Futter-Misch- und Verteilwagen

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Transkript:

Faresin S.p.A. Futter-Misch- und Verteilwagen TMR pro Master 850 DLG-Prüfbericht 5164 Kurzbeschreibung Anmelder und Hersteller Faresin S.p.A. Via dell Artigianato, 36 I-36042 Breganze (VI) Telefon: (0039) 445/30 03 00 Telefax: (0039) 445/874748 Internet: www.faresin.com E-Mail: faresin@faresin.com angehängter, einachsiger Futter- Misch- und Verteilwagen mit Entnahme- und Befülltechnik; von der Schlepperzapfwelle angetriebene Bordhydraulik; Fräse mit einem Ölmotor und Untersetzungsgetriebe; mit auswechselbaren Schneidmessern besetzte offene Rührflügelwelle sowie auswechselbaren Schneidkanten in der Mischwanne; zwei gegenläufig drehende, obere Förderschnecken; seitlich, hochschwenkbarer Austragsförderer mit Band und hydraulisch betätigten Dosierschieber; abnehmbares elektro-hydraulisches Schaltpult zur Bedienung in der Schlepperkabine; elektronische Wiegeeinrichtung mit drei Wiegestäben auf einem Zwischenrahmen. (Beschreibung und Technische Daten siehe Seite 7 und 8). Deutsche Landwirtschafts- Gesellschaft e.v. Prüfstelle für Landmaschinen Systemskizze TMR pro Master 850

Beurteilung kurzgefasst Prüfmerkmal Prüfergebnis Bewertung Entnehmen und Befüllen ++ LW-Gras Häckselgras Mais Entnahmeleistung 530 kg/min 780 kg/min 1400 kg/min ++/++/++ Schnittfläche im Futterstock sauber + Wurfverluste können auftreten Futterreste am Boden durchschnittlich Reststreifen an der Silowand 10 cm + Mischen + Mischgenauigkeit LW-Gras/Mais Häckselgras/Mais Mais/Pellets halbe Mischung 2,8 1,7 1,3 +/+/+ volle Mischung 3,0 1,6 1,0 +/+/+ Mischzeit kurz; nach Befüllen 3 min + Zerkleinerungswirkung gut; Vermusung fast auszuschließen +/+ Wiegen ++ Wiegeeinrichtung beim Fräsen nutzbar ++ Genauigkeit (max./min. Zuladung) 1 bis 2 % Abweichung vom wahren Füllgewicht ++ Display schwenkbar; beleuchtet, 55 mm große Ziffern +/++ Futteraustrag Auswurfleistung hoch + Schwadablage Schwad wird selten überfahren + Entleerung vollständige Entleerung nicht möglich Handhabung + Ankuppeln schnell durchführbar + Bedienung bequem und einfach ++ Rangieren geringe Sicht nach hinten Futteraustrag vom Fahrersitz gut zu kontrollieren + Leistungsbedarf +/+ LW-Gras/Mais Häckselgras/Mais Mais/Pellets Befüllen und Mischen maximal 74,5 kw 69,4 kw 74,7 kw spezifisch 22,9 kw/t 17,7 kw/t 16,5 kw/t /+/+ Mischen maximal 39,0 kw 30 kw 37 kw spezifisch 10,6 kw/t 9,1 kw/t 8,8 kw/t ++/+/ Wartung Schmierstellen 28 (Intervalle siehe Seite 5) Zugänglichkeit 27 frei zugänglich ++ Zeitaufwand 22 AKmin in 100 Einsatzstunden ++ Hydraulik- / Getriebeöl VG 46 / VG 600-700 Bedienungsanleitung/Ersatzteilliste ausführlich und übersichtlich Haltbarkeit + Dauerversuch auf dem Prüfstand keine Schäden + Praxiseinsatz ohne Mängel + Arbeitssicherheit Verkehrsicherheit begutachtet durch DPLF StVZO einhalten, zul. Höchstgeschwindigkeit 8 km/h Bewertungsbereich: ++ / + / / / ( = Standard); beim Mischen + / DLG-Prüfbericht 5164 2

