Zu saubere Schweizer Seen

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Transkript:

Zu saubere Schweizer Seen In vielen Seen ist das Wasser heutzutage wieder klar und sauber. Das war nicht immer so! In den 50-er Jahren des letzten Jahrhunderts war eine grosse zunehmende Verunreinigung der Schweizer Seen festzustellen. Die derzeitige sehr gute Wasserqualität ist auf die in den 70-er Jahren einsetzenden Gewässerschutzmassnahmen zurückzuführen. Dazu gehören der flächendeckende Bau von Kanalisations- und Kläranlagen, das Phosphatverbot in Waschmitteln und die umfassenden Vorschriften für den Einsatz von Düngern in der Landwirtschaft. Vor allem die Reduktion des Nährstoffeintrags in die Gewässer liess die Seen gesunden. Durch die bessere Wasserqualität werden unsere Schweizer Seen wieder zu nährstoffarmen Voralpenseen, wie sie eigentlich im Ursprung einmal waren. Da die wie einst, stetig fliessende Gewässer aus den Gletschern, so nährstoffarm sind. Der niedrigere Phosphatanteil im Wasser hat in fast allen Seen zur Verminderung des Algenwachstums geführt, wodurch das Nahrungsangebot für die Fische zurückgegangen ist. Positive Auswirkungen hat dies insbesondere auf die in nährstoffreichen Seen dominierenden Weissfische wie Rotauge, Schleien oder Brachsmen gebracht. Ihr Fang hat sich verglichen mit den 80-er Jahren reduziert. Zum 1

Segen der Brotfische der Fischer, mit den bekannten Fischarten wie Felchen, Seeforellen, Hecht oder Seesaiblinge konnten sich wieder etablieren. Die Artenvielfalt nahm sprunghaft zu. Somit passte sich der Fischbestand wieder an die ursprünglich artenreicheren Verhältnisse an. Durch die jedoch weiter voran schreitende Verminderung der Nährstoffe im See sind die Fangerträge der Felchen, dem Brotfisch der Schweizer Berufsfischer, in den letzten Jahren eingebrochen. Damit ist das Gewerbe der traditionellen Berufsfischerei existentiell bedroht. Die Berufsfischer müssen nun, wie bereits ihre Vorfahren, einem Nebenerwerb nachgehen, damit das Auskommen auf diese Weise erarbeitet werden kann. 2

Die anhaltende Misere auf den Schweizer Seen könnte durch gezielte Massnahmen verbessert werden. Das strikte Verbot des Laichaustausches unter den Schweizer Seen könnte nachhaltig gelockert werden, damit sich die Fischbestände infolge Inzucht nicht weiter verkümmern. Der Frassdruck der Fisch fressenden eingewanderten Vögel wie Kormorane, Graureiher und Gänsesäger muss ein Kompromiss zwischen Vogelschutz und Fischerei gefunden werden. Das Prinzip der Nachhaltigkeit in der Bewirtschaftung der Seefischerei muss jedoch weiterhin durch die Festlegung von Schonmassen, Schonzeiten sowie Netzarten, Netzzahlen und Maschenweiten gewährleistet sein. Ein fachlich fundiertes und konsequent angewandtes Regelwerk wird dafür sorgen, dass die Schweizer Seen nicht überfischt werden und die Artenvielfalt erhalten bleibt. 3

In der Schweiz sind die Felchen die Brotfische der Berufsfischer und sind daher von grosser lokaler wirtschaftlicher Bedeutung. Im Zuge der gestiegenen Nährstoffkonzentration in den Schweizer Seen verbesserte sich die Ernährungssituation der Felchen bis in die 80er Jahren des letzten Jahrhunderts stetig. Gleichzeitig aber verschlechterten sich jedoch ihre Fortpflanzungsbedingungen, weil die sich auf dem Seegrund entwickelnden Eier aufgrund der niedrigen Sauerstoffkonzentration abstarben. Trotz der derzeitigen sehr guten Wasserqualität, die auf gezielte Gewässerschutzmassnahmen, die vor allem eine Reduktion des Nährstoffeintrags in die Gewässer bewirkte, zurückzuführen sind, werden heute immer noch Felcheneier in Brutanstalten künstlich ausgebrütet und mit frisch geschlüpften Mückenlarven oder mit Plankton gefüttert. Nach erfolgreicher Aufzucht werden die Jungfische in die Seen zurückgesetzt. 4

Daher haben die innovativen Schweizer Fischer Ihre Unterstützung verdient! Mit der aufwendigen Winterfischerei, auf die Weissfisch- Schwärme, mit dem einzigartigen Leckerbissen der Schwalen, gekonnt <<geknuspert>>, passt wunderbar zu einem frostigen Tag!...und so funktioniert das <<Ziselieren>>: Eine verkannte Delikatesse: 5