Hessisches Maßnahmenprogramm

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Transkript:

Hessisches Maßnahmenprogramm 2015-2021 BWK Jahrestagung 2016, Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland

Entwicklung der Gewässergüte von 1970 bis 2010 Bericht zur Gewässergüte und Gewässergütekarte unter: www.hlnug.de -> Wasser -> Fließgewässer Biologie 2

Abschätzung der Zielerreichung 2004 und 2013 und Bewertung des ökologischen Zustands 2015 der Wasserkörper 2014 3

Wichtige Parameter mit Überschreitung der Orientierungswerte und Umweltqualitätsnormen Ökologie Biologische Qualitätskomponenten Makrozoobentho s Fische Algen Wasserpflanzen eigenständige Qualitätskomponenten Chemischphysikalische Parameter Phosphor Sauerstoff Ammoniu m Chlorid Hydromorphologische Parameter Hilfsgrößen Chemie Spezifische, synthetische und nichtsynthetische Schadstoffe Schwermetalle (z.b. Zink, Kupfer) Pflanzenschutzmittel (z.b. Dichlorprop) Polychlorierte Biphenyle eigenständige Qualitätsnormen Prioritäre Stoffe Schwermetalle (z.b. Quecksilber) Pflanzenschutzmittel (z.b. Isoproturon) polycyclische aromat. Kohlenwasserstoffe (PAK) Bromierte Diphenylether (BDE) eigenständige Qualitätsnormen 4

5

80 0,4 70 0,35 60 0,3 50 0,25 40 0,2 30 0,15 20 0,1 10 0,05 0 0 Chlorophyll-a [µg/l] BWK Jahrestagung 2016, Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland o-po₄-p [mg/l] Chlorophyll-a [µg/l] Chlorophyll und Orthophosphat Main, Bischofsheim (2012)

7

Einträge Gesamtphosphor in Hessen 2010-2013 Gesamteintrag: ~ 1100 t/a davon direkt bioverfügbar: 1,5% komm. Kläranlage n 65% Erosion 15% Sonstige 17% Industrielle Direkteinlei ter 3% BWK Jahrestagung 2016, Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland 8

Maßnahmen bei Stoffen mit landesweit größerer Bedeutung Stoffe Maßnahmen Phosphor Optimierung der Kläranlagen, Erosionsschutz Landwirtschaft Metalle / PAKs Filtration bei größeren Kläranlagen und bei besonderen Belastungen Pflanzenschutzmittel Beratung Landwirtschaft Stickstoffeinträge (Weser) Beratung Landwirtschaft / Düngeverordnung BWK Jahrestagung 2016, Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland 9

Anzahl KA, die neue Hessisches Landesamt Anzahl für Naturschutz, Umwelt und Geologie Anforderungen Größenbetroffener 2.2 Anforderungen an kom. KAwahrscheinlich in betroffenen EZGs klasse KA schon einhalten (2014) 5 8 16 Sonderfälle bei hochbelasteten Bächen, empfindlichen Talsperren 4 140 Alle übrigen Anlagen der Größenklasse 4 2 und 3 292 Anforderungen gemäß Maßnahmenprogramm 2015-2021 0 P ges (2 h-probe), Überwachungswert (abgaberelevant): 0,4 mg/l 1 Arithm. Monatsmittel P ges aus allen 24h-Proben der Eigenkontrolle: 0,2 mg/l 29 80 P ges (2 h-probe), Überwachungswert (abgaberelevant): 0,7 mg/l Arithm. Monatsmittel P ges aus allen 24h-Proben der Eigenkontrolle: 0,5 mg/l Grenzwert für ortho-phosphat-p (24 h-probe): 0,2 mg/l P ges (2 h-probe), Überwachungswert (abgaberelevant): 2,0 mg/l Ziel P ges: Jahresmittelwert von 1,0 mg/l BWK Jahrestagung 2016, Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland 10

