Monatsbericht November 2012 Kurz vor den Schulferien finden wir vor unserer Tür eine wunderschöne Bastelanleitung für Holztrecker mit herzlichen Grüßen von einer ehemaligen Waldkindergartenfamilie. Welch eine schöne Überraschung! Als in den Herbstferien wieder viele ehemalige Waldkinder zu Besuch kommen wird die Idee gleich umgesetzt und verschiedene Traktoren und andere Fahrzeuge entstehen. In der Werkstatt wird mit allerlei Material und viel Begeisterung gewerkelt und gebastelt.
Bald ist St. Martin und wir sind fleißig dabei mit allen Kindern eine Laterne zu basteln. Die Kinder bemalen Architektenpapier mit leuchtenden Farben und haben viel Freude am freien Gestalten. Jede Laterne wird ganz einzigartig. Nachdem die Farben getrocknet sind, dürfen die Kinder ihre Laterne glatt bügeln. Die Kinder passen gut auf und den Jüngeren helfen wir natürlich, denn das Bügeleisen haben wir auf unserem Ofen heiß gemacht, so wie früher zu Urgroßmutters Zeiten.
Wir erzählen den Kindern die Martinsgeschichte dieses Jahr aus Sicht des Bettlers. Nach einer Woche erzählen die Kinder die Geschichte selbst in ihrer eigenen, ausgeschmückten Version. Auch wird die Geschichte in den Tagen bis zu unserer Martinsfeier immer wieder gespielt, so dass jedes Kind in verschiedene Rollen schlüpfen kann. Neben dem Bettler und dem St. Martin spielen wir Hochnäsige, Eilige, Gleichgültige und Reiche, die alle am Bettler vorbeigehen, jeder auf seine Weise. Besonders das Zerteilen des Mantels macht den Kindern viel Spass. Nein der echte Mantel von St. Martin hatte keinen Klettverschluss wie unserer, erklären wir auf Nachfrage eines Kindes. Und natürlich singen wir jeden Tag die bekannten Martinslieder : Ich geh mit meiner Laterne, St Martin, Abends wenn es dunkel wird, Laterne, Laterne in Vorfreude auf unseren Laternenumzug im Wald.
Im Freispiel kann man so manche Reiter durch den Wald galoppieren sehen. Allein, zu zweit oder so viele eben auf ein Pferd passen. Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind so trellern zwei lustige Martinsmänner im Galopp über den Waldplatz. Zu St. Martin gehört auch das Thema Teilen. Wir sprechen übers Teilen und lassen die Rehe entscheiden, wie sie sich zu zweit eine Strophe von dem Lied Ein bisschen so wie Martin teilen wollen. Die Strophe könnte aufgeteilt werden und jeder spricht am Martinsfest seinen Teil oder immer zwei sprechen den Text gemeinsam vor. Gemeinsam die ganze Strophe finden alle am besten. Am 11.11. holen wir gebackene Martinsgänse vom Bäcker. Zur Brotzeit dürfen sich immer zwei Kinder eine Gans teilen.
Jetzt müssen die Laternen noch geklebt und die Laternenstecken geschnitzt werden. Alle Laternen sind fertig geworden und wir können unseren Laternentanz üben bevor die Kinder ihre Laternen mit nach Hause nehmen dürfen. Denn viele wollen am Montag auf den Gerolzhöfer Laternenumzug gehen. Am Freitag ist es dann endlich soweit. Wir treffen uns abends im Wald bei Feuerschein und Laternenlichtern. Viele Leute kommen zu unserem Fest. Wir freuen uns, dass auch viele Omas, Opas, Tanten, Onkels und Freunde mitgekommen sind. Auch ist es sehr schön so viele ehemalige Waldkinder und -eltern wiederzusehen.
Wir versammeln uns am Waldplatz und spielen unseren Gästen die Geschichte vom St. Martin vor. Zuerst erzählen die Kinder was damals mit dem Bettler geschah später spielen wir die Geschichte noch einmal zu dem Lied St. Martin ritt durch Schnee und Wind, damit möglichst viele Kinder mitwirken können. Die Rehe sprechen ihre Strophe und alle singen anschließend das Lied. Dann gibt es einen Laternentanz bei dem auch Besucherkinder spontan mitmachen. Mit Gitarre und Akkordeon, als musikalische Unterstützung, ziehen wir dann los zum Laternenumzug durch den nächtlichen Wald. Oben leuchten die Sterne und unten da leuchten wir, bis wir schließlich bei der Strophe ein Kuchenduft liegt in der Luft wieder bei unsere Waldhütte ankommen. Hier erwartet uns ein reichhaltiges Buffet zu dem jeder etwas mitgebracht hat. Zum Aufwärmen gibt es Kinderpunsch und Glühwein.
Natalie hat für die ganze Gruppe eine Geschichte vorbereitet. Selbst als Katze verkleidet deckt sie nach und nach immer mehr Gegenstände auf, die in der Katzengeschichte vorkommen. Neben den vielen schönen Aktionen am Waldplatz versuchen wir auch immer wieder mal unterwegs zu sein und uns Zeit zu nehmen, um die Natur zu beobachten. Wir sehen und hören wie die letzten Blätter vom Baum fallen, wie der Specht an der Rinde klopft und entdecken sogar einen Igel der sich im Laub verstecken will. So sieht also eine Quitte aus. Und wie riecht und schmeckt sie? Wir kochn einen Quitten Apfelbrei und lassen ihn uns schmecken.
Das Schönste am Novemberregen ist für manche vielleicht der Matsch danach. Mit den Rehen spielen wir `Rudi Rennmaus` dafür gibt s für die Füchse und Mäuse die immer beliebten Wasserfarben.
Und am Ende eines Kindergartentages, wenn wir die Kinder fragen: was hat dir heute am besten gefallen?, und die einen sagen : dass ich Matschmonster gespielt habe, ist unser Kleinster schon manches Mal im `Land der Träume versunken.