Prüfergebnisse Mit dem TMR pro Master 850 ist das Erstellen und Verteilen von homogenen Futtermischungen gut möglich. Der Mischbehälter hat ein Volumen von 8,5 m 3. Sämtliche Hydraulikfunktionen werden über die eigene Bordhydraulik versorgt. Die Fräse und die außenliegenden Fräsarme sind über zwei einfachwirkende Hydraulikzylinder vertikal schwenkbar. Das Mischsystem besteht aus einer unteren, offenen Rührflügelwelle und zwei oberen, gegenläufigen Förderschnecken. Zur weiteren Ausstattung gehört ein hydraulisch hochschwenkbarer Bandförderer. Einfach und bequem lässt sich der Wagen innerhalb der Schlepperkabine durch das abnehmbare Schaltpult bedienen. Der geprüfte TMR pro Master 850 ist mit einer hydraulischen Feststellbremse ausgestattet. Ein EBE- Gutachten nach 18 (5) StVZO liegt vor. Beim Befahren von öffentlichen Straßen und Wegen ist zu beachten, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 8 km/h einzuhalten ist. Entnehmen und Befüllen Die Behälteröffnungen sind für das Befüllen ausreichend groß. Die Fräse überzeugte bei allen Grundfutterarten durch eine sehr hohe Entnahmeleistung (siehe Tabelle 1). Eine saubere Anschnittfläche am Futterstock wird durch scharfe Messer sicher gestellt. Ohne weiteres kann der Wagen auch von beiden Seiten fremd befüllt werden. Beide Fräsarme liegen außerhalb des Mischbehälters und engen dadurch die Öffnung nicht ein. Selbst Rund- und Quaderballen lassen sich portionsweise so am besten zugeben. Entnahmetiefe und Senkgeschwindigkeit der Fräse sind frei wählbar. Bei unseren Messungen hat sich in einem Arbeitsgang eine Entnahmetiefe von etwa 35 cm bewährt. Die Drehrichtung der Fräse ist umkehrbar. Um beim Anschneiden Wurfverluste auf dem Futterstock zu vermeiden, ist es ratsam die Fräse Tabelle 1: Entnahmeleistung 1) im Futterstock Ladewagengras 530 kg/min Häckselgras 780 kg/min Mais 1400 kg/min Entnahmebreite 1,75 m Maximale Entnahmehöhe (Unterkante Frästrommel) 3,75 m Maximale Entnahmetiefe (ohne seitliches Versetzen) 0,70 m Wurfverluste können auftreten Reststreifen an der Silowand 10 cm Aufnahmeverluste (kg/m Entnahmebreite) Ladewagengras Häckselgras Mais 11 kg/m 13 kg/m 20 kg/m 1) Trockenmasse: Gras 40 %, Mais 30 %; Futterstockhöhe: 2,0 bis 2,5 m. erst entgegen der eigentlichen Fräsrichtung im Uhrzeigersinn drehen zu lassen. Sinnvoll ist dabei, mit stark reduzierter Antriebsdrehzahl zu arbeiten. Sobald die Freiräume durch die hintere Schutzverkleidung abgedeckt sind, ist dann auf die Hauptfräsrichtung von unten nach oben umzuschalten. Hier ist dann auch mit einer Zapfwellendrehzahl von 540 min -1 zu arbeiten. Bei voller Ausladung des Behälters wird deutlich sichtbar, wie das Schluckvermögen des Wagens abnimmt. Das abgefräste Futter wird durch die Mischschnecke nicht mehr schnell genug in den Mischbehälter gefördert. Die Entnahmemengen sind dann daran anzupassen, da es ansonsten sehr schnell zu einer Brückenbildung kommen und die gesamte Befüllöffnung verstopfen kann. Meistens lassen sich die Verstopfungen danach nur manuell beseitigen. Die Entnahmetiefe ist so zu wählen, dass der Futterstock bis auf den Boden abgeschnitten wird. Man vermeidet somit Absätze, die sonst einregnen und das erneute Ansetzen erschweren. Durch