SCHEIBE MEHṚ DARF S EINE

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Transkript:

Text Caspar Gebel Fotografie Andi Meyer DARF S EINE SCHEIBE MEHṚ.. Liebe Leser, es ist soweit. Wir bekommen Testräder mit Felgenbremsen, wir bekommen Testräder mit Scheibenbremsen und nehmen es, wie s kommt. Die Zeit von Grundsatzdiskussionen und moralischen Bedenken ist einem Pragmatismus gewichen, der sagt: Die Entscheidung in Sachen Bremssystem hängt einzig vom Einsatzzweck und den persönlichen Vorlieben ab. Ein Rennrad mit Carbon-Laufrädern, das nur bei sonnigem Wetter gefahren wird? Prima, warum nicht mit Felgenbremsen. Ein Allrounder für ganzjährigen Einsatz? Der sollte dann über mehr Reifenfreiheit verfügen, vielleicht also gleich ein Disc-Renner. Und so stellen wir mehr oder weniger hälftig Rennräder mit klassischer und moderner Bremse vor, die nicht nur der Preis um 4.000 Euro eint, sondern auch ihr insgesamt hoher Fahrspaß. 88 PROCYCLING MAI 2017

MAI 2017 PROCYCLING 89

Rahmen Fuoco Carbon Gabel Carbon 1 1/8 1,5 Komponenten Shimano Dura-Ace Laufräder Engage C 55 UD Bereifung Conti Grand Prix 4000s II Sattel Selle Italia SLR Stütze Zipp Carbon Lenker Zipp Vorbau Zipp Gewicht* 7,04 kg Gewicht VR/HR* 1.090/1.490 g Preis 4.099 www.benotti-bikes.com BENOTTI FUOCO TEAM 2017 ENGAGE Als eines der ersten Räder im Procycling- Fuhrpark ist das 2017er-Fuoco-Team mit der neuen Dura-Ace 9100 ausgestattet. Zwar in der bescheidensten Variante mit mechannischer Schaltung, Felgenbremsen und ohne integrierte Leistungsmessung, aber dennoch faszinierend und in zahlreichen Details verbessert. Dass die Bremsen steifer sind und nun noch besser zupacken, merkt man in der Praxis nicht unbedingt, allerdings fällt der nun eng anliegende Hebel zum Öffnen der Bremse auf. Auffällig sind hingegen die kürzeren Hebelwege der Schaltung; auch das Schaltpaddel zum Hochschalten ist etwas größer geworden. Das Direct-Mount-Schaltwerk übernimmt Mountainbike-Technik und verzichtet auf den oberen Drehpunkt. Sein Käfig packt Ritzel bis zu 30 Zähnen, sodass man auch für Bergtouren nicht umrüsten muss. Die neue Gruppe findet sich an einem leichten, agilen Rahmen mit eher sportlich-gestreckter Geometrie, der in allen Belangen sehr modern ist auch beim Gewicht, denn das Komplettrad wiegt kaum mehr als sieben Kilo. Zum Teil liegt s an den recht leichten Carbon-Laufrädern, die in dieser Preisklasse keinesweg Standard sind ebenso wenig wie die neue Dura-Ace. Das neue Fuoco Team ist sehr preisaggressiv neue Dura-Ace plus Carbon-Laufräder für knapp über 4.000 Euro sind schwer zu toppen. Auch die ausgewogenen und agilen Fahreigenschaften überzeugen. Schöne Aero-Laufräder und die schwarz glänzende Dura-Ace 9100 machen das Fuoco Team zum perfekt ausgestatteten Hingucker. Auch ein hochwertiges Zipp-Cockpit ist dabei. 90 PROCYCLING MAI 2017

