Digitalfunk in Bayern

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Transkript:

Bayerisches Staatsministerium des Innern Digitalfunk in Bayern INFOBRIEF Nr. 28 In dieser Ausgabe Hilfsorganisationen, Bürger und Kritiker des Digitalfunks tauschen sich aus Pilotschulung für BRK- Multiplikatoren in Stein/Nürnberg Öffentliche Bekanntgabe von Standortdaten durch die Kommunen Alpine Messungen in den südbayerischen Gemeinden Ist eine Mast-Mitnutzung möglich? Konzept TETRA-Alarmierung Ein Jahr Erfahrungen mit dem Endgerätekoffer im bayernweiten Einsatz

Hilfsorganisationen, Bürger und Kritiker des Digitalfunks tauschen sich aus Informationsveranstaltungen in den alpinen Regionen Auf Initiative der regionalen BOS-Kräfte startete in Flintsbach, Landkreis Rosenheim, eine Reihe von vier sehr gut besuchten Aufklärungsveranstaltungen zur Unterstützung der Standortgewinnung in den alpinen Regionen. Erklärtes Ziel der Hilfsorganisationen und der Feuerwehr: Die Förderung der Akzeptanz des Digitalfunks in der Öffentlichkeit und bei den Einsatzkräften. In der Ambulanz Rosenheim in Flintsbach brach Landrat Josef Neiderhell in seiner Begrüßung eine Lanze für den Digitalfunk. Er erinnerte an den Bau der hochmodernen Integrierten Leitstelle in Rosenheim und die damit verbundenen Möglichkeiten, komplizierte Einsätze zu koordinieren. Die Einführung des Digitalfunks sei nur der konsequente nächste Schritt, so Landrat Neiderhell. Anfang 2015 soll in Oberbayern Süd der erweiterte Probebetrieb (epb) für den behördlichen Digitalfunk beginnen. Mit Beginn dieser Testphase werden Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst nach Möglichkeit den Digitalfunk nutzen, um Probleme frühzeitig festzustellen und rechtzeitig beseitigen zu können. Die analoge Funktechnik steht dabei als Rückfallebene umfassend zur Verfügung. Rege Diskussion auf der Infoveranstaltung in Bad Endorf. Quelle: DigiNet Hilfsorganisationen, Bürger und Kritiker des Digitalfunks hatten hier die Möglichkeit, sich gemeinsam über den Stand des Digitalfunks, die Netzplanung und Technik zu informieren und sich auszutauschen, zog Kreisbrandrat Sebastian Ruhsamer ein

Fazit. Alle Helfer und späteren Nutzer waren von den Möglichkeiten der getesteten Digitalfunkgeräte begeistert, auch wenn natürlich noch ein separater Schulungsbedarf besteht. Die Ausrichter der Veranstaltungen waren die Hilfsorganisationen im Landkreis Rosenheim in den Räumen der Ambulanz Rosenheim in Flintsbach und bei den Feuerwehren Bad Endorf, Bruckmühl und Pfaffing. Die Projektgruppe Digi- Net war an diesen Abenden mit Vorträgen und Informationsständen beispielsweise zu Endgeräten und Standortgewinnung beteiligt. Pilotschulung für Rotkreuz-Multiplikatoren Multiplikatoren-Lehrgang für Hilfskräfte in Stein bei Nürnberg Die Multiplikatoren-Pilotschulung für Rettungsdienste, Bereitschaften, Wasserwacht und Bergwacht zum Thema Digitalfunk fand im April in Stein bei Nürnberg statt. Wichtig waren den Teilnehmern vor allem Lösungen für die Fragen des täglichen Handlings, zum Beispiel rund um die mögliche Schaltung eines Repeaters. Jeweils ein Vertreter der einzelnen Fachdienste auf Kreisverbandsebene wurde technisch und inhaltlich als Multiplikator geschult. Dipl.-Ing. Melanie Bense, Beauftragte Digitalfunk der Wasserwacht BV Ober- und Mittelfranken auf der Pilotschulung in Stein bei Nürnberg. Quelle: Stefan Besenhard, BRK Bereitschaft Stein