schräges Heranfahren an die Silowand lassen sich geringe Randstreifen bewerkstelligen. Bei sehr hohen Futterstöcken und ungünstigen Windverhältnissen sind Wurfverluste nicht zu vermeiden. Während des Abfräsens ist uns im unteren Bereich des Futterstockes aufgefallen, dass seitlich kleinste Futtermengen nicht in den Behälter gefördert werden. Die liegengebliebenen Futterreste am Siloboden (siehe Tabelle 1) sind pro Meter Entnahmebreite gering. Soll das Silo nach der Entnahme besenrein hinterlassen werden, ist nachträgliche Schaufelarbeit notwendig. Das Einschaufeln der Futterreste ist über die hintere Einfüllöffnung möglich. Hoher Sicherheitsstandard Ein relatives hohes Maß an Sicherheit bietet der Wagen durch die Getriebeabschaltung der Schnekken. Der Antrieb wird unterbrochen, sobald die Fräse angehoben und die Sicherheitsabstände zu den Misch- und Förderschnecken nicht mehr eingehalten werden. Erst durch das erneute Einschalten der Fräse setzen sich die Mischschnecken wieder in Bewegung. Zusätzlich sind die hinteren Gefahrenbereiche vom Schlepper durch einen am Fräsarm angebrachten Spiegel einzusehen. Um das Wagenheck zu überwachen, ist der Spiegel immer sauber zu halten. Bild 1: Die Fräsarme des TMR liegen außerhalb des Mischbehälters. Ungehindert kann der Wagen auch fremdbefüllt werden. DLG-Prüfbericht 5164 3

Um eine saubere Futteraufnahme zu gewährleisten, sollten Flachsilos mit einer Bodenplatte befestigt sein. Mischen Bei allen geprüften Mischvarianten erreichte der TMR pro Master 850 durchweg eine gute Mischgenauigkeit. Es wurden entsprechend dem Behältervolumen volle und halbvolle Mischungen bei Zapfwellennormdrehzahl von 540 min -1 untersucht. Dabei wurden die maximal zulässigen Abweichungen von ± 10 % bei Grundfutter und ± 5 % bei Kraftfutter eingehalten (Bilder 2 bis 4). Die Mischzeit wurde dabei nach Eingabe der letzten Komponente auf drei Minuten begrenzt. Schneidwirkung zeitabhängig Die Zerkleinerungswirkung der offenen Rührflügelwelle ist gut. Auch längere Futterstrukturen werden entsprechend zerkleinert. Maßgebend ist hierfür einzig die Mischzeit. Bei sehr feuchten Komponenten wird das Futter relativ schonend gemischt. Vereinzelt sind die Schnittkonturen erkennbar. Ein Vermusen kann fast ausgeschlossen werden. Nach Zugabe der letzten Komponente reicht im allgemeinen eine kurze Mischzeit von bis zu drei Minuten aus. Komponenten mit geringen Gewichtsanteilen in der Mischung sollten zu Beginn des Mischvorganges eingefüllt werden. Die Misch- und Schneidzeiten beim Einmischen größerer Mengen Stroh oder Heu lassen sich verkürzen, wenn ein gewisser Teil Maissilage oder ähnliches schon im Mischbehälter vorhanden ist. Rund- und Quaderballen sollten am besten portionsweise zugegeben werden. Besonders bei langem, ungeschnittenen Gut werden somit unnötige Verstopfungen und extrem lange Mischzeiten zum Auflösen vermieden. Die richtige Reihenfolge bei der Komponenteneingabe helfen nachhaltig die Mischzeit zu verkürzen und die Mischgenauigkeit zu verbessern. Bild 2: Abweichungen bei der Mischung Ladewagengras/Mais voll/halb mittlere Abweichung: 