Einleitung Die Kriterien Übersicht der empfohlenen Stromanbieter... 6

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2 Inhalt Einleitung... 3 Die Kriterien... 4 Übersicht der empfohlenen Stromanbieter... 6 Porträts der Ökostromanbieter... 8 Elektrizitätswerke Schönau... 8 Greenpeace Energy Lichtblick Naturstrom Mann Naturenergie Polarstern Bilanz und Ausblick Endfassung: Juli 2013 Daten: April/Mai 2013 Recherche: Melanie Ball, oekostrom Ansprechpartner: Dirk Seifert, 2 / 30 ROBIN WOOD Recherchebericht 2013

3 Zeigen Sie den Atom und Kohlekonzernen die Rote Karte! Wechseln Sie den Stromanbieter! Für eine echte Energiewende! Öko Stromanbieter im Vergleich Klimaschutz selber machen! Nach der Katastrophe von Fukushima ist überall von Energiewende die Rede. Doch immer noch sind gefährliche Atomkraftwerke in Betrieb und wird Atommüll produziert. Auch um den Klimaschutz steht es schlecht: Während moderne Gaskraftwerke mit vergleichsweise geringen C0 2 Emissionen aus Kostengründen abgeschaltet werden, wird noch mehr Strom in besonders klimaschädlichen (Braun ) Kohlekraftwerken erzeugt. Als StromverbraucherInnen können Sie entscheiden, woher Ihr Strom kommt. Aus Atom und Kohlekraftwerken oder aus Wasser, Wind und Sonne. Damit entscheiden Sie auch, wer an Ihrem Stromverbrauch verdient und wohin diese Gewinne fließen. Das ist eine große Chance! Wenn viele Menschen diese Chance nutzen, wird der Wechsel des Stromanbieters zu einem starken politischen Signal für einen echten Umbau des Strommarktes: Weg von Atom und Kohle, hin zu einer sicheren und klimaschonenden Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien und effizienter Kraft Wärme Kopplung. Noch ist die Energiewende nicht geschafft! Auch wenn die Bundesregierung sie als eigenen Erfolg verbucht: Mit der aktuellen Politik der Bundesregierung, die weiterhin große Konzerne bevorzugt und die Ökostromförderung unter dem Deckmantel einer Strompreisbremse zusammenstreicht, kann die Energiewende nicht gelingen. Die Bundesregierung fordert sogar neue Kohlekraftwerke als strategische Reserve für die Erneuerbaren Energien zu verkaufen. Energiewende und Klimaschutz werden so ausgebremst und blockiert! Im Jahr 2012 wurden nur noch 16 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms in Atomreaktoren erzeugt. Sogar 45 Prozent der Bruttostromerzeugung stammen aus Kohlekraftwerken (26 Prozent Braunund 19 Prozent Steinkohle), die den Klimawandel massiv anheizen. E.on, EnBW, RWE und Vattenfall erzeugen noch immer knapp 80 Prozent des Stroms in Deutschland. Trotzdem haben erst 15 Prozent der privaten StromverbraucherInnen schon einmal den Anbieter gewechselt. Doch wenn immer mehr KundInnen den Atom und Kohlekonzernen die Rote Karte zeigen und ihren Stromliefervertrag kündigen, geraten diese unter Druck. Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung wächst rasant. Im Jahr 2012 ist der Anteil von Wind, Biomasse, Sonne und Wasser am deutschen Strommix auf 22 Prozent angestiegen. Im Frühjahr 2013 liegt er Schätzungen zufolge bereits bei über 25 Prozent. Alle, die zu einem Öko Stromanbieter wechseln, bringen die Energiewende einen Schritt voran! 3 / 30 ROBIN WOOD Recherchebericht 2013

4 Worauf es unserer Meinung nach ankommt: Die ROBIN WOOD Kriterien! Damit Ihr Wechsel die Atom und Kohle Konzerne auch wirklich trifft, ist es wichtig, zu einem Öko Stromanbieter zu wechseln, der wirtschaftlich nicht mit den Energie Multis verflochten ist. Denn sonst würde das Geld wieder in den Kassen der Unternehmen landen, die pro Atom und Kohle arbeiten. Um den Öko Strommarkt für Sie transparenter zu machen, hat ROBIN WOOD recherchiert. Für die Entscheidung, welche Öko Stromanbieter nach Ansicht von ROBIN WOOD empfehlenswert sind, waren folgende Kriterien ausschlaggebend: 1. Es gibt keine direkte eigentumsrechtliche Verflechtung des Ökostrom Anbieters mit einem Konzern, der Atom oder Kohlekraftwerke betreibt oder mit Strom aus diesen Quellen handelt.