Entstehung der kosmischen Strahlung

Ähnliche Dokumente
Gigantische Explosionen

Vom Urknall zur Dunklen Energie

Das heiße und energiereiche Universum

Der Lebensweg der Sterne

Endstadien der Sternentwicklung. Max Camenzind ZAH /LSW SS 2011

Einführung in die Physik der Neutronensterne. I. Sagert Institut für Theoretische Physik/ Astrophysik Goethe Universität, Frankfurt am Main

- Weisse Zwerge - Neutronensterne & Pulsare - Supernovae Ia, IIa - Gamma Ray Bursts

Supernova. Katastrophe am Ende eines Sternenlebens W. Stegmüller Folie 2

Neutronensterne, Quarksterne und Schwarze Löcher

Wechselwirkung mit dem Weltraum: Sonnenwind und kosmische Strahlung

Westfälische Hochschule - Fachbereich Informatik & Kommunikation - Bereich Angewandte Naturwissenschaften. 7. Anfang und Ende der Welt

Der Jojo-Effekt bei Neutronensternen

Teilchen aus den Tiefen des Kosmos

Schwarze Löcher. Von Julius Pauleit

Sternentstehung. Von der Molekülwolke zum T-Tauri-Stern. Von Benedict Höger

Kernkollapssuper novae SN Ib, Ic und II. Moritz Fuchs

Vorlesung an der TU München Sommersemester 2008 (

Kai Zuber Institut für Kern- und Teilchenphysik TU Dresden

Die Entstehung der lebenswichtigen Elemente S C H Ö P Fe N

Wann sind Sterne stabil? Virialsatz

Astronomie bei anderen Wellenlängen: Röntgenastronomie und Schwarze Löcher

Medienbegleitheft zur DVD KOSMOS BASICS

Moderne Physik: Elementarteilchenphysik, Astroteilchenphysik, Kosmologie

Wissenschaftliches Potential von Ultraviolett-Spektroskopie mit einem kleinen Weltraumteleskop

Kai Zuber Institut für Kern- und Teilchenphysik TU Dresden

1930: Krise in in der der Physik. Oh, Oh, daran denkt man man am am besten gar gar nicht, wie wie an an die die neuen Steuern

Urknall und. Entwicklung des Universums. Grundlegende Beobachtungen Das Big-Bang Modell Die Entwicklung des Universums 1.1

Schwarze Löcher Staubsauger oder Stargate? Kai Zuber Inst. f. Kern- und Teilchenphysik TU Dresden

Vorträge von Andreas Müller

Schwarze Löcher Teil 3

Semestereinführung WS 2016/2017

Heller als tausend Sonnen: Quasare und ihre Verwandten. Andrei Saveliev - La Villa August/September 2006

im Zyklus: Experimental Gravitation Burkhard Zink Theoretische Astrophysik Universität Tübingen

Neutrinos in Kosmologie und Teilchenphysik

Stern- und Planetenentstehung

Stellare Winde. Thomas Rivinius WS 2004/2005. Landessternwarte Heidelberg, Königstuhl.

Gravitationswellen. Der Klang des Universums

Strahlung. Arten und Auswirkungen

Die Entstehung der Elemente

Wie Supernovae explodieren

Allgemeine Chemie. Der Atombau

Das Leben der Sterne, ihre Arten und Vorkommen. Daniela Dahm

Entwicklung und Ende von Sternen

Geochemie Entstehung und Häufigkeit der Nuklide/ Elemente

Moderne Kosmologie. Michael H Soffel. Lohrmann Observatorium TU Dresden

Urknall im Tunnel: Urknall im Tunnel: das Large Hadron Collider Projekt VDI GMA-Kongress Baden-Baden, 12. Juni 2007 S.Bethke, MPI für Physik, München

Radioaktivität und Strahlenschutz. FOS: Energie von Strahlungsteilchen und Gammaquanten