3,0/2,8 % Mischung: 2350/1140 kg; TM 37,8/38,9 % Grassilage: 1390/645 kg; TM 42,8/42,8 % Maissilage: 960/495 kg; TM 30,6/33,9 % Bild 3: Abweichungen bei der Mischung Häckselgras/Mais voll/halb mittlere Abweichung: 1,6/1,7 % Mischung: 2320/1320 kg; TM 34,1/31,8 % Grassilage: 1470/805 kg; TM 37,0/34,3 % Maissilage: 850/515 kg; TM 29,1/27,8 % Wiegen Der Mischbehälter ist durch drei Wiegestäbe über einen Zwischenrahmen mit dem Fahrgestell verbunden. Von Vorteil ist, dass auch während des Befüllens das Gewicht der Ladung kontrolliert werden kann. Bei unseren Messungen haben wir festgestellt, dass die Gewichtanzeige bei abgesenkten und angehobenen Behälter etwas voneinander abweichen. Entsprechend sind beim Befüllen die Abweichungen entsprechend zu berücksichtigen. Das tatsächliche DLG-Prüfbericht 5164 4

einsehen und verfolgen. Die außenliegenden Fräsarme sind nicht nur bei Fremdbefüllung, sondern auch für die Höhe des Wagens von Vorteil. Leistungsbedarf Bild 4: Abweichungen bei d. Mischung Mais/Trockenschnitzel (Pellets) voll/halb mittlere Abweichung: 1,0/1,3 % Mischung: 3710/1320 kg; TM 35,5/37,7 % Maissilage: 3410/1200 kg; TM 30,9/32,6 % Trockenschnitzel: 300/120 kg; TM 88,0/88,4 % Gewicht wird angezeigt, wenn der Mischbehälter angehoben und frei ist. Die Genauigkeit der Gewichtsmessung ist abhängig vom Einfüllgewicht. Bei einer Mindestmenge von 100 kg haben wir eine Abweichung von 2 % und bei maximaler Zuladung von 1 % festgestellt. Der Wiegecomputer ist an der Stirnseite des Behälters an der rechten Fahrzeugseite angebracht. Das Gehäuse kann geschwenkt werden und ist somit auch von der rechten Seite einsehbar. Das Display ist beleuchtet und die 55 mm großen Ziffern sind auch aus größeren Entfernungen sehr gut zu erkennen. Futteraustrag Der Futteraustrag ist entlang der gesamten Austragsstrecke verhältnismäßig gleichmäßig. Die Austragsmenge ist über die Stellung des Dosierschiebers, die Fahrgeschwindigkeit und die Drehzahl anzupassen. Eine volle Wagenmischung kann innerhalb von zwei Minuten ausgetragen werden. Eine vollständige Entleerung des Mischbehälters ist nicht möglich. Beim Austrag großer Futtermengen (einmalige Futtervorlage am Tag) wird selten Futter überfahren. Futterablagerungen am Bandförderer wurden nicht festgestellt. Vorteilhaft ist das ruhige Laufgeräusch des Bandförderers. Die Skala für den Dosierschieber von 0 bis 5 ist gut sichtbar am Mischbehälter angebracht. Bei unserem Messeinsatz haben wir die Austragsmengen immer bei voll geöffnetem Schieber über die Motordrehzahl und die Fahrgeschwindigkeit geregelt. Handhabung Lobenswert ist beim TMR pro Master 850 die elektro-hydraulische Steuerung des Wagens. Der elektrische Schaltkasten bietet alle Vorzüge einer modernen Steuereinheit. Er ist klein und kompakt und daher leicht zu handhaben. Die Kippschalter sind einfach und bequem innerhalb der Kabine vom Fahrersitz aus zu bedienen. Hoch anzurechnen sind die Sichtverhältnisse auf das Wagenheck. Vorteilhaft ist auch das Sichtfenster an der Stirnseite des Mischbehälters. Gewisse Bereiche des Arbeitsvorganges lassen sich somit besser Der Leistungsbedarf