Eine Weihnachtsgeschichte

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Rollen Ebeniza Scrooge Der junge Ebeniza Scrooge Robert Angestellter von Scrooge Eliza, seine Frau Neffe William Betty seine Frau Miss Nora vom Waisenhaus Marley Der junge Marley Geist der Vergangenheit Geist der heutigen Weihnacht Geist der zukünftigen Weihnacht Miss Ashton Miss Doreen Miss Emely Miss Ashton Kinder von Robert und Emely: Pergy Lissy John Miss Nora Miss Louisa Kinder toter Partner von Scrooge theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 3

1. Szene (Büro von Ebeniza. Kinder singen Weihnachtslieder.) Robert geht ab Mach das Fenster zu Robert, das ist ja ein fürchterliches Geplärre da draußen! Es sind doch nur Kinder, Mr. Scrooge und es ist Weihnachten, der höchste Feiertag im Jahr. Weihnachten!!! Wenn ich das schon höre! Die Menschen erfinden solche Feiertage, damit sie nur ja nicht arbeiten müssen. Aber die Menschen freuen sich so, dass die Familie beieinander ist. Und die Kinder erst wenn sie ihre Geschenke bekommen, Geschenke? Alles rausgeschmissenes Geld! Für was brauchen Kinder Geschenke?! Sie kosten schon genug an Kleidung und Essen, und ich frage mich sowieso, wie du mit den paar Schillingen, die du bei mir verdienst, auch noch großzügige Geschenke machen kannst. Es sind nur Kleinigkeiten Und außerdem sind die Kinder selbst ein Geschenk des Himmels, werter Mr. Scrooge. Ha, ein sehr teures Geschenk allerdings. Du siehst doch selbst: Sie wollen unaufhörlich gefüttert werden. So kommst du nie dazu, von deinem Lohn etwas zu sparen und das Geld vernünftig auf der Bank anzulegen, damit es sich vermehren kann. Wie viele Kinder hast du? Drei Kinder hab ich, Mr. Scrooge. Ein Junge und zwei Mädchen Na also, und dann noch eine Frau dazu, die das Geld zum Fenster hinauswirft, oder? Mit Verlaub, Mr. Scrooge, so ist es nicht. Wir brauchen das Geld, dass Sie mir gütiger Weise für meine Arbeit geben, um unsere Kinder zu ernähren, und dass sie in die Schule gehen können. Mein jüngster Sohn ist sehr krank, und die Arztkosten sind sehr hoch, wie Sie sicher wissen. Das bestätigt doch genau meine Meinung. Kinder sind eine unrentable Investition, sie machen dich arm Darf ich denn mit Ihrer Erlaubnis morgen zuhause bleiben und mit meiner Familie Weihnachten feiern? Wenn du morgen nicht arbeitest, bleibt die Arbeit liegen. Du willst also auf meine Kosten Weihnachten feiern!? Ich werde alles nachholen, und dafür an anderen Tagen länger arbeiten, Mr. Scrooge. Dann tu, was du nicht lassen kannst. Solltest du dein Versprechen nicht halten, werde ich dir entsprechend den Lohn kürzen, verstanden? Sehr wohl, natürlich, Mr. Scrooge, Sie sind sehr gütig Dann Frohe Weihnachten, Mr. Scrooge! Nun geh schon. Weihnachten! Alles nur Faulenzerei, ungesundes Essen und Geschenke, die keiner braucht. Abschaffen sollte man das, einfach abschaffen 2. Szene Sei gegrüßt, und Frohe Weihnachten Onkel Ebeniza! Was willst du? theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 4

