Lernenden-Statistik 2016

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Transkript:

Lernenden-Statistik 2016 55 Prozent der schulaustretenden Jugendlichen haben im Sommer 2016 eine Lehre in einer 2- jährigen beruflichen Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) oder einer 3- bzw. 4- jährigen beruflichen Grundbildungen mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) begonnen. Die anderen Jugendlichen verteilen sich auf allgemeinbildende Schulen (25.6%), Brückenangebote und Zwischenlösungen (15.9%). 3.5 Prozent verfügten im Sommer 2016 über keine Anschlusslösung. 1. Übersicht Anzahl Lehrv erhältnisse (EFZ, EBA) Die Unternehmen im Kanton Solothurn zeigen nach wie vor eine hohe Ausbildungsbereitschaft. Das Lehrstellenangebot war auch dieses Jahr grösser als die Nachfrage. Erstmals konnten auf Lehrbeginn 2016 rund 300 Lehrstellen nicht besetzt werden. Die neu abgeschlossenen Lehrverhältnisse gehen weiter zurück und folgen der demografischen Entwicklung. Ein Trendwechsel wird frühestens im Jahr 2022 erwartet. Insgesamt wurden 544 Lehrverhältnisse aufgelöst. Dies entspricht einem Anteil von 8.8% aller EFZ- und EBA-Verträge (Details siehe unter 4. Lehrvertragsauflösungen). Abbildung 1: Entwicklung der Lehrverhältnisse in den 2-, 3- und 4-jährigen Grundbildungen von 2012-2016 (inkl. Auflösungen) Die meisten Lehrverhältnisse bestehen in folgenden Berufsfeldern: Wirtschaft und Verwaltung (920), Gesundheit (657), Metall und Maschinen (612), Verkauf (536), Fahrzeuge (376), Elektrotechnik (357), Verkehr und Logistik (348), Gastgewerbe (341), Bau (262), Gebäudetechnik (256), Holz (241). Reg. 317-2/2016 Seite - 1 von 6

2. Situation der EBA-Lehrverhältnisse (Eidgenössisches Berufsattest) Abbildung 2: Entwicklung der EBA-Lehrverhältnisse von 2012-2016 (inkl. Auflösungen) Der Anteil der zweijährigen Grundbildungen ist mit 13.7 % sehr hoch. Im schweizweiten Vergleich steht der Kanton Solothurn damit an zweiter Stelle. Die Anzahl neuer Lehrverhältnisse werden aufgrund der rückläufigen Schülerzahlen auch bei den zweijährigen Grundbildungen weiter abnehmen. Folgende EBA-Berufe wurden mit Lehrbeginn 2016 am meisten gewählt: - 55 Detailhandelsassistent/Detailhandelsassistentin EBA - 43 Assistent/Assistentin Gesundheit und Soziales EBA - 33 Logistiker/Logistikerin EBA - 18 Küchenangestellte/Küchenangestellter EBA - 10 Automobilassistent/Automobilassistentin EBA Zurzeit werden die 545 EBA-Lernenden in 34 verschiedenen Berufen ausgebildet. Zur Förderung von Lehrstellen in der zweijährigen beruflichen Grundbildung arbeitet das Amt für Berufsbildung, (ABMH) eng mit den Berufsverbänden und der IG zweijährige Grundbildung zusammen. Eine Studie des EHB (Eidgenössisches Hochschulinstitut für Berufsbildung) vom August 2016 hat die Lehrvertragsauflösungen, den Wiedereinstieg in die Berufsbildung sowie den Bildungserfolg der Lernenden mit Lehrbeginn 2012 schweizweit untersucht und verglichen. Die Ergebnisse für den Kanton Solothurn sind sehr erfreulich und zeigen in allen Kriterien ein überdurchschnittlich gutes Resultat. Reg. 317-2/2016 Seite - 2 von 6

3. Situation der EFZ-Lehrv erhältnisse (Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis) Abbildung 3: Entwicklung der EFZ-Lehrverhältnisse von 2012-2016 (inkl. Auflösungen) Die Anzahl Lehrverhältnisse in den drei- und vierjährigen Berufslehren geht als Folge der abnehmenden Schülerzahlen weiter zurück. Dieser Rückgang wirkt sich bei den EFZ- wie bei den EBA-Berufslehren anteilmässig gleich aus. 112 Personen haben im 2016 eine Zweitausbildung begonnen nachdem sie zuvor mehrheitlich eine zweijährige Grundbildung erfolgreich abgeschlossen haben. Damit beträgt der Anteil Zweitausbildungen 5.85%. Die Nachholbildung erfreut sich nach wie vor grosser Beliebtheit. Zurzeit befinden sich 349 Personen (2015: 358) in der Vorbereitung auf das Qualifikationsverfahren im Jahr 2017 bzw. 2018. Die meisten Abschlüsse werden in folgenden Berufen angestrebt: - Fachfrau/Fachmann Gesundheit EFZ (96) - Logistikerin/Logistiker EFZ (50) - Anlagenführerin/Anlagenführer EFZ (36) - Kauffrau/Kaufmann EFZ (31) - Detailhandelsfachfrau/-fachmann EFZ (28) - Produktionsmechanikerin/Produktionsmechaniker EFZ (24) - Fachfrau/Fachmann Betreuung EFZ (22) - verschiedene Berufe (62) Reg. 317-2/2016 Seite - 3 von 6

