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Transkript:

Scope Einen eigenen Arduino bauen Version 1.0 Created 14.02.2012 Autor Erik Bartmann Internet http://www.erik-bartmann.de Email arduino@erik-bartmann.de Einen eigenen Arduino bauen Seite 2

Inhaltsverzeichnis Wir bauen uns einen eigenen Arduino... 4 Bauteilliste... 4 Der Schaltplan... 6 Der Mikrocontroller... 6 Die Spannungsversorgung... 7 Der Reset... 8 Die Taktung... 9 Die Programmierung... 10 Der Schaltungsaufbau... 13 Schritt 1: Das FTDI-Board wird hinzugefügt... 13 Schritt 2: Der Mikrocontroller wird mit Saft versorgt... 14 Schritt 3: Der Schwingquarz und die 22pF-Kondensatoren kommen hinzu... 15 Schritt 4: Der Reset-Eingang wird mit +5V verbunden... 16 Schritt 5: RX/TX-Leitungen und DTR-Signal werden verbunden... 17 Schritt 6: Ein Ausgang wird beschaltet... 18 Schritt 7: Die Ansteuerung einer LED... 18 Die Programmierung... 19 Konfiguration der Entwicklungsumgebung... 19 Der Sketch... 21 Die Übertragung zum Mikrocontroller... 21 Abschluss... 22 Einen eigenen Arduino bauen Seite 3

Wir bauen uns einen eigenen Arduino Liebe Freunde, ich möchte euch in diesem Arduino-AddOn zeigen, wie Ihr euch einen eigenen Arduino bauen könnt. Ich meine damit den Aufbau auf einem Steckbrett auch Breadboard genannt. Wenn wir uns einmal den Arduino-Uno anschauen, dann tummeln sich da schon einige Bauteile. Bauteilliste Für unser Vorhaben benötigen wir die folgenden Bauteile: Breadboard - 1x Mikrocontroller ATmega 328P - 1x Quarz 16Mhz - 1x Keramikkondensatoren 22pF - 2x (pf: Piko-Farad - 1 x 10-12 F) Keramikkondensator 100nF - 1x (nf: Nano-Farad - 1 x 10-9 F) Widerstand 10KΩ - 1x Widerstand 330Ω - 1x LED 5mm - 1x (Farbe ist egal) FTDI-Basic Breakout 5V - 1x Stiftleiste 6-polig 1x Flexible Steckbrücken - eine Hand voll USB-Kabel Typ-A auf Mini-B 1x Einen eigenen Arduino bauen Seite 4

Auf dem folgenden Bild seht Ihr die Bauteile in loser Formation auf meinem Schreibtisch liegen. Oh ja, der Hauptakteur fehlt noch. Ich habe ihn schon einmal auf dem Breadboard fixiert und mit einer farbigen Schablone unterlegt, damit Ihr sofort seht, wo sich welche Anschlüsse befinden. Ich habe alle 28 Pins durchnummeriert und deren Bedeutung bzw. Funktion daneben geschrieben. Du siehst also, dass wir lediglich eine Hand voll Teile benötigen, um unser Vorhaben zu realisieren. Aber wie um Himmels Willen bekommen wir all diese Bauteile zusammengesteckt, dass das Ganze im Anschluss auch funktioniert? Kein Problem! Ein Schaltplan muss her. Einen eigenen Arduino bauen Seite 5

Der Schaltplan Das ist alles halb so wild! Es handelt sich bei diesem Schaltplan um eine relative Minimalkonfiguration, damit unser Mikrocontroller auch funktioniert. Ich habe hier noch nicht die Beschaltung der LED mit dem Vorwiderstand von 330Ω berücksichtigt, die am Ende an einem digitalen Ausgang angeschlossen werden, um zu sehen, dass auch alles wirklich funktioniert. Der Mikrocontroller Wo soll ich anfangen? Blöde Frage, steht doch in der Überschrift! Ok, ok. Der Mikrocontroller ist das Herz der Schaltung, ähnlich wie die CPU in einem PC. Es ist der Rechenknecht, der die ganze Arbeit erledigt. Doch auch wie im wahren Leben kommen die wirklich wichtigen Leute nicht ohne die Arbeit des Fußvolkes aus. Höre ich da einige Stimmen, die behaupten, dass die wirklich wichtigen Leute eben nicht arbeiten, sondern arbeiten lassen? Ist wohl was Wahres dran! Jedenfalls handelt es sich bei unserem Fußvolk um die Bauteile, die sich um den Mikrocontroller versammelt haben und ihn unterstützen. Das sind die Widerstände, die Kondensatoren und natürlich der Quarz. Was deren Aufgabe im Einzelnen ist, das werden wir noch genauer unter die Lupe nehmen. Einen eigenen Arduino bauen Seite 6