des TMR pro Master 850 ist insgesamt beim Befüllen und beim Mischen gering. Bei unseren Messungen haben wir mit der in der Bedienungsanleitung vorgeschriebenen Antriebsdrehzahl von 540 min -1 gearbeitet. Der Kraftbedarf ist im wesentlichen von der Struktur der Futtermittel und dem Übersetzungsverhältnis abhängig, mit dem die Misch- und Förderschnecken angetrieben werden. Bei einer Drehzahl der Schlepperzapfwelle von 540 min -1 dreht die untere Mischschnecke 13,9 mal und die oberen Förderschnecken 8,3 mal. Die Messergebnisse sind Tabelle 2 zu entnehmen. Wartung Der Wartungsaufwand ist für einen Selbstbefüller angemessen. Die nicht unerheblichen Zeiten für das Schärfen und Auswechseln der Fräs- und Schneidmesser tragen hier im wesentlich bei. Dagegen ist der Zeitaufwand für das Abschmieren der Schmierstellen mit Fett sehr gering. Die Serviceintervalle der unterschiedlichen Schmier- und Wartungsstellen sind nach 30, 50 und 500 Betriebsstunden in der Bedienungsanleitung vorgeschrieben. In der Übersicht 2 sind die Schmierstellen aufgeführt. Die Bedienungsanleitung und die Ersatzteilliste sind ausführlich und übersichtlich. An manchen Stellen wäre eine Überarbeitung durch einen deutschsprachigen Fachmann wünschenwert. Biologisch abbaubare Öle können nach Rücksprache mit dem Hersteller eingesetzt werden. DLG-Prüfbericht 5164 5

Übersicht 1: HANDHABUNG Ankuppeln schnell durchführbar Anhängekupplung, Gelenkwelle kuppeln Elektroanschlüsse und Bremsanschlüsse anschließen Schaltpult in der Schlepperkabine befestigen hydraulischen Stützfuß einfahren Bedienung sämtlicher Funktionen bequem und einfach serienmäßig elektrohydraulisch über Schaltpult innerhalb der Schlepperkabine durch Einschalten der Gelenkwelle werden die Schnecken und die Bordhydraulik in Betrieb gesetzt Befüllen des TMR pro MASTER 850 uneingeschränkt möglich Behälteröffnungen ausreichend groß Absenken des Wagenhecks auf Stützrollen; Bodenplatte wird beim Zurückstoßen nicht beschädigt außenliegende Fräsarme von Vorteil für Fremdbefüllung und Bauhöhe auf scharfe Messer an der Fräse achten Zugabe von Kleinkomponenten vom Boden aus möglich Sicht auf Wagenheck durch Spiegel möglich, Sichtfenster am Mischbehälter Futteraustrag gut zu überwachen auf der rechten Seite vorn am Behälter, vom Fahrersitz aus gut einsehbar Skala von 0 bis 5 gut zu erkennen Stellung (Zeiger) des Dosierschiebers nicht immer gut zu erkennen (teilweise durch Aufstiegsleiter verdeckt) Skala und Zeiger relativ weit auseinander vollständige Entleerung des Mischbehälters nicht möglich Übersicht 2: WARTUNGSARBEITEN Wartungsarbeiten Anzahl/Menge Schmierstellen 28 frei zugänglich 27 in aufrechter Körperhaltung erreichbar 21 nach ca. 10 Stunden zu versorgen 4 Zeitaufwand beim Abschmieren je 100 Einsatzstunden 22 AKmin Übersicht 3: HALTBARKEIT Haltbarkeit Anforderungen des Fahrgestells beim Dauerversuch auf dem Fahrzeugprüfstand erfüllt der Entnahme-, Misch- und Verteilelemente beim Praxiseinsatz gut 1) 1) Nach bislang 480 Mischungen im praktischem Einsatz. Anmerkung: Fahrgestelluntersuchung nach DLG-Prüfprogramm bei zulässigen