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Inhalt Zwei Jugendcliquen sind verfeindet bis aufs Blut. Tägliche Kämpfe der Hip-Hopper gegen die Techno- Gang und die Sucht nach Anerkennung bestimmen das Leben der Jugendlichen in Shakesbaum. In dieser verfeindeten Welt lernen sich Romeo und Julia kennen und verlieben sich. Was wie ein Märchen beginnt, wird durch den Hass und die Rache ihrer Freunde knallharte Realität mit Mord und Totschlag. Mit einem selbst geschriebenen und inszenierten Theaterstück überträgt der Literaturkurs der Jahrgangsstufe 12 das Liebesdrama Romeo und Julia von William Shakespeare in die heutige Zeit. Rollen Romeo Julia Mercutio Tybald Benno Paris Volio Sarah Rosamunde Anna Tine Klara Freundin Rosamunde Schwester von Julia Mutter von Romeo Vater von Julia Gaby Tim Tom DJ Dealer Gewissen bester Freund von Romeo Cousin von Julia Kumpel von Romeo bester Freund von Tybald Kumpel von Romeo Kumel von Romeo Freundin von Julia Ex-Freundin von Romeo Freundin von Julia beste Freundin von Rosamunde Freundin von Julia Freundin der Mutter Kumpel von Tybald Kumpel von Tybald theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 3
ERSTER AKT 1. Szene Mercutio, Benno und Volio stehen auf einem Platz, hören Hip Hop und tanzen herum. Das geht voll ab. Joo. Ja man. Aha. Yeah. Währenddessen kommen Tybalt, Tim und Tom.. Sie begrüßen die Chicks Sarah, Anna und Klara Die Gruppen treffen aufeinander TYBALT UND CO. TIM TOM Was machen die denn hier? Spastis. Oooh. Willst du cool die Straßen rocken mit Blick zum Publikum, musst die Hose aus den Socken. Tybalt geht um Mercutio und Co. herum und zieht Mercutio die Hose aus den Socken. UND TOM TIM TOM zu Tim Was willst du denn du Lackaffe?! Mercutio schubst ihn. Opfer Opfer. Seid ihr langweilig! Ist da ne Windel drin oder warum trägst du so ne weite Hose? Haut ab ihr Kleinkinder. Ihr habt ja gar keine Ahnung, was cool ist. Oder habt ihr da wen drunter versteckt? Willst du wissen was ich in der Hose habe? Zieht Kinderriegel hervor und schmeißt ihn zu Tybald. Hier für dich du kleiner Wicht. Ein Kinderriegel. Tybald will auf Mercutio losgehen, wird von seinen Freunden zurück gehalten Auftritt Romeo und Rosalinde Da kommt ja noch was Süßes. Romeo! M.E.R.C.U.T.I.O. Große Begrüßung erst dann bemerkt er Tybald und Co. Was wollen die denn hier? Tybald will wieder auf die Gruppe losgehen, wird weiter zurück gehalten. Anna, Sarah, Klara begeistert schwärmend Da kommt Paris! Auftritt Paris, Begrüßung Paris und Tybald, Paris zieht Tybald verschwörerisch an den vorderen Bühnenrand. Romeos Clique beobachtet die beiden. PARIS Sag mal Tybald, hast du mir schon die Julia klar gemacht? Ich bin dran. Meinem Onkel, also Julias Vater habe ich schon von dir erzählt, der konnte sich noch an dich erinnern und war begeistert! Habt ihr das gehört Leute! Ist das peinlich, der braucht ne Partnervermittlung! Hier geht s ja auch um ne super Frau. So eine Schabracke wie du hast, da ists ja nicht schwer dranzukommen. geht auf ihn zu, die Mädels stehen auf und gehen zu ihrer Clique Sag das noch einmal. Die ist doch total leicht zu haben, nix Besonderes. Aber das seid ihr ja alle nicht. theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 4
