Rückblick Juli Sonne und Hutze + 35,1 C Höchsttemperatur + Tmittel von 16,4 C + 96 l/m² Regen + 7 Gewitter Nach dem sehr nassen und sonnenarmen Juni drehte sich der zweite Sommermonat des Jahres 2013 ins komplett andere Extrem. Der Juli 2013 brachte außergewöhnlich heiße Temperaturen hervor, die durch die massige Sonnenscheindauer zu einer ungewöhnlichen Trockenheit führten. Der Juli begann noch halbwegs feucht, als sich Tiefs über NW- bzw. N-Europa mit Störungen bemerkbar machten. Doch schon nach wenigen Tagen etablierte sich ein Ableger des Azorenhochs und schlug eine Hockdruckbrücke vom Ostatlantik bis nach Skandinavien. Die Zugbahn für Tiefs wurde so weit nach Norden abgelenkt und nach Mitteleuropa verirrten sich nur mehr seltene Ausläufer, die ihrerseits kaum noch Regen im Gepäck hatten. Bis zur Mitte der dritten Julidekade blieb diese Wetterlage bestimmend und der Alpenraum bekam viel Sonnenschein und in der vorherrschenden Strömung mit einer meist nördlichen Komponente wurde trocken und warm bis sehr warme Luft in den Alpenraum geführt. Tiefs flankierten um den Dekadenwechsel über NW- und O-Europa den Hochkern und eine stabile Omegalage erstarkte. Diese hielt sich fast bis Monatsende, wo sie von einer kleinen Störung unterbrochen wurde. Gleich darauf schob sich aus Westen ein neuerliches Hoch herein und zwischen ihm und einem Tief bei den Britischen Inseln wurde subtropische Luft nach Mitteleuropa geweht. Es kam zu einer Hitzewelle mit Rekordtemperaturen. Nicht ganz gereicht hat es bei der Temperaturjagd für einen neuen österreichischen Rekord, aber 39,2 C in Waidhofen/Ybbs und Bad Goisern sind alles andere als von schlechten Eltern. Gemittelt war es der zweitheißeste Juli seit Beginn der Temperaturaufzeichnung 1767 in Österreich nach dem Juli 2006 (Abweichung +2,2 C). Ebenfalls in diesem Ausmaß war die Temperaturabweichung in Salzburg (+2,1 C). Hier wurde am 28. Juli mit 38,6 C ein neuer Bestwert für das Bundesland aufgestellt.
Möglich machte dies auch die heiße Juli-Sonne, die in diesem Monat außergewöhnlich lange vom Himmel strahlte. Seit dem Start der Messungen 1884 war noch kein Monat in Österreich so sonnig. Am meisten, nämlich rund 90 % der astronomisch möglichen Zeit, sahnte dabei das burgenländische Andau mit 384 Stunden an Sonnenschein ab. Bundesweit gab es im Mittel um 30 Prozent mehr Sonnenschein als im Durchschnitt. Eine der sonnigsten Regionen war hierbei der Pinzgau mit bis zu 70 % Plus. Kein Wunder, dass bei soviel Sonne und Hitze der Niederschlag zu kurz kam und in weiten Teilen des Landes stellte sich enorme Trockenheit ein. Vom Flachgau und dem Innviertel bis ins Nordburgenland und stellenweise auch in der Steiermark und Kärnten gab es nur 5-20 % des üblichen Regens. Etwas besser ging es dem Westen. Die