Endlich geht es mit dem Digitalfunk richtig los, so Dipl.-Ing. Melanie Bense. Die Multiplikatorenschulung ist der letzte notwendige Schritt, bevor alle Helfer auf die neue Technologie geschult werden können. Besonders interessant war, dass wir mit der Testzelle auch die Funktionen, die nur der TMO-Modus bietet, z.b. Vollduplex, auf ihre genaue Funktionsweise hin testen konnten. Obwohl ich als Kommunikationsingenieur mit Geräuschunterdrückung durchaus vertraut bin, war die Leistungsfähigkeit des Vocoders sehr beeindruckend. Die Kommunikation neben einem laufenden Stromaggregat funktionierte zum Beispiel einwandfrei. Ausgerüstet waren die BRK-Dozenten mit einer eigenen Schulungszelle, sowie digitalen Handfunk- und Fahrzeugfunkgeräten von verschiedenen Herstellern. Sobald im jeweiligen Netzabschnitt Tests im erweiterten Probebetrieb (epb) laufen, werden diese Multiplikatoren sukzessive jeweils ihren kompletten Kreisverband schulen. Öffentliche Bekanntgabe von Standortdaten durch die Kommunen Informationsbedarf zu BOS-Basisstationen im Landkreis Die Funktionsfähigkeit des BOS-Digitalfunknetzes ist für die staatliche Krisenkommunikation der Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder von existenzieller Bedeutung und daher durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) als kritische Infrastruktur eingestuft. Das BOS-Digitalfunknetz ist ein Sicherheitsnetz zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger sowie der Einsatzkräfte und unterliegt besonderen Sicherheitsanforderungen. Im Interesse einer konstruktiven Zusammenarbeit mit den Kommunen hat sich Innenstaatssekretär Gerhard Eck dafür stark gemacht, diese restriktiven bundesweiten Vorgaben im Rahmen des Zulässigen in Bayern soweit als möglich zu lockern und so im Einzelfall besser an die Informationsbedürfnisse vor Ort anpassen zu können. Die aktuelle Standortplanung im Landkreis ist dem jeweiligen Landratsamt bekannt und kann den zugehörigen Bürgermeistern z.b. im Rahmen einer Bürgermeisterdienstbesprechung umfassend bekannt gegeben werden. Dabei können auch Details besprochen werden.

Den Städten, Märkten und Gemeinden, in deren Bereich ein BOS-Digitalfunkstandort erforderlich ist, können die jeweiligen Standortinformationen wie Anzahl, die konkreten und ggf. die Alternativstandorte öffentlich bekannt gegeben werden. In den einzelnen Kommunen dürfen die Standorte des jeweiligen Gemeindegebietes ebenfalls öffentlich behandelt und bekannt gemacht werden. Durch Nachbargemeinden können auch Standorte an Gemeindegrenzen veröffentlicht werden. In der Praxis bedeutet dies aber auch, dass zusammenhängende Übersichten dieser Standortdaten in einem größeren Gebiet grundsätzlich nicht öffentlich bekannt gegeben werden dürfen. Lediglich die sogenannten Suchkreise können bekannt gegeben werden. Digitalfunk A-Z Alpine Messungen in den südbayerischen Gemeinden Die Planung des Funknetzes in Bayern erfolgt schrittweise, um den bestmöglichen Ausgleich zwischen einsatztaktischem Bedarf, Wirtschaftlichkeit und zeitnaher Realisierungsmöglichkeit zu finden. In topografisch besonders schwierigen Bereichen müssen dabei die durch die Funknetzplanung der BDBOS in Berlin erarbeiteten Planungen im Einzelfall durch Messungen zusätzlich verifiziert werden. Dies erklärt sich aus der Tatsache, dass das Funkplanungstool die Wirklichkeit aufgrund der komplexen Geländesituation nur beschränkt realitätsnah nachbilden kann. Daher werden seit dem Frühjahr im Alpenraum, wo die Standorte zum Beispiel durch die Stromanbindung besonders kostenintensiv und aufwändig zu errichten sind, viele Standorte vor ihrer Realisierung anhand praktischer Messungen vor Ort nochmals auf ihren tatsächlichen Bedarf zum Erreichen der Anforderungen an die Funkversorgungsgüte überprüft.

Messfahrt in den alpinen Regionen. Quelle: Bergwacht Immenstadt Diese Messungen sind im Wesentlichen abgeschlossen. Die einsatztaktischen Anforderungen der regionalen Blaulichtorganisationen fließen weiterhin ein. Durch das realitätsnahe Messbild der alpinen Regionen konnten vereinzelte Standortplanungen ohne eine Reduzierung der vorgegebenen, bayernweit einheitlich hohen Funkversorgungsgüte aufgegeben werden. Effizienzsteigerung bei Einsatzplanung und Kräftezuweisung erwartet Konzept TETRA-Alarmierung Die bayerischen Feuerwehren und Rettungsdienste legen besonderen Wert darauf, dass künftig auch die Alarmierung der Einsatzkräfte über das digitale Funknetz erfolgen kann. Die Projektgruppe des Staatsministeriums des Innern hat daher prüfen lassen, ob die Funkversorgungsgüte, die in Bayern realisiert wird, für die Alarmierung ausreichend sein wird. Das Ergebnis der Prüfung war durchwegs positiv. Demnach wird in mindestens 80 Prozent der Siedlungsflächen in Bayern eine Alarmierung im ersten Raum nach der Außenmauer innerhalb eines Gebäudes möglich sein. In Gebieten, in denen eine einfache Ziegelbebauung vorherrschend ist (z.b. typische Einfamilienhäuser, Reihenhäuser) erhöht sich dieser Wert auf 96 Prozent. Außerhalb von Gebäuden wird in über 99 Prozent der Siedlungsflächen eine Alarmierung möglich sein.