Gesamtgewicht. Umfrageergebnis Eine erneute Umfrage konnte nicht durchgeführt werden, da der Wagen mit den neu entwickelten Sicherheitseinrichtung noch nicht dauerhaft in der Praxis erprobt wurde. In der vor fünf Jahren durchgeführten Umfrage wurden unsere Ergebnisse voll und ganz bestätigt. Die Landwirte waren mit dem Fräsmischwagen sehr zufrieden. Nennenswerte Störungen und größerer Verschleiß waren nicht aufgetreten. Besonders wurde die stabile Bauweise des Wagen hervorgehoben. Das Nachschleifen der Fräsmesser wurde von einem Landwirt als nicht empfehlenswert bezeichnet. Arbeitssicherheit Der Futter-Misch- und Verteilwagen TMR pro Master 850 wurde durch die Deutsche Prüfstelle für Land- und Forsttechnik (DPLF) begutachtet. Gegen die Verwendung bestehen aus sicherheitstechnischer Sicht keine Bedenken. Verkehrssicherheit Der geprüfte TMR pro Master 850 ist mit einer hydraulischen Bremse ausgestattet. Ein EBE-Gutachten nach 18 (5) StVZO liegt vor. Nach der StVZO darf somit der Wagen auf öffentlichen Straßen und Wegen nur mit einer zulässigen Höchstgeschwindgkeit von 8 km/h gefahren werden. Der Einsatzbereich ist damit stark eingeschränkt und beschränkt sich auf den innerbetrieblichen Einsatz. Ein Befahren von öffentlichen Straßen und Wegen mit zulässiger Höchstgeschwindigkeit von nur 8 km/h ist nach unserer Meinung für den Praktiker nicht zumutbar. Tabelle 2: Leistungsbedarf des TMR pro MASTER 850 Futter-Komponenten Füllmenge TM-Gehalt maximaler Leistungsbedarf spezifischer Leistungsbedarf Befüllen und Mischen Ladewagengras/Mais 2350 kg 37,8 % 74,5 kw 22,9 kw/t Häckselgras/Mais 2640 kg 30,2 % 69,4 kw 17,7 kw/t Mais/Trockenschnitzel 3710 kg 35,5 % 74,7 kw 16,5 kw/t Mischen Ladewagengras/Mais 2350 kg 37,8 % 39,1 kw 10,6 kw/t Häckselgras/Mais 2640 kg 30,2 % 30,3 kw 9,1 kw/t Mais/Trockenschnitzel 3710 kg 35,5 % 36,9 kw 8,8 kw/t DLG-Prüfbericht 5164 6

Beschreibung und Technische Daten (gemessene Werte) Bauart angehängter Futter-Misch- und Verteilwagen mit Selbstbefüllung Zapfwellen-Nenndrehzahl 540 min -1 erforderliche Hydrauliksteuerventile am Schlepper 1 einfachwirkendes für Bremse Bedienung elektro-hydraulisch, Schaltpult in Schlepperkabine Betriebsbremse hydraulisch zulässige Höchstgeschwindigkeit 8 km/h Stützfuß hydraulisch Behälter Fassungsvermögen 8,5 m 3 Öffnung oben, Länge x Breite 2640 mm x 1790 mm Materialdicke und Art Seitenwand 6 mm, St 52-3 Wanne 8 mm, St 52-3 Entnahme und Befülltechnik Fräse mit einem Ölmotor und Untersetzungsgetriebe maximale Entnahmehöhe (Unterkante Frästrommel) 3,75 m Entnahmebreite 1,75 m maximale Entnahmetiefe 0,70 m Mischsystem 3 waagerechte Schnecken Mischschnecke (offene Rührflügelwelle) 1, mit auswechselbaren Messern, Getriebeantrieb, linksdrehend Drehzahl 13,9 min -1 Getriebe 38,8:1 Förderschnecken 2, mit auswechselbaren Messern, Kettenantrieb, gegenläufig zur Behältermitte. Drehzahl 8,3 min -1 Wiegeeinrichtung LABEL Practic Feed 21 Anzeige, beleuchtet an Schwenkarm vorn rechts Ziffernhöhe 55 mm speicherbare Mischungsrezepte 40 mögl. Komponenten beim Beladen/ Portionen beim Ausfüttern 40 Sollmengen-Anzeige akustisch