Visthus im Juni 2013 Dieses Jahr ging es wieder an den Vistenfjord (etwa 30 km östlich von Vega gelegen). Ich war Teil einer neunköpfigen Truppe im Alter von 23 Jahren bis Mitte 60. Für mich war es das zweite Mal am Vistenfjord, für meinen Freund Henning das vierte Mal und für vier Sportsfreunde der erste Versuch. Die Gruppe (noch ohne mich) Das Ziel Haben wir besser oder schlechter gefangen als das letzte Mal? Schwer zu sagen, ich würde sagen: Anders! Am besten ist es wohl, wenn ich auf die Fischarten eingehe. Die Problemkinder: Pollack: Er ist einer unserer Lieblingsfische an der Spinnrute und in der Küche. In der Vergangenheit gab es nie sehr viele Pollacks, aber dann in einer sehr gute Durchschnittgröße (ca. 75 cm). Wir haben es häufig an den üblichen Stellen probiert, aber es kamen nur zwei Pollacks in den üblichen Größen ins Boot und drei Winzlinge. Ich vermute, dass Pollachius Pollachius grade mitten in der Laichzeit war und anderes im Kopf hatte als fressen. Andere Angler im Camp hatten überhaupt keinen Pollack in den Wannen. Seelachs: Leider war der Schwarmfisch (noch) nicht da. Lediglich zwei schöne 90+ Exemplare gingen Jürgen beim Gummifischangeln im Straumen und Henning beim Lachsschleppen im Freiwasser an den Haken. Der Seelachs von Jürgen bis untypischerweise direkt über Grund und konnte somit nur zur Seite flüchten. Somit fiel der Drill anders aus als üblich, aber einen tollen Kampf lieferte er trotzdem. Wir hätten aller gerne mehr dieser tollen Fighter mit der Spinnrute gefangen, aber es sollte dieses Mal trotz vieler Versuche mit dem klassischen Speedpilken nicht funktionieren. Salmoniden: Letztes Mal erwischten wir bei drei gezielten Schleppversuchen 8 Meerforellen und einen Lachs dieses Jahr gingen wir leer aus. Bei einem Einlauf eines kleinen Flusses hatten wir einen rasanten Biss, bei dem der Fisch gut 40 Meter von der Rolle zog. Leider stieg der Lachs (es kann eigentlich kein anderer Fisch gewesen sein) nach einer halben Minute aus. Wo waren die Salmoniden? Keine Ahnung. Ich weiß nicht, ob es einer größeren Tiefe mehr Bisse gebracht hätte, aber ohne Downrigger waren nur Tiefen bis max. 15 Meter möglich.
Hennings 81 er Pollack Jürgen mit 90+ Seelachs Was gut ging: Dorsch: Der Brot und Butterfisch biss in einer noch größeren Durchschnittsgröße als letztes Mal. Außerhalb des Fjordes und des Vevelstadsundes würde ich den Durchschnitt mit ca. 75 cm angeben. Wir angelten viel mit der Spinnrute und 15er Gummifischen und an diesem Geschirr machen diese Fische schon richtig Spaß. Größtes Exemplar war der 1,03 m Dorsch von Christian W. Auch ich konnte mit 97cm meinen zweitgrößten Dorsch mit der kräftigen Rute fangen. Es gingen aber auch einige 90+ Dorsche an die leichte Rute. Den Vogel schoss unser Youngster Max ab. Im Straumen erwischte er einen 96er Dorsch mit 7 kleinen Köhlern im Bauch! Das fette Mastschwein (der Dorsch nicht Max ; )) wog deutlich über 10 Kilo. Christian V. und Franz erwischten in einer großen Bucht einen Dorschschwarm, den sie auf Sicht ärgern konnten. Henning, Max und ich erwischten auf einem Plateau eine Stelle mit 90er Dorschen, die große Gummis wollten. Es gab viele Beispiele, die zeigten, wie gut der Dorschbestand außerhalb des Fjordes ist. Auch unsere Plattfischfreunde Jürgen und Christian V., die Schollen fangen wollten, mussten sich davon überzeugen, dass die Dorsche schneller und zahlreicher waren. Die Angelei im Fjord, auf die wir aufgrund einiger Tage mit starkem Wind ausweichen mussten, war dieses Jahr nicht ganz so ergiebig (von Ausnahmen abgesehen). Max mit seinem Dickerchen Wieso kommt bei dem Dorsch keine Freude auf?
