Spielsysteme 1954 WM-System 3-4-3 mit 2 defensiven und 2 offensiven Mittelfeldspielern ( sehr starre Positionen ) 1958 Brasilien spielte erstmals ein 4-2-4 und 4-3-3 Spieler hatten mehr Aufgaben als bisher 1962 Einführung des Liberos bei fast allen Teams Man sprach hier von "Mauertaktik" 1966 4-3-3 mit Libero athletischer Tempofußball Mittelfeld und Abwehr hatten Offensiv u. Defensivaufgaben 1970 Alle bisherigen Systeme jetzt mit Raumdeckung techisch sehr hochwertiger Fußball, Mittelfeld und Abwehr hatten Offensiv u. Defensivaufgaben 1974 4-3-3 mit Libero schnelles Umschalten von Abwehr auf Angriff, besonders starkes Flügelspiel 1978 nichts neues Aufgrund der fehlenden Spielerpersönlichkeiten wurde das Defensivspiel bevozugt 1982 ein allgemeiner Trend war festzustellen: -Abwehr ist durch personell verstärktes Mittelfeld kompakter geworden -Angriffe wurden aus verstärkter Abwehr eingeleitet -Die Angriffsspitzen ließen sich weit zurückfallen, dafür stießen wechselweise Mittelfeldspieler als Angriffsspitzen vor -Bei gegnerischen Ballbesitz orientierte sich die gesamte Mannschaft nach hinten -kaum Freiräume und Torchancen 1986 Im Abwehrverhalten war der Trend zur ballorientierten Raumdeckung zu erkennen 1990 4-4-2 mit Libero und ballorientierter Raumdeckung 1994 Viererkette auf einer Linie in der Raumdeckung ohne Libero 1998 weiterentwicklung der Viererkette (flexiblere Auslegung), ein Sechser vor der Abwehr Einführung des kosequenten Mittelfeldpressings Sechser waren von den Verteidigern und Mittelfeldsoielern stets anspielbar 2002 Deutschland spielte ein 3-5-2 Weiterentwicklung des ballorientierten Spiels 2006 4-5-1 erste Mannschaften spielten dieses heute moderne System 2010 das 4-5-1 bzw. 4-2-3-1 wurde von den meisten Mannschaften bevorzugt
Der Torwart Der Torwart ist heute der moderne Libero, der Pässe des Gegners im und um den Strafraum abläuft. Dies bedeutet: er wird sich anfangs schwer tun, das Gehäuse zu verlassen, um einen gegnerischen Pass durch die 4-er Kette zu erlaufen. Gleichzeitig muss der Torwart auch technisch gut trainiert sein, da er ins Aufbauspiel der Mannschaft integriert wird. Hier bietet er eine weitere Anspielstation. D.h. zum obligatorischen Torwarttraining muss auf jedem Fall auch der Torwart beim Techniktraining der Mannschaft als Feldspieler betrachtet werden. Grundsätzlich gilt: Der Torwart sollte bei allen Trainingsübungen der Viererkette integriert werden, da er ein wichtiger Teil dieser Kette ist. Gerade der Torwart ist derjenige, der der Viererkette Anweisungen beim Spiel geben muss, da er den zentralen Blick auf die Kette hat. Das ist auch nicht verwunderlich, da wie bereits mehrfach erwähnt jeder Spieler im modernen Fußball vielfältige Aufgaben hat und nicht nur statisch seine Position hält.
Allgemein Das ballorientierte Verteidigen innerhalb einer Viererabwehrkette eröffnet einer Mannschaft Möglichkeiten, die in dieser Art nie mit einer manndeckenden Verteidigung zu realisieren wären. Durch seitliches Einrücken in Richtung des ballführenden Gegners und durch Vorrücken der Abwehrreihe wird eine sogenannte Pressingzone geschaffen. Dies führt zu einer Überzahlsituation in Ballnähe. Entfernt postierte Gegner werden nicht mehr direkt gedeckt, sondern lediglich der Passweg zu ihnen blockiert (Gegner in den Deckungsschatten stellen). Der Ballführende kann auf diese Weise gezielt von mehreren Spielern attackiert werden ohne den Absicherungsgedanken zu vernachlässigen. Bei einer daraus resultierenden Balleroberung ist ein geordneter Spielaufbau möglich, da sich viele Anspielstationen in Ballnähe befinden. Folgende Hauptvorteile ergeben sich durch ein ballorientiertes Verteidigen: Gegner vom Tor ferngehalten Überzahl in Ballnähe Passwege sind zugestellt
Diese Vorteile können wie folgt erreicht werden: Befindet sich der ballführende Gegner weit in der gegnerischen Hälfte, so rückt die Abwehr bis auf ca. 10 Meter an das Mittelfeld heran und das Mittelfeld ist wiederum nur ca. 10 Meter von den Angreifern entfernt. So wird um einen möglichen Anspielpunkt des Gegners ein kompakter Mannschaftsverband gebildet. Sollte dieser vom Gegner versucht werden mit einem langen Flugball überspielt zu werden, so sichert der Torwart seine Mitspieler durch ein hohes Stellungsspiel ab. Die Viererabwehrkette befindet sich somit selten tiefer als 25 Meter vom ballführenden Gegner entfernt. Erst wenn der Gegner in Tornähe kommt, versucht man den Mannschaftsverband noch kompakter zu gestaltet, indem die Abwehrspieler so lange wie möglich versuchen einen sicheren Abstand von ca. 22 Meter zum eigenen Tor zu halten. Aus dieser Entfernung besteht in der Regel durch einen Distanzschuss keine direkte Torgefahr. Die Mannschaft erwirkt durch den kompakten Mannschaftsverband eine Pressingzone um den angespielten Gegner herum. Ein kompakter