CANYON ULTIMATE CF SL DISC 9.0 DI22 In samtigem Braunton gehalten, ist das Canyon Ultimate so elegant wie kaum ein anderes Rad. Auch die Rahmenform überzeugt: Die schlanke Gabel geht gleichmäßig ins Steuerrohr über; die Sattelklemmung ist nahezu unsichtbar. Ein flaches Oberrohr, die schlanken Hinterbaustreben und das unten ausgekehlte Sitzrohr sprechen für hohen Komfort. Den genießt man bei der Fahrt über Kanaldeckel und Fugen in Asphalt, welche das Canyon deutlich gedämpft an den Fahrer weitergibt. Die Sitzposition ist ausgewogen, das Steuerrohr so lang, dass man gut ohne Spacer auskommt. Typisch Canyon ist die agile Lenkung, die zusammen mit der gefühlt hohen Steifigkeit für viel Fahrspaß sorgt. Der Rahmen bietet Reifendurchlauf satt, ohne wie ein Crossrad zu wirken selbst 32er dürften passen, womit das Ultimate schon fast für leichtes Gelände taugt. Mit Ultegra Di2 und leichten DT-Swiss-Laufrädern, die natürlich Tubeless ready sind, ist das Rad top ausgestattet. Die Kombination aus Elektroschaltung und hydraulischen Bremsen gelingt mit dem wohl elegantesten Hebel im Shimano- Sortiment; die Funktion von Schaltung und Bremsen ist nur perfekt zu nennen. Interessant ist die Befestigung der Steckachsen mit einem abnehmbaren Spannhebel. Mit 7,6 Kilo ist das Rad dazu ziemlich leicht. Erstklassige Funktion, geringes Gewicht und schöne Optik mehr kann man von einem Rennrad nicht verlangen, und Canyon liefert alles in Reinkultur. Der glattflächige Canyon-Rahmen kommt mit Steckachsen vorne wie hinten und überzeugt mit hoher Stabilität und agilem Lenkverhalten. Rahmen Canyon Ultimate CF SL Disc Gabel Canyon One One Four SLX Disc Komponenten Shimano Ultegra Di2 Laufräder DT Swiss PR 1400 DB Dicut Bereifung Conti Grand Prix 4000s II Sattel Fizik Antares R5 Stütze Canyon S13 VCLS CF Lenker Canyon H17 Ergo AL Vorbau Canyon V13 Gewicht* 7,6 kg Gewicht VR/HR* 1.110/ 1.570 g Preis 3.599 www.canyon.com MAI 2017 PROCYCLING 91

FUJI SL 1.5 Mit 700-Gramm-Rahmen, Sram-Komponenten und leichten Alu-Rädern unterbietet das Fuji die Konkurrenz deutlich in Sachen Gewicht. Auch mit Pedalen liegt das Rad nur minimal über dem UCI-Limit, was in dieser Preisklasse eine kleine Sensation ist. Nachteile muss man durch das geringe Gewicht nicht fürchten: Das Rad lässt sich bestens beschleunigen, fühlt sich auch bei hohem Tempo stabil an; die innen verstärkte Gabel steckt abrupte Bremsmanöver locker weg, wobei die Kombination von Force- Bremsen und Alu-Felgen sehr gut funk tioniert. Trotz der gemäßigten Lenkgeometrie fährt sich das Fuji überaus agil, fast etwas kippelig, was sicher an den leichten Laufrädern liegt und den Fahrspaß eher vergrößert. Denkt man sich die Spacer am Testrad weg, sitzt man mit sportlicher Überhöhung und leicht gestreckt auf dem Fuji für schnelle Fahrer eine angenehme Position. Die Ultegra-Alternative aus dem Hause Sram kann sich in allen Belangen sehen lassen: Die Force ist nicht nur sehr leicht, sie bietet auch knackige Schaltvorgänge mit sehr kurzen Hebelwegen und eine angenehme Haptik. Auch die Carbon-Kurbel ist sehenswert; mit einem Quarq-Spider (etwa 600 Euro) lässt sie sich außerdem in ein Powermeter verwandeln und zwar fast ohne Mehrgewicht. Das superleichte Fuji gefällt durch sehr sportliche Fahreigenschaften und eine Ausstattung, die vom Mainstream abweicht. Sehr interessant ist die Powermeter-Option. Fujis High-End-Rahmen ist unter anderem mit einer innen verstärkten Gabel ausgestattet, dazu kommen ein integrierter Kettenfänger und ein Schutzblech an der Kettenstrebe. Viel Biss entsteht aus der Kombi von Force- Bremse und Alu-Felge. Rahmen C15 UHM Carbon Gabel FC-330 Carbon Monocoque Komponenten Sram Force Kurbelsatz Quarq Prime Carbon Laufräder Oval Concepts 724 Bereifung Vittoria Rubino Pro Sattel Oval Concepts 734 Stütze Oval Concepts 950 Lenker Oval Concepts 910 Ergo Vorbau Oval Concepts 707 Gewicht* 6,63 kg Gewicht VR/HR* 980/1.420 g Preis 3.499 www.fujibikes.com 92 PROCYCLING MAI 2017