( 1 ) 2. Der Anbieter bietet ausschließlich grünen Strom an. Der Strommix muss zu mindestens 50 Prozent aus Erneuerbaren Energien stammen. 50 Prozent dürfen aus gasbetriebenen Kraft Wärme Kopplungsanlagen stammen. 3. Der Anbieter fördert über den Bezug von Strom aus Neuanlagen hinaus nachweislich neue regenerative Anlagen zur Stromerzeugung. 4. Die Betreiber der Stromerzeugungsanlagen, von denen der Anbieter Strom kauft, dürfen eigentumsrechtlich nicht oder allenfalls minimal mit der Atom und Kohlewirtschaft verflochten sein. Neu Investitionen in Atom oder Kohlekraftwerke sind nicht zulässig.( 2 ) 5. Der Anbieter muss bundesweit tätig sein, so dass alle StromkundInnen im Bundesgebiet zu ihm wechseln können. Hinweis: Die Anforderungen an guten Ökostrom sind angesichts einer Vielzahl neuer Entwicklungen in der Diskussion. Nicht nur bei ROBIN WOOD, sondern auch bei anderen Umweltverbänden, mit denen wir gemeinsam im Bündnis Atomausstieg selber machen zusammen arbeiten. Auch bei den Ökostromsiegeln Grüner Strom Label und OK Power Label wird über eine Neufassung der Kriterien diskutiert. Mehr dazu im letzten Kapitel dieses Berichts unter Bilanz und Ausblick. In dem hier vorgelegten Bericht haben wir nicht nur wie bisher die Atombeteiligungen, sondern, intensiver als in der Vergangenheit, auch die Kohlebeteiligungen unter die Lupe genommen und diese in unseren Kriterien stärker berücksichtigt. In der Vergangenheit hat es bei unseren Kriterien eine untergeordnete Rolle gespielt, wenn die Lieferanten der Ökostromanbieter selbst Kohlekraftwerke betrieben. Unsere Kampagne zielte vor allem gegen die Atomenergie. In diesem Bericht weisen wir nun erstmals detaillierter auch auf die Kohlebeteiligungen hin. Neue Investitionen in Kohlekraftwerke seitens der Lieferanten werden mit der Vorlage dieses Rechercheberichts künftig nicht mehr akzeptiert. Wir werden gegenüber den von uns empfohlenen Ökostromern darauf hinwirken, dass auch diese künftig darauf achten, keine Unternehmen als Lieferanten zu nutzen, die neu in diesem Bereich investieren und zu prüfen, ob künftig Lieferverträge gänzlich ohne Unternehmen mit Kohleverflechtungen möglich sind. Die ROBIN WOOD Recherche ergab, dass diese vier Öko Stromanbieter die Kriterien erfüllen und weiterhin empfohlen werden (in alphabetischer Reihenfolge): Elektrizitätswerke Schönau GmbH Greenpeace Energy eg Lichtblick SE Naturstrom AG 1 Bei den Lieferanten der Ökostrom Unternehmen, den Kraftwerksbetreibern, lässt sich aufgrund des hohen Verflechtungsgrads in der Energiewirtschaft nicht ausschließen, dass diese in anderen Unternehmens Teilen mit Atom und Kohlestrom handeln. Wir nehmen innerhalb der Kriterien 1 und 4 eine Gewichtung vor. Bei den Anbietern akzeptieren wir keinerlei eigentumsrechtliche Verflechtung mit der Atom und Kohlewirtschaft und keinen entsprechenden Stromhandel. In den folgenden Porträts der Ökostromanbieter weisen wir wie schon in den vergangenen Jahren auf Verflechtungen bei Lieferanten auch hinsichtlich des Handels ausdrücklich hin, z.b. auf die österreichische Verbund AG. Greenpeace Energy begrenzt in seinen Regeln für Lieferanten eine Beteiligung von Atomunternehmen auf unter 25 Prozent, siehe energy.de/fileadmin/docs/zertifizierung/gp_kriterien.pdf, S. 3 2 Als minimal definiert ROBIN WOOD eine Beteiligung eines Atomkonzerns an einem Betreiber eines Kraftwerks mit maximal 10 Prozent (siehe auch Fußnote 1). Bei den komplexen Markt und Konzernstrukturen sind derartige Verflechtungen schnell gegeben eine direkte Einflussnahme kann nach Ansicht von ROBIN WOOD jedoch ausgeschlossen werden. Der direkte Kraftwerkseigentümer (Lieferant) darf kein Atomkonzern sein und nur im geringen Umfang alte Kohlekraftwerke betreiben. Neue Investitionen in Kohlekraftwerke sind nicht zulässig. 4 / 30 ROBIN WOOD Recherchebericht 2013

