Situationskarten für das Rollenspiel Vom Schaulustigen zum Ersthelfer Älterer Herr auf dem Gehweg Rolleninformationen Es ist früher Nachmittag. Du bist mit Deiner Freundin auf dem Heimweg vom Sportunterricht. Auf dem Gehweg vor einer Bäckerei liegt ein älterer Herr, der sich nicht bewegt. Du spielst den älteren Herrn, der bewusstlos auf dem Gehsteig liegt. Deine Augen sind geschlossen und wenn die beiden Mädchen Deine Atmung prüfen, hältst Du die Luft an es soll ja echt wirken. Weil Du bewusstlos bist, kannst Du selbst nichts sagen und nichts tun, sondern nur auf Hilfe warten. Mädchen mit Platzwunde Du bist an der gleichen Haltestelle ausgestiegen wie ein ungefähr 12- jähriges Mädchen. Von der Bushaltestelle aus bist Du in fünf Minuten zuhause. Als der Bus die Haltestelle wieder verlässt, stolpert das Mädchen und stößt sich dabei den Kopf so an einer Laterne an, dass sie sich eine Platzwunde holt. Sie wird ganz blass im Gesicht. Du spielst das Mädchen mit der Platzwunde. Du hast Dir beim Stolpern so den Kopf angeschlagen, dass Du jetzt eine blutende Platzwunde hast. Es tut nicht sehr weh, aber Dir ist schlecht und Du hast Angst. Epileptischer Anfall Vor Dir im Bus fällt plötzlich ein junger Mann vom Sitz und zuckt ganz furchtbar mit Armen und Beinen, während er auf dem Boden liegt. Er schlägt sich Arme und Beine ständig an den Sitzen an, und er blutet ein bisschen aus dem Mund. Du bist Epileptiker und daran gewöhnt, dass Du hin und wieder Krampfanfälle bekommst. Danach bist Du aber immer so angestrengt, dass Du nur noch im Bett liegen und schlafen kannst.
Situationskarten für das Rollenspiel Vom Schaulustigen zum Ersthelfer Unfall Du bist mit Deinem Freund auf dem Weg zur Schule und beobachtest, wie ein Auto an einer Kreuzung einen Radfahrer übersieht. Der Radfahrer stürzt vom Rad, blutet stark und bewegt sich nicht mehr. Der Autofahrer sitzt starr vor Schreck hinter seinem Steuer. Hundert Meter entfernt stehen ein paar Erwachsene an einer Haltestelle und warten auf den Bus. Als Radfahrer liegst Du reglos auf dem Boden. Als Autofahrer kannst Du erst wieder reagieren, wenn Dich jemand anspricht. Betrunkener in der U-Bahn-Station Du wartest an der U-Bahn-Station auf die U-Bahn, die Dich nach Hause bringt. Während Du wartest, fällt Dir ein Mann auf, der auf dem Rücken auf dem Boden liegt und zu schlafen scheint. Es sieht so aus, als habe er sich erbrochen. Du sprichst ihn an, aber er reagiert nicht - auch nicht, als Du ihn mit dem Fuß anstößt. Als Betrunkener hast Du einen so starken Rausch, dass Du gar nichts mehr merkst und Dich auch nicht bewegst. Unfall auf dem Spielplatz Du hast schon den ganzen Nachmittag mit Deinen Freunden auf dem Spielplatz verbracht. Gerade übt Ihr, von der Tischtennisplatte auf die umliegenden Bänke zu springen. Auf einmal schreit einer Deiner Freunde auf: Er hat die Bank nicht erreicht und ist auf seinen rechten Fuß gestürzt. Der Fuß steht in einem seltsamen Winkel ab und der Freund kann ihn nicht mehr bewegen. Du hast Dir den Fuß gebrochen. Er tut furchtbar weh, Du kannst nicht auftreten und Dir wird ganz übel, wenn Du siehst, wie schräg er absteht. Du weinst und Du hast Angst.