GIANT TCR ADVANCED PRO DISC Die Erfinder der Sloping-Rahmenform setzen auch im Road-Disc-Segment auf ihr bewährtes Konzept mit kurzem Sitzrohr. Der größere Stützenauszug münzt sich hier freilich nicht in mehr Flex um; gelungen ist die schön gerundete Aero-Stütze mit dem bequemen Sattel dennoch. Sie passt perfekt zu einem Rahmen mit ausgewogener Sitzgeometrie und harmonischem Lenkverhalten, der sich blitzschnell beschleunigen lässt und mit hochwertiger Ausstattung glänzt. Zur Ultegra Di2 kommen eher leichte Laufräder mit 30 Millimeter tiefen Carbon-Felgen, die ab Werk mit Schlauchlosreifen bestückt sind. Sie rollen nicht nur leicht, sondern sind mit der mitgelieferten Pannenflüssigkeit auch nahezu völlig defektresistent. Disc-Renner werden gerne mit breiteren Reifen gefahren, die die höheren Bremskräfte besser auf die Straße bringen, und Giant hat mit großem Durchlauf vorgesorgt auch Pneus jenseits der 30 Millimeter dürften in Hinterbau und Gabel passen. Letztere wie das Heck mit Steckachse ausgestattet verfügt leider nicht über eine innen liegende Bremsleitung; mit dieser wäre das Rad nämlich nahezu perfekt. Auch das Gewicht des Giant mit Pedalen ziemlich genau acht Kilogramm geht voll in Ordnung und ist weder am Berg noch beim Antritt spürbar. Das Giant ist topmodern mit Scheibenbremse und Di2 und hat auch sonst viele Vorzüge etwa die angenehme Sitzposition oder die Tubeless-bereiften Carbon-Laufräder. Beim Giant trägt die nicht sehr stark flexende Stütze einen komfortablen Sattel. Die Bremsanlage ist top, die Sitzgeometrie ausgewogen sportlich. Rahmen Giant TCR Advanced Carbon Gabel Giant TCR Advanced Carbon Komponenten Shimano Ultegra Di2 Laufräder Giant SLR 1 Disc Carbon Bereifung Giant Gavia SLR Tubeless Sattel Giant Contact SL Forward Stütze Giant Variant Advanced Carbon Lenker Giant Contact SL Vorbau Giant Contact SL OverDrive 2 Gewicht* 7,78 kg Gewicht VR/HR* 1.210/1.650 g Preis 4.199 www.giant-bicycles.com MAI 2017 PROCYCLING 93

