Beispiel eines Fragebogens

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Transkript:

Beispiel eines Fragebogens Vor der Aufnahme eines Pflegekindes ersuchen die meisten Pflegekinderdienste um die Beantwortung einiger Fragen, die sie mittels eines Fragebogens abrufen. Jeder Pflegekinderdinest hat dabei seinen eigenen Fragebogen, so dass der hier vorliegende lediglich einer von vielen möglichen ist. Sowohl Umfang, als auch Gehalt dieses Fragebogens sind weder repräsentativ, noch kann dieser Fragebogen den Fragebogen des zuständigen Pflegekinderdienstes ersetzen. Als Hilfe im Vorfeld einer Pflegschaftsübernahme jedoch kann dieser Fragebogen einiges leisten. Beantworten Sie bitte sämtliche Fragen spontan und bedenken Sie nicht, was jemand anders von Ihren Antworten halten könnte. Seien Sie ehrlich und denken Sie ausschliesslich an Ihre persönliche Situation und keinesfalls an ein bedürftiges Kind. Beide Bewerber sollten zu jeder Frage (mindestens) einen Satz schreiben, oder Sie seinen Vorstellungen entsprechend beantworten. Beispielsweise kann es dem Pflegevaterbewerber nicht wichtig sein, was die Verwandtschaft von dem Plan hält ein Pflegekind aufzunehmen, der Pflegemutterbewerberin hingegen schon. Oder sie hat keine Vorbehalte fremdländischen Kindern gegenüber, er schon. Nehmen Sie sich Zeit und viel Papier. Ihr Pflegeelternforum Team

Gedanken zur Aufnahme eines Kindes Wie ist Ihr Wunsch entstanden, ein Kind aufzunehmen? Von wem ging dieser Wunsch aus? Wieviele Kinder welchen Alterns würden Sie gerne aufnehmen? Gibt es bestimmte Gründe hierfür? Haben Sie sich auf ein bestimmtes Geschlecht des Kindes festgelegt? ( ) ja, und zwar Gibt es hierfür bestimmte Gründe? Manche Kinder, für die wir neue Eltern suchen, stammen aus Familien mit anderer Hautfarbe, Mentalität, anderer Nationalität und Staatsbürgerschaft. Haben Sie feste Vorstellungen hinsichtlich der Hautfarbe und Nationalität des Kindes? Trauen Sie sich, wenn Sie an die in manchen Teilen unserer Gesellschaft bestehenden Vorbehalte gegenüber Ausländern bishin zur Ausländerfeindlichkeit denken, die Aufnahme beispielsweise eines dunkelhäutigen Kindes zu? ( ) ja, eventuelle Einschränkungen Würden Sie sich zutrauen, auch Zwillinge oder Geschwister, die wir nicht trennen können, aufzunehmen? ( ) ja Wer wird sich für das Kind verantwortlich fühlen, falls Ihnen etwas zustoßen sollte? Worauf freuen Sie sich persönlich bei der Aufnahme eines Kindes? Wie hat Ihr Kind/wie haben Ihre Kinder auf Ihren Wunsch reagiert, ein Kind aufnehmen zu wollen? Worauf freut sich Ihr Kind/freuen sich Ihre Kinder bei dem Gedanken, einen Bruder oder eine Schwester zu bekommen? Was beunruhigt oder ängstigt Ihr Kind/Ihre Kinder dabei? Beabsichtigen Sie, nach Aufnahme eines Kindes Ihre Berufstätigkeit einzuschränken oder aufzugeben?

Liegt ihnen daran, Ihre Familie, Freunde, Nachbarn usw. über Ihren Wunsch ein Kind aufzunehmen, zu informieren? Haben Sie dies bereits getan?, weil Wie waren deren Reaktionen? Welche Freizeitinteressen haben Sie? Welche Interessen hat Ihr Kind/haben Ihre Kinder? Gibt es gesellschaftliche Gruppierungen, die für Sie und Ihr Familienleben besondere Bedeutung haben? Wenn ja, welche? Haben Sie bereits Erfahrung im Umgang oder Zusammenleben mit Kindern? ( ) ja, und zwar mit ( ) eigenen ( ) Verwandtschaft ( ) Nachbarschaft, Beruf ( ) ehrenamtliche Tätigkeit Die Fachkräfte lernen die leiblichen Eltern der zu vermittelnden Kinder in der Regel intensiv kennen. Jedes Kind wird im Verlaufe seiner Entwicklung viele Fragen nach seiner Herkunft und seiner Herkunftsfamilie haben. Wie geht es Ihnen damit? Wird es Ihnen möglich sein, die Beantwortung dieser Fragen in den Erziehungsalltag des Kindes einzubeziehen? Was bedeutet für Sie Erziehung und was sollte diese Ihrer Ansicht nach beinhalten? Kontakte mit leiblichen Eltern könnten wir uns vorstellen, weil Wie stellen Sie sich diese Kontakte zur Familie Ihrer Adoptiv-/Pflegekinder vor? Könnten Sie sich vorstellen, "Eltern auf Zeit" zu sein? Wären Sie zur Zusammenarbeit mit den bisherigen Bezugspersonen des Kindes bereit, wenn das Kind vor der Aufnahme in Ihre Familie in einer anderen Pflegefamilie oder einem Heim lebte? Wie stehen Sie zur Aufnahme eines Kindes, dessen Herkunft ungeklärt ist (unbekannte Vaterschaft)? Würden Sie ein Pflegekind, das bereits in Ihrer Familie lebt, adoptieren, falls es zur Adoption freigegeben würde?

