MENAECHMAE IN TRICLINIO
MENAECHMAE IN TRICLINIO Eine Adaptation der Lateinklasse I 2007/08 OS Düdingen von links: Theresa Tscheu: Texte Tiziana Antonietti: Texte Manuela Huber: Zwillingsschwester Menaechma & Plakat Taberna Rebecca Huber: Zwillingsschwester Sosicla Olivia Krattinger: Kostüme & Requisiten Alain Bugnon: Gatte (vir, maritus) Goran Dobrosavljevic: Fotos aus Prima 1B, lectio X Mai 2008
Sosicla (zu sich): Tandem tabernam video; ibi vinum cibosque sumere volo. (Hört plötzlich eine Männerstimme) Sed quis clamat? Vir: Ecce! Hic es, hic te convenio! Cur domum non venis? Responde! Sosicla: Endlich sehe ich eine Taberna; dort will ich Wein und Speisen zu mir nehmen. (hört plötzlich eine Männerstimme) Aber wer schreit da? Mann: Schau! Hier bist du, hier finde ich dich! Warum kommst du nicht nach Hause? Antworte!!
Sosicla: Cur clamorem tollis, vir? Cur me rogas? Vir: Quid? Tu respondere non vis! Scire volo: Quid hic agis? Habesne amicam? Semper in taberna es et vinum bibis. Sosicla: Warum erhebst du ein Geschrei, Mann? Warum fragst du mich? Mann: Was? Du willst nicht antworten! Ich will wissen: Was treibst du hier? Hast du eine Freundin?! Du bist immer in einer Taberna und trinkst Wein!
Sosicla: Quid te agit, vir! Verba tua mihi non placent. Estne mos hic hospitem iniuriis appetere? Tace tandem! Vir (gerät völlig ausser sich): Visne me ridere? Maritus tuus sum! Tu... Sosicla: Was treibt dich, Mann! Deine Worte gefallen mir nicht! Ist es Sitte, hier einen Gast mit Schimpfworten anzugreifen? Schweige endlich! Mann (gerät völlig ausser sich): Willst du mich auslachen? Ich bin dein Gemahl! Du
Sosicla (zum Publikum gewendet): Audite me, dei, et servate me! Vir (kreischend): Nunc statim patrem voco, remane hic! (Mann geht weg) Sosicla: Vobis gratias ago, dei, nam maritus non iam adest! Statim in taberna vobis sacrum facere volo! Kaum im Wirtshaus bleibt sie wie angewurzelt stehen. Vor ihr steht sihr Ebenbild: Sosicla: Quid video? Quis es, virgo? Menächma (nicht weniger erstaunt): Menächma sum, filia Moschi mercatoris; pater autem non iam vivit. Sosicla (zum Publikum gewendet): Höhrt mich, Götter und rettet mich! Mann (kreischend): Jetzt hole ich sofort meinen Vater, warte hier! (Mann geht weg) Sosicla: Ich danke euch, Götter, der Mann ist nämlich nicht mehr hier! Ich will euch sofort in der Taberna ein Opfer bringen! Kaum im Wirtshaus bleibt sie wie angewurzelt stehen. Vor ihr steht ihr Ebenbild: Sosicla: Was sehe ich? Wer bist du, junge Frau? Menächma (nicht weniger erstaunt): Ich bin Menaechma, Tochter vom Händler Moschus, aber Vater lebt nicht mehr.
Sosicla: Etiam filia Moschi sum! Sicilia patria mea est. Menächma (beginnt sich zu freuen): Sicilia etiam patria mea est! Tu Sosicla es, soror mea! Sosicla (voller Freude und erleichtert zugleich): Tandem te aspicio, Menächma! Dei me amant, nam sororem habeo. Sosicla: Ich bin auch Moschus Tochter! Sizilien ist mein Vaterland! Menächma (beginnt sich zu freuen): Sizilien ist auch mein Vaterland! Du, Sosicla bist meine Schwester! Sosicla (voller Freude und erleichtert zugleich): Endlich erblicke ich dich, Menächma! Die Götter lieben mich, ich habe nämlich eine Schwester! FINIS
MENAECHMI 200 v.chr. Diese Verwechslungskomödie setzt in Epidamnus (heute Durrës in Albanien), nachdem ein Prolog die vorausgegangenen Ereignisse berichtet hat: In der sizilianischen Stdt Syrakus wurden zwei Zwillingsbrüder auseinandergerissen; einer wurde entführt und lebt seitdem in Epidamnus. Der Zurückgebliebene erhielt von seinen trauernden Eltern den Namen seines entführten Bruders. Menaechmus II sucht nun seinen Bruder und findet ihn. Seit seiner Ankunft widerfahren beiden die tollsten Begebenheiten, die in mannigfachen Verwechslungen begründet liegen. Menaechmus I wird von seinen Freunden und seiner Gattin wüst beschimpft, Manaechmus II hingegen sehr geschätzt. Um den unbegreiflichen Verhältnissen zu entgehen, markiert Manaechmus II den Wahnsinnigen, aber es ist Manaechmus I, der dem Arzt vorgeführt wird. Erst ganz am Schluss des Stückes klärt sich durch eine Gegenüberstellung der Zwillingsbrüder alles auf. Wikipedia ekürzt
TITVS MACCIVS PLAVTVS 254-184 v. Chr. Plautus wurde um 254 v. Chr. im kleinen apenninischen Bergdorf Sarsina (Umbrien, Italien) geboren. Es hielt ihn nicht in der dörflichen Enge und er schloss sich als Jugendlicher einer der umherziehenden Theatertruppen an. Bald wurde er römischer Soldat, später Kaufmann. Dabei verlor er sein Geld und musste sich als wandernder Handmüller durchschlagen. Wie viel von diesen Berichten wahr ist und wie viel konstruiert, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Etwa im Alter von 45 Jahren fing er an, Komödien zu schreiben. Inzwischen waren griechische Komödien beliebt geworden. Plautus Komödien waren rasch erfolgreich, so dass er das Müllerdasein aufgeben und sich dem Schreiben widmen konnte. Plautus starb hochbetagt als 70-Jähriger um 184 v. Chr. Plautus schrieb etwa 130 Komödien, von denen nur 21 überliefert sind. In seinen Komödien nahm er durchaus Bezug auf aktuelle Ereignisse, wie den Punischen Krieg gegen Karthago. Im Mittelpunkt standen jedoch immer die teilweise derben komischen Momente, die für Unterhaltung sorgen sollten. Plautus ließ sich dabei gerne vom Griechen Menander inspirieren. Die Motive und Charaktere wurden jedoch stark bearbeitet und der römischen Erfahrungswelt und Lebenswirklichkeit angepasst. Lieder und Flötenspiel ergänzten die gesprochenen Dialoge, so dass die Stücke durchaus dem Musical geglichen haben dürften. Plautus Werke wurden zur Grundlage auch für spätere Autoren. So nahm William Shakespeare die Menaechmi zur Grundlage für seine Komödie der Irrungen. Heinrich von Kleist ließ sich für seinen Amphitryon ebenfalls von Plautus inspirieren. Auch Molière und Gotthold Ephraim Lessing nahmen Anleihen bei Plautus. Wikipedia ekürzt