Romeos Clique geht auf Tybalds Clique los. Großes Gerangel. STIMME Ihr werdet alle sterben! zieht Romeo weg Komm, das reicht. Lass uns in Frieden gehen. Die Gruppen gehen auseinander. Außer Tybald, der bleibt stehen. Was? Ziehn und Friede rufen? Wie die Hölle hass ich dies Wort. Licht aus. Cliquen formieren sich zum Chor (jede auf ihrer Seite.) Die beiden Jugendgruppen stellen sich auf und reden abwechselnd und im Chor. Ab. Chor: Zwei Häuser gleich an Würde und Gebot, Euch in Krefeld unser Spiel entdeckt: Wie altem Hader neuer Hass entlohnt, Mit Bürgerblut sich Bürgerhand befleckt. Wie aus der Feinde unheilschwangerm Schoß - Unsternverfolgt - ein Liebespaar entspringt, Das erst durch ein unselig bitter Los Der Nationen Zwist zu spätem Frieden zwingt: Ach, dieser todgeweihten Liebe Lauf, Des Menschenhasses Wüten, dem ein Ziel Der beiden Tod nur setzt - all das zeigt auf der Bühne buntes Spiel! Wollt Ihr es hör'n huldvolles Ohres - wisst: Wir bessern gern, was noch zu bessern ist! 2. Szene: Bei Romeo zu Hause Mutter und Freundin Gaby sitzen beim Kaffeetrinken Willst du noch eine Tasse Kaffee, Monika? Danke, gerne. Hast du heute schon Zeitung gelesen? Es gab schon wieder eine Schlägerei zwischen diesen beiden Jugendgruppen. Die einen nennen sich Capulets, die anderen Montagues! Komische Namen. Warum gehen die Jugendlichen nicht vernünftig miteinander um? Als wäre es ein Drama, die falsche Musik zu hören und sich nicht richtig anzuziehen. Aber ich glaube wir waren früher auch nicht anders. Wobei ich mich an keinen Bandenkrieg erinnern kann und in die Zeitung haben wir es auch nicht geschafft. Aber heutzutage wird eben sofort zurück geschlagen, aggressiv und ohne vorher nachzudenken. Machst du dir eigentlich Sorgen um deinen Sohn? Romeo? Ich weiß nicht. Er ist jeden Tag mit seiner Clique unterwegs, hört total laute Hip Hop Musik und achtet unheimlich auf sein Äußeres.. Das ist mir auch schon aufgefallen, er trägt ja die Socken über den Hosen! Beiden lachen. Und ständig bringt er ein anderes Mädchen mit nach Hause. Ich hoffe, dass es deswegen nie eine Schlägerei gibt. theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 5
Vor der Türe Im Wohnzimmer Du hast recht, die Liebe kann ganz schön blind machen, und wenn man sich nicht unter Kontrolle hat, kann das böse enden Nun mal mal nicht gleich den Teufel an die Wand! Liebe und Pubertät sind zwar anstrengend, aber deswegen gleich an Mord und Totschlag zu denken, finde ich übertrieben. Danke fürs nach Hause bringen, Süße. Moment mal. Wir sind jetzt schon seit 2 Wochen zusammen. Willst du mich nicht mal Deiner Mutter vorstellen? Ok, wenn du unbedingt willst. Romeo, wie schön! Wir haben gerade von Dir gesprochen! Hi Mama, hi Gaby. Das ist übrigens meine neue Freundin Rosalinde. Aha, sehr interessant! Guten Tag. Schön. Pause. Das 3. Kennenlernen dieser Art, in einem Monat. Alle Achtung mein Junge! Wie meinen Sie das? Schau mal Rosalinde, da draußen fliegt ein toter Vogel. Zu seiner Mutter Mama hör auf! Dieses mal ist es mir ernst. Das kommt mir bekannt vor. Monika, hör auf, nicht jetzt und nicht hier! Tote Vögel können noch doch gar nicht mehr fliegen. Und auch nicht mehr singen. So ist das im Leben und in der Liebe. Irgendwann ist es vorbei. Aber es gibt Vögel, die bringen sich selbst um und singen dabei ihr allerschönstes Lied. Du meinst den Dornenvogel. Wen? Ich versteh hier gar nix mehr. Es gibt die Legende von einem Vogel, der in seinem Leben nur ein einziges mal singt, doch singt er süßer als jedes andere Geschöpf auf der Erde. Von dem Augenblick an, da er sein Nest verlässt, sucht er nach einem Dornenbaum und ruht nicht, ehe er ihn nicht gefunden hat. Und wenn er im Gezweig zu singen beginnt, dann lässt er sich so drauf nieder, dass ihn der größte und schärfste Dorn durchbohrt. Doch während er stirbt, erhebt er sich über die Todesqual, und sein Gesang klingt herrlicher als das Jubeln der Lerche und das Flöten der Nachtigall. Ein unvergleichliches Lied, behallt mit dem eigenen Leben. Aber die ganze Welt hält inne, um zu lauschen, und Gott im Himmel lächelt. Das ist eine so wunderbar romantische Geschichte. Ich habe dazu mal ein Gedicht auswendig gelernt: Was ist der Liebe gleich? Sie ist wie ein Dornenvogel. Sie ereilt Dich sacht und leicht, überrollt Dich wie eine Woge. Du gibst Dich ihr hin ohne zu fragen. So wie der Dornenvogel seinem Schicksal. theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 6