KTM REVELATOR SKY ORANGE Schnörkellos und optisch wie aus einem Guss präsentiert sich das Revelator Disc. Am glattflächigen Rahmen gefällt der elegante Verlauf des Oberrohrs in die Sitzstreben mit der integrierten Klemmung; ebenfalls gelungen ist der Bereich der hinteren Ausfallenden, die beim Disc- Rahmen mit Steckachse solider und harmonischer gestaltet werden können als bei konventionellen Rahmen. Züge und Leitungen sind innen verlegt, wobei auch die vordere Bremsleitung keine Ausnahme macht. Eine ausgewogen-sportliche Sitzgeometrie sorgt dafür, dass man sich auf dem KTM schnell wohlfühlt. Der steile Sitzwinkel bringt den Piloten nach vorne und unterstützt eine aggressive, vortriebsorientierte Fahrweise. Das Rad ist agil und fahrstabil, dabei aber auch eher hart. Dem könnte man freilich mit breiteren Reifen abhelfen, denn auch dieser Rahmen bietet üppigen Durchlauf. Ab Werk ist das KTM mit extrem hochwertigen Schwalbe Pro One in 25 Millimetern ausgestattet, die mit den DT-Felgen im Handumdrehen auf Schlauchlos umgerüstet werden können. Extrem bissige, dabei gut dosierbare Scheibenbremsen und die gewohnt gut funktionierende Ultegra runden das preiswerte Revelator ab. Einzig beim Gewicht sorgt das Rad für hochgezogene Augenbrauen, doch seine achteinhalb Kilo sieht man dem KTM nicht an, und beim Fahren fallen sie auch nicht auf. Das ausgewogene, gut ausgestattete KTM gefällt mit sportlicher Sitzhaltung und bester Funktion. Dabei ist es recht preiswert. Steckachsen vorne und hinten, bissige Discs und Tubeless ready : Das Revelator zeigt sich in allen Belangen sehr modern. Rahmen Revelator Sky ADK- Performance Carbon Gabel Carbon-Fork F8 Disc Komponenten Shimano Ultegra Laufräder DT Swiss R 24 Spline DB Bereifung Schwalbe Pro One Sattel Selle Italia SLS Flow Stütze KTM Team SP-719 Lenker KTM Team Racebar Vorbau KTM Team KT-6 Gewicht* 8,51 kg Gewicht VR/HR* 1.330/1.780 g Preis 2.999 www.ktm-bikes.at 94 PROCYCLING MAI 2017

LOOK 765 DISC ULTEGRA Ein Endurance-Bike moderner Bauart hat Look mit dem 765 Disc im Programm. Das schlanke Rennrad mit den markentypischen Farben soll gleich in mehrfacher Hinsicht Komfort bieten. Erst einmal ist das 765 mit einer extrem entspannten Sitzgeometrie gesegnet, bei der ein kurzes Ober- und ein langes Steuerrohr für eine sehr aufrechte Haltung sorgen. Ob das auf langen Strecken angenehmer ist als eine gestreckte Sitzhaltung, muss jeder selbst wissen hier jedenfalls wird der Ansatz konsequent verwirklicht. Komfortspender Nummer zwei ist die Verwendung von Flachsfasern im Carbon-Gewebe. Die Naturfasern sorgen auch bei Skiern und in der Automobilindustrie für Vibrationsdämpfung; am Rennrad sind sie ebenfalls nicht neu. Ob s funktioniert? In jedem Fall fährt sich das Look sehr angenehm und im direkten Vergleich mit anderen Testrädern deutlich geschmeidiger, wobei natürlich auch Faktoren wie die weit ausgezogene, schlanke Carbons-Sütze eine Rolle spielen. Das vom Fahrverhalten her eher gutmütige Look kann dazu mit Reifen bis 30 Millimeter Breite ausgerüstet werden, was ebenfalls Vibrationen mindert und den Einsatzbereich erweitert. Möglich wird das durch den Einsatz von Scheibenbremsen, die wie die Ultegra-Schaltung bewährt perfekt funktionieren. So ausgestattet, ist das Rad auch preislich attraktiv, wenngleich nicht sehr leicht, was freilich vor allem an den Laufrädern liegt. Im markentypischen Look gehalten, bietet das 765 endurancemäßige Fahreigenschaften und hohen Komfort. Ein Rad für Freunde schlechter Straßen. Beim Look flext Flachs, und auch die aufrechte Sitzhaltung finden viele komfortabel. Die Länge der Shimano-Steckachsen wird per Rändelmutter angepasst. Rahmen Look Carboflax Gabel Look 765 Carboflax Komponenten Shimano Ultegra Laufräder Mavic Aksium Disc Bereifung Conti Ultra Sport Sattel Selle Italia Stütze FSA SL-K Carbon Lenker Zipp Vorbau Zipp Gewicht* 8,49 kg Gewicht VR/HR* 1.550/1.940 g Preis 3.499 www.lookcycle.com MAI 2017 PROCYCLING 95