Der Lenkungsausschuss BOS-Digitalfunk im Bayerischen Staatsministerium des Innern hat deshalb im Herbst 2011 entschieden, die digitale Alarmierung mittels TETRA zu empfehlen. Die Entscheidung, mit welchem System künftig die Alarmierung erfolgen soll, hat letztlich der jeweilige Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung für seinen ILS-Bereich zu treffen. Der Freistaat Bayern ermöglicht die Nutzung des BOS-Digitalfunknetzes auch für Alarmierungszwecke. Im Vergleich mit der heutigen analogen Funkalarmierung bietet die Nutzung der TETRA-Alarmierung eine Reihe von taktischen und wirtschaftlichen Vorteilen. Es ist z.b. kein Aufbau einer zusätzlichen Infrastruktur erforderlich. Somit entstehen keine zusätzlichen Betriebs- und Wartungskosten. Die Alarmierung über TETRA wird zunächst parallel zur analogen Funkalarmierung eingeführt. Erst wenn die Erprobung der TETRA-Alarmierung abgeschlossen und für den realen Einsatz freigegeben wurde, kann eine Ablösung der analogen Funkalarmierung erfolgen. Um die Einführung zu vereinfachen, wird mit einer digitalen Abbildung der analogen Funkalarmierung begonnen. Die analoge Funkalarmierung steht als Rückfallebene weiter zur Verfügung. Anschließend wird die analoge Funkalarmierung dauerhaft durch die TETRA-Alarmierung abgelöst. Danach erfolgt die sukzessive Einführung zusätzlicher Leistungsmerkmale wie z.b. Rückmeldungen der Alarmempfänger und ggf. auch die Optimierung des Alarmierungssystems. Ein Alarmierungskonzept, das Ende 2013 veröffentlicht werden soll, wird über den generellen Ablauf der Alarmierung über TETRA in Bayern informieren. Inhalte des Konzepts sind u.a. auch die Grundlagen und Vorteile der TETRA-Alarmierung sowie die unterschiedlichen Alarmierungsarten und -endgeräte. Zielgruppen des Konzepts sind primär die Einsatzkräfte der BOS und die Leitstellenbetreiber. Die Projektgruppe DigiNet wird schrittweise von den einzelnen Themenschwerpunkten rund um das Alarmierungskonzept berichten. Generell erlaubt der Datendienst Alarmierung die Optimierung der Einsatzplanung und Kräftezuweisung und führt zu einer Verkürzung der Alarmierungswege und den damit verbundenen Ausrückzeiten der Einsatzmittel. Die Alarmempfänger zeigen den Einsatzkräften jederzeit die Verfügbarkeit des BOS-Digitalfunknetzes und somit ihre eigene Erreichbarkeit an. Einsatzkräfte können der Leitstelle aktiv Informationen

zu ihrer Nichtverfügbarkeit (bspw. während Urlaubsreisen) übermitteln, damit Ressourcenengpässe rascher von der Leitstelle erkannt und entsprechende Maßnahmen (z.b. Alarmierung zusätzlicher Einsatzmittel) initiiert werden können. Die Projektgruppe DigiNet Bayern arbeitet mit den Kollegen aus Hessen bei der Einführung der TETRA-Alarmierung eng zusammen. Häufige Fragen & Antworten Mast-Mitnutzung durch kommerzielle Mobilfunkbetreiber möglich? An die Projektgruppe DigiNet werden immer wieder Befürchtungen herangetragen, dass eine Masterrichtung automatisch eine über den Digitalfunk hinausgehende Fremdnutzung ermöglicht. Seitens der Projektgruppe ist die Mast-Mitnutzung kein eigenes Ziel, da der Netzaufbau für den Digitalfunk oberste Priorität hat. Voraussetzung einer Mitnutzung durch andere Netzbetreiber - etwa im Rahmen der Breitbanderschließung ländlicher Räume - ist, dass die betreffende Kommune vertraglich auf Mitnutzung besteht oder aber - bei privaten Eigentümern - die Kommune eine Mitnutzung fordert oder dieser zustimmt. Häufige Fragen & Antworten Welche Aufgaben haben die Vermittlungsstellen? Die Vermittlungsstellen des Digitalfunk BOS sind die Bindeglieder des BOS- Digitalfunknetzes. Sie gewährleisten den überregionalen Datenfluss und die Weiterleitung von Kommunikations- und Steuerdaten zwischen den Basisstationen im gesamten Bundesgebiet. Zudem übernehmen sie die behördenübergreifende Verwaltung aller Teilnehmer und Teilnehmergruppen des Digitalfunk BOS. Vier der 62 Vermittlungsstellen sind zugleich als Transitvermittlungsstellen ausgestattet. Diese stellen als übergeordnete Verkehrsebene die deutschlandweite Vernetzung der Vermittlungsstellen sicher.

