REPTILIENWORLD BERLIN Informationen zu Parasiten Häufig gelangen durch infizierte Futtertiere oder durch Neuzugänge Parasiten in den Bestand. Nachfolgend finden Sie eine Zusammenfassung zum Thema: Parasitologie Unterschiedliche Parasiten: Es gibt zwei verschiedene Formen von Parasiten, welche Tiere befallen können. So gibt es zum einen die sogenannten Endoparasiten (im Körper lebend), welche sich im Körper des Wirtes aufhalten und sich von diesem ernähren und sich vermehren. Als zweite Gruppe gelten die Ektoparasiten. Diese leben auf der Körperoberfläche, also der Haut und ernähren sich durch z.b.: Stechen und saugen von Blut. Eine weitere Unterscheidungsmöglichkeit bietet der Aufbau der Parasiten. So gibt es Einzeller, wie zum Beispiel: Flagellaten und die mehrzelligen, wie zum Beispiel: Würmer. Alle Endoparasiten sind im Magen-Darm-Trakt vorhanden, wenn Sie sich massiv vermehren, z.b.: durch Stress infolge eines Tiertransportes, kann es zu gesundheitlichen Problemen führen. Mögliche Erkennungsmerkmale eines Parasitenbefalls: 1 - Kot enthält sichtbare Würmer. - Ausscheidungen riechen stark und weisen eine andere Konsistenz auf. - Futter wird nach kurzer Zeit wieder ausgewürgt. - Schwellungen der Körpermitte bei Schlangen. - Kleine Tierchen (Punkte) bewegen sich auf dem Tier. - Die Tiere baden ungewöhnlich lange und ausdauernd. Kontrollieren des Wassers, auf kleine schwarze Punkte! Diagnose von Endoparasiten: Die eindeutige Diagnose kann nur ein Reptilientierarzt treffen! Gehen Sie also regelmäßig und bei Verdachtsfällen zu Ihrem Tierarzt und lassen eine Kotprobenuntersuchung durchführen. benutzt werden. Verstöße werden rechtlich verfolgt. Seite 1
Endoparasiten lassen sich meistens nur durch eine mikroskopische Untersuchung des Kots feststellen, da die Parasiten meistens für das menschliche Auge zu klein sind. Einige Parasiten können nur durch Einfärben oder Anreicherung der Probe festgestellt werden. Behandlung: Die Behandlung sollte niemals prophylaktisch erfolgen, da so der Magen-Darm-Trakt unnötig gereizt wird. Auch besteht die Möglichkeit durch falsche Dosierung, dass Tier zu vergiften und zu töten. Wenn Ihr Tierarzt ein Befall von Endoparasiten an Ihrem Tier festgestellt hat, wird dieser mit Ihnen eine Therapie einleiten! Nach der Behandlung gegen Endoparasiten vom Tierarzt, kann es vorkommen, dass der Magen-Darm-Trakt, stark gereizt ist. Hier sollte was für die Beruhigung der Magenschleimhaut und Anreicherung von nützlichen Bakterien verabreicht werden. Quarantäne: Wird ein Parasitenbefall festgestellt, so ist es sehr wichtig auf die Hygiene zu achten. Dazu zählt zum einen, dass gründliche Desinfizieren und Waschen der Hände, nach dem Umgang mit Tieren, berühren des Terrariums und der Einrichtungsgegenstände. Sowie, dass die befallenden Tiere in einer sterilen Quarantäne gehalten werden. Das Terrarium sollte mit Zeitungspapier oder Küchenpapier, einer Wasserschale und einem Versteck, welches sich einfach und gut reinigen lässt, ausgestattet sein. Das tägliche Reinigen dieses Quarantänebeckens ist besonders wichtig! Vor allem, dass immer frisches Wasser vorhanden ist! Benutzen Sie für die Reinigung, Desinfektionsmittel! 2 Verschiedene Endoparasiten: Rund- und Fadenwürmer (Nematoden): Nematoden befallen am häufigsten den Magen-Darm-Trakt, aber bei starken Befall gegen diese auch in andere Organe wie z.b.: Lunge und Blase. Meistens erfolgt die Entwicklung ohne einen Zwischenwirt, so besteht die Gefahr einer schnellen Massenvermehrung. Besonders gefährlich ist der Befall bei Tieren die sich in der Winterruhe befinden, so können sich Toxine (Giftstoffe) sammeln und nach der Aufwachphase des Tieres, zu einer Blutvergiftung (z.b.: Septikämie) führen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, vor einer Winterruhe (4 Wochen) eine Kotprobenuntersuchung bei einem Reptilientierarzt durchführen zulassen. Bandwürmer (Cestoden): Diese Nematodenart benötigt für ihren Lebenszyklus häufig einen, meistens jedoch zwei Zwischenwirte (Fische, Schnecken, Wasserinsekten oder auch Amphibien), dadurch sind häufig Wildfänge befallen. benutzt werden. Verstöße werden rechtlich verfolgt. Seite 2