Er stürzt sich in den Tod ohne zu klagen, um zu singen in seinem Leben ein einzig Mal. Es dringt der Dorn in seine Brust, so schmerzvoll und dennoch so süß. Sein einmaliger Gesang das Leiden vergißt, sein letzter Hauch uns alle grüßt. So ist auch die Liebe für uns mit ihrem Schmerz. Nur einmal im Leben erfährt man sie wahr. Sie bohrt sich hinein in unser Herz. Und so bleibt sie für immer da. Und muss der Vogel auch sterben, um zu singen ein einzig Mal, er sieht es nicht als sein Verderben. Er hat einfach keine and re Wahl. Also das ist mir jetzt zu kitschig. Wer bitte bringt sich denn aus Liebe um? So bescheuert muss man erstmal sein. Tschüss zusammen, ich muss jetzt für die Schule lernen. Geht ab Alles klar, kein Problem. Bis morgen dann. Geht ab So wies aussieht hat er wohl schon wieder einem Mädchen das Herz gebrochen. Schade, dass ihm offenbar der Sinn für Romantik fehlt. Dafür macht er jetzt Hausaufgaben, das ist auch nicht schlecht. Und mein Gefühl sagt mir, dass wir die Rosalinde nicht wiedersehen 3. Szene: Vorbereitungen für die Indianerparty bei Julia zu Hause Julia brezelt sich mit ihren Freundinnen für die Party auf. Ach ich bin so aufgeregt wegen heute abend! Das wird bestimmt super: Indianerparty im Technohouseclub, da freu ich mich schon seit Wochen drauf! Paris sieht als Indianer bestimmt noch besser aus als sonst! Stimmt, dem steht einfach alles. Und er steht auf dich, Julia! Wusstest du das schon? Na ja. Tybald macht ständig solche Andeutungen. Aber ich weiß nicht Wie du weißt nicht! Der Typ ist doch der Schönste von allen. Ich würde alles dafür geben, wenn er mich so anschauen würde wie dich. Also ich finde Tybald hat mehr drauf. Wenn der so richtig in Fahrt kommt, da schmelze ich immer so dahin Und er ist so bewundernswert stark. Wisst ihr noch gestern? Als er den Hoppern mal so richtig die Meinung gesagt hat? Julia, da hast du was verpasst! Die waren wieder so dermaßen aggro unterwegs und haben uns dann auch noch angemacht! Unglaublich war das. Aber Tybald hat alles für uns geregelt. Heldenhaft! Wollen wir hoffen, dass die uns heute in Ruhe lassen und Paris sich in eine andere verliebt. Genau! Vielleicht in mich! theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 7
Träum weiter. Wobei, wenn du dir die Haare so flechtest wie Julia, verwechselt er euch vielleicht Du spinnst. Du bist ja selber scharf auf Paris. Ne, die steht doch auf Tybald. Mädels, Stop! Wir werden uns doch nicht wegen der Jungs streiten! Du hast ja recht. Aber Julia, lass dir raten, wenn Du Paris heute Abend siehst bei unserem Fest, dann ließ im Buche seines Angesichts, in das der Schönheit Griffel Wonne schrieb, betrachte seiner Züge Lieblichkeit, wie jeglicher dem anderen Zierde leiht. So wirst du alles, was er hat, genießen, wenn du ihn hast, ohne etwas einzubüßen. Einbüßen? Nein zunehmen wird sie eher! Die Weiber nehmen oft durch Männer zu. Alle lachen und fangen an zu tanzen. Sag kurz: fühlst du dem Paris dich geneigt? Gern will ich sehen, ob Sehen Neigung zeugt. Doch weiter soll mein Blick den Flug nicht wagen, als ihn die Schwingen eures Beifalls tragen. Kleine Tanzperformance im Kreis zu lauter Musik kommt aus dem Publikum Juulia! Juuuuuulia.!! Juuuuuuuuuuuulia!!! Musik wird