Regensummen bewegten sich zwischen 0,1 l/m² in Mörbisch bis 169 l/m² in Langen am Arlberg. Einzig Obergurgl schloss ohne Verluste ab. Bundesweit gemittelt viel nur ein gutes Drittel des durchschnittlichen Niederschlags. Erkennen ließ sich dieser Umstand auch daraus, dass im Juli nicht nur Tiefs mit Fronten, sondern vor allem Gewitter ausblieben. In Hintersee ereigneten sich an 5 Gewittertagen rund 7 Gewitter, wobei nur bei einer Zelle am 29. Juli nachmittags nennenswerter Regen fiel. Der 29. Juli war damit einer von nur 10 Regentagen im Juli. Normal wären doppelt so viele und dadurch musste sich der Juli 2013 in dieser Statistik hinten anstellen. Nur 2001 waren es mit 12 Regentagen ähnlich wenige. Meist fiel aber eine ganz niedrige Menge an Regen, nur dreimal waren es mehr als 10 Liter. Gut ein Drittel, nämlich 38,5 l/m², alleine beim größten Tageswert am 4. Juli. Über den gesamten Monat summierten sich in Hintersee nur 96 l/m², ein Rückgang von 65 % zum langjährigen Schnitt. In unserer Gemeinde wurde damit noch nie so wenig Regen in einem Juli seit Messungsbeginn 1996 verzeichnet. Das bisherige Schlusslicht war der Juli 2001 mit 160 l/m². Der Blick in die Messreihe der Hydrografischen Station in Faistenau zeigte uns dagegen trockenere Juli-Monate nur in den Jahren 1983 (59 l/m²) und 1994 (88 l/m²). Der 28. Juli war ein bedeutender Tag für das Hinterseer Klima. Zum ersten Mal wurde die 35-Grad-Marke überschritten und mit 35,1 C ein neuer Stationsrekord aufgestellt. Selbst in den Daten der Wetterstation in Faistenau (seit 1961) fand sich kein dermaßen hoher Wert. Der bisherige Hinterseer Rekord vom 13. August 2003 konnte um 1,6 Grad überboten werden. Am 27. Juli ereignete sich mit einem Maximum von 32,4 C der zweite Hitzetag in diesem Monat. Dazu gab es 11 Sommertage. Auffallend: Bis zum 17. Juli blieb die Temperatur noch unter 25 Grad, um dann ein merklich höheres Niveau zu erreichen. Richtig kalt wirkte im Gegenzug das Monatsminimum von 8,4 C am 1. Juli. Das Temperaturmittel des Julis legte in der zweiten Monatshälfte ebenso ordentlich zu und kletterte auf 16,4 C, ein Plus von 1,3 Grad zum Durchschnitt. Der Juli 2013 war damit seit dem Messungsbeginn 2002 der zweitwärmste Juli in Hintersee nach dem Juli 2006 (17,7 C) und der viertwärmste Monat überhupt.
Die Menge, die der Juni vielen zu nass und zu kalt war, glich der Juli nun mehr als aus. Was für Hitzeliebhaber ein Traum ist, entpuppt vor allem für die Landwirtschaft als Alptraum. Wer beim Hochwasser nicht abgesoffen war, dem verdörrt jetzt die Ernte am Feld und auf den Almen. Lodernde Waldbrände spendeten dazu noch etwas mehr Wärme als nötig. Es ist bisher ein Sommer der extremen Gegensätze. Quellen: www.zamg.ac.at, www.wetter.tv