5 Bei einzelnen Betreibern der Kraftwerke, von denen Strom bezogen wird, fand ROBIN WOOD Verflechtungen mit der Atomindustrie. Diese Verflechtungen sind jedoch im einstelligen Prozentbereich und damit so geringfügig, dass eine direkte Einflussnahme unserer Meinung nach ausgeschlossen werden kann. ROBIN WOOD hat weitere, teilweise neue Anbieter am Ökostrom Markt geprüft. Insgesamt ist zu beobachten, dass sich der Ökostrom Markt seit 2011 weiter zum Massenmarkt entwickelt hat, so dass nahezu jeder Stromanbieter auch einen Ökostrom Tarif anbietet. Viele dieser neuen Angebote (siehe gleich im Anschluss und am Ende dieses Berichts) tragen aber nicht zwangsläufig zur Energiewende bei. Zwei Anbieter, auf die wir bereits im letzten Recherchebericht hingewiesen haben, haben wir nun eingehender überprüft. Diese Anbieter empfehlen wir mit kleinen Einschränkungen: Mann Naturenergie GmbH & Co KG Polarstern GmbH Diese Einschränkungen bestehen darin, dass beide Anbieter zwar bundesweit tätig, aber die Strompreise regional unterschiedlich sind. Beide Unternehmen haben (bislang) einen sehr kleinen, offenbar regionalen Kundenkreis. Einige neue Anbieter kommen nach den ROBIN WOOD Kriterien allein deshalb nicht in Frage, weil sie ausschließlich regionale Angebote machen und daher von uns nicht weiter geprüft worden sind (z.b. Hamburg Energie). Bei vielen weiteren Anbietern ist festzustellen, dass direkt oder indirekt Verbindungen zu Atomkonzernen bestehen (z.b. die Strommixer), dass die Anbieter oder ihre Mutterfirmen auf anderen Vertriebswegen mit Kohle oder Atomstrom handeln (z.b. Entega, Grünhaus, Naturstrom Rheinland Pfalz) oder dass sie die Energiewende nicht hinreichend durch Investitionen in neue Anlagen fördern (z.b. Tchibo). Von manchen Stromanbietern muss schlichtweg aus Verbraucherschutzgründen abgeraten werden, weil die Vertragsbedingungen undurchsichtig bzw. nicht verbraucherfreundlich sind oder die Anbieter irreführende Werbung machen (z.b. Ökostrom für alle, Prokon Strom, Care Energy). Die Ergebnisse der Recherche hat ROBIN WOOD in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst. Sie hilft Ihnen, auf einfache und informative Weise zu entscheiden, welcher Anbieter am Besten zu Ihnen passt. Hinweis in eigener Sache: Die Lieferbeziehungen der Ökostrom Anbieter sind aufgrund hoher Kundenzahlen, aber auch aufgrund wachsender Dezentralität der Erzeugungsanlagen inzwischen enorm angewachsen. Daher sind wir von ROBIN WOOD nicht in der Lage, tatsächlich alle Lieferanten und ihre jeweiligen Eigentumsverhältnisse zu prüfen. Dies betrifft aber nur kleinere Anlagen. Um ein Maximum an Transparenz zu liefern, weisen wir in den Tabellen bei den Porträts der Ökostromanbieter auf Verflechtungen und Probleme hin, um Ihnen so detailliert wie in diesem Rahmen möglich, Informationen über die Zusammenhänge und Hintergründe zu den Ökostromlieferanten zu geben. Außerdem müssen wir darauf hinweisen, dass sich die Lieferbeziehungen zwischen den Ökostromanbietern und den Lieferanten jederzeit verändern können. Der vorliegende Recherchebericht basiert auf Angaben der Anbieter aus dem Frühjahr Der vorliegende Bericht basiert auf der Recherche von Melanie Ball, bei der wir uns für die umfassende und detaillierte Arbeit bedanken. 5 / 30 ROBIN WOOD Recherchebericht 2013

6 ROBIN WOOD empfiehlt folgende von Atom und Kohlekonzernen unabhängige Stromanbieter (alle Preisangaben zur unverbindlichen Information; Stand Juli 2013; alle weiteren Angaben April/Mai 2013) Anbieter Strommix Preise Eigentumsrechtliche Verflechtung mit Atom und Kohlekonzernen Beteiligung von Atom und Kohlekonzernen an den Kraftwerken Investition in neue Kraftwerke Friedrichstraße 53/ Schönau Tel / Wasserkraft: 100 % Grundgebühr: 6,90 /Monat Arbeitspreis: 26,75 Cent/kWh Nein Nein Mit dem Sonnencent (mindestens 0,5 Cent pro Kilowattstunde) werden neue ökologische Stromerzeugungsanlagen der Kunden gefördert ( Rebellenkraftwerke ). Bis Ende 2012 sind 2100 Kleinanlagen entstanden. Darüber hinaus beziehen die EWS 70 % ihres Wasserkraft Stroms aus Anlagen, die zum Zeitpunkt der Aufnahme der