Saugwürmer (Trematoden): Diese Art benötigt auch für ihren Lebenszyklus einen oder mehrere Zwischenwirte und befällt bevorzugter weise Amphibien. Dort findet man sie bevorzugt in Organen wie, Darm, Blase oder auch der Lunge. Spülwürmer (Ascariden): Diese Nematode findet man sowohl bei Reptilien als auch bei Amphibien. Dort befällt sie überwiegend den Verdauungstrakt. Die Art ist auf keinen Zwischenwirt angewiesen und dadurch kann es zu einer raschen Vermehrung kommen. Bei der Behandlung gegen Spülwürmern muss der Darmtrakt durch baden, schnell entleert werden, da die Nematoden Toxine abgeben, die wie schon erwähnt zu einer Blutvergiftung führen können. Zungenwürmer (Pentastomiden): Es wurden schon mehr als 70 verschiedene Arten dieser Nematoden in Reptilien gefunden. Dieser Art kann eine Größe von 0,5-20 cm erreichen! Bevorzugt leben diese in der Lunge von Panzerechsen wie: Krokodilen, Schildkröten, aber auch in Echsen und Schlangen. Der Zungenwurm kann sich auch durch den Körper in andere Organe bewegen. Diese Art benötigt aber in der Regel Zwischenwirte, dadurch werden ausschließlich Wildfänge befallen. Amöben: Dieser Endoparasit gehört zu den Einzellern und vermehrt sich durch Zellteilung. Dadurch ist die Gefahr einer Massenvermehrung sehr hoch. Gerade in Schlangen und Echsen kann es so zu lebensgefährlichen Infektionen kommen. Blutige Durchfälle, sind Alarmzeichen! Amöben sind bei Schildkröten völlig harmlos und auch normal! So muss unbedingt bei der gemeinsamen Haltungen mit Schlangen und Echsen, im gleichen Haushalt geachtet werden, dass besondere Hygiene herrscht! So sollten die Schildkröten stets als letzte versorgt werden und alle Terrarien Gegenstände, welche den Schildkröten gehören nicht mit dem der anderen Tiere in Berührung kommen. Auch muss der Halter sich immer gründlich die Hände desinfizieren und waschen! 3 Die Diagnose von Amöben ist häufig nicht einfach und die Proben müssen häufig von speziellen Laboren untersucht werden. Dort werden die Amöben angezüchtet, dafür sollte die Probe frisch und nicht gekühlt sein. Was auch die Diagnose erschwert ist, dass Amöben sogenannte Dauerstadien (Zysten) Bilden können. Kokzidien: Diese Einzeller zählen zu den häufigsten Endoparasiten, welche Amphibien und Reptilien befallen können. Auch Kokziden können Dauerstadien bilden, wodurch die Diagnose erschwert werden kann. Bei der Reinigung von befallenden Terrarien, deren Einrichtung und etc. muss besonders gründlich gearbeitet werden. Auch das richtige Desinfektionsmittel ist wichtig! Flagellaten: Flagellaten stellen eine große Gruppe der Einzeller dar, welche alle eine oder mehrere Geißel besitzen. Dadurch können sie sich sehr schnell fortbewegen. Die wichtigsten Arten sind: Enteromonas, Spironucleus und Hypotrichomonas, welche sich bei allen Reptilien und Amphibien überwiegend im Magen-Darm-Trakt aufhalten. benutzt werden. Verstöße werden rechtlich verfolgt. Seite 3