Anzahl Wiegestäbe 3 Wiegung während Befüllen ja Austragstechnik schwenkbarer Bandförderer vorn rechts Breite 910 mm Länge 990 mm Achsabstand 910 mm Mitnehmerabstand, -höhe 305 mm, 30 mm Höhe über Fahrbahn 480 mm bis 1010 mm Austragsöffnung, Breite x Höhe 945 mm x 600 mm Dosierschieber hydraulisch betätigt Hydraulik- und Getriebeöl, Füllmengen Hydrauliköl, VG 46 Getriebeöl, VG 150 65 l, Bioöl möglich (nach Rücksprache mit dem Hersteller) 4,5 l Sonderausrüstungen (geprüft) Weitwinkel-Gelenkwelle, hydraulischer Stützfuß, Zugmaulanhängung, Beleuchtung, Zulassung nach StVZO. Sonderausrüstungen (nicht geprüft) Verschiedene Wiegeeinrichtungen, beidseitiger bzw. verlängerter Austrag, Druckluftbremsanlage. DLG-Prüfbericht 5164 7

Beschreibung und Technische Daten (gemessene Werte) Hauptabmessungen und Gewichte Länge, in Arbeitsstellung Breite, in Transportstellung/Austrageband abgesenkt Höhe, in Transport-/Arbeitsstellung Zugöse: Ausführung, Höhe Bereifung Spurbreite Spuraußenmaß, bei angegebener Bereifung Bodenfreiheit Leergewicht Nutzlast zulässiges Gesamtgewicht zulässige Stützlast 6000 mm 2410/2600 mm 2500/4840 mm Zugmaul, verstellbar, 900 mm Good Year 13.0/65 18 16 Ply 1800 mm 2160 mm 145 mm 5900 kg 2100 kg 8000 kg 970 kg Prüfung Die Prüfung wurde nach dem DLG-Prüfrahmen für Futter-Mischund Verteilwagen durchgeführt. Der TMR pro MASTER 850 wurde bereits im November 1996 DLGanerkannt (siehe Prüfbericht-Nr. 4558). Gegenüber der seinerzeit geprüften Ausführung wurde die Typbezeichnung und die Schutzeinrichtungen an den Befüll-, Misch- und Austragsorganen aufgrund der neuen europäischen Sicherheitbestimmungen verändert. Bei der Nachprüfung im Jahre 2002 wurden die neuen Leistungsdaten ermittelt. Für die Einsatzprüfung stand in der Fütterungssaison 1995/96 ein Futter-Mischwagen zur Verfügung. Dabei wurden insgesamt 480 Ladungen mit insgesamt rund 1010 t Futter gemischt und verteilt. Bei unserem Messeinsatz lag die maximale Zuladung bei 3,3 t, die angegebene Nutzlast wurde um 21 % überschritten. 05/2003 DLG Prüfungsdurchführung DLG-Prüfstelle für Landmaschinen, Max-Eyth-Weg 1, 64823 Groß-Umstadt Messeinsatz Birkenhof, Großostheim H. Laudenberger, Michelstadt-Vielbrunn R. u. H. Schmidt GbR, Ronneburg Praktischer Einsatz Betriebsgemeinschaft Unter-Mossau, Mossautal Berichterstatter Dipl.- Ing. W. Sturmfels, Groß-Umstadt DLG-Prüfungskommission Dipl.-Ing. agr. W. Beck, Hammersbach Dipl.-Ing. agr. Ch. Gers-Grapperhaus, Oldenburg Dipl.-Ing. P. Kamps, Michelstadt K. Scior-Walther, Mossautal Herausgegeben mit Förderung durch das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft. Deutsche Landwirtschafts- Gesellschaft e.v. Prüfstelle für Landmaschinen Max-Eyth-Weg 1, D-64823 Groß-Umstadt Telefon: 0 6078/96 35-0, Fax: 0 6078/96 35-90 E-Mail: Tech@DLG-Frankfurt.de Internet: www.dlg-test.de Deutsche Landwirtschafts- Gesellschaft e.v. Prüfstelle für Landmaschinen Lerchensteig 42, D-14469 Potsdam Telefon: 03 31/5 6702-0, Fax: 03 31/5 6702-90 E-Mail: Tech@DLG-Frankfurt.de Internet: www.dlg-test.de Download aller DLG-Prüfberichte unter: www.dlg-test.de! DLG-Prüfbericht 5164 8