Belieferung nicht älter als 6 Jahre sind. Schulterblatt Hamburg Tel. 040 / Wasserkraft: ca. 94 % Windkraft: ca. 6 % Grundgebühr: 8,90 /Monat Arbeitspreis: 27,65 Cent/kWh Nein Ja* Das Ziel ist, Neukunden innerhalb von fünf Jahren mit ökologischem Strom aus neuen Anlagen zu versorgen. Bisher sind ein Wasserkraftwerk, mehrere Solarparks und acht Windparks entstanden. Für 2014 sind fünf weitere Windparks in Planung. Zirkusweg Hamburg Tel. 040 / Wasserkraft: ca. 99,5 % Kraft Wärme Kopplung (KWK): ca. 0,5 % Grundgebühr: 8,95 /Monat Arbeitspreis: 27,48 Cent/kWh Nein Ja* Lichtblick investiert seit 1999 in neue Kraftwerke. Seit 2009 wurden rund 10 Millionen Euro jährlich in die Entwicklung virtueller Großkraftwerke investiert: Lichtblick baut in Kooperation mit Volkswagen Mini Blockheizkraftwerke (BHKW), von denen 750 bis 2013 in Betrieb gegangen sind. Achenbachstr Düsseldorf Tel: 0211 / Wasserkraft: ca. 67 % Windkraft: ca. 33 % Grundgebühr: 7,95 /Monat Arbeitspreis: 25,75 Cent/kWh Nein Ja* Mit mind. 1 Cent/kWh fördert und initiiert Naturstrom den Bau neuer Anlagen zur Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien. Bis Ende 2012 wurden so über 200 Wind, Photovoltaik (PV) und Biogas Anlagen in Kooperation mit Bürgern gebaut. 6 / 30 ROBIN WOOD Recherchebericht 2013

7 Schulweg Langenbach Tel / Wasserkraft: ca. 49,5 % Windkraft: ca. 50,5 % Grundgebühr: 9,50 10,00 / Monat Arbeitspreis: 25,25 28,95 Cent/kWh** Nein Ja* Im Mann Cent Tarif fördert Mann Energie neue Ökostrom Anlagen mit 1 Cent/kWh. Konkret wurden ein Pflanzenöl BHKW und eine PV Anlage errichtet, außerdem betreibt Mann Energie eigene Windkraftanlagen. Kreuzplätzchen München Tel. 089 / Wasserkraft: 100 % Grundgebühr: 9,60 / Monat Arbeitspreis: 23,80 30,05 Cent/kWh** Nein Nein Polarstern unterstützt Familien in Kambodscha beim Bau einer Mikro Biogasanlage mit 20 pro Kunde im Jahr. *: Geringfügige indirekte Beteiligungen sind vorhanden. Ausführliche Informationen, aus welchen Kraftwerken der Strom bezogen wird, finden Sie bei den folgenden Porträts der Anbieter. **: Bei Mann Energie und Polarstern kommt es aufgrund der unterschiedlichen Netzgebühren je nach Region zu anderen Arbeitspreisen. Im Tarifrechner wird anhand der Postleitzahl der jeweilige Preis ermittelt. 7 / 30 ROBIN WOOD Recherchebericht 2013

8 Porträts der Öko Stromanbieter Die Angaben stammen direkt von den Anbietern und/oder sind das Ergebnis der ROBIN WOOD Recherche Ausgelöst durch die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl organisierte sich 1986 in Schönau eine Initiative, die sich für den Ausstieg aus der Atomenergie einsetzte. Die Initiative veranstaltete Stromsparwettbewerbe, reaktivierte Wasserkraftwerke und finanzierte Blockheizkraftwerke. Nach jahrelangem Kampf gegen den regionalen Energieversorger gelang es den BürgerInnen 1997, die Stromkonzession für die Stadt Schönau zu erhalten und somit selbst zu einem Energieversorgungsunternehmen zu werden. Die Elektrizitätswerke Schönau sind direkt aus der Anti Atom Bewegung hervorgegangen. Ende 2012 bezogen zirka KundInnen ihren Strom bei den Schönauer Stromrebellen, darunter über Gewerbe und Sondervertragskunden. Die EWS fördern Neuanlagen auf zweierlei Weise: Einerseits durch den so genannten Sonnencent, der auf den Strompreis aufgeschlagen wird und zweitens durch den Einkauf des Stroms aus Anlagen, die zum Zeitpunkt der Aufnahme der Belieferung höchstens sechs Jahre alt sind. Woher kommt der Strom der Elektrizitätswerke Schönau? Der von der Elektrizitätswerke Schönau Vertriebs GmbH (EWS) angebotene Strom bestand im Jahr 2012 zu 100 Prozent aus Wasserkraft. Anders als in den Vorjahren beziehen die EWS keinen Strom aus Kraftwärmekopplung mehr, da von vielen Seiten, u.a. der EcoTopTen des Öko Instituts, 100 % Erneuerbare Energie gefordert wird. Gemäß den eigenen Einkaufskriterien dürfen die Erzeuger des Ökostroms keinerlei Kapitalbeteiligungen von Atomkraftwerksbetreibern oder deren Tochterunternehmen haben. Die