Christian W. mit tollem Dorsch und fantastischem Hintergrund Heilbutt: Der Bestand des Königs des Nordmeeres hat sich noch weiter verbessert. Wann immer wir außerhalb des Fjordes angeln konnten, hatte zumindest eines der vier Boote Buttkontakt. Schon am Anreisetag fuhr Selli mit unserem Benjamin Max in unsere Heilbuttbucht. Man kann es kaum glauben, aber nach keiner Stunde erhielt unser Norgerookie einen Buttbiss auf die Spinnrute, den er perfekt drillte und den Selli beim ersten Versuch keschern konnte. So ganz nebenbei war es mit 1,10 m und 30 Pfund unser Spinnrutenrekord. Ganz großes Kino! Auch unser Senior Franz fing an der Spinnrute einen tollen Butt von 1,07 m. Ich durfte dabei sein, als Henning innerhalb von 10 Minuten erst einen untermaßigen und dann knapp metrigen Butt im Flachwasser fing. Den Biss des größeren Butts konnte ich im klaren Wasser miterleben und die erste Flucht war dermaßen rasant, dass ich mit dem Boot einige Meter hinterherfahren musste. Max mit seinem 1,10 m Spinnbutt Franz 1,07 m auch gesponnen Christian W. und Detlef hatten beim Schleppen von Mindlandet eine Traumstunde, in der sie in kurzer Zeit drei Butts fingen. Detlef konnte seine Bestmarke dabei auf 1,07 steigern. Selli fing neben einem kleinen Spinnbutt beim Schleppen auch seine neue Bestmarke von 1,08 m.
D Die Ich konnte nur einen Butt fangen, aber beschweren möchte ich mich nicht ; ). Henning, Max und ich waren mal wieder auf einem unserer Lieblingsplätze: Störgrunnen. Wir hatten erst eine gute Drift, die aber dann später nachließ. Ich fing mit der Spinnrute nebenbei einen 40er Seelachs, den ich als Köder am Deadbait Kopf ausprobieren wollte. Wir beschlossen zu schleppen. Ich erzählte Max noch, dass ich mit meinen Fängen noch nicht richtig zufrieden war. Wenigstens einen Butt wollte ich auch fangen. Es wäre vermessen zu erwarten, meine Bestleistung mit 48 Pfund zu steigern. Aber, so sagte ich zu Max, ist Störgrunnen auch ein Platz, wo die richtig große Butts mal vorbeischauen. 5 Minuten nach diesem Satz rumste es bei mir richtig! Am Anfang, als noch viel Schnur draußen war, konnte ich die Größe schlecht einschätzen. Als wir aber über dem Fisch standen und ich mit meiner Bremseinstellung von 4 KG den Butt nicht bewegen konnte, wusste ich, dass dies der große, böse Butt war (natürlich hätte der Fisch auch quergehakt sein können. Ich stand vorne im Bug und erhöhte den Bremsdruck weiter. Nach 5 Minuten tat mir derart der Rücken weh, dass ich auf der Mittelbank im Sitzen weiterkämpfte. Als der Butt zum ersten Mal hochkam, wussten wir, dass er eine ähnliche Größe hatte wie Hennings 2011er Butt, den wir verloren hatten. Natürlich nahm der Butte wieder die 30 Meter zum Grund in einem Rutsch. Beim zweiten Mal waren wir vorbereitet. Das Flying Gaff war allerdings etwas zu stark am Stiel gefestigt, so dass es halt nicht abriss, sondern komplett über Bord ging. Da der Butt aber nicht sofort abtauchte, ergriff Henning das geschmiedete Gaff mit zwei Händen, ich kam mit eine Hand zur Hilfe und wir wuchteten den Butt über Board. Großer Jubel ertönte, der Butt war bezwungen. Und Max hatte die komplette Landung gefilmt geil! 1,47 m und 85 Pfund waren die Maße des Fisches, der mich einfach nur platt gemacht hatte. erfolgreiche Schlepptour von Detlef und Christian W.
Fäää Fängiger Der Fight und das Ergebnis: Mein neuer Bettvorleger! Am letzten Angeltag der Kerngruppe (ich musste vier Tage vorher das gelobte Land verlassen) hakte Christian V. ein ähnliches Kaliber beim Schleppen in 8 m (!) Wassertiefe. Der Butt raste nach dem Biss auf das Boot zu und schwamm unter dem Boot weiter, so dass Christian die Rute um die Spitze führen musste. Das Manöver funktionierte nur leider riss der Butt von der stark eingestellten Bremse weiter Schnur. Es kam leider zum worst case: Nach 50 Metern machte es peng! Höchstwahrscheinlich hatte die Schnur Kontakt mit einem Felsen oder Muscheln genommen. Manchmal gewinnt leider der Butt ; ( Auch unser Scholllenjäger Jürgen bekam beim Stippen im Hafen einen Biss, der am leichten Zeug nicht zu halten war. Schleppköder Sellis tolle Platte
Was sonst noch so biss: Klassisches Grundangeln auf Leng und Lumb brachte am Anfang gar nichts (Laichzeit?), dann konnte wir aber doch vier Lumbs erbeuten. Steinbeißer: Beim ersten gezielten Versuch konnten Christian W. und ich gleich zwei Wölfe überlisten (Mal wieder Störgrunnen). Als Selli und Max bei Nieselregen und kaltem Wetter die Muschelfarm am Straumen auf Steinbeißer untersuchen wollten, wer bekam dann wohl den ersten Biss? Natürlich unser Youngster Max! Mit Circle Hooks nicht angeschlagen und alles richtig gemacht der Junge hats halt drauf ; ) Selli setzte bei der nächsten Drift direkt nach und der Abend der beiden war veredelt. Zwei tolle Fische mit ca. 80 cm. Sonstige Grundfische: Henning und ich wollten endlich mal einen großen Rotbarsch fangen und hatten uns deshalb auch Rotbarschvorfächer besorgt. Beim ersten befischen einer möglichen Stelle bekamen wir auch sofort Bisse, die sich allerdings als kleine Rotbarsche (Berguer) und große Wittlinge (50 bis 65 cm) entpuppten. Aber wir fingen später auch jeder unseren Zielfisch Mission erfüllt! Uns macht die Art auch viel Spaß, da man nie wusste was grade am Haken war. Mehr als einmal war es nicht der Rekordwittling sondern ein guter Dorsch auf 120 Metern. Da war pumpen angesagt! Zwei dicke Schellfische um die 70 cm gingen an den Haken und Henning fing am letzten Tag die erste Makrele. Diese schraubte die Artenanzahl auf 11.