Der Mikrocontroller vom Typ ATmega 328P der Firma Atmel gehört zu einer AVR- Controllerfamilie, die mit den Jahren stetig gewachsen. Die Spannungsversorgung Wenden wir uns jetzt aber der Beschaltung des Controllers zu. Die Grundvoraussetzung, damit er überhaupt funktioniert, ist die Stromversorgung. Oder heißt es Spannungsversorgung!? Wie dem auch sein. Er kann lt. Datenblatt mit einer Spannung versorgt werden, die sich im Bereich von 1.8V bis 5.5V bewegt. Ich habe mich für 5V entschieden, denn das ist der gängigste Spannungswert. Ja, 3.3V sind natürlich auch ok! Die maximale Taktfrequenz beträgt übrigens 20Mhz, wobei der Mikrocontroller bei uns jedoch mit 16Mhz betrieben wird. Woher kenne ich all diese Werte, werden sich sicherlich einige von euch fragen? Klar, das Internet! Für (fast) jedes elektronische bzw. elektrische Bauteil existiert ein sogenanntes Datenblatt, das alle wichtigen Eckdaten und noch vieles mehr beinhaltet. Kommen wir also zur Spannungsversorgung. Der positive Plus-Pol wird meistens mit VCC (Voltage at the Common Collector) bezeichnet und der negative Minus-Pol mit GND (GrouND). Ich habe aus dem Schaltplan einmal die betreffenden Anschlüsse herausgeholt. Ok, da wären also VCC an Pin 7 und GND an Pin 8. Doch was ist mit dem Rest? Die beiden Pins AVCC und AGND lassen darauf schließen, dass sie ähnlich wie VCC bzw. GND zu verdrahten sind. Bei AVCC handelt es sich um die Spannungsversorgung für den AD-Wandler, der in der Regel ebenfalls das gleiche Potential wie VCC bekommt. Bei AREF handelt es sich um die analoge Referenzspannung zum gerade genannten AD-Wandler, die in unserem Fall auch mit VCC verbunden wird. Nähere Informationen stehen im Datenblatt. Einen eigenen Arduino bauen Seite 7

Der Reset Damit der Mikrocontroller in einen definierten Ausgangszustand gesetzt werden kann, ist ein Reset-Eingang vorhanden. Dieser Eingang ist bei unserem Typ und auch bei vielen anderen LOW-Aktiv. Das bedeutet, dass er reagiert, wenn er kurzzeitig mit Masse bzw. GND verbunden wird. Wie wird so etwas jedoch im Schaltplan gekennzeichnet? Es muss doch einen Unterschied zum normalen HIGH-Aktiv geben. Ganz einfach! Ein solcher Eingang bekommt einen kleinen Kreis vor den entsprechenden Pin (1) gesetzt. Wir haben in unserem Fall diesen Eingang über einen 10KΩ Widerstand fest mit VCC verbunden, so dass im normalen Betrieb kein Reset ausgelöst wird. Dieser Knabe arbeitet als Pullup- Widerstand und zieht das Potential quasi nach oben. Deswegen Pullup. Warum hast Du den Eingang nicht direkt mit +5V verbunden? Das hier macht doch wenig Sinn und verbraucht unnötig ein weiteres Bauteil. Du hast nicht ganz Unrecht, denn hätten wir diesen Eingang wirklich an +5V legen können. Ich habe das aber absichtlich nicht gemacht, denn wie Du im Schaltplan sehen kannst, geht der Reset-Eingang noch über einen 100nF Kondensator an eine andere Stelle. Dieser wird dazu genutzt, von einer anderen Seite aus einen Reset zu initiieren, in dem über eben diese Leitung (DTR vom FTDI) ein LOW-Pegel geschickt wird. Wir kommen noch dazu. Jetzt stelle Dir einmal vor, was passieren würde, wenn der Reset-Eingang fest mit +5V verbunden wäre. Wir hätten einen Kurzschluss provoziert. Das würde sicherlich auch einen Reset auslösen, doch auf Dauer ist das ziemlich ungesund für die Schaltung. Einen eigenen Arduino bauen Seite 8