EWS bezogen ihren Strom im Jahr 2012 aus den folgenden Wasserkraftanlagen in Norwegen und Deutschland: Kraftwerk Betreiber Alter Leistung Eigentümerstellung Bulko Gautvella Gisnafallet Gjetningsdalen Heina Bulko Kraft AS ,4 MW Dieses Kleinwasserkraftwerk ist im Besitz von Privatpersonen. Gautvella Kraftverk AS Gisnafallet Kraftverk AS und Rennebu Kraftlag A/L Gjetningsdalen Kraft AS ,7 MW Dieses Kleinwasserkraftwerk ist im Besitz von Privatpersonen ,9 MW Dieses Kleinwasserkraftwerk ist im Besitz von Privatpersonen und der norwegischen Kommune Rennebu ,2 MW Dieses Kleinwasserkraftwerk ist im Besitz von Privatpersonen. Heina Kraft AS ,8 MW Dieses Kleinwasserkraftwerk ist im Besitz von Privatpersonen. 8 / 30 ROBIN WOOD Recherchebericht 2013

9 Kraftwerk Betreiber Alter Leistung Eigentümerstellung Hisvatn Hisvatn Kraftlag AS ,5 MW Die Hisvatn Kraftlag AS ist ein norwegisches Unternehmen, an der die Hauck & Aufhäuser Privatbankiers KGaA über die Wasserkraftwerke Hisvatn & Kvikraft GmbH & Co. KG Anteile erworben haben. Die Bank betreut die Anlagen vermögender Kunden ab Euro. Sie ist in Familienbesitz. Anteile besitzen Unternehmer wie Frank Asbeck, der Vorstandsvorsitzende von Solarworld. Jora Kvernstad Nedre Vinstra Jora Kraftverk AS zu 60 % und Kvikne Rennebu Kraftlag A/L zu 40 % Kvernstad Kraft AS E CO Energi zu 67 % und Vinstra Kraftselskap DA zu 33 % ,3 MW Jora Kraftverk AS ist ein kleines Unternehmen in Besitz von Privatpersonen. Kvikne Rennebu Kraftlag ist eine Genossenschaft, an der die norwegischen Kommunen Rennebu und Tynset beteiligt sind ,8 MW Dieses Kleinwasserkraftwerk ist im Besitz von Privatpersonen. 1953/ MW E CO Energi ist einer der größten Energieerzeuger Norwegens, dessen Mutter Holding zu 100 % in Eigentum der Kommune Oslo ist. E CO besitzt außerdem Mehrheitsanteile an Oppland Energi und weiteren Wasserkraftwerken. In Planung sind Modernisierungen alter sowie der Bau neuer Wasserkraftwerke. Vinstra Kraftselskap ist der lokale Versorger der Kommune Vinstra, der wiederum auch zu 67 % in Besitz von E CO ist. Ryånda Svatsum 2 Vikaelva Funna Vassfossen Hol 1 Lya Alzkraftwerk KW II (Schalchen) + Alzkraftwerk KW III (Hirten Hart) Ryånda Kraftverk AS Svatsum Elverk AS Vikaelva Kraftverk AS Nord Trøndelag Elektrisitetsverk ,9 MW Dieses Kleinwasserkraftwerk ist im Besitz von Privatpersonen ,7 MW Dieses Kleinwasserkraftwerk ist im Besitz von Privatpersonen ,1 MW Das Vikaelva Kraftverk wurde von der Kommune Stryn erbaut, die offenbar hinter der Firma steht ,5 MW Nord Trøndelag Elektrisitetsverk steht im Eigentum der Kommune Nord Trøndelag. Risdal Energi AS ,5 MW Risdal Energi AS ist ein kommunales Unternehmen. E CO Vannkraft AS E CO Vannkraft AS zu 70 % und Ål Kraftverk KF zu 30 % Intelligent Power GmbH & Co. KG (Alzkraftwerke Heider GmbH) 1956/ MW (siehe E CO Energi oben) ,5 MW (siehe E CO Energi oben) ,9 MW + 22,4 MW Ål Kraftverk KF ist im Besitz der Kommune Ål. Ursprünglich für die Versorgung eines Chemiewerks gebaut, wurden die vier Alzwerke zwischen Trostberg und Hirten Ende 2009 von der AlzChem Trostberg an die Alzkraftwerke Heider GmbH verkauft. Inhaber ist Rupert Heider. Die Intelligent Power aus München gehört zur EnergyLink Gruppe und ist Pächter und Betreiber der Kraftwerke II und III. Aufsichtsratsvorsitzender von EnergyLink ist Dipl. Wirtsch. Ing. Jörg Probst, der zusammen mit Michael Sladek die Geschäftsführung der Kraft Wärme Schönau GmbH innehat, sozusagen ein Schwesterunternehmen der EWS, das zu Kraft Wärme Kopplung berät und Anlagen betreibt. Fazit: Die Betreiber der Stromerzeugungsanlagen, aus denen die EWS ihren Strom beziehen, sind nicht mit der Atomwirtschaft verflochten. 9 / 30 ROBIN WOOD Recherchebericht 2013