Die Macht der Gravitation vom Leben und Sterben der Sterne

Medienbegleitheft zur DVD DUNKLE MATERIE UND DUNKLE ENERGIE

Kerne und Teilchen. Moderne Physik III

Endstadium massiver Sterne. Supernova Typ II

Gravitationswellen & -strahlung. Seminarvortrag zur Vorlesung Allgemeine Relativitätstheorie, Jens P. Herwig, 17. März 2010

Susanne Neueder: Kernkollaps Supernovae

Das dynamische Universum. Bruno Leibundgut European Southern Observatory (ESO)

Die Expansion des Kosmos

Magnetismus. Vorlesung 5: Magnetismus I

Die Sonne ein gewöhnlicher Hauptreihenstern

UNTERSCHEIDUNG ASTRONOMIE - ASTROLOGIE

Hawking: Eine kurze Geschichte der Zeit

Feldbegriff und Feldlinienbilder. Elektrisches Feld. Magnetisches Feld. Kraft auf Ladungsträger im elektrischen Feld

Atomphysik Klasse 9. Aufgabe: Fülle die freien Felder aus!

6.3. STABILITÄTSGRENZEN VON STERNEN 149

Zeitreise zum Urknall

K.Meier - Heidelberg - CERN

Zusammenbruch des Magnetfelds und Polsprung Kurzfassung Götz-D. Wolff, Mit freundlicher Genehmigung durch Rose Stern.

DAS REICH DER SONNE UNSERE KOSMISCHE HEIMAT

Inhaltsverzeichnis. Teleskope 1

Moderne Kosmologie. Sommerakademie Stift Keppel 2008 Claus Grupen. Universität Siegen. Moderne Kosmologie p. 1/103

Historie der Astronomie

Dieter Suter Physik B3

Sternentwicklung. Ziele

Beobachtung von Gravitationswellen

8.1 Einleitung Die interstellare Materie Sternentstehung... 3

Kapitel 5: Kernfusion

Schwarze Löcher im Universum!

Physikalischen Gesetze der Informationsverarbeitung

Endstation: Weißer Zwerg

Wie ist die Welt entstanden? Öffentlicher Vortrag zur Ausstellung Weltmaschine Goethe Universität, Frankfurt am Main, 17.

Kernfusion die Energiequelle der Sonne auf der Erde nutzen Sibylle Günter

CTA ein Lichtblick für die Gammaastronomie

Galaktische und extragalaktische Kosmische Strahlung

Sternentstehung - Sternentwicklung - Endstadien der Sterne

Astronomie und Astrophysik

Einführung in die Astronomie und Astrophysik

Die Endstadien der Sterne und wie es die Physik schafft, sie zu beschreiben

Teleskope/Beobachtungen

Sternenentwicklung. Martin Hierholzer. Seminar über Nukleare Astrophysik und Anwendungen - SS04 Institut für Kernphysik - Universität Münster

Physik-Skript. Teil IV Astrophysik. Melanchthon-Gymnasium Nürnberg

Standardmodell der Kosmologie

Astronomie mit Gammastrahlung

Transkript:

Entstehung der kosmischen Strahlung

Galaktische und intergalaktische Kosmische Strahlung Im Folgenden soll nur die Komponente der kosmischen Strahlung betrachtet werden, die nicht solaren Ursprungs ist. Galaktische Kosmische Strahlung Ursprung innerhalb unseres Milchstraßensystems Die Strahlung ist isotrop: Streuprozesse / Quelleninformation ist verloren gegangen Spektrale Energieverteilung: 10 9 10 16 ev Mögliche Quellen: Supernovae und Supernova-Überreste Pulsare und Schwarze Löcher Kataklysmische Doppelsternsysteme Problem: Beschleunigungsmechanismen geladener und neutraler Teilchen

Verteilung der Quellen hochenergetischer Gammastrahlung E> 100 MeV Ein Großteil der hochenergetischen Gammastrahlung stammt offenbar aus der Milchstraße Einzelquellen sind z.t. auszumachen (Beispiel Vela-Pulsar) Röntgen-Doppelsterne / Pulsare / Schwarze Löcher Gammabursts bei Supernovaexplosionen (Nukleosynthese-bedingt Ni -> Co -> Fe)

Kataklysmische Doppelsternsysteme Derartige Doppelsterne bestehen i.d.r. aus einem meist massearmen Hauptreihenstern und einem kompakten Objekt (Weißer Zwerg, Neutronenstern, Black hole).