Mit der Integration der 62. Vermittlungsstelle im Mai 2013 steht das Kernnetz des Digitalfunk BOS nun deutschlandweit zur Verfügung. Auch die beiden Netzverwaltungszentren in Hannover und Berlin, die für die Überwachung und die Steuerung des BOS-Digitalfunknetzes zuständig sind, befinden sich im Einsatz. Ein Jahr Erfahrungen mit dem Endgerätekoffer Testgeräte überzeugen auf Veranstaltungen und Schulungen Die 23 Endgerätekoffer mit jeweils 10 digitalen Handfunkgeräten (HRT) haben sich als Testangebot etabliert. Den künftigen Digitalfunk-Nutzern bietet sich damit bayernweit die Möglichkeit, eine Auswahl an Geräten und Zubehör in die Hand zu nehmen, Einstellungen selbst vorzunehmen und dadurch einen ersten persönlichen Eindruck von der Materie zu gewinnen. Endgerätekoffer zu Test- und Schulungszwecken. Quelle: DigiNet Das Angebot ist über die Ansprechpartner bei den Regierungen, Polizeipräsidien und bei der Projektgruppe DigiNet - Öffentlichkeitsarbeit durch die Blaulichtorganisationen abrufbar. Zusätzlich zu den Koffern stehen bei der Projektgruppe DigiNet weitere digitale Endgeräte zur Verfügung, darunter 3 Fahrzeugfunkgeräte (MRT) als mobile Kofferlösung mit abgesetzter Antenne und Repeaterfunktion, zwei Tischbedienstationen und verschiedene Modelle abgesetzter Handbedienteile.

Fahrzeugfunkgerät (MRT) als mobile Kofferlösung. Quelle: DigiNet Die neue Technik wurde flankierend zur analogen Einsatzkommunikation bei Veranstaltungen im DMO-Modus ohne Netzeinbindung erprobt. Weitere Testmöglichkeiten bieten sich bei Verbands-/Organisationstreffen und internen Schulungsmaßnahmen an. Besonders die gute Sprachqualität und die Leistungsfähigkeit der Vocoderfunktion hinterließen einen bleibenden Eindruck. Veröffentlichungen & Infos Bayerischer Gemeindetag: Der Digitalfunk kommt! In der Publikation Der Bayerische Bürgermeister. Zeitschrift für kommunale Selbstverwaltung äußert sich der Bayerische Gemeindetag zu den Kosten der Leitstellenanbindung und zum Sonderförderprogramm Endgeräte im Rahmen der Einführung des Digitalfunks. Den kompletten Artikel finden Sie auf unserer Internetseite unter www.digitalfunk.bayern.de > Veröffentlichungen > Zum Thema Veröffentlichungen (www.stmi.bayern.de/sus/digitalfunk/veroeffentlichungen/index.php)

Elektrosmog und Nocebo-Effekt: Angst vor Elektrosmog kann krank machen Eine Studie des Psychologen Michael Witthöft von der Johannes Gutenberg Universität Mainz untersucht den Zusammenhang, auch wenn es keine messbare Strahlenbelastung gibt. Weitere Infos unter http://www.heise.de/newsticker/meldung/nocebo-effekt-angst-vor-elektrosmogkann-krank-machen-1859409.html Regionale Projektgruppe Unterfranken Die regionale Projektgruppe Unterfranken vermittelt über einen eigenen Internet- Auftritt und Newsticker Wissenswertes rund um den Aufbau des Digitalfunks aus dem Netzabschnitt Unterfranken. Schauen Sie doch mal rein unter www.digitalfunk-unterfranken.de Links zum Digitalfunk www.digitalfunk-hilft-helfen.de www.digitalfunk.bayern.de www.bdbos.bund.de

Herausgeber / Kontakt: Bayerisches Staatsministerium des Innern Projektgruppe DigiNet Odeonsplatz 3 80539 München EMail: stmi.diginet@polizei.bayern.de Stand: Juni 2013