Die Taktung Ein Mikrocontroller muss für seine Arbeitszyklen einen Anstoß bekommen, der ihm sagt: So jetzt! Das muss nach Möglichkeit in regelmäßigen Abständen erfolgen. Aus diesem Grund wird von außen ein Schwingquarz angeschlossen, der elektrische Impulse bzw. Schwingungen an den Controller übermittelt. Diese werden intern zur Taktgenerierung verwendet. Die Standardverschaltung für einen Schwingquarz an einem Mikrocontroller schaut wie folgt aus: Kannst Du mir verraten, warum ein Quarz zusätzlich noch die beiden Kondensatoren benötigt? Schwingt er denn nicht von ganz alleine? Gute Frage! Der Quarz schwingt von ganz alleine, doch er benötigt zum sauberen Anschwingen eben diese beiden Kondensatoren. Es könnte ohne auch funktionieren, doch die Frequenz wäre nicht stabil und würde wohl drüber oder unterhalb der angegebenen Frequenz liegen. Wenn Du Dir diese Schaltung aufbaust, dann achte unbedingt darauf, dass der Quarz und die beiden Kondensatoren so dicht wie möglich am Mikrocontroller platziert sind. Ebenso sollten die Bauteilbeinchen sehr kurz gehalten werden. Andernfalls wirken die Schaltung bzw. die Drähte als Funkantenne mit abstrahlenden Hochfrequenzsignalen. Bei den beiden Kondensatoren handelt es sich - wie schon in der Bauteilliste erwähnt - um Keramikkondensatoren, die keiner besonderen Polung bedürfen. Bei Elektrolyt-Kondensatoren sähe das schon anders. Da ist unbedingt aus die korrekte Polung zu achten! Sonst kracht es Einen eigenen Arduino bauen Seite 9

Die Programmierung Wenn Du Dir einen brandneuen Mikrocontroller kaufst, hast Du zwei Möglichkeiten: Zu 1) 1. Ein fabrikneuer Mikrocontroller ohne jegliche gespeicherte Software 2. Ein Mikrocontroller, der mit einem sogenannten Bootloader versehen ist Hat Du Dich für die erste Variante entschieden, dann kannst Du ein Programm nur über einen ISP-Programmer via ISP-Schnittstelle (In-System-Programmer) auf den Controller schicken. ISP-Schnittstelle Es gibt unzählige Programmer, wovon der Atmel AVR ISP MK2 ein sehr guter sein soll. Er kostet so um die 35. Ich verwende einen kostengünstigeren vom Typ DIAMEX USB ISP-Programmer, der mit 20 zu Buche schlägt. Er wird über die USB-Schnittstelle angeschlossen und über die gezeigte Buchse mit der ISP- Schnittstelle des Mikrocontrollers bzw. des Boards verbunden. Auf diesem Weg kannst Du aber auch einen Bootloader etablieren - was aber nicht Thema dieses Artikels sein soll -, wobei wir dann bei Punkt 2 wären. Einen eigenen Arduino bauen Seite 10

Zu 2) Vielleicht sollte ich erst einmal erklären, was ein Bootloader ist. Bei einem Bootloader handelt es sich um ein Programm in einem geschützten Speicherbereich, das einmal auf einem Mikrocontroller installiert, sich quasi selbst über die RX/TX-Schnittstelle programmiert. Es ist kein externer Programmer notwendig. Eben diese Situation findest Du vor, wenn Du Dir ein Arduino-Board kaufst. Auf diesem Board ist ein Mikrocontroller mit programmiertem Bootloader vorhanden, der es Dir ermöglicht, die Programme über die beiden RX/TX-Pins des Controllers zu übertragen. Es handelt sich um eine serielle Schnittstellenverbindung, die nach draußen geführt ist. Soviel ich weiß, hat aber das Arduino-Board keine serielle Schnittstelle mehr, die nach außen geführt ist. Ich sehe da lediglich einen USB-Anschluss. Wie soll das denn funktionieren? Gut gesehen und eine sehr passende Bemerkung, die mir den Ball zuspielt, um auf das nächste Thema zu schwenken! Auf dem Arduino-Board befindet sich ein USB zu Seriell-Wandler. Hast Du den richtigen Treiber für das Board installiert, kannst Du im Windows-Betriebssystem im Gerätemanager einen zusätzlichen Eintrag bei den COM-Schnittstellen sehen. Nach außen hin zeigt sich also Dein Board als weitere serielle Schnittstelle, wie in meinem Fall als COM8. Einen eigenen Arduino bauen Seite 11