Kommt für Sie nur die Aufnahme eines zur Adoption freigegebenen Kindes in Frage?, weil Welche Überlegungen sprechen Ihrer Meinung nach dafür oder evtl. auch dagegen, ein Kind über seine leiblichen Eltern und Geschwister zu informieren? Wann ist es Ihres Erachtens angebracht und erforderlich, das Kind darüber zu informieren, daß Sie nicht seine leiblichen Eltern sind? Können Sie sich vorstellen, den abgebenden Eltern Ihres Adoptivkindes ab und zu Informationen über die Entwicklung des Kindes und evtl. auch Fotos zukommen zu lassen? Wie würden Sie sich verhalten, wenn Ihr Kind beispielsweise während der Pubertät unbedingt seine leiblichen Eltern und Geschwister kennenlernen möchte? Trauen Sie sich zu, auch ein Kind, das in erhöhtem Maße Zuwendung braucht, in Ihre Familie aufzunehmen? ( ) ja, und zwar ein ( ) lernbehindertes Kind, ein Kind, das eine Sonderschule besucht oder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit besuchen wird, das somit schulisch ganz besonders intensiv gefördert werden muß und zugleich geringere Chancen haben wird, eine qualifizierte Berufsausbildung zu absolvieren, ( ) verhaltensgestörtes Kind, ein Kind, das aufgrund seiner bisherigen Entwicklung mit Verhaltensauffälligkeiten wie Einnässen, Einkoten, Aggressionen, Lügen oder Stehlen reagiert, ( ) körperbehindertes Kind, ein Kind, das z.b. gehbehindert ist, auch auf Dauer orthopädische Hilfsmittel oder regelmäßige ärztliche Behandlung oder therapeutische Hilfen benötigt, ( ) geistig behindertes Kind, ein Kind, das in verstärktem Maße auf Fürsorge und Betreuung angewiesen ist und besonders im lebenspraktischen Bereich gefördert werden kann und muß, ( ) sinnesgeschädigtes Kind, ein Kind, das seh- und/oder hörgeschädigt ist, ( ) Kind mit gesundheitlichen Risiken, Säugling oder Kleinkind, bei dem nicht mit absoluter Sicherheit eine dauerhafte Erkrankung oder Schädigung ausgeschlossen werden kann, ( ) Kind aus einer Inzestbeziehung, ( ) mißhandeltes oder mißbrauchtes Kind.

Viele Kinder sind ihren leiblichen Eltern sprichwörtlich "wie aus dem Gesicht geschnitten". Daß bestimmte körperliche Merkmale, wie die Farbe der Haare oder der Augen, durch die Erbanlagen bestimmt werden, ist sicher nicht zu bestreiten. Ob aber auch die Entwicklung eines Kindes, seine Persönlichkeit und sein Lebensweg von den Erbanlagen der leiblichen Familie beeinflußt, geprägt oder gar festgelegt wird oder ob die soziale Umwelt (Eltern, Geschwister, Freunde,...) bei der Entwicklung eines Kindes eine stärkere Rolle spielt, ist umstritten. Wie stehen Sie zu dieser Frage? Würde es sie beunruhigen, wenn die leiblichen Eltern des Kindes (einer oder beide) ( ) alkohol-, drogen- oder medikamentenabhängig sind, ( ) an einer psychischen Krankheit leiden, ( ) straffällig geworden sind, ( ) der Prostitution nachgehen, ( ) geistig behindert sind, ( ) als aggressiv, jähzornig und unberechenbar beschrieben werden? Wessen Rat und Hilfe würden Sie suchen, wenn Sie sich mit der Erziehung Ihres Kindes überfordert fühlen? Welche möglichen Verhaltensweisen eines Kindes würden sie wohl am meisten stören oder belasten? Welche Verhaltensweisen wären Ihnen ganz besonders wichtig? Trotz intensiver Vorbereitung des Kindes und der neuen Familie scheitern einige Vermittlungen. In welchem Fall glauben Sie würden Sie sich von Ihrem Kind wieder trennen? Wenn Ihr Jugendamt Elternseminare anbieten würden, könnten Sie sich eine Teilnahme vorstellen und welche Erwartungen hätten Sie? Wie stehen Sie zu einer kontinuierlichen Mitarbeit in einer Pflege- oder Adoptivelterngruppe?