Durch den Materieabfluß zum kompakten Objekt bildet sich eine Akkretionsscheibe aus (jedoch nicht immer Polare ), von der aus das Material zum kompakten Objekt überfließt. Dabei entstehen hohe Temperaturen durch Reibung sowie Materie-Jets (starke Magnetfelder erforderlich) thermische Röntgenstrahlung ( Röntgendoppelsterne ) nichtthermische Synchrotronstrahlung (E bis zu 10 16 ev) Wichtige Begriffe Lorentz-Kraft Larmor-Radius Pitch-Winkel

AM Herculis Sterne oder Polare

Supernovae Supernovaausbrüche sowie Supernova-Überreste gelten als wichtigste Quelle der galaktischen kosmischen Strahlung. Typ II : Hydrodynamische SN Kernkollaps Typ Ia : Thermonukleare SN Kernkollaps nach Masseaufnahme von einem engen Begleiter

Kosmische Strahlung: Kurzzeitiger, extrem energiereicher Neutrino-Flash (konnte anhand der Supernova von 1987 nachgewiesen werden) Entstehung von Gammastrahlung bei der während des Ausbruchs stattfindenden r- Prozeß Reaktionen (z.b. Ni -> Co -> Fe ) Supernova-Überrest (SNR) Solche SNR s bestehen viele Tausende bis Hunderttausend Jahre und erreichen Ausdehnungen von einigen Hundert Parsec bis sie schließlich vollständig in der interstellaren Materie aufgehen. Dabei lassen sich mehrere Entwicklungsphasen unterscheiden: Freie Expansion (200 bis 300 Jahre) Adiabatische oder Taylor-Sedov-Phase (~20000 Jahre) Radiative oder Schneepflug-Phase (bis 500000 Jahre) Verschmelzung mit der interstellaren Materie Schockfronten und magnetische Wolken sind die Ursache für die Beschleunigung geladener Teilchen auf relativistische Geschwindigkeiten (Fermi-Beschleunigung)

Energien bis 10 16 ev möglich MECHANISMEN Teilchen kollidieren mit ionisiertem Wasserstoff, was im Mittel zu einem Energiegewinn führt, da der Stoß häufiger frontal als verfolgend erfolgt. (Fermi-Beschleunigung I) Geladene Teilchen werden in Schockfronten gefangen und wiederholt beschleunigt (Fermi-Beschleunigung II) Magnetic pumping (Alvén Beschleunigung)

Neutronensterne / Pulsare

Leuchtturmeffekt Pulsar

Extragalaktische Kosmische Strahlung

Alle Teilchen und Quanten, deren Energie 10 16 ev übersteigt, stammen aus dem extragalaktischen Bereich. Quellen: Aktive galaktische Kerne (Supermassive Schwarze Löcher) Gamma Ray Bursts (Verschmelzung von Neutronensterne) Urknall-Relikte?? Sonstige Exoten... Aktive Galaktische Kerne (AGN) -> Akkretion um massives Zentral-Black hole Jets bis zu einigen Hunderttausend bis Millionen Lichtjahre lang Leuchtkraft bis zu 10 12 Sonnenleuchtkräfte (4 10 26 W) Teilchenenergien im Jet bis zu 10 20 ev Quasare

Gamma Ray Bursts 1 GRB pro Tag Stärkster GRB: März 2008 7.8 Mrd. Lichtjahre entfernt 2.8 Millionen mal heller als eine Supernova War mit bloßem Auge zu sehen bis zu 10 15 Sonnenleuchtkräfte