10 Wie investiert die Elektrizitätswerke Schönau Vertriebs GmbH in die Energiewende? Bis Ende 2012 wurden insgesamt Erneuerbare Energien Anlagen von Kunden durch den so genannten Sonnencent (mind. 0,5 Cent pro Kilowattstunde) gefördert. Auch Energiegenossenschaften bekommen unter bestimmten Voraussetzungen von den EWS Risikokapital zur Verfügung gestellt, damit neue n realisiert werden können. Eine Liste der Anlagen und Projekte ist auf der Homepage der EWS einsehbar. Die Firmenstruktur der Elektrizitätswerke Schönau Vertriebs GmbH: Alleinige Gesellschafterin der Elektrizitätswerke Schönau Vertriebs GmbH sowie drei weiterer hundertprozentigen EWS GmbHs ist die Netzkauf EWS eg, die zum Jahresende 2012 aus rund 2700 überwiegend privaten Genossenschaftsmitgliedern besteht. Sie beruft den Aufsichtsrat, der wiederum die Leitlinien und Zielsetzungen überwacht und die operativen Gesellschaften der EWS kontrolliert. Die Netzkauf EWS eg ist darüber hinaus an drei Firmen beteiligt: an der Energieversorgung Titisee Neustadt (evtn), die gemeinsam mit der Stadt und einer Bürgergenossenschaft das Stromnetz betreibt, an der Stadtwerke Stuttgart Vertriebsgesellschaft mbh, die EWS Ökostrom an ihre Kunden liefert und an der Energieversorgung Schönau Schwäbisch Hall GmbH, welche sich um Stromkonzessionen bewirbt. 10 / 30 ROBIN WOOD Recherchebericht 2013

11 Ende der Neunziger Jahre startete Greenpeace eine Kampagne für die Erneuerbaren Energien aus Sonne, Wind und Wasser. Ziel war es unter anderem, dem oft gehörten Argument entgegenzutreten, für solche Energien gebe es keinen Markt. Das Echo auf den Greenpeace Appell zum Stromwechsel bestätigte, dass durchaus ein VerbraucherInnen Interesse für Strom aus umweltfreundlicher Produktion vorhanden ist. Aus den Stromwechsel Aktivitäten entstand die Genossenschaft Greenpeace Energy eg. Diese versorgt zurzeit KundInnen, darunter über Gewerbekunden. Der Öko Stromanbieter Greenpeace Energy versorgt seine StromkundInnen zeitgleich zum prognostizierten Verbrauch mit sauberem Strom. Dadurch sollen Atom und Kohlekraft nicht länger finanziert und stattdessen Erneuerbare Energien gefördert werden. Greenpeace Energy verpflichtet sich gemäß der Greenpeace Kriterien für sauberen Strom, einen Strommix aus mindestens 50 Prozent regenerativer Energie und maximal 50 Prozent Strom aus gasbefeuerten Kraft Wärme Kopplungsanlagen (KWK) zu liefern. Woher kommt der Strom von Greenpeace Energy? Der Strommix von Greenpeace Energy eg setzt sich im Jahr 2012 wie folgt zusammen: 94 Prozent stammten aus Wasserkraftwerken, 6 Prozent aus Windkraftanlagen. Dabei stammten 2012 bereits 35 % des gelieferten Windstroms aus eigenen Anlagen. Die Greenpeace Kriterien für sauberen Strom enthalten detaillierte Regelungen zur Auswahl der Lieferanten. Gefordert wird eine möglichst geringe Beteiligung der Atomindustrie begrenzt auf maximal 25 Prozent sowie eine den energiepolitischen Zielen von Greenpeace Energy nicht widersprechende Geschäftspolitik. Siehe dazu detaillierter: energy.de/fileadmin/docs/zertifizierung/gp_kriterien.pdf, S. 3 Den Ökostrom bezog Greenpeace Energy im Jahr 2012 aus folgenden Wasser und Windkraftwerken in Österreich und Deutschland: Kraftwerk Betreiber Alter Leistung Eigentümerstellung Dürnbach Lichtgenossenschaft Neukirchen ,24 bzw. 0,15 MW Die Lichtgenossenschaft Neukirchen ist ein regionaler Energieversorger am Großvenediger. Als Genossenschaft von der Neukirchner Bevölkerung vor 80 Jahren gegründet, steht die Lichtgenossenschaft Neukirchen auch heute nach wie vor als unabhängiger Betrieb für die umweltfreundliche Erzeugung von elektrischer Energie und die kundenfreundliche Betreuung des Verteilernetzes für Neukirchen. Wittmund 1 5 Windpark Hipples divers x 0,6 MW + 4 x 0,45 MW Windkraft Simonsfeld AG ,62 (7 x 0,66 MW) im Besitz von Privatpersonen Die Windkraft Simonsfeld ist ein privates Unternehmen, das Wind und Solarparks in Österreich, Deutschland, Slowakei, Bulgarien und Rumänien projektiert und betreibt. Firmiert seit 2009 als AG mit 1001 Aktionären. 11 / 30 ROBIN WOOD Recherchebericht 2013