4. Lehrvertragsauflösungen 2016 Die Lehrvertragsauflösungen haben insgesamt weiter abgenommen und betragen Ende 2016 8.8% aller Lehrverhältnisse. 4.1 Auflösungsgründe 2012 2016 Abbildung 4: Auflösungsgründe bei 2-, 3- und 4-jährigen Grundbildungen von 2012-2016 Die Hauptgründe für die Lehrvertragsauflösungen in den EFZ- und EBA-Ausbildungen sind ungenügende Leistungen, Konflikte zwischen den Vertragsparteien und falsche Berufs- oder Lehrstellenwahl. Der Übergang von der obligatorischen Schule in die Berufsbildung ist für Schüler, Eltern und Berufsbildner sehr anspruchsvoll und erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit der Wahl des Berufes aber genau so mit der Wahl des richtigen Lehrbetriebes bzw. des richtigen Lernenden. Ein gründlicher Selektionsprozess ist entscheidend für einen erfolgreichen Abschluss einer Berufslehre. Die Vertragsparteien sind zusammen mit den abgebenden Schulen gefordert, diesen Prozess stetig zu überprüfen und allenfalls anzupassen. Aber oft führt auch das Nichteinhalten von einfachen Verhaltensregeln zu Konflikten zwischen den Vertragsparteien, die sich später in einem Leistungsabfall manifestieren. Die Auflösungsgründe sind deshalb meistens vielfältig und beeinflussen einander gegenseitig. Reg. 317-2/2016 Seite - 4 von 6

5. Lehrvertragsauflösungen nach Berufsgruppen 2016 Abbildung 6: Vertragsauflösungen (EBA und EFZ) nach Berufsgruppen im Jahr 2016 Die in der Abbildung aufgeführten Berufsfelder verzeichnen eine überdurchschnittlich hohe Auflösungsquote, die über 8.8% liegt. Markant sind die Auflösungen wiederum im Berufsfeld Gastgewerbe (19.4%, 2015: 22.1%), gefolgt vom Berufsfeld Schönheit und Sport, das hauptsächlich den Beruf Coiffeuse/Coiffeur EFZ beinhaltet, dem Berufsfeld Gebäudetechnik mit den Berufen Sanitärinstallateur/-in EFZ, Fachmann/Fachfrau Betriebsunterhalt EFZ, Spengler/-in EFZ, Heizungsinstallateur/-in EFZ und Gebäudereiniger/-in EFZ, sowie dem Berufsfeld Nahrung mit den Berufen Bäcker/-in-Konditor/-in- Confiseur/-in EFZ, Fleischfachmann/-fachfrau EFZ und Lebensmitteltechnologe/-technologin EFZ. 6. Massnahmen zur Förderung der betrieblichen Ausbildungsqualität und zur Senkung der Lehrvertragsauflösungen Das Amt für Berufsbildung, betrachtet die Senkung der Vertragsauflösungen und die stetige Weiterentwicklung der Ausbildungsqualität als wichtiges Ziel, das nur in verbundpartnerschaftlicher Zusammenarbeit aller Berufsbildungspartner erreicht werden kann. Das ABMH arbeitet dabei mit folgenden Instrumenten: QualiGastro Solothurn Zur Senkung der Lehrvertragsauflösungen im Gastgewerbe hat das ABMH im Jahr 2016 zusammen mit der Hotel & Gastro formation Solothurn das Projekt QualiGastro Solothurn lanciert. Das Projekt beinhaltet im Wesentlichen die gezielte Unterstützung der Lehrbetriebe durch Fachleute des Gastrogewerbes und des Berufsinspektorates in Fragen zur Ausbildung und Begleitung von Lernenden in schwierigen Situationen. Die ersten Erfahrungen sind positiv und dienen für Projekte in anderen Berufsfeldern. Reg. 317-2/2016 Seite - 5 von 6

Standortbestimmungen Neulehrbetriebe werden bei der Ausbildung des ersten Lernenden gezielt durch das Berufsinspektorat unterstützt und für den Einsatz der vorgeschriebenen Bildungsunterlagen (Bildungsbericht, Lerndokumentation) sensibilisiert. Klasseninformationen Lernende im 1. Lehrjahr werden an den Solothurner Berufsfachschulen über ihre Rechte und Pflichten im Lehrverhältnis informiert. Die Hemmschwelle für eine spätere Kontaktaufnahme zum Amt soll dabei herabgesetzt werden und die Lernenden sollen die direkte Ansprechperson im ABMH kennen lernen. Selektionsverfahren Die Wichtigkeit des Selektionsverfahrens wird anlässlich der Berufsbildnerkurse eingehend behandelt. Anlässlich von Berufsbildnertagungen und Beratungsgesprächen mit den Bildungsverantwortlichen werden zusätzlich Empfehlungen zur Umsetzung abgegeben. Beratung der Vertragsparteien Das ABMH berät Berufsbildner, Lernende und deren gesetzliche Vertretung in Fragen zum Lehrverhältnis und unterstützt die Vertragsparteien in Krisensituationen. Aufsicht über die betriebliche und überbetriebliche Ausbildung Das ABMH überprüft systematisch die Anbieter der betrieblichen Bildung sowie der überbetrieblichen Kurse auf die Einhaltung der rechtlichen Bestimmungen und die Qualität der Ausbildung. Berufsbildungsmarketing Der Kanton betreibt ein aktives Berufsbildungsmarketing. Für die Umsetzung der Massnahmen ist der Kantonal-Solothurnische Gewerbeverband mandatiert. Ergänzende Auskünfte erteilt Ihnen gerne: Ruedi Zimmerli, Leiter Berufslehren Telefon 032 627 28 73 Email rudolf.zimmerli@dbk.so.ch Reg. 317-2/2016 Seite - 6 von 6