leiser Was ist denn Papa? Wie siehst du denn aus? Wir haben uns verkleidet. Für die Indianerparty heute Abend. Was! Eine Party? Aber wer passt auf dich auf? Tybald kommt auch mit. Tybald. Mein guter Neffe. Der ist wohl stark und wird dich beschützen. Darf ich nun gehen? Aber nur, wenn du mir versprichst, dich in Tybalds Nähe zu halten, im Lokal keinen Alkohol zu trinken und um 12 Uhr wieder zu Hause zu sein. Danke Papa! Ich versprechs dir. Was war los? Ich darf nur mitkommen, wenn ich verspreche, mich in Tybalds Nähe zu halten, auf der Party keinen Alkohol zu trinken und um 12 Uhr wieder zu Hause zu sein. Das ist doch kein Problem! In Tybalds Nähe bleiben wird sogar gerne. Alkohol können wir auch hier trinken (holt eine Falsche aus ihrer Handtasche). Prost Mädels! Und wenn Paris dir zu doll den Hof macht, ist Klara froh, wenn wir um 12 Uhr wieder zu Hause sind. Sie lachen, stoßen an und tanzen weiter. Tybald und Paris klingeln. Tybald mein guter Neffe. Schön dich zu sehen! Schon alle Vorbereitungen fürs Indianerfest getroffen? Freut mich auch sehr dich zu sehen, lieber Onkel! Heute Abend bin ich Häuptling Tybald, der Beschützer aller Indianerinnen vor dem Bösen. theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 8
PARIS Interessant. Wollen wir hoffen, dass du die Cowboys in die Flucht schlägst! Wen hast du denn da mitgebracht? Das ist mein Freund Paris. Ich habe dir schon von ihm erzählt. Ein toller Mann. Genau der Richtige für Julia. Aha. Du bist also der Paris. Was kannst du meinem Kind bieten? Ich arbeite mit Aktien und Immobilien, habe ein schnelles Auto und werde ihr jeden Wunsch von den Augen ablesen. Und das Wichtigste: er ist mein bester Freund. Nun gut. Meinen Segen habt ihr. Juulia! Juuuuuulia.!! Juuuuuuuuuuuulia!!! Julia und ihre Freundinnen kommen. Große Begrüßung. Sie verlassen das Haus. Such frohe Nächt auf frohe Tage, Kind! Das hat Shakespeare mal gesagt 4. Szene: Romeos Freunde überlegen, zur Party zu gehen Und, was geht heute Abend ab? Kein Plan. Rosalinde kommt mit ihren Freundinnen FREUNDIN Romeo kommt. FREUNDIN ALLE Mercutio kommt. ALLE Hey, schaut mal, was mir vorhin ein Typ auf der Straße in die Hand gedrückt hat! Das ist total cool! Einen Flyer. Der sieht aber ganz schön bunt aus. Gib mal her. Was soll denn die Feder da? Das ist ne Einladung zu einer Indianerparty im Technohouseclub. Technohouse? Wie Bitte??? Ich dachte du hättest Geschmack! Hey, werde ich jetzt nicht mal mehr richtig begrüßt? Sorry, aber wenn ich Techno höre, wird mir schlecht. Ja klar, geht mir ja auch so, aber hier geht s um ne Kostümparty und ich liebe es, mich zu verkleiden! Und inkognito im Technohouseclub können wir ja mal ein bisschen die Menge aufmischen, oder? Super Idee, ich bin dabei. Aber wo kriegen wir denn bitteschön die Klamotten dafür her? Meine Eltern haben ein Karnevalsgeschäft, da kriegen wir alle Kostüme, die wir wollen! Super!!! Was ist los? Ihr seid ja total begeistert! Wir gehen auf eine Indianerparty! Wieso das denn? Im Technohouseclub ist ne Indianerparty und da schleichen wir uns verkleidet rein. Super, aber wir können uns doch nicht genauso verkleiden wie diese Idioten! Wir sind doch die Montagues! Wir sind stark! Macht eine Geste, alle machen mit Und wir sind mutig! Macht eine Geste, alle machen mit Laßt uns als Cowboys gehen! Auf ja! Super! theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 9