Einen solchen USB zu Seriell-Wandler gibt es auch separat zu kaufen. Eben dieses Modul wollen wir für unsere Schaltung verwenden. Es gibt sie in unterschiedlichen Ausführungen, wobei ich das Modul FTDI Basic 5V von Sparkfun verwende. Serielle Anschlüsse USB-Anschluss Der serielle Anschluss verwendet die beiden Empfangs- bzw. Sendeleitungen RX/TX, die dem Mikrocontroller zugeführt werden. Zudem werden noch die Spannungsversorgung (+5V und GND) und die DTR-Leitung für den Reset benötigt. Das ist schon alles. Wenn ich dieses FTDI- Modul bei mir einstecke, dann wird der entsprechende Treiber unter Windows 7 automatisch installiert und meldet sich im Gerätemanager wie folgt an: Das ist der COM-Port, den wir später bei der Programmierung über die Arduino Entwicklungsumgebung auswählen müssen. Einen eigenen Arduino bauen Seite 12

Der Schaltungsaufbau Ich denke, dass wir jetzt an einen Punkt gelangt sind, wo alles Notwendige beisammen ist, um die Schaltung aufzubauen. Es ist zwar nicht immer ganz einfach, den Aufbau auf dem Breadboard zu dokumentieren, doch mit Hilfe des Schaltplanes und dem entsprechenden Video, das ich noch bei YouTube einstelle, sollte es wunderbar klappen. Schritt 1: Das FTDI-Board wird hinzugefügt Das FTDI-Board wird mit der 6-polige Stiftleiste verbunden auf das Breadboard gesteckt. Danach verbinden wir die Spannungsversorgung (+5V und GND) mit den sogenannten Power-Rails. Senkrecht verlaufende Power-Rails FTDI-Modul Einen eigenen Arduino bauen Seite 13

Was in Gottes Namen sind Power-Rails? Bei den Power-Rails handelt es sich um Stromschienen, die die Spannungsversorgung wie in unserem Fall senkrecht über das komplette Board verteilen. Sie sind auf diesem Board mit der roten bzw. blauen Linie gekennzeichnet und werden dazu verwendet, um das gesamte Board platzsparend mit +5V bzw. GND zu versorgen. Doch aufgepasst! Es gibt Breadboards, da sind diese Power-Rails einmal in der Mitte unterbrochen, um z.b. zwei unterschiedliche Spannungsversorgungen zu haben. Du müsstest dann falls gewünscht - diese Unterbrechung mit flexiblen Steckbrücken überbrücken. Wenn Du das vergisst, dann ist die Fehlersuche sicherlich langwierig und Schweiß treibend. Schritt 2: Der Mikrocontroller wird mit Saft versorgt Der Mikrocontroller wird mit der Spannungsversorgung an den Power-Rails verbunden. Einen eigenen Arduino bauen Seite 14

Schritt 3: Der Schwingquarz und die 22pF-Kondensatoren kommen hinzu Der 16Mhz Schwingquarz und die beiden 22pF Kondensatoren werden der Schaltung hinzugefügt. Quarz und 22pF Kondensatoren In diesem Aufbau ist das natürlich suboptimal, da die Verbindungskabel viel zu lang sind. Es soll lediglich zu Demonstrationszwecken so aufgebaut werden. Einen eigenen Arduino bauen Seite 15

Schritt 4: Der Reset-Eingang wird mit +5V verbunden Jetzt wird der LOW-Aktive Reset-Eingang über den 10KΩ-Widerstand mit +5V verbunden, damit der Reset nicht unbeabsichtigt ausgelöst werden kann. Man darf wichtige Eingänge nicht einfach unbeschaltet lassen, da sie anfällig für Störeinflüsse wie z.b. statische Aufladung sind. 10KΩ Pullup-Widerstand für den Reset-Eingang Einen eigenen Arduino bauen Seite 16

Schritt 5: RX/TX-Leitungen und DTR-Signal werden verbunden Jetzt werden die beiden Empfangs- und Sendeleitungen (RX/TX) vom FTDI-Modul zum Mikrocontroller gelegt und der DTR-Anschluss über den 100nF-Kondensator mit dem Reset- Eingang verbunden. RX/TX-Leitungen Bei den beiden RX/TX-Leitungen musst Du aufpassen! Sie müssen über Kreuz verbunden werden. Was bedeutet das denn nu wieder? Ganz einfach! Wenn der eine sendet muss der andere empfangen und umgekehrt. Schau her: TX Pin 4 Pin 3 TX RX Pin 5 Pin 2 RX Einen eigenen Arduino bauen Seite 17

