Materialien für guten Unterricht www.portal-schöner-lernen.de Religion Altes Testament Daniel als Traumdeuter Daniel als Traumdeuter Kontext: Der babylonische König Nebukadnezar ließ Jerusalem belagern. Am Ende der Belagerung veranlasste er, dass neben den materiellen Besitztümern auch einige junge Männer ihr Land verlassen sollen, um am Hof des Königs zu dienen. Sie alle waren schön, begabt, weise, klug und verständig. Sie sollten im Sinne des neuen Herrschers umerzogen werden. Auch Daniel und seine Freunde gehörten zu diesen jungen Männern, die weggeführt wurden. Bei Hofe erhielten sie neue Namen und mussten sich an die dort üblichen Sitten und Gebräuche anpassen. Dazu gehörte auch, dass sie von den gereichten Speisen aßen, obwohl die Nahrungsvorschriften der Israeliten den Genuss dieser Speisen nicht erlaubten. Daniel bat deshalb darum, 10 Tage lang nur Wasser und Gemüse zu sich nehmen zu dürfen. Als sie nach diesen Tagen besser aussahen als alle, die die Speisen des Königs gegessen hatten, wurde ihnen erlaubt dauerhaft auf die unreinen Speisen zu verzichten. Nachdem Daniel viele Jahre am Hofe des Königs gedient hatte, hatte der König des Nachts einen Traum, der ihn so erschreckte, dass er aufwachte. Er ließ daraufhin alle Zauberer, Zeichendeuter, Weisen und Erstellt von, im Januar 2009 Seite 1
Wahrsager rufen und fragte sie, was sein Traum zu bedeuten habe. Die Wahrsager wollten dafür zunächst den Inhalt des Traumes wissen, der König sagte es ihnen aber nicht; er wollte von ihnen den Traum und seine Deutung hören. Die Wahrsager konnten dem König jedoch den Traum nicht sagen. Da wurde Nebukadnezar sehr böse und befahl alle Wahrsager umbringen zu lassen. Dazu gehörten auch Daniel und seine Freunde. Daniel ging zum König und bat ihn um eine Frist, damit er ihm seinen Traum offenbaren könnte. Der König willigte ein und Daniel und seine Freunde beteten gläubig zu Gott. Danach offenbarte Gott Daniel den Traum in einem Gesicht. Daraufhin ging Daniel zum König, erzählte ihm seinen Traum und sagte ihm auch die Deutung dazu. Der König warf sich vor Daniel nieder und erkannte Gott als den einzigen wahren Gott an. Daniel wurde reich beschenkt und seine Freunde wurden über einzelne Bezirke im Lande gesetzt. Nebukadnezars Traum (Daniel 2, Vers 31 ff.) Du, König, hattest einen Traum, und siehe, ein großes und hohes und hell glänzendes Bild stand vor dir, das war schrecklich anzusehen. Das Haupt dieses Bildes war von feinem Gold, seine Brust und seine Arme waren von Silber, sein Bauch und seine Lenden waren von Kupfer, seine Schenkel waren von Eisen, seine Füße waren teils von Eisen und teils von Ton. Das sahst du, bis ein Stein herunterkam, ohne Zutun von Menschenhänden; der traf das Bild an seinen Füßen, die von Eisen und Ton waren, und zermalmte sie. Da wurden miteinander zermalmt Eisen, Ton, Kupfer, Silber und Gold und wurden wie Spreu auf der Sommertenne, und der Wind verwehte sie, dass man sie nirgends mehr finden konnte. Der Stein aber, der Erstellt von, im Januar 2009 Seite 2
das Bild zerschlug, wurde zu einem großen Berg, sodass er die ganze Welt füllte. Deutung von Nebukadnezars Traum Du, König, bist ein König aller Könige, dem der Gott des Himmels Königreich, Macht, Stärke und Ehre gegeben hat und dem er alle Länder, in denen Leute wohnen, dazu die Tiere auf dem Felde und die Vögel unter dem Himmel in die Hände gegeben und dem er über alles Gewalt verliehen hat. Du bist das goldene Haupt. Nach dir wird ein anderes Königreich aufkommen, geringer als deines, danach das dritte Königreich, das aus Kupfer ist und über alle Länder herrschen wird. Und das vierte wird hart sein wie Eisen; denn wie Eisen alles zermalmt und zerschlägt, ja, wie Eisen alles zerbricht, so wird es auch alles zermalmen und zerbrechen. Dass du aber die Füße und Zehen teils von Ton und teils von Eisen gesehen hast, bedeutet: Das wird ein zerteiltes Königreich sein; doch wird etwas von des Eisens Härte darin bleiben, wie du ja gesehen hast Eisen mit Ton vermengt. Und dass die Zehen an seinen Füßen teils von Eisen und teils von Ton sind, bedeutet: Zum Teil wird's ein starkes und zum Teil ein schwaches Reich sein. Und dass du gesehen hast Eisen mit Ton vermengt, bedeutet: Sie werden sich zwar durch Heiraten miteinander vermischen, aber sie werden doch nicht aneinander festhalten, so wie sich Eisen mit Ton nicht mengen lässt. Aber zur Zeit dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Reich aufrichten, das nimmermehr zerstört wird; und sein Reich wird auf kein anderes Volk kommen. Es wird alle diese Königreiche zermalmen und zerstören; aber es selbst wird ewig bleiben, wie du ja gesehen hast, dass ein Stein ohne Zutun von Menschenhänden vom Berg herunterkam, der Eisen, Kupfer, Ton, Silber und Gold zermalmte. So hat der große Gott dem König kundgetan, was dereinst geschehen wird. Der Traum ist zuverlässig und die Deutung ist richtig. Erstellt von, im Januar 2009 Seite 3
