Nachteile der Atomkraft!

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Transkript:

Nachteile der Atomkraft!

Atomstrom ist teuer! "Atomstrom ist billig - Erneuerbare Energien teuer." Mit dieser Behauptung wird immer wieder für längere Laufzeiten von Atomkraftwerken geworben. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus... Für Atomstrom zahlen die Bundesbürger doppelt! Zum einen zahlen sie über die Stromrechnung, aber auch als Steuerzahler...

204 Milliarden Euro an staatlichen Fördermitteln kostete die Bundesbürger die Nutzung der Atomenergie von 1950 2010. Umgerechnet auf den Strompreis heißt das: Jeder Bundesbürger finanziert eine Kilowattstunde Atomstrom mit 4,3 Cent zusätzlich zum eigentlichen Strompreis. Zum Vergleich: Die Umlage zur Förderung der Erneuerbaren Energien über das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) beträgt derzeit zwei Cent pro Kilowattstunde. Weitere 100 Milliarden Euro kommen an Ausgaben künftig noch hinzu - auch ohne geplante Laufzeitverlängerungen. Mit Laufzeitverlängerung steigt die Summe noch einmal beträchtlich.

Atomkraft ist gefährlich! Das Hauptmotiv für die Entwicklung der Atomtechnik war die Bombe. Sie stellt mit ihrem Vernichtungspotenzial alles Gekannte in den Schatten. Tod und Verderben begleiten nicht nur die Atombombe seit Hiroshima und Nagasaki, sondern auch die wirtschaftliche Nutzung der Atomkraft. Unfälle haben immer wieder Schwachstellen der Atomtechnik offenbart. Es hat sich gezeigt, dass es unmöglich ist, jede denkbare Gefahrenquelle von vornherein auszuschließen. Jeder Kabelbrand, jedes geplatzte Rohr kann aus einem Atomkraftwerk innerhalb von Minuten eine Bombe machen. Je komplexer das System, desto anfälliger ist es für Störungen. Überdies steigt mit zunehmender Betriebsdauer das Unfallrisiko. Das Restrisiko existiert weltweit in jeder einzelnen Atomanlage. Trotz des angeblich so hohen Sicherheitsstandards ist es in allen Ländern, die auf die Atomenergie zur Stromerzeugung setzen, wiederholt zu Störfällen gekommen.

Beispiel: Katastrophe von Tschernobyl Die Katastrophe von Tschernobyl ereignete sich am 26. April 1986 im Kernkraftwerk Tschernobyl nahe der Stadt Prypjat, Ukrainische Sowjetrepublik, als Folge einer Kernschmelze und Explosion im Kernreaktor Tschernobyl Block 4. Sie gilt als die schwerste nukleare Havarie und als eine der schlimmsten Umweltkatastrophen aller Zeiten: Die akute Strahlenkrankheit wurde zunächst bei 237 Personen vermutet und bei 134 Personen (insbesondere Kraftwerksbeschäftigten und Feuerwehrleuten) bestätigt. Zu den bisher am häufigsten beobachteten gesundheitlichen Folgen gehört ein dramatischer Anstieg der Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Personen aus Weißrussland, Russland und der Ukraine, die zum Zeitpunkt des Unglücks Kinder oder Jugendliche waren.

Einige Studien von Organisationen und Wissenschaftlern beschreiben im zeitlichen Zusammenhang mit der Katastrophe einen deutlichen Anstieg von genetischen bzw. teratogenen Schäden wie Totgeburten und Fehlbildungen in der Unglücksregion, aber auch in Deutschland und in anderen europäischen Ländern und legen einen ursächlichen Zusammenhang nahe Bei Erkrankungen der Augenlinsen (z. B. dem Grauen Star) ist ein Zusammenhang mit radioaktiver Belastung wahrscheinlich. Schon relativ geringe Dosen in der Größenordnung von 250 mgy scheinen eine Zunahme der Bildung von Grauem Star zu bewirken. Einer solchen Dosis waren u. a. viele Aufräumarbeiter in den ersten Tagen nach der Explosion ausgesetzt. Auch bei anderen Augenerkrankungen (Akkommodationsstörungen, Makuladystrophien und Gefäßveränderungen) wird ein Zusammenhang mit radioaktiver Strahlung vermutet.

In Russland wurde in einer großen Studie an Notfall-Einsatzkräften von Tschernobyl ein signifikant höheres Risiko für tödliche Herz-Kreislauf- Krankheiten festgestellt. Besonders betroffene Zweige der lokalen Wirtschaft sind Land- und Forstwirtschaft. So können aufgrund der Strahlenbelastung knapp 800.000 Hektar (ha) Land und 700.000 ha Wald nicht mehr wirtschaftlich genutzt werden. Die Landwirtschaft der Region leidet aber auch unter dem Stigma Tschernobyl, das zu sehr geringer Nachfrage nach Produkten aus der Region führt.

Wohin mit dem Atommüll?

Jedes Jahr entstehen in den deutschen Atomkraftwerken rund 400 Tonnen hochradioaktive abgebrannte Brennelemente. Was mit diesem über Jahrtausende strahlenden Abfall passieren soll, weiß bis heute niemand. Die Entscheidung wird vertagt, der Müll wird zwischengelagert. Seit Juni 2005 dürfen laut Atomgesetz keine bestrahlten Brennelemente mehr zur Wiederaufarbeitung ins Ausland verbracht werden. Da die Atomkraftwerke trotz der ungelösten Entsorgungsfrage weiterlaufen, kommen jährlich 400 Tonnen hochradioaktiven Atommülls zum bereits existierenden Atommüllberg hinzu. Entsprechend mussten neue Zwischenlagermöglichkeiten geschaffen werden. Insgesamt gibt es in Deutschland 16 Zwischenlager. Davon sind 12 in den vergangenen Jahren an AKW-Standorten neu eingerichtet worden. Im Jahr 2030 wird die Bundesrepublik mit etwa 24.000 Kubikmetern hochradioaktivem Atommüll irgendwie umgehen müssen. Das entspricht etwa 17.000 Tonnen Schwermetall aus abgebrannten Brennelementen und Wiederaufarbeitungsabfällen.

Außer den Zwischenlagern direkt an den AKWs gibt es noch weitere Zwischenlager wie z.b. in Gorleben, wo ja auch das Endlager entstehen soll: Entgegen einer weit verbreiteten Meinung ist das Ziel der meist jährlich stattfindenden Atommülltransporte vom nordfranzösischen La Hague nach Deutschland nicht der Salzstock, sondern das Zwischenlager Gorleben, eine oberirdische Betonhalle. Hier soll der hochradioaktive Atommüll in den nächsten Jahrzehnten in seinen Transportbehältern verbleiben, bis er sich von zunächst 400 C auf 200 C abgekühlt hat und ein geeignetes Endlager zur Verfügung steht. Seit dem 11. November 2008 befinden sich dort 91 dieser Container. Der Salzstock in Gorleben hat sich bisher noch nicht als sicheres Endlager erweisen können, ebenso kein anderer Standort! Es wird also kontinuiierlich lebensgefärlicher Müll produziert, der weder jetzt noch in der Zukunft sicher gelagert werden kann, aber noch mindestens hunderttausende Jahre die Menschen und die Natur gefährdet!