Der Gleichstrom-Elektromotor

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Transkript:

BERUFSSCHULE Seite 1 von 10 Der Gleichstrom-Elektromotor Dauermagnet für das Statorfeld Befestigungsschrauben M5x20 Flachkopf U-Eisen (Weicheisen) Rotorwicklung Durchmesser ca. 3 cm Rotorwelle (Enden der Rotorwicklung, siehe Detail) Grundplatte 95 mm x 50 mm 20 mm dick Lagerbock aus blankem Kupfer- 2 Draht (1,5 mm ) Montageskizze siehe sparates Blatt In Spielzeugen, Stereoanlagen und Computern und in Autos übernehmen kleine Elektromotoren unzählige Aufgaben. Doch wie funktionieren sie eigentlich? Übung 1, 2 und 4 erkundet das Vorwissen, über das Sie verfügen: - Übung 1 Sie kennen die Kraftwirkung von Dauermagneten und Elektromagneten. - Übung 2 Sie wissen, dass man einen Elektromagneten umpolen und auch abschalten kann. Elektromotoren sind heute weitverbreitet. Die kleinen Gleichstrommotoren (etwa in Spielwaren) funktionieren nach einem einfachen Prinzip, dass an Hand eines äusserst einfachen Motors demonstriert werden kann. - Übung 3: Versuchsaufbau Die Beschreibung des Versuchsaufbaus befindet sich auf Seite 5. Es wird empfohlen, zuerst die Übung 2 durchzuführen. - Übung 4: Interpretationen Zeichnen Sie von Ihrem Modell die vorhandenen Magnetfelder ein. Wenn Sie alles richtig machen, sollten Sie die Drehrichtung Ihres Motors selbständig feststellen können! - Übung 5 Zeichnen Sie auf ein A3-Blatt Ihren Motor bzw. stellen Sie Ihn in den drei Rissen (Auf- Grund- und Seitenriss) dar.

BERUFSSCHULE Seite 2 von 10 Übung 1 Was passiert eigentlich, wenn man zwei Permanentmagnete (SN-NS) gegeneinander hält? Zeichnen Sie die zwei Permanentmagnete, die Magnetpole, Magnetfelder und Kraftwirkung ein! Was passiert eigentlich, wenn man einen Permanentmagneten (SN) mit einem Elektromagneten (NS) zusammenführt? Zeichnen Sie den Permanentmagneten, den Elektromagneten mit Eisenkern, die Magnetpole, Magnetfelder und Kraftwirkung ein!

BERUFSSCHULE Seite 3 von 10 Was passiert eigentlich, wenn man zwei Elektromagnete (SN-NS) gegeneinander hält? Zeichnen Sie die Spulen mit Eisenkern, die Magnetpole, Magnetfelder und Kraftwirkung ein!

BERUFSSCHULE Seite 4 von 10 Übung 2 Was passiert eigentlich, wenn man einen Permanentmagneten an eine frei gelagerte, stromdurchflossene Spule oder Leiterschleife hält (Lorenzkraft)? Zeichnen Sie alle Varianten dieser Situation auf, bis Sie die Funktion sehen und verstanden haben.