Schritt 6: Ein Ausgang wird beschaltet Damit wir sehen, dass auch etwas passiert bzw. die Schaltung funktioniert, klemmen wir noch eine LED über einen 330Ω Vorwiderstand an den digitalen Ausgang D13. Ich habe auch schon das FTDI-Board über ein passendes USB-Kabel mit meinem PC verbunden. Digitaler Ausgang D13 auf Pin 19 LED mit 330Ω Vorwiderstand Wir sehen, dass die LED blinkt. Na ja, nicht ganz, denn auf diesem Foto wird s etwas schwierig mit dem Blinken. Jedenfalls leuchtete sie während meiner Aufnahme Schritt 7: Die Ansteuerung einer LED Jetzt wollen wir doch einmal sehen, ob auch alles funktioniert. Am besten ist da immer eine optische Kontrolle anhand einer leuchtenden LED anstatt einer Rauchwolke aus dem Mikrocontroller. Ich habe aus diesem Grund eine LED über den 330Ω Vorwiderstand angeschlossen, wie Du das auch hier im erweiterten Schaltplan sehen kannst. Auf einem Arduino-Board wäre das der Pin 13, an dem sowieso eine Onboard-LED angeschlossen ist. Einen eigenen Arduino bauen Seite 18

Haa! Jetzt ist Dir wohl ein Fehler unterlaufen! Du hast gesagt Pin 13 und was sehe ich im Schaltplan? Dort hast Du die LED an Pin 19 angeschlossen! Das scheint Dich wohl zu freuen was!? Aber im Ernst! Das ist richtig so, denn die Pin- Bezeichnungen am Mikrokontroller entsprechen nicht denen auf dem Arduino-Board. Das solltest Du unbedingt beachten, wenn Du eine Schaltung aufbaust. Wir arbeiten hier erst einmal vollkommen losgelöst vom Arduino-Board. Die Programmierung Konfiguration der Entwicklungsumgebung Um unsere Schaltung mit dem PC verbinden zu können, benötigst Du das schon in der Bauteilliste angesprochene USB-Kabel, mit besonderen Steckern, die Du auf dem folgenden Bild siehst: Typ Mini-B Typ A Typ-A wird mit dem USB-Anschluss Deines Rechners verbunden und der Mini-B Anschluss mit dem FTDI-Adapter. Das war s dann schon zu diesem Thema. Einen eigenen Arduino bauen Seite 19

Jetzt kannst Du die hoffentlich schon bei Dir installierte Arduino-Entwicklungsumgebung öffnen und konfigurieren. Du musst den bei Dir installierten COM-Port des FTDI-Adapters auswählen, der in meinem Fall COM12 war. Schaue in Deinem Gerätemanager nach! Jetzt noch das passende Board aussuchen, was natürlich davon abhängt, welchen Bootloader Du auf Deinem Mikrocontroller installiert hast. Ich habe den Arduino-Uno ausgewählt. Einen eigenen Arduino bauen Seite 20

Der Sketch Die Programmierung zur Ansteuerung der angeschlossenen LED schaut wie folgt aus und ist aus den mitgelieferten Beispielen entnommen: Die Übertragung zum Mikrocontroller Möchtest Du den Sketch das ist übrigens die offizielle Bezeichnung eines Programms im Arduino-Umfeld jetzt auf den Mikrocontroller übertragen, klickst Du einfach auf den Upload- Button der Entwicklungsumgebung, der sich unterhalb der Menüleiste befindet. Nach einem Klick darauf erfolgen 2 Schritte, die mit einem entsprechenden Fortschrittsbalken visualisiert werden: 1. Kompilierung 2. Uploading Nach erfolgreichem Abschluss sollte die angeschlossene LED im Sekundentakt blinken. Einen eigenen Arduino bauen Seite 21

Abschluss Nun, ich hoffe, dass Dir mein Arduino-Add gefallen hat und alles so wie hier beschrieben funktioniert. Falls Du noch Fragen oder Probleme zu diesem Thema haben solltest, dann schreibe mir einfach eine Mail. Ich versuche nach Möglichkeit zeitnah zu antworten, was jedoch nicht immer klappen wird. Ich antworte aber auf jede Mail. Viel Spaß beim Frickeln! www.erik-bartmann.de mailto:arduino@erik-bartmann.de PS: Halte Ausschau nach einem Arduino-AddOn von mir, dass das Speichern eines Bootloaders auf einen fabrikneuen Mikrocontroller ATmega 328P zeigt. Einen eigenen Arduino bauen Seite 22