geht ab, es klopft 3. Szene Es ist Weihnachten, Onkel Ebeniza. Hör auf zu arbeiten und komm mit mir zu uns nach Hause: Betty und ich laden dich zum Weihnachtsessen ein! Ich brauche kein Weihnachtsessen, das mir nur schwer im Magen liegt. Ich hab zuhause meine Suppe. Das wissen wir, lieber Onkel. Aber wir würden uns sehr freuen, wenn Du uns besuchst. Wir haben dich lange nicht gesehen und vermissen dich. Mich?... Vermissen?! Dass ich nicht lache! Ihr spekuliert doch nur auf euer Erbe, dafür muss man sich den reichen Erbonkel natürlich warm halten! Schade, dass du so denkst, Onkel Ebeniza. Dabei bist Du der einzige Bruder meiner verstorbenen Mutter, und deshalb Ja, ja, schon gut feiert ihr euer Weihnachten und lasst mich in Ruhe! Vielleicht überlegst du es dir ja noch, Onkel Ebeniza. Wir werden auf Dich warten, und: Frohe Weihnachten! Immer diese Störungen!! Wer ist denn das nun schon wieder? Guten Abend und frohe Weihnachten, Mr. Scrooge. Guten Abend. Was wollen Sie von mir? Ich habe zu arbeiten, wie Sie sehen. Sie wissen, verehrter Mr. Scrooge, es ist Weihnachten und da gehen wir vom Waisenhaus zu den wohlhabenden Menschen unserer Stadt und bitten um eine kleine Spende für unsere armen Kinder, die ohne Eltern aufwachsen müssen. Was sind das für Menschen, die Kinder in die Welt setzen und dann erwarten, dass andere für sie sorgen!? So etwas unterstütze ich nicht. Aber Mr. Scrooge. Haben Sie doch ein Herz. Was soll denn aus den Kindern werden, wenn wir ihnen nicht helfen? Räuber, Diebe und Verbrecher werden sie, und dafür gibt es Gefängnisse und Arbeitshäuser! Aber mit Ihrer Unterstützung werden sie das eben nicht!!! Ach papperlapapp! Die Gefängnisse und Arbeitshäuser sind voll und kosten die fleißigen Menschen schon genug. Lieber Mr. Scrooge, es ist doch Weihnachten, da könnten Sie ausnahmsweise mal eine Ausnahme machen. Sie sind doch ein reicher Mann! Das bin ich nur, weil ich mein Geld zusammenhalte und nicht an nutzlose Kreaturen verschwende. Und jetzt darf ich bitten: Verlassen Sie mein Büro, Miss Nora. Ich habe noch zu arbeiten Trotzdem: Frohe Weihnachten, Mr. Scrooge. geht ab Leben Sie wohl, Gnädigste. Und lassen Sie mich künftig am besten in Ruhe. Alles, was ich mir mit meinem besten Freund und Kumpel aufgebaut habe, werde ich nicht so leicht aufs Spiel setzen. Und schon gar nicht wegen so einem albernen Weihnachtsfest! 4. Szene Die Uhr schlägt 12.00. theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 5

EINE STIMME RUFT STIMME Marley tritt ab 5. Szene:!!! Wer ist da?!!! Wer zum Teufel ist da draußen? Komm herein und zeige dich. Ich will wissen, mit wem ich es zu tun habe! Ich bin es, dein Freund und Kumpel Marley! Marley!?! Du bist doch schon seit 10 Jahren tot! Wo kommst du auf einmal her, und was willst du von mir? Ich komme aus dem Nirgendwo und kann keine Ruhe finden. Ich bin gekommen, um dich zu warnen. Wovor willst du mich warnen? Siehst du diese schwere Kette hier? Ja Und? Die Uhr schlägt 1.00. Sie ist die Strafe für alle Betrügereien, die ich begangen habe. Sie ist die schwere Last der Schuld, die ich auf mich nahm, als ich erbarmungslos mit dir gemeinsam dem Geld hinterherjagte, ohne Rücksicht auf die Menschen, die wir zu Grunde richteten. Das sind ja ganz neue Töne! Dich habe ich etwas anders in Erinnerung! Ich will dich warnen, Ebeniza. Du bist alt geworden, bald wirst du sterben, so wie ich. Und du wirst auf diese Reise nichts mitnehmen, nichts, außer deiner Schuld, in alle Ewigkeit! Du bist mir immer ein guter Freund gewesen, Marley Ich danke dir für deinen gut gemeinten Rat. Aber lass mich bitte in Ruhe mit all dem, und gehe dahin, wo du hergekommen bist. Mich siehst du sowieso nicht wieder, ich habe meine Aufgabe erfüllt. Doch heute Nacht werden dich noch drei weitere Geister besuchen. Höre, was sie dir zu sagen haben und handle dann richtig. Lebe wohl, Ebeniza Noch drei Geister?! Lieber Himmel, was soll das, Marley! Bei aller Freundschaft, lass mich damit in Ruhe! Marley? Jetzt ist er weg! Was mach ich nur? Drei Geister!? Wie soll ich das ertragen? Naja, vielleicht kommen sie ja auch gar nicht, und ich träume das alles hier nur Geist der Vergangenheit tritt auf. Bist du einer von den Geistern, die Marley mir angekündigt hat? Ja, ich bin der Geist deiner vergangenen Weihnacht, und ich will dir etwas zeigen. Was soll das Großartiges sein? Wir werden eine Reise in deine Vergangenheit antreten. In meine Vergangenheit? Grundgütiger, muss das unbedingt sein? Ja, es muss sein. Es ist besser für dich... Also gut, dann bleibt mir wohl nichts anderes übrig aber wie soll das gehen? theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 6