Gehen ab. Dann nix wie los! 5. Szene: IndianerParty Musik läuft, Vorhang auf, Disco, Indianer bewegen sich erst relaxed auf der Tanzfläche, beginnen dann ihre Performance. Am Ende des Tanzsolos von Tybald wechselt das Licht in kalte Blau- und Grüntöne. Musikwechsel von Techno zu Bonanza. Die Cowboys stürmen vom Publikum aus vor die Bühne und beginnen dort ihre Performance. Indianerkinder (Chor) verstecken sich. Cowboys rennen auf die Bühne, hin und her Geschubse Kurz bevor die Situation eskaliert, stoppt die Musik und der DJ schiebt sich von hinten in den Spalt, die anderen weichen vor ihm ein Stück zurück.. DJ Ruhe jetzt und Friede! Ich möchte nicht für alles Gut der Stadt, dass in meinem Haus jemand zu Schaden kommt! So zeigt euch freundlich, streift die Runzeln weg, die übel sich bei einem Feste ziemen. Pause, geht zum DJ Pult zurück, Menge ist wie erstarrt. Das heißt im Klartext: Wer pöbelt und prügelt, fliegt raus und kriegt Hausverbot. Und zwar für immer! Die Menge ist erschüttert und irritiert man hört im wilden Gemurmel oh nein, was?!? und jetzt usw. geht an den Rand Mir kämpft Geduld aus Zwang mit will`ger Wut. Im Innern empört mein siedend Blut. - Ich gehe. Doch so frech sich aufzudringen, was Lust ihnen macht, soll bittren Lohn ihnen bringen. Geht ab DJ spielt Cowboy und Indianer. Alle tanzen den Tanz durcheinander, nach dem 1. Refrain bilden Anna und Sarah das erste Spaliertor, durch das nach und nach alle laufen, als letzte tanzen Romeo und Julia durch den Tunnel, wenn sie zum Tor rauskommen, wechselt das Licht auf rosa/rot. Die beiden schauen sich an, die Musik wird langsam ausgedreht, der Kinderchor formiert sich und fängt an zu singen (can t get you out of my head), Romeo und Julia fangen an zu tanzen. Am Ende des Liedes küssen sie sich. Romeo wird von Mercutio, Julia von Anna zur Seite gezogen. Romeo! Du hast gerade die Cousine von Tybald geküsst! Sie eine Capulet? O teurer Preis! Mein Leben ist meinem Feind als Schuld dahingegeben. Fort! Lasst uns gehen; die Lust ist bald dahin. Sie gehen mit Benno ab Sag, wer ist s der eben durch die Türe geht? Sein Nam ist Romeo, ein Montague. So einz ge Lieb aus großem Hass entbrannt! Ich sah zu früh, den ich zu spät erkannt. O Wunderwerk! Ich fühle mich getrieben, den ärgsten Feind aufs zärtlichste zu lieben. Julia verlässt die Party, die Musik geht wieder an, die Menge tanzt weiter, Vorhang zu Musik wird dabei leiser. ZWEITER AKT theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 10
1. Szene: Romeo lässt seine Freunde stehen Romeo und Julia sind die getrennten Treppen ab ins Publikum gelaufen. Romeo sieht Julia und läuft ihr hinterher durchs Publikum. Mercutio und Benno bleiben ohne ihn zurück. 2. Szene: Vor Julias Fenster He Romeo! Er lief hinter Julia her! Ruf ihn Mercutio! Ja, auch beschwören will ich. Romeo! Was? Leidenschaft! Verliebter! Erscheine du, Gestalt wie ein Seufzer; Sprich nur ein Reimchen, so genügts mir schon; ein Ach nur jammre, paare Lieb und Triebe; Gib der Gevatt rin Venus ein gut Wort, Schimpf eins auf ihren blinden Sohn und Erben, Held Amor, der so flink gezielt als König Cophetua das Bettlermädchen liebte. Er höret nicht, er regt sich nicht, er rührt sich nicht. Der Aff ist tot; - Ich muss ihn wohl beschwören. Nun wohl! Bei Rosalindens hellem Auge bei ihrer Purpurlipp und hohen Stirn beschwör ich dich, dass du uns jetzt erscheinst!. Wenn er dich hört, so wird er zornig werden. Hierüber kann er s nicht; er hätte Grund, bannt ich hinauf in seiner Dame Kreis ihm einen Geist von seltsam eigner Art und ließe den da stehen, bis sie den Trotz gezähmt und nieder ihn beschworen hätte. Das wär Beschimpfung! Meine Anrufung ist gut und ehrlich; mit der Liebsten Namen beschwör ich ihn, bloß um ihn aufzurichten. Komm! Er verbarg sich hinter jenen Bäumen und pflegt des Umgangs mit der feuchten Nacht. Die Lieb ist blind, das Dunkel