Rahmen Carbon UD Monocoque Gabel Pasculli Carbon Light Komponenten Sram Force Kurbelsatz Power2Max FSA K-Force Light Laufräder Vision Trimax 35 Bereifung Conti GP Attack Force Sattel Fizik Arione R1 Braided Carbon Stütze FSA K-Force Lenker FSA Vorbau FSA SL-K Gewicht* 7,01 kg Gewicht VR/HR* 1.000/1.490 g Preis 3.990 www.pasculli.de PASCULLI PRADELLO POWER2MAX Ein junger Hersteller, der die Tradition bewahrt so lässt sich die Firma Pasculli treffend beschreiben. Denn die Berliner arbeiten mit einem italienischen Produzenten zusammen, der superleichte Carbon-Rahmen im Tube-to-tube-Verfahren herstellt; auf Wunsch auch individuell auf Maß. Der rund ein Kilo schwere Pradello dagegen wird als Monocoque-Rahmen in fünf Größen angeboten und versteht sich als preiswertes Einstiegsmodell, bietet aber alles, was man sich von einem modernen Rennrad wünscht: Die Sitzposition ist sportlich, der Charakter mit knappem Radstand und steilen Winkeln agil und lebendig. Mit Pressfit-Lager und Zuginnenverlegung ist der steife Rahmen in Sachen Montagestandards auf dem neuesten Stand. Das Procycling-Testrad in grau-schwarzer Stealth-Optik wurde mit Sram Force und Vision- Laufrädern funktionell und leichtgewichtig aufgebaut: Gerade mal sieben Kilo bringt das Pradello ohne Pedale auf die Waage. Noch attraktiver wird der Spree-Italiener durch das mitgelieferte Power- 2Max-System einzigartig an einem Rad, das keine 4.000 Euro kostet. Ein echter Italiener, steif und agil, dabei leicht und top ausgestattet: Wer s individuell mag, setzt mit dem Pradello aufs richtige Rad. Der in Italien gefertigte Rahmen ist sportlich und topmodern. Mit auch farblich passender Sram Force, leichten Laufrädern und Power meter macht das Rad wunschlos glücklich. 96 PROCYCLING MAI 2017

STORCK DURNARIO COMP G1 Dem Thema Endurance-Bike begegnet Markus Storck auf ganz eigene Weise. Ein Rennrad mit langem Steuerrohr ist mit seiner sportlichen Marke nicht zu machen, Fahrkomfort durch Stoßdämpfung dagegen schon. Und so kann man das Durnario durchaus als vertikal nachgiebigstes Rennrad der Firmengeschichte bezeichnen. Die schlanke Gabel, ein stark abfallendes Oberrohr und Flexzonen an den Sitz streben sorgen dafür, dass Stöße und Vibrationen weniger stark zum Fahrer vordringen, als man das von steifigkeitsoptimierten Rennmaschinen kennt. Und steif ist das Durnarion allemal, dabei mit kurzem Radstand und steilem Lenkwinkel so agil und handlich, wie man es von dem hessischen Hersteller gewohnt ist. Typisch und dem Komfort eher nicht zuträglich ist die 31,6 Millimeter messende Alu-Stütze hier wünscht man sich den Umstieg auf das kleinere Maß. Auch die Sitzgeometrie ist typisch Storck, nämlich rennmäßig flach und gestreckt, wobei das dem Komfort auf langen Strecken durchaus zuträglich sein kann. Storck bietet den günstigeren der zwei Durnario- Rahmen nur als Komplettrad an, wahlweise mit Ultegra oder 105. In beiden Fällen entsteht ein vergleichsweise preiswertes, gut ausgestattetes Rad mit soliden DT-Laufrädern, dessen schlanke Formen zu gefallen wissen. Das Durnario vereint Storck-typische Fahreigenschaften mit hohem Dämpfungskomfort und erweitert das Sortiment des Herstellers damit um eine interessante Facette. Mit schlanker Gabel, flexendem Hinterbau und Sloping-Rahmen sorgt das Durnario für Stoßminderung. Ultegra und DT-Laufräder sind gut und solide. Rahmen Storck Durnario Comp G1 Gabel Storck Durnario Comp Fork Komponenten Shimano Ultegra Laufräder DT Swiss R24 Spline Bereifung Conti Grand Sport Race Sattel Prologo Kappa 2 Stütze Storck SP250 Alloy Lenker Storck RB260 Alloy Vorbau Storck ST115 Alloy Gewicht* 7,89 kg Gewicht VR/HR* 1.290/1.710 g Preis 3.399 www.storckworld.com MAI 2017 PROCYCLING 97