Vorhang Komm`mit mir, ich führe dich 2. Bild: Büro von Ebeniza vor 30 Jahren 6. Szene GdV und der alte Ebeniza stehen am Bühnenrand und schauen auf den den jungen Ebeniza, der unruhig auf und ab geht. Es klopft. Gehen ab. Das bin ja ich, in jungen Jahren. Man sollte das Vergangene besser ruhen lassen. Schau hin und denke nach! Wo sie nur bleibt? Sie hatte doch versprochen, zu kommen. Es wird Zeit, dass ich über diese wichtige Angelegenheit mit ihr spreche. Das ist sie na endlich! Guten Tag, Ebeniza. Vielen Dank für deine Einladung. Guten Tag, Eliza. Wie schön, dass du gekommen bist. Du wolltest mit mir sprechen? Was gibt es? Eliza wir kennen uns nun schon seit einiger Zeit. Ja, schon so lange, wie du bei meinem Onkel arbeitest, fünf Jahre bereits. Genau. Und mit jedem Jahr wurde mein Wunsch größer, dich für immer bei mir zu haben. Die Geschäfte laufen gut, ich kann also daran denken, eine Familie zu gründen. Darum frage ich dich: Möchtest du meine Frau werden, Eliza? Ich bin ein armes Mädchen, Ebeniza. Meine Eltern haben nicht viel Geld. Ich bin bestimmt nicht die Richtige für dich. Doch, das bist du. Es ist nicht wichtig für mich, ob du arm oder reich bist. Ich verdiene genug! Sag ja, Eliza, bitte! Wenn es so ist, wie du sagst, will ich gerne JA sagen, denn ich liebe dich schon lange. Dann nimm diesen Ring von mir. Im nächsten Jahr werden wir Hochzeit feiern! So lass uns jetzt rasch zu meinen Eltern gehen. Sie werden sich freuen und stolz sein, dass ich bald die Frau von Ebeniza Scrooge bin... Eliza! Meine Schöne! Musst du mich unbedingt an sie erinnern? Hör auf damit! Wir haben gerade erst angefangen, Ebeniza. Das musst du jetzt aushalten. Schau hin und denke nach, das hier geschieht zwei Jahre später... 7. Szene Ebeniza sitzt an seinem Schreibtisch. Es klopft. Wer ist da? M. ASHTON Ich bin es, Miss Ashton. Ach Sie sind es. Dann kommen Sie mal herein. Was gibt es denn? theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 7

M. ASHTON Das wissen Sie doch, Ebeniza Scrooge. Ich möchte das Vermögen zurück haben, dass Sie meinem Mann gestohlen haben. Gestohlen? Er hat es mir geschuldet. Er hat das Geld, dass ich ihm gegeben habe, sinnlos verschleudert, und ausgegeben! Ich habe mir nur genommen, was mir zusteht, werte Miss Ashton. M. ASHTON Was Ihnen zusteht? Sie haben uns alles genommen, was wir hatten! Unser Geschäft, unser Haus, unsere Grundstücke, alles,!!! Weil Ihre Zinsen so hoch sind, dass es niemand zurück bezahlen kann! Mein armer Mann ist vor Kummer gestorben weint Ihr armer Mann hat gewusst, was er tat, er war ein Geschäftsmann! Wenn auch ein schlechter... M. ASHTON Es sind eben nicht alle Geschäftsleute so habgierig wie Sie, Ebeniza Scrooge. Miss Ashton, Sie stehlen mir meine kostbare Zeit. Ich kann Ihnen nicht helfen. M. ASHTON Ich werde vor Gericht gehen und mein Recht einklagen. Rechnen Sie mit mir Ebeniza, ich werde nicht aufgeben! Na, dann gehen Sie mal vor Gericht, aber vorher verlassen Sie bitte mein Büro M. ASHTON Der Tag wird kommen Ebeniza Scrooge, an dem alle Ihre Betrügereien ans Tageslicht kommen. Und es kommt der Tag Ihres Todes, an dem wir alle, die Sie arm gemacht haben, ein Freudenfest feiern werden! Denn sie werden nichts mitnehmen, nichts! Das gleiche gilt für Sie, Miss Ashton. Und nun, werte Dame, ist Schluss mit dem Theater hier! M. ASHTON Lassen Sie mich sofort los, Mister Marley! Sie sind doch auch nicht besser als er, sondern der gleiche Halsabschneider! Gehen Sie endlich, Miss Ashton. Sie sehen doch, dass das Lamentieren nichts bringt. M. ASHTON Ja, ich werde jetzt gehen. Und ich werde alle Menschen in dieser Stadt vor euch beiden Verbrechern warnen. Ihr werdet schon sehen!!! geht wütend ab Na endlich ist dieses gackernde Huhn entflogen! Ihr Mann war ein Tölpel, ein Dummkopf, der nicht rechnen konnte. Und sich dann zu allem Übel auch noch erhängen musste! Darüber ist sie auch noch traurig und wütend!! theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 8

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