Der Wettkampf: Auch dieses Mal gab es wieder den Wettkampf bester Angler, bei dem es um die Vielseitigkeit innerhalb von zwei Tagen ging. Am ersten Tag fingen wir mit der Kategorie Kleinfisch an. Ich konnte mit einem großen Rotbarsch punkten, während Christian W., Henning und Max mit Wittlingen mehr Zentimeter = Punkte sammelten. Dann kam der Problemfisch Pollack, bei dem nur Christian W. mit einem kleinen punkten konnte. Max und Henning konnten Dorsche bis Anfang 90 fangen und lagen in dieser Kategorie vorne. Am nächsten Tag konnten im Bereich Grundfisch von Christian W. und mir erst Steinbeißer und dann Lumb gefangen werden. Beim Buttschleppen und zweiten Pollackversuch (dramatischer Filmtitel: Entscheidung vor Rodöya) bissen keine Zielfische, sondern nur Dorsche. Max konnte auf dem anderen Boot keine Grundfische überlisten (dafür aber seinen Wittling von Tag eins toppen) und auch die Teilnehmer, die am ersten Tag aufgrund des Regens sich lieber mental vorbereiten wollten, fingen nur Dorsche. Somit stand der Sieger fest: Christian W. konnte in vier Kategorien punkten (266 Punkte), ich in dreien (196 Punkte), Henning (148) und Max (147) waren mit zwei Wertungsfischen fast gleichauf. Chrstian V., Jürgen, Selli und Franz fingen nur Dorsch. Der Titelverteidiger (Detlef) brachte keinen Fisch in die Wertung. Entscheidung vor Rodoya
Tretboot ähh Angelboot in Seenot: The winner takes it all Ich war zusammen mit Franz und Christian V. im Boot. Zuerst probierten wir es zusammen mit einem Nachbarboot am 60er Plateau vor Stokka. Da sich hier und am U Boot nichts tat, wollten wir noch in die Heilbuttbucht. Hier tat sich dann auch nichts. Der Wind frischte auf, so dass wir unseren Pollackversuch, den wir eigentlich noch starten wollten, abhakten. Als wir nun durch den Trosundet Richtung Heimat fuhren, wurden die Wellen größer und größer. Am Ausgang des Sundes begrüßte uns eine Kreuzsee mit 1,5 m Wellen. Als diese sich noch weiter auftürmten und die erste Welle in das Boot brach, war eine schnelle Planänderung notwendig. Wir waren in der Nähe von Trovika eine Bucht die sandig ausläuft. Da wir keinen Anker an Bord hatten, gab es nur die Variante stranden. Alles passte und wir hatten bald sicheren Boden unter den Füßen. Dummerweise hatte unser einziges Handy Wasser abbekommen. So klapperte ich die Ferienhäuser der Insel um Hilfe ab. Zwei Norwegerinnen öffneten mir beim 5. Haus und wir riefen unseren Vermieter um 2 Uhr Nachts an. Der konnte zwar nicht verstehen, wieso die Wellen außerhalb des Fjordes so hoch waren, kam aber mit seinem Boot vorbei, checkte unseren Motor (bei der Landung bekamen wir den Motor nicht hockgeklappt) und es ging zusammen im Verbund bei immer noch starker See Richtung Visthus. Ende gut, alles gut. Wir haben in dieser Situation das Richtige unternommen und niemand ist zu schade gekommen. Aber einen ordentlichen Schreck hatten wir alle in den Gliedern. Abwettern in Trovika bzw. gestrandet! norwegischer Begleitservice
Alles in allem ein schöner Urlaub mit guten Fängen. Ich war froh, einmal wieder in Mittelnorwegen im schönen Camp Visthus gewesen zu sein.