RADTEST WILIER CENTO1 AIR ULTEGRA D as kantige Wilier macht mit konsequenter Aero-Linienführung auf sich aufmerksam und ist damit ebenso eigenständig wie gelungen designt. Liebe zum Detail beweist schon die extrem eng ins Steuerrohr eingepasste Gabel; das Unterrohr beschreibt im oberen Teil fast unmerklich einen Bogen und passt sich damit perfekt an die Rundung des Reifens an. Typisch Wilier ist das markante Tunnelportal am Unterrohr, das die Schaltzüge aufnimmt. Flache Stütze und tief angesetzte Sitzstreben sind ebenfalls bewährte Aero-Elemente, ebenso der massige Tretlagerbereich in zeitgemäßer Pressfit-Bauweise. Gut vorstellbar, dass all dies schneller macht, allerdings reduziert die Aero-Optimierung auch den möglichen Komfort, sodass sich das Cento Air sportlich straff anfühlt. Gleichzeitig ist es ex trem steif und vortriebsstark bei sehr ausgewogener Sitzgeometrie. Dass das Rad kein Fliegengewicht ist, sieht man ihm angesichts seiner Fahreigenschaften gerne nach weder im Sprint noch am Berg wirkt es träge. Klassentypisch ist die Ausstattung mit kompletter Ultegra, hier ergänzt von den dazugehörigen Laufrädern. Diese sind solide und nicht zu schwer, passen aber freilich nicht ganz zum Aero-Charakter des Wilier. Wobei der Hersteller etliche andere Ausstattungs- und Laufradvarianten anbietet. Das kantige Rad mit dem geschwungenen Schriftzug ist eigenständig und unverwechselbar. Zur Perfektion fehlen ihm einzig Aero-Laufräder. Eng eingepasste Gabel und Alu-Tunnelportal am Unterrohr gehören zu den Highlights des Wilier. Mit Aero-Stütze ist es hart, mit Ultegra gut ausgestattet. 98 Rahmen Carbon Monocoque 60 Ton Gabel Carbon Monocoque 60 Ton Komponenten Shimano Ultegra Laufräder Shimano Ultegra Bereifung Conti Grand Prix 4-Season Sattel Selle Italia SLS Stütze Ritchey Carbon Cento 1 Air Lenker FSA Energy Vorbau FSA Energy Gewicht* 7,84 kg Gewicht VR/HR* 1.110/1.610 g Preis 3.900 www.wilier.com PROCYCLING MAI 2017

SE T SS NÖ GR O S TH H A IC RE AR ER M ST Ö AD R E 30.04.2017 Mörbisch (BGLD) Neusiedler See Radmarathon 04.06.2017 St. Pölten (NÖ) St. Pöltner Radmarathon 11.06.2017 Lienz (T) Dolomitenrundfahrt und SuperGiroDolomiti 18.06.2017 Bad Kleinkirchheim (K) ARBÖ Radmarathon 24./25.06.2017 Mondsee (OÖ) MTB-Challenge und 5 Seen Radmarathon Johann Groder, SuperGiroDolomiti 15.07.2017 Bad Goisern (OÖ) Salzkammergut MTB Trophy und Gravel-Marathon Medienpartner www.austria-top-tour.at E RI TERMINE