ist ihr recht. Ist Liebe blind, so zielt sie freilich schlecht. Nun sitzt er wohl an einen Baum gelehnt und wünscht, sein Liebchen wär die reife Frucht und fiel ihm in den Schoß. Doch gute Nacht, Freund Romeo! Lass uns zurück zur Party gehen! Ja, es ist vergeblich, ihn zu suchen, der nicht gefunden werden will. Julia geht auf der andern Seite die Treppe hoch, verschwindet hinter dem Vorhang. Hier wohnt sie also. Julia. Was für ein schöner Name. Was für ein schönes Haus. Ich halt s nicht aus, sie ist die schönste Frau, die ich je gesehen habe. Spot auf den Vorhang. Doch still, was schimmert durch das Fenster dort? Es ist der Ost und Julia die Sonne! Sie ist es, meine Göttin, meine Liebe! O wüsste sie, dass sie es ist! O, wie sie auf die Hand die Wange lehnt! Wär ich der Handschuh doch auf dieser Hand, und küsste diese Wange. Weh mir! Horch! Sie spricht. O sprich noch einmal holder Engel! O Romeo! Warum denn Romeo? Verleugne Deine Freunde, Deinen Namen! Willst du das nicht, schwör dich zu meinem Liebsten, und ich bin länger keine Capulet! Hör ich noch länger oder soll ich reden? Dein Nam ist nur mein Feind. Du bleibst du selbst. Und wärst du auch kein Montague. Was ist denn Montague? Es ist nicht Hand, nicht Fuß, nicht Arm noch Antlitz, noch ein andrer Teil dem Menschen eigen. Oh so heiße anders! Was ist ein Name? Was uns Rose heißt, wie es auch hieße, würde lieblich duften; So Romeo, wenn er auch anders hieße, er würde doch den köstlichen Gehalt bewahren, welcher sein ist ohne Titel. Oh Romeo leg deinen Namen ab, und für den Namen, der dein Selbst nicht ist, nimm meinen ganz! Ich nehme dich beim Wort. Nenn Liebster mich, so bin ich neu getauft und will hinfort nicht Romeo mehr sein. Wer bist du, der du, von der Nacht beschirmt, dich drängst in meines Herzens Rat? theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 11
Mit Namen weiß ich dir nicht zu sagen, wer ich bin. Mein eigner Name, der teure Heil ge wird, weil er dein Feind ist, von mir selbst gehasst. Hätt ich ihn schriflich, so zeriss ich ihn. Bist du nicht Romeo, ein Montague? Nein, Holde, keines, wenn dir eins missfällt. Wie kamst du her? O sag mir und warum? Der Liebe leichte Schwingen trugen mich. Und Liebe wagt, was irgend Liebe kann. Sag, liebst du mich? Ich weiß du wirst s bejahen, und will dem Worte trauen; doch wenn du schwörst, so kannst du treulos werden; wie sie sagen lacht Jupiter des Meineids der Verliebten. O holder Romeo, wenn du mich liebst; Sag s ohne Falsch! Doch dächtest du, ich sei zu schnell besiegt, so will ich finster blicken, will widerspenstig sein und Nein dir sagen, so du dann werben willst; sonst nicht um alles. Ich schwöre Fräulein bei dem heilgen Mond, der silbern dieser Bäume Wipfel säumt O schwöre nicht beim Mond, dem wandelbaren, der immerfort die Scheibe wechselt, damit nicht wandelbar dein Lieben sei! Wobei soll ich denn schwören? Lass es ganz. Doch willst du, schwör bei deinem edlen Selbst, dem Götterbilde meiner Anbetung! So will ich glauben. Wenn die Herzensliebe Gut, schwöre nicht. Obwohl ich dein mich freue, freu ich mich nicht des Bundes dieser Nacht. Es ist zu rasch, zu unbedacht zu plötzlich; gleicht allzu sehr dem Blitz, der nicht mehr ist, noch eh man sagen kann: es blitzt. Schlaf süß! Des Sommers warmer Hauch kann diese Knospe der Liebe wohl zur schönen Blum entfalten, bis wir das nächste Mal uns wiedersehn! Nun gute Nacht! Ach, du verlässt mich so unbefriedigt? Was für eine Befriedigung begehrst du noch? Gib deinen treuen Liebesschwur für meinen. theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 12
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