Handlungsbedarf zur Verbesserung der Gewässerstruktur Umweltziel erfüllt 3900 km 1320 km 400 km Handlungsbedarf auf Handlungsbedarf einer Fließlänge von 2.100 km 1670 km 410 km ~ 35 % 11

Gewässerstruktur Stand der Maßnahmenumsetzung in den Fließgewässern (ohne Bundeswasserstraßen) Datengrundlage: FisMaPro Stand 04.08.2015 12

Chem. Zustand der Grundwasserkörper (2014) 127 GWK in Hessen davon 25 im schlechtem Zustand 19 GWK wegen Nitrat darunter 8 GWK zusätzlich mit Pflanzenschutzmittelrückstä nde und 7 GWK wegen 13 Salzbelastung

Abschätzung der Zielerreichung Grundwasser Verweilzeitenmodell Hessen Das Verweilzeitenmodell beschreibt für alle hydrogeologischen Teilräume das Weg-/Zeitverhalten des Sickerwassers im Boden und in der Grundwasserüberdeckung sowie des Grundwassers im oberen Grundwasserleiter. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass bei einer mittleren Grundwasserkörperfläche von gut 150 km2 immer auch unterschiedliche hydrogeologische Eigenschaften und Böden anzutreffen sind Die Spanne der Verweilzeiten pro Grundwasserkörper wird maßgeblich durch die natürliche Variabilität der hydrogeologischen Gegebenheiten bestimmt. 14

Zeitliche Entwicklung der Nmin-Gehalte N_MIN in kg/ha 180 160 95Perz. 140 120 100 80 60 40 20 75Perz. Media n 25-Per 5-Perz. 0 Im Mittel ist eine Reduzierung der Herbst-N min-gehalte um 20 bis 40 kg N/ha erforderlich. 15

Konzept zur Maßnahmenumsetzung für den Bereich Einbindung der gewässerschutzorientierten Gewässerschutzorientierte Beratung basierend auf Grundwasser Beratung in einen Ordnungsrahmen auf Grundlage dem Prinzip der Freiwilligkeit. des 13 der DüV Konzentration auf Grundwasserkörper im schlechten chemischen Zustand (Nitrat) Regionale Nitratbelastungen außerhalb von Grundwasserkörpern im schlechten Zustand Erosionsschutzmaßnahmen in stark erosionsgefährdeten Ackerflächen mit Gewässeranbindung (CC2 Flächen). Zusammen führung 16

Konzept zur Maßnahmenumsetzung für den Bereich Grundwasser Enge Zusammenarbeit zwischen Wasserwirtschaft und Landwirtschaft In der Region gibt es eine Düngebedarfsempfehlung, die dem Gewässerschutz Rechnung trägt. Die Beratung konzentriert sich zunehmend auf die Betriebe, die bisher noch nicht erreicht wurden. Den Effekten des Klimawandels muss Rechnung getragen werden (z. B. Anpassungsstrategien an Trockenphasen durch geteilte Düngegaben, Fruchtfolgeauswahl, Bodenbearbeitung). Zwischenfruchtanbau sollte Standard werden. Leuchtturmprojekte Erosionsschutzberatung in Hot Spot Gebieten sowie Gemüsebau. Beratungsziele für die gewässerschutzorientierte landwirtschaftliche Beratung sind die Minderung der Herbst-N min-gehalte auf Werte < 30 kg N/ha und Jahr sowie die Reduktion der N-Hoftorbilanzen < 40 kg N/ha. 17

Beispiele umgesetzter Maßnahmen Vorstellung des Maßnahmenprogramms 2015-2021

Geis nicht renaturiert (Ortslage Bad Hersfeld) BIL W. Haaß 19

Geis vor und während der Maßnahmenumsetzung (Ortslage Bad Hersfeld) WAGU 20

Geis renaturiert (Ortslage Bad Hersfeld) BIL W. Haaß 21