Mannschaftsverband wird durch seitliches Einrücken der Außenspieler und dem Aufrücken der Defensive Richtung Ball erzielt. So ist es möglich den ballführenden Gegner von allen Seiten effektiv zu attackieren. Mögliche Anspielstationen des sich in der Klemme befindlichen Spielers sind aufgrund des Stellungsspiels einer ballorientierten Verteidigung zugestellt. Aufgrund der Überzahl in Ballnähe ist eine kontrollierte Balleroberung möglich, und die vielen erreichbaren Anspielstationen ermöglichen einen aussichtsreichen Gegenangriff. Aufgrund des kompakten Mannschaftsverbandes wird dem Gegner die Möglichkeit eines sicheren Passspiels genommen. Entfernt postierte Gegner werden nicht direkt gedeckt, sondern lediglich die Passmöglichkeit zu ihnen zugestellt. So erfüllen die Spieler zwei Ziele auf einmal: Der entfernt postierte Gegner kann nicht angespielt werden und durch das ballnahe Stellungsspiel wird der Mitspieler bei der Balleroberung unterstützt. Gerade der gefährliche Gassenpass im Rücken der Viererabwehrkette wird durch die ständige Staffelung der
Abwehrkette und der guten Abdeckung der kompletten Spielfeldbreite (vier anstatt drei Spieler wie beim Liberospiel) verhindert. So wird der Gegner zu ungefährlichen Quer- und Rückpässen gezwungen, die mit etwas Geduld abgefangen werden und dann zu einem Gegenangriff führen. Befindet sich die Viererabwehrkette weiter als 22 Meter vom Tor entfernt und ein Gegner dribbelt auf sie zu, so weicht sie bis auf den sicheren Abstand zurück und versucht sich, falls sie ungeordnet ist, sich wieder zu ordnen. Befindet sich der ballführende Gegner dann im Zentrum, so rückt der ballnahe Innenverteidiger zum Ball vor und bildet zusammen mit den anderen Abwehrspielern ein sogenanntes Abwehrdreieck. Der vorgerückte Innenverteidiger wird von zwei Abwehrspielern in der Tiefe abgesichert und der dritte Abwehrspieler stellt den Passweg in die Tiefe zu. Befindet sich der ballführende Gegner am Flügel, so bilden die Abwehrspieler eine sogenannte Abwehrsichel. Der ballnahe Außenverteidiger übt Druck auf den Ball aus und die anderen drei Abwehrspieler rücken Richtung Ball ein und sichern den druckausübenden Mitspieler in der Tiefe ab. Beim ballorientierten Verteidigen ist das gegenseitige Coachen unerlässlich. Die zentralen Spieler geben die Kommandos, wer auf den Ball Druck ausüben soll. Es muss sichergestellt werden, dass immer nur ein Spieler vorrückt und die anderen drei Abwehrspieler in der Tiefe absichern. Wird nicht kommuniziert, kann es passieren, dass entweder kein Spieler Druck auf den Ball ausübt oder gleich zwei Richtung Ball stoßen und somit einen Passweg Richtung eigenem Tor für den Gegner öffnen. Grundsätzlich gilt im Fußball, dass die zentralen Spieler besonders viel coachen müssen, weil sie Mitspieler auf beiden Seiten von sich haben. Zusätzlich sollten die hinteren Spieler noch die Vorderen coachen, weil sie eine umfangreichere Spielübersicht besitzen. Folgende Animation zeigt zuerst das Verhalten einer aufgerückten Viererabwehrkette, dann wie sie sich bei zentraler und äußerer Ballposition zu verhalten hat.
Regeln der 4er Kette Die folgenden zwölf Regeln für eine funktionierende Viererkette orientieren sich an das Spielsystem 4-4-2, doch lassen sie sich auch auf alle anderen Spielsysteme übertragen: Alle Spieler haben defensive und offensive Aufgaben! Befindet sich der Gegner in der eigenen Hälfte im Ballbesitz, so bilden die beiden Angreifer die erste Verteidigungslinie! Im Abstand von ca. 10 bis 15 Meter verschieben sie sich ballorientiert auf einer Höhe! Die restlichen Spieler verschieben sich ebenfalls ballorientiert auf einer Höhe. Die Abstände zu den einzelnen Mannschaftsteilen beträgt ca. 10 Meter und die Abstände innerhalb der Mannschaftsteile ebenfalls ca. 10 Meter. Wird die Verteidigungslinie der Angreifer überspielt, setzt der ballnahe Angreifer nach und doppelt nach hinten. Der ballnahe Mittelfeldspieler rückt vor und die anderen drei Mittelfeldspieler rücken ein. Entweder bilden sie ein Abwehrdreieck oder eine Sichel, je nachdem ob sich der ballführende Gegner zentral oder außen befindet. Die Viererabwehrkette bildet nun hinter den Mittelfeldspielern eine Linie. Die Außenverteidiger rücken leicht vor, um eventuelle Pässe nach außen abfangen zu können. Wird das Mittelfeld überspielt, setzt ein ballnaher Mittelfeldspieler nach und doppelt nach hinten. Ein ballnaher Abwehrspieler rückt jetzt vor und die anderen drei Abwehrspieler rücken ein. Entweder bilden sie ein Abwehrdreieck oder eine Sichel, je nachdem, ob sich der ballführende Gegner zentral oder außen befindet.
Alle Mittelfeldspieler versuchen sich tiefer als die Ballposition zu postieren. Die beiden Angreifer brauchen, wenn das Mittelfeld überspielt wurde, keine Defensivaufgaben mehr zu erfüllen. Immer kompakt und zweikampfstark!