Einen Verletzten finden / zu einem Unfall kommen Diese Regeln solltest Du unbedingt beachten: SICHERHEIT SITUATION KLÄREN NOTRUF 112 WIEDERBELEBUNG BLUTUNGEN STILLEN AUF SCHOCK ACHTEN STABILE SEITENLAGE Sichere die Unfallstelle mit einem Warndreieck ab und bringe den Verletzten aus der Gefahrenzone. WICHTIG: Bring Dich selbst nicht in Gefahr! Kläre die Situation anhand der W-Fragen (siehe nächste Seite). WICHTIG: Sind andere Leute oder Erwachsene da, die helfen können? Wenn ja: Bitte sie um Hilfe! Setze den Notruf ab, wenn Du Dir ein Bild von der Situation gemacht hast - also dann, wenn Du die W-Fragen beantworten kannst. Beginne mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung, wenn der Verletzte bewusstlos ist und nicht mehr atmet (30 x drücken, 2 x beatmen). WICHTIG: Damit darfst Du erst aufhören, wenn die Rettungskräfte da sind. Druckverband anlegen, Arterien abdrücken. Achte darauf, ob der Verletzte oder auch unverletzte Beteiligte plötzlich blass wird. Er muss sich dann unbedingt setzen oder hinlegen, damit er durch den Schock nicht umfällt. Wenn Du nicht genug Kraft oder Übung hast, eine bewusstlose Person wiederzubeleben, bringe sie in die stabile Seitenlage, damit sie nicht erstickt, falls sie sich erbricht.
Notruf absetzen (112) Bevor Du den Rettungsdienst anrufst, solltest Du Antworten auf die folgenden Fragen haben: WO ist es passiert? WAS ist passiert? der Rettungsdienst muss wissen, wohin er kommen soll. z. B.: Ich stehe an der Trambahnhaltestelle Max-Monument, in Richtung Innenstadt. der Rettungsdienst muss wissen, ob vielleicht auch die Polizei und die Feuerwehr kommen müssen. z. B.: Ein Junge ist beim Aussteigen aus der Tram gestürzt. WIE VIELE Verletzte? der Rettungsdienst muss wissen, wie viele Fahrzeuge nötig sind, um alle Verletzten ins Krankenhaus zu bringen. z.b.: Es ist nur ein Junge verletzt. WELCHE Verletzungen? WARTEN auf Rückfragen! der Rettungsdienst muss wissen, wie dringend es ist, ob ein Arzt gebraucht wird und welches Krankenhaus angesteuert wird. z.b.: Er hat sich den Fuß verletzt, ist bei Bewusstsein und blutet nicht. manchmal hat der Rettungsdienst noch Fragen oder gibt Anweisungen. z.b.: Bleib unbedingt bei dem Jungen und tröste ihn, bis wir kommen!
Betreuung des Verletzten Manchmal kannst Du nicht mehr tun, als zusammen mit dem Verletzten auf den Krankenwagen zu warten. Immerhin kannst Du dem Verletzten hiermit die Wartezeit erleichtern: INFORMATION SICHERHEIT GEBEN ABSCHIRMEN BEQUEMLICHKEIT KÖRPERKONTAKT ANSPRACHE Die Dinge sind nicht mehr so schlimm, wenn man weiß, dass Rettung naht. Teile dem Verletzten mit, dass der Krankenwagen schon auf dem Weg ist. Es hilft dem Verletzten, wenn er weiß, dass sich jemand um ihn kümmert. Sag ihm wer Du bist, und dass Du beim ihm bleibst, bis der Krankenwagen da ist. Die Blicke Schaulustiger sind für Verletzte meist unangenehm. Schicke deshalb die Schaulustigen weg oder gib ihnen einen sinnvollen Aufgabe, z. B. Schauen Sie nach dem Rettungswagen und weisen Sie ihn ein. Erleichtere dem Verletzten die Wartezeit indem Du dafür sorgst, dass er nicht friert, der heißen Sonne ausgesetzt ist oder unbequem liegt. WICHTIG: Tu nichts ohne seine Zustimmung! Leichter Körperkontakt wird oft als angenehm und beruhigend empfunden. Du kannst z. B. die Hand oder die Schulter des Verletzten halten. Sprich in ruhigem Tonfall mit dem Verletzten, beantworte seine Fragen und stelle von Dir aus welche, z. B. Soll jemand benachrichtigt werden?. WICHTIG: Belüge niemanden, um ihm Mut zu machen!