BERUFSSCHULE Seite 5 von 10 Übung 3: Versuchsaufbau Der Versuch dient zur Erarbeitung der Funktionsweise eines einfachen Gleichstrommotors. Der Rotor Der Rotor besteht aus einem ca. 1 m langen lackisolierten Kupferdraht von ca. 1 mm Durchmesser. Dieser wird auf einer Wicklungshilfe von etwa 3 cm Durchmesser aufgewickelt und zu einer Spule geformt. Die beiden Enden werden jeweils rechts und links genau in der mitte der Spule nach aussen gebogen und mit Isolierband fixiert. Die Enden dienen als Welle und für die Stromleitung muss die untere Hälfte des Lackes entfernt werden. Es ist wichtig, dass der Rotor sogfältig ausgewuchtet ist, so dass er in der senkrechten Drehlage verharrt. Lagerböcke Die beiden Lagerböcke werden aus blankem Kupferdraht 1,5 mm 2 gebogen und in die vorbereiteten Bohrlöcher der Grundplatte gesteckt und verleimt. Die vom Draht gebildeten Ösen, die die Rotorwelle aufnehmen, dürfen nicht satt zur Welle passen, sondern müssen ein grosses radiales Spiel erlauben. Die Rotorwelle kann mit kleinen aufgesteckten Abschnitten von PVC-Drahtisolationen gegen seitliche Verschiebung gesichert werden. Ablauf Überprüfen Sie, ob sich der Rotor leicht drehen lässt und gut ausbalanciert ist. Verbinden Sie beziehungsweise halten Sie die Batterie an die beiden Lagerböcke. Wenn der Rotor nicht selbsttätig zu drehen beginnt, so stossen Sie ihn leicht an. Versuchen Sie es mit der umgekehrten Drehrichtung. Der Rotor dreht sich nun rasch ohne weiteres Zutun, solange die Batterie angeschlossen ist. Beobachtungen Zusatzbemerkung An Stelle des Dauermagnetfeldes können Sie einen Wicklungsdraht um das U-Eisenstück wickeln und parallel zur Rotorwicklung schalten. Dieser Motor wird auch an Wechselspannung laufen (Prinzip des Universalmotors).

BERUFSSCHULE Seite 6 von 10 Übung 4: Interpretationen Um die Funktionsweise dieses Morors zu verstehen, müssen Sie die Magnetpole vom Dauermagnet und der Rotorspule betrachten. Lösen Sie dazu die untenstehendenn Aufgaben. a) Zeichnen Sie das Magnetfeld bzw. die magnetischen Pole des Dauermagneten in das nebenstehende Bild ein. b) Zeichnen Sie das Magnetfeld bzw. die magnetischen Pole der Rotorspule in das nebenstehende Bild ein. Vorderes Lager elektrischer Plus-Pol. c) Überlegen Sie in welche Richtung nun der Rotor drehen wird. Sie zeichnen beide Magnetpole (ohne Magnetfelder) und die zu erwartende Drehrichtung in das nebenstehende Bild ein. Stimmt die Dehrichtung?

BERUFSSCHULE Seite 7 von 10 d) Weshalb bleibt der Rotor nach einer Viertelsdrehung nicht hängen? e) Ein technisch ausgereifter Motor hat einen sogenannten Kollektor oder Polwender (vgl. Literatur und demontierten Motor). Wozu dient dieser Kollektor?

BERUFSSCHULE Seite 8 von 10 Eigene Zusammenfassung

BERUFSSCHULE Seite 9 von 10 Materialliste Für den Selbstbau benötigen Sie: Materialbezeichnung Das Materiel kann wie folgt bezogen werden Ein U-Eisen KBA Zug Zwei Dauermagnetstücke CONRAD Electronic AG, Rosenstrasse 53, 8832 Wollerau, Tel 0848 80 12 90 Art.Nr. 503 701 Eine Grundplatte 20 cm Kupferdraht 1,5 mm 2 blank Lernende Hausdienst GIBZ Zug Eine Batterie 3LR12-4,5 V Lernende 1 m isolierten Kupferdraht 1 mm Durchmesser Lehrperson (Bezugsadresse Ackeret AG, Zürich, 044 372 02 20, Herr Furrer) Für Universalmotor zusätzlich 2 m isolierten Kupferdraht Zwei Schrauben M5x20, Flachkopf Lehrperson Lernende Bei Bestellung Betrag auf Anfrage.

BERUFSSCHULE Seite 10 von 10 7. Auflage 8. April 2007 Bearbeitet durch: Niederberger Hans-Rudolf dipl. Elektroingenieur FH/HTL/STV dipl. Betriebsingenieur HTL/NDS Vordergut 1 8772 Nidfurn Telefon 055 654 12 87 055 644 38 43 Telefax 055 654 12 88 E-Mail hn@ibn.ch Web www.ibn.ch Änderungen Pos. Titel Bemerkung Datum der Änderung Auflage 1 Materialliste eingefügt 08.01.07 2 2 Aufgabenstellung Angepasst und erweitert 08.01.07 3 3 Materialliste Adressen für Materialbezug eränzt 10.01.07 4 4 Textanpassungen Textfehler korrigiert 29.03.07 6 5 Motorskizze Schraubengrösse angepasst 08.04.07 7 6