschaften von LAN Eigenschaften von IP automatisch = mittels DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol) manuell (Beispiel): IP = 192.168.0.10 Subnetzmaske = 255.255.255.0 Gateway = 192.168.0.1 DNS = 212.201.100.36 7 / 8 Vorlesung_04_KN_2016
Dynamic Host Configuration Protocol - DHCP: zur automatischen Konfiguration von Netzwerkadaptern - erfordert einen DHCP-Server ( meist in einem Router integriert) Ablauf: 1) Endgerät ohne IP-Adresse sendet ein DHCP Discover Paket per IP-Broadcast (an Adresse 255.255.255.255) 2) DHCP-Server antwortet mit DHCP Offer und bietet eine freie IP-Adresse an. 3) Endgerät beantragt mit DHCP-Request eine freie IP-Adresse 4) DHCP-Server vergibt die IP-Adresse mittels DHCP Acknowledge zusätzlich werden Netzmaske, Gateway, DNS etc. konfiguriert. 8 / 8 Vorlesung_04_KN_2016