12 Kraftwerk Betreiber Alter Leistung Eigentümerstellung Mühlbach Dientenbach Energie AG Oberösterreich Salzburg AG, Achen Kraftwerke AG und Österreichische Bundesforste AG zu je 33,3 % ,74 MW Die Energie AG Oberösterreich ist mehrheitlich eine Landesholding, der Rest ist aufgeteilt auf Banken, Sparkassen, Mitarbeiter, etc. Allerdings hält die Verbund AG 5,18 % an der Energie AG OÖ. Die Energie AG Oberösterreich betreibt zwei Kohlekraftwerke: Riedersbach I mit jährlich 130 GWh Strom + Fernwärme/ Riedersbach II mit 700 GWh Strom + Fernwärme (vgl ~ _ ,de.html). Laut österr. Umweltverbänden ist es einer der Stromversorger mit dem höchsten Atomstromanteil ,7 MW Die Achen Kraftwerke AG ist eine Wasserkraftwerkegruppe, die der Familie Wöhrer aus Lend im Salzachtal gehört, der Besitzerfamilie der Salzburger Aluminium AG. Die Österreichische Bundesforste AG ist ein staatliches Unternehmen. Die Salzburg AG steht zu 42,56 % im Eigentum des Landes Salzburg, zu 31,31 % im Eigentum der Stadt Salzburg und zu 26,13 % im Eigentum der Energie AG Oberösterreich, Service und Beteiligungsverwaltungs GmbH. (siehe auch Energie AG oben) Fellergraben Gais, Kar und Beerebenbach Guggern und Rennbach 1 Guggern und Rennbach 2 Memershausen Neuharlingersiel Norden 1 4 Wülflingen Wangerland 1 3 Werdum 1 3 Getrübt wird das Bild insofern, als die Salzburg AG selbst allerdings u.a. 24,9 % der E.ON Austria GmbH Anteile und 5,27 % der Trianel Kohlekraftwerk Lünen GmbH sowie 1,78 % der Trianel GmbH hält. divers ,41 MW Dieses Kleinwasserkraftwerk ist im Besitz von Privatpersonen. divers ,12 MW Diese Kleinwasserkraftwerke sind im Besitz von Privatpersonen. divers ,29 MW Diese Kleinwasserkraftwerke sind im Besitz von Privatpersonen. divers ,29 MW Diese Kleinwasserkraftwerke sind im Besitz von Privatpersonen. LuV Windenergie GmbH ,3 MW + 2 MW divers ,45 + 0,5 MW divers x 0, x 0,2 MW Die Anlage wurde vom Oldenburger Planungsbüro LuV Windenergie initiiert und gebaut. Das Büro zeichnet sich durch den Aufbau von Betreibergesellschaften mit breiter Bürgerbeteiligung aus. im Besitz von Privatpersonen im Besitz von Privatpersonen divers ,3 MW im Besitz von Privatpersonen divers divers ,5 MW + 0,6 MW im Besitz von Privatpersonen 3 x 0,5 MW im Besitz von Privatpersonen 12 / 30 ROBIN WOOD Recherchebericht 2013

13 Kraftwerk Betreiber Alter Leistung Eigentümerstellung Feldkirchen 3 Verbund Innkraftwerke GmbH ,2 MW Ein Teil der Innkraftwerke wurde durch die Verbund AG 2009 von der E.ON AG übernommen. Ein weiterer Anteilstausch erfolgte im April 2013 nach dem Aufruhr über die Beteiligung der Verbund AG an einem türkischen Braunkohleprojekt. Nun stehen 20 Innkraftwerke in Deutschland und Österreich zu annähernd 100 % im unmittelbaren Eigentum der Verbund AG. Diese wiederum gehört zu 51 % der Republik Österreich, das Syndikat der EVN AG (13,01 %) und die Wiener Stadtwerke Holding halten 11,6 %, die TIWAG Tiroler Wasserkraft AG hält 5 % und der Rest von 17,7 % ist in Streubesitz, d.h. es sind keine näheren Daten über die Aktionäre bekannt. An der EVN AG wiederum ist die EnBW Energie Baden Württemberg mit aktuell 35 % und einem Sitz im Aufsichtsrat beteiligt. Dies führt rechnerisch zu einer Beteiligung der EnBW an der Verbund AG von 4,55 %. Außerdem ist die EVN mit 49,9 % an der STEAG EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbh zum Zwecke des Baus und Betriebs des Kohlekraftwerks Duisburg Walsum beteiligt. Des Weiteren ist der Mutterkonzern Verbund AG selbst Eigentümer von 35,12 % der Kelag Aktien. An Kelag wiederum ist die RWE Energy AG indirekt zu 31,29 % beteiligt. Die Verbund AG ist darüber hinaus zu 34,57 % an der Stewag Steg GmbH beteiligt, die indirekt zu 16,36 % in den Händen des französischen AKW Betreibers EdF/GdF ist. Auch die Verbund AG selbst ist, ohne eigentumsrechtlich mit Atomkonzernen verflochten zu sein, über ihre hundertprozentige Vertriebstochter Austrian Power Sales in den Handel mit Atomstrom involviert. Knapp die Hälfte ihres verkauften Stroms erzeugt die Verbund AG laut Geschäftsbericht nicht selbst, sondern kauft sie an der Strombörse ein. Laut