Vorschläge für den Einstieg: Zum Einstieg in die Stunde könnte den Kindern das Bild eines nachdenklichen Königs (z.b. im Materialordner zum Lehrbuch) gezeigt werden. Die Lehrkraft zeigt es den Kindern und erklärt dazu: Das ist König Nebukadnezar. Er hatte in der letzten Nacht einen merkwürdigen Traum. Leider weiß er nicht, was der Traum zu bedeuten hat. Alternativ spielt die Lehrkraft den nachdenklichen König mit einer Handpuppe. Dazu lässt sie die Handpuppe einen kurzen Dialog sprechen (z.b. Oh, hatte ich heute Nacht einen merkwürdigen Traum, wenn ich nur wüsste, was er zu bedeuten hat, ). Vorschläge für die Erarbeitung: Die Lehrkraft erzählt den Kindern den Traum des Nebukadnezar. Zur visuellen Unterstützung baut sie dabei die Statue aus Pappschachteln oder Dosen auf. Eine Bastelanleitung für die Statue befindet sich im Anhang (Anlage I). Am Ende der Erzählung darf dann ein Kind die Statue mit einem Soft-Ball zum Einsturz bringen. Alternativ erzählt die Lehrkraft die Geschichte anhand der Bildfolge. Dazu könnten die benötigten Bilder kopiert und an die Kinder verteilt werden. Sollte die Handpuppe im Einstieg Verwendung gefunden haben, könnte sie auch den weiteren Verlauf der Geschichte erzählen. Passend zur Geschichte legen die Kinder ihre Bilder nebeneinander ab. Vorschläge für die Vertiefung: Erstellt von, im Januar 2009 Seite 4
Die Kinder gestalten eine Pappschachtel-Geschichte zum Thema. Neben der Geschichte von Daniel könnte die Vorlage auch um ein Feld ergänzt werden, in das die Kinder sich selbst beim Beten (oder ihre gefalteten Hände) zeichnen. Eine Bastelanleitung befindet sich im Anhang (Anlage II). Die Kinder lernen und singen das Lied Gott sagt uns immer wieder (Singt alle mit; Bischoff Verlag 1998; ISBN 3-920104-60-9). Ggf. singen die Lehrkräfte die Strophen und die Kinder stimmen jeweils beim Refrain mit ein. Die Lehrkraft zerschneidet ein Bild von Daniel in Puzzleteile. Je nach Alter und Fähigkeiten des Kindes entscheidet sie, in wie viele Teile das Bild zerschnitten wird und gibt sie den Kindern in einem Briefumschlag, in dem jeweils ein Puzzleteil (z.b. Daniels Hände) fehlt. Die Kinder puzzeln das Bild (ggf. mit Hilfe einer Vorlage). Vorschläge für den Abschluss: Kinder und Lehrkraft beten gemeinsam zum Abschluss der Stunde. Dafür werden alle Anliegen gesammelt, die erbeten werden sollen. Evtl. wollen auch einige Kinder selber für ihre Bitten beten, die Lehrkraft ergänzt das Gebet dann z.b. um die Anbetung und den Dank. Erstellt von, im Januar 2009 Seite 5
Anlage I: Statue aus Pappschachteln/Dosen Verschieden große Pappschachteln oder Dosen werden zunächst in der passenden Farbe gestaltet. Anschließend wird ein Gesicht aufgemalt und die Arme mit Fäden am Körper befestigt. Wird eine möglichst geräuschlose Zerstörung der Statue durch den Softball gewünscht, sollten die Pappschachteln Verwendung finden. Die Dosen sind allerdings langlebiger und das scheppernde Geräusch bei der Zerstörung begeistert die Kinder meist sehr (ggf. könnte eine Decke o.ä. untergelegt werden). Haupt: Gold Brust, Arme: Silber Bauch, Lenden: Kupfer Schenkel: Eisen Füße: Eisen und Ton Erstellt von, im Januar 2009 Seite 6
Anlage II: Pappschachtel-Geschichte Die Kinder erhalten eine Pappschachtel, die verschlossen werden kann. Besonders gut sind herfür Streichholzschachteln geeignet, die allerdings für kleinere Kinder schwer zu händeln sind. Die Schachteln sollten bereits im Vorfeld mit deckender Farbe gestaltet werden, so dass sie ausreichend Zeit zum Trocknen haben. In der Stunde wird dann der Bildstreifen gestaltet. Dazu muss er zunächst in der für die Schachtel gewählten Größe ausgedruckt werden. Anschließend wird der Streifen gerollt oder gefaltet und so in die Pappschachtel gelegt, dass die Lasche herausschaut. Zieht das Kind an dieser Lasche, kommt Bild für Bild die Geschichte von Daniel zum Vorschein. In das leere Feld könnte z.b. das Bild aus Nebukadnezars Traum oder betende Hände eingefügt werden. Erstellt von, im Januar 2009 Seite 7