Tagesniederschläge Juli Niederschlag Summe Regen Schnee Gesamt Regen Schnee Gesamt Tag l/m² cm l/m² l/m² cm l/m² 1 0,0 0,0 0,0 0,0 2 0,0 0,0 0,0 0,0 3 9,5 9,5 9,5 0,0 9,5 4 38,5 38,5 48,0 0,0 48,0 5 16,5 16,5 64,5 0,0 64,5 6 0,5 0,5 65,0 0,0 65,0 7 0,0 65,0 0,0 65,0 8 0,0 65,0 0,0 65,0 9 0,0 65,0 0,0 65,0 10 0,0 65,0 0,0 65,0 11 2,5 2,5 67,5 0,0 67,5 12 0,0 67,5 0,0 67,5 13 0,0 67,5 0,0 67,5 14 0,0 67,5 0,0 67,5 15 0,0 67,5 0,0 67,5 16 0,0 67,5 0,0 67,5 17 0,0 67,5 0,0 67,5 18 0,0 67,5 0,0 67,5 19 0,5 0,5 68,0 0,0 68,0 20 0,0 68,0 0,0 68,0 21 0,0 68,0 0,0 68,0 22 0,0 68,0 0,0 68,0 23 0,0 68,0 0,0 68,0 24 0,0 68,0 0,0 68,0 25 5,0 5,0 73,0 0,0 73,0 26 0,0 73,0 0,0 73,0 27 0,0 73,0 0,0 73,0 28 0,0 73,0 0,0 73,0 29 4,5 4,5 77,5 0,0 77,5 30 18,0 18,0 95,5 0,0 95,5 31 0,5 0,5 96,0 0,0 96,0 Monat 96,0 0,0 96,0 Jahr 1.309,5 370,0 1.600,5 Gesamt 32.792,5 11.125,5 8.204,0 Sommer 497,0
Tagestemperaturen Juli Temperatur Tag 0 h 3 h 6 h 9 h 12 h 15 h 18 h 21 h Tmin Tmax Mittel 1 8,9 8,9 9,4 10,6 15,5 19,3 15,6 13,2 8,4 19,4 12,7 2 11,1 10,9 9,9 12,9 18,3 19,8 18,5 15,5 9,9 20,9 14,6 3 13,2 12,3 11,3 13,8 18,8 20,1 16,3 14,9 11,3 22,3 15,1 4 12,8 11,8 11,6 12,9 15,4 16,8 16,3 14,4 11,5 17,4 14,0 5 12,9 12,9 13,1 13,9 14,6 16,2 15,5 13,2 12,8 17,5 14,0 6 12,5 11,9 10,8 12,5 15,5 18,4 16,6 14,8 10,8 18,6 14,1 7 13,2 12,1 11,5 13,5 18,8 19,6 17,6 15,3 11,5 21,3 15,2 8 13,8 13,1 12,2 14,7 19,2 21,3 19,4 16,4 12,2 21,4 16,3 9 13,6 12,8 12,2 14,0 19,1 21,9 20,5 17,2 12,2 22,7 16,4 10 14,5 13,1 12,6 16,1 19,6 22,4 19,3 16,2 12,5 22,8 16,7 11 14,1 13,6 14,3 14,4 15,4 16,7 16,8 14,3 13,4 17,4 15,0 12 11,3 9,8 9,8 11,4 15,4 18,2 17,1 13,9 9,4 18,3 13,4 13 10,6 9,6 9,4 11,9 16,9 18,3 18,4 14,3 9,2 19,4 13,7 14 12,3 11,4 10,8 13,1 17,3 18,2 17,7 14,8 10,8 19,1 14,5 15 12,8 12,6 12,2 14,3 18,2 19,4 19,5 16,9 11,9 20,9 15,7 16 14,2 11,4 10,4 12,1 18,9 22,4 19,9 15,9 10,4 22,6 15,7 17 13,1 12,0 11,4 12,9 19,9 23,8 20,9 16,8 11,4 24,0 16,4 18 13,7 13,6 13,3 14,4 21,3 24,1 21,5 18,6 13,1 26,7 17,6 19 -- 13,8 13,8 15,6 20,8 22,4 21,8 18,3 13,3 26,8 18,1 20 14,9 13,8 12,9 15,1 19,7 23,7 22,0 18,3 12,9 26,7 17,6 21 15,2 13,8 13,1 14,8 20,6 24,3 22,4 17,6 12,9 27,5 17,7 22 14,5 13,8 12,9 14,3 21,3 25,2 22,8 17,7 12,8 28,5 17,8 23 14,6 13,2 12,8 13,9 22,4 26,0 22,9 18,3 12,6 29,4 18,0 24 15,4 15,3 14,0 16,1 19,1 23,9 21,8 18,7 13,7 27,8 18,0 25 16,2 15,8 14,1 15,7 20,1 27,1 20,8 18,6 13,8 27,2 18,6 26 16,1 15,1 15,4 17,1 22,9 29,1 23,8 19,5 14,9 29,5 19,9 27 17,1 16,2 15,7 16,9 26,5 31,8 24,9 21,4 15,6 32,4 21,3 28 21,8 18,4 16,6 17,4 27,3 33,9 29,2 22,8 16,2 35,1 23,4 29 20,0 18,1 17,1 18,2 19,0 20,4 18,3 15,4 13,2 22,1 18,3 30 13,2 12,8 12,5 13,2 14,8 18,3 15,5 14,2 12,3 18,3 14,3 31 12,3 12,9 13,8 14,9 16,8 19,8 19,8 16,8 12,1 21,1 15,9 Mittel 14,0 13,1 12,6 14,3 19,0 22,0 19,8 16,6 12,2 23,4 16,4 Jahresmittel 5,7