einer Greenpeace Berechnung komme die Verbund AG daher auf einen Atomstromanteil von mind. 12 %. Dem österr. Stromkennzeichnungsbericht zufolge kommt die Sales GmbH sogar auf einen Rekord Atomstromanteil von 30,32 % und 55,3 % Strom aus fossilen Quellen, weil sie 85,97 % ihres gehandelten Stroms aus dem europäischen Verteilnetz ENTSO E bezieht. Die vier eigenen fossilen Wärmekraftwerke machen 9 % der Energieerzeugung aus. Gleichzeitig stellt sich die Verbund AG als sauberer Wasserkraftkonzern dar. Die Verbund AG besitzt vier "thermale" Kraftwerke (2x Steinkohle, 1x Öl, 1x Gas). Global 2000 kritisiert diesen "Verbund aus Kohle", da laut Nachhaltigkeitsbericht Tonnen Steinkohle jährlich von der Verbund AG verheizt werden (vgl. u.a. raus aus kohle). Österr. Umweltverbände kritisieren außerdem die Intransparenz des Konzerns. Saalach divers MW Dieses Kleinwasserkraftwerk ist im Besitz von Privatpersonen. 3 nicht zu verwechseln mit dem Kleinwasserkraftwerk Feldkirchen 13 / 30 ROBIN WOOD Recherchebericht 2013

14 Kraftwerk Betreiber Alter Leistung Eigentümerstellung Ebner Werfen Hollersbach Kötschachbach Kaltenbrunn Kendlbruck Kreuzbergmaut Leoben Melk Pichl Preunegg Schüttgut Schaidmoosbach oekostrom AG ,21 MW Die oekostrom AG für Energieerzeugung und handel ist eine österreichische Beteiligungsgesellschaft im Eigentum von rund Aktionären. Das Unternehmen wurde 1999 mit dem Ziel gegründet, eine nachhaltige Energiewirtschaft aufzubauen, Kunden österreichweit mit grünem Strom zu versorgen und den Ausbau erneuerbarer Energiequellen in Österreich zu forcieren. Die oekostrom AG ist in ihrer Einkaufs und Geschäftspolitik der Schonung der natürlichen Ressourcen und den Werten einer offenen Gesellschaft verpflichtet. Das Unternehmen wird als einer von zwei konzernunabhängigen Ökostromanbietern von österreichischen Umweltverbänden empfohlen. Salzburg AG ,2 MW (siehe Salzburg AG oben) Salzburg AG bzw. oekostrom AG ,87 MW (siehe Salzburg AG oben) oekostrom AG ,18 MW (siehe oekostrom AG oben) oekostrom AG ,22 MW (siehe oekostrom AG oben) Salzburg AG ,7 MW (siehe Salzburg AG oben) Verbund Hydro Power AG Verbund Hydro Power AG ,9 MW Die Verbund Hydro Power AG gehört als Erzeuger Tochter zu 80,33 % der Verbund AG (früher Verbundgesellschaft bzw. Österreichische Elektrizitätswirtschafts AG). Weitere Anteilseigner sind die KELAG Kärntner Elektrizitäts Aktiengesellschaft mit 10 %, die Energie Steiermark Holding AG mit 5,3 %, die WIENSTROM GmbH mit 2,94 % sowie wenige Minderheitsaktionäre. An der Kelag wiederum ist die RWE Energy AG indirekt zu 31,29 % beteiligt, an der Energie Steiermark der französische AKW Betreiber EdF/ GdF mit 25 % + 1 Aktie. Weitere Infos siehe Verbund AG oben (bei Verbund Innkraftwerke GmbH) MW (siehe Verbund AG oben bei Verbund Innkraftwerke GmbH) oekostrom AG ,64 MW (siehe oekostrom AG oben) Kraftwerk Schüttgut Gesellschaft m.b.h ,63 MW Dieses Kleinwasserkraftwerk ist im Besitz von Privatpersonen. divers ,4 MW Dieses Kleinwasserkraftwerk ist im Besitz von Privatpersonen. Pumpspeicherkraftwerk divers ,58 Dieses Kleinwasserkraftwerk ist im Besitz von Privatpersonen. 4 Seekarsee Simonsfeld Soltau/ Moide Staudachbach Stegberg Windkraft Simonsfeld AG ,2 (2 x 0,6 MW) (siehe Windkraft Simonsfeld AG oben) Planet Energy ,3 MW eigene Anlage der Tochterfirma Planet Energy Wasserkraftanlage Staudachbach GmbH Kleinkraftwerk Stegberg GmbH ,4 MW Dieses Kleinwasserkraftwerk ist im Besitz von Privatpersonen ,47 MW Dieses Kleinwasserkraftwerk ist im Besitz von Privatpersonen. 4 Als von GPE angegeben, da es aber ein Bergsee ist, vermutl. eher Pumpspeicherkraftwerk 14 / 30 ROBIN WOOD Recherchebericht 2013

15 Kraftwerk Betreiber Alter Leistung Eigentümerstellung Trattenbach Untersulzbach Urreiting Villach Werfen/ Pfarrwerfen Wolfbach 2 (Pülzl 2) Salzburg AG ,97 (siehe Salzburg AG oben) Lichtgenossenschaft Neukirchen Verbund AG und Salzburg AG ,28 MW + 0,52 MW (siehe Lichtgenossenschaft Neukirchen oben) ,5 