JANA JUNG JULIA SCHMIDT
Tipp Kombiniere! Nicht nur in der Mode, sondern auch beim Einrichten hält der Trend an, wild, aber geschmackvoll und überlegt zu kombinieren. Stellen Sie einem alten Schrank im Shabby Chic ein modernes Kinderbett gegenüber und arrangieren Sie dazu einen minimalistischen Sessel aus den 1950er-Jahren, den Sie bei Ebay ersteigert haben. Achten Sie beim Mischen der Stile nur darauf, dass die Möbel und Einrichtungsgegenstände harmonieren, seien es die Farben, die Formen oder die Materialien, und der Mix sieht nicht zu willkürlich aus. Mehrere Antiquitäten aus unterschiedlichen Epochen können zu sehr konkurrieren und vertragen als Ausgleich dazu moderne Elemente, die diese Differenzen aufheben. Am schönsten wirkt es, wenn ein Stil überwiegt und mit Elementen anderer Richtungen aufgelockert wird. Ansonsten sind dem Stilmix keine Grenzen gesetzt: Möbel, Farben, Materialien und Muster können in unzähligen Kombinationen verwendet werden. Kleine Stilbrüche sind erlaubt und sogar erwünscht. Gerade sie machen auch ein Kinderzimmer einzigartig so einzigartig wie Ihr Kind! Unten: Hier hängen die gesammelten Werke der kleinen Künstlerin. Einfach eine Kordel an die Wand nageln und mit Wäscheklammern Bilder, Fotos und anderen Kleinkram daran befestigen. Rechts: Deko für Generationen: Schon die Kinderzimmer von Großmama und Mama zierte dieses Karussellpferd. Mit etwas Glück finden sie so ein schönes Stück aber auch auf dem Flohmarkt oder bei Ebay. 14
Tipps & Tricks für die Planung Ob Geschwisterzimmer oder Einzelzimmer, eine genaue Planung vorab ist äußerst hilfreich und kann vor unangenehmen Überraschungen bewahren: Zu große Möbel, die im Möbelhaus zwar toll aussahen, im Zimmer aber ganz anders wirken und nicht mehr ausreichend Platz für andere Einrichtungsgegenstände lassen. Fenster und Türen, die plötzlich im Weg stehen, da sie vorher nicht vermessen wurden. Oder Farbkombinationen, die vorgestellt zwar hübsch aussahen, aber in der Realität ganz fürchterlich wirken... Solche kleinen Fehler schleichen sich gerne bei der Raumgestaltung ein. Daher unser Tipp: Planen Sie! Bewaffnen Sie sich mit ein wenig Handwerkszeug und legen Sie los! Was Sie brauchen Maßstab, Maßband, Millimeterpapier und kleine Möbel, die Sie zumindest im Grundriss maßstabsgetreu aus Karton oder Papier ausgeschnitten haben (natürlich reichen auch Block und Bleistift aus, um das Zimmer zu skizzieren), Farbfächer und Stoffmuster (falls vorhanden). Was Sie als Erstes tun sollten Schaffen Sie Freiraum und Platz für die Gestaltung. Sollten Sie gerade neu einziehen und das künftige Kinderzimmer ist noch komplett leer: fantastisch! Um ein Gefühl für die Größe, Beschaffenheit, die Lichtverhältnisse und die Atmosphäre eines Raums zu bekommen, ist dies die optimale Ausgangssituation. Sollten Sie Ihr Kinderzimmer nur ein wenig umgestalten oder ein bisschen auffrischen wollen, müssen Sie nicht gleich das ganze Zimmer ausräumen. Für ein komplettes Make-Over sollten Sie sich allerdings die Mühe machen, Möbel und alles andere aus dem Zimmer zu schaffen. Das ist übrigens eine gute Möglichkeit, mal wieder auszumisten und eine ganze Menge Überflüssiges loszuwerden. Gerade dabei ist wichtig: Beziehen Sie Ihr Kind mit ein und lassen Sie es mitmachen! Lassen Sie sich inspirieren Blättern Sie in Magazinen und Büchern. Gehen Sie mit offenen Augen durch die Welt und lassen Sie sich inspirieren. Bestellen Sie sich Kataloge und durchforsten Sie Einrichtungsläden für Kinder. Davon gibt inzwischen eine Menge und Sie werden sehen, welch tolle Auswahl dort wartet. Auf Flohmärkten oder in Second-Hand-Läden finden Sie mit etwas Glück entzückende alte Kindermöbel, die Sie mit ein wenig Politur oder neuem Lack zu einem echten Glanzstück machen können. Und nicht zu vergessen: Das Internet bietet auch jenseits von Ebay viele Möglichkeiten, wunderbare Möbel und Accessoires für das Kinderzimmer zu ergattern (siehe Seite 142). 16
Problemzonen erkennen Überlegen Sie bei einem vorhandenen Zimmer, was stört und was fehlt. Was muss/kann raus und was möchten Sie unbedingt behalten? Welche Ausstattung hat der Boden und welche Lichtverhältnisse liegen vor? Beachten Sie bei der Planung vor allem auch ungünstige Proportionen des Raums. Verkürzen Sie ein langes Zimmer optisch mit zusätzlichen Lichtquellen in der Tiefe oder teilen Sie den Raum durch ein Bücherregal in zwei Bereiche. Auch durch gezielte Farbgestaltung lassen sich kleine optische Mängel beseitigen: Dunklere Wandfarben im hinteren Bereich lassen einen zu langen Raum kürzer erscheinen, eine niedrige Decke in einem helleren Ton wirkt höher und kräftige, dunkle Farben lassen ein Zimmer kleiner wirken. Planen Sie anhand des Grundrisses Überlegen Sie sich mehrere Varianten gemeinsam mit Ihren Kindern und besprechen Sie Vor- und Nachteile. Zeichnen Sie verschiedene Möglichkeiten auf. Beginnen Sie mit dem Grundriss: Um die Proportionen des Raums zu verdeutlichen, empfiehlt es sich, die Wände dicker als die Türen und Fenster einzuzeichnen. Arbeiten Sie am besten mit einem Maßstab von 1:20. Platzieren Sie nun die Möbel. Entwickeln Sie verschiedene Einrichtungsmöglichkeiten und schieben Sie die Möbel zeichnerisch so lange hin und her, bis Sie eine zufriedenstellende Lösung gefunden haben. Achten Sie auch darauf, dass sich Schränke und Schubladen öffnen lassen und genügend Bewegungsfreiheit herrscht. Der letzte Schliff Wenn es um Farbe, Stoffe und Muster geht, ist man oft etwas nachlässig bei der Planung. Dabei wirkt ein feines, durchdachtes Konzept hier wahre Wunder und gibt einem Raum ein Gesicht. Überlegen Sie sich genau, welche Farben Sie verwenden, und suchen Sie entsprechend die Stoffe aus. Lassen Sie sich aus Ihrem Stoffgeschäft Muster mitgeben. Probieren Sie zu Hause unterschiedliche Kombinationen von Stoffen, Farben und Mustern und berücksichtigen Sie hierbei auch die Materialien der Möbel. Streichen Sie probeweise Farbmuster an die Wand und vermeiden Sie so böse Überraschungen. Gerade bei den Wandfarben vergreift man sich gerne und tendiert zu kräftigen Tönen, die auf der großen Fläche viel intensiver aussehen als im Baumarkt auf der Farbtafel. 17
Babyzimmer Ein Magen mit einem Lautsprecher auf der einen Seite und einem Auspuff auf der anderen heißt Baby. Jerry Lewis (1926) 18