Flagellaten können sich massenhaft im Körper vermehren, dadurch kann es zu einer bakteriellen Infektion kommen, die bis zum Tod des Wirtes führen kann. Kryptosporiden: Dieses ist ein sehr gefürchteter Endoparasit, vor allem in Schlangenbeständen. Es können aber auch Endoparasiten befallen werden. Häufig kommt es bei Schlangen zu einer Schwellung der Körpermitte. Im späteren Verlauf wird häufig die Nahrung eingestellt und es kommt zu Abmagerung. Um Kryptosporiden nachzuweisen, muss eine Magenspülung durchgeführt werden. Die gewonnene Probe wird eingefärbt und unter einen Mikroskop ausgewertet. Eine direkte Behandlung ist bis jetzt nicht bekannt! Aus diesem Grund müssen unbedingt verdächtige Tiere in Einzel- Quarantäne und schnellstmöglich von einen Reptilientierarzt untersucht werden! Hygiene beachten! Darmpassanten: Dies sind Endoparasiten, welche sich auch im Magen-Darm-Trakt von Reptilien und Amphibien aufhalten aber dem Wirt keinen Schaden zuführen. Diese harmlosen Endoparasiten erschweren häufig die genaue Diagnose, sollten aber nicht behandelt werden, da sonst der Magen-Darm-Trakt gereizt und angegriffen wird! Fachgerechter Umgang mit Kotproben: Durch die Untersuchung von Kotproben, sollen Endoparasiten diagnostiziert werden. Für eine erfolgreiche Diagnose gibt es einige Punkte zu beachten: 4 1. Häufig sind mehrere Kotprobenuntersuchungen nötig, um eine aussagekräftige Diagnose zustellen. 2. Der Kot sollte wenn möglich immer frisch zur Untersuchung gebracht werden, da sonst sich einige Endoparasiten auflösen können. Geeignet sind spezielle Untersuchungsröhren oder saubere Filmdosen. Der Kot kann ggf. mit etwas Wasser angereichert werde, da dieser immer feucht sein muss, sonst werden einige Parasiten Zysten bilden. Ebenfalls darf der Kot nicht zu kühl transportiert, oder keinesfalls eingefroren werden! 3. Die Untersuchungen sollte immer ein Spezialist für Parasitologie durchführen! Gleichzeitig kann der bakteriologische Status des Magen-Darm-Trakt festgestellt werden. 4. Dem Therapieplan des Reptilientierarzt ist immer Folge zu leisten! Verschiedene Ektoparasiten: Zecken: Dieser Ektoparasit ist meistens nur an Wildfängen und bei Tieren, welche im Sommer im Freien leben anzutreffen. Gerade Schildkröten werden häufig befallen, dort sitzen sie an den weichen Halshautpartien und an den Beinen. benutzt werden. Verstöße werden rechtlich verfolgt. Seite 4
Die Zecken sollten nach entdecken zeitnah mit einer Zeckenzange entfernt werden. Milben: Besonders die Schlangenmilbe ist ein wirklicher Plagegeist. Meistens tauchen sie aus dem nichts auf und sind gleich in Massen vorhanden. Häufig finden sich große Mengen Milben nach dem Baden der Reptilien im Wasser, auch reiben sich die Reptilien häufig an Einrichtungsgegenständen, da die die Milben durch das Saugen einen starken Juckreiz auslösen. Häufig verstecken sich die Milben unter den Schuppen und fügen den Wirt Hautwunden zu, welche bluten und später sich entzünden können. Bei Anzeichen eines Befalls, wenden Sie sich an Ihren Reptilientierarzt. Dieser wird mit Ihnen einen Therapieplan erstellen!!wichtiger Hinweis! Es besteht auch die Möglichkeit sich mit Endo- und auch Ektoparasiten zu infizieren, also Zoonose! Lesen Sie auch meine Info-Datei zu Zoonosen! Geeignete Desinfektionsmittel: Auf dem Markt sind sehr viele Desinfektionsmittel erhältlich, welche zum Teil ein sehr breites Wirkungsspektrum aufweisen. 5 Ich kann Ihnen folgende Desinfektionsmittel empfehlen: Handdesinfektionsmittel: Sterillium Virugard von Bode Dieses weist ein breites Wirkspektrum auf (gegen Bakterien wie z.b.: Tuberkulose, Pilze, Viren wie z.b.: Polio, Rota, SARS und HIV) Flächendesinfektionsmittel für die Reinigung von Futterboxen, Terrarien und Einrichtungsgegenständen: F10SCXD, dieses besitzt wie das Handdesinfektionsmittel, ein breites Wirkspektrum. Der komplette Inhalt ist nach bestem Gewissen und Wissen zusammengestellt wurden. Ich kann keine Haftung für Falschaussagen, Fehlern oder sonstigen Irrtümern, etc. übernehmen. Alle Forderungen werden abgewiesen. benutzt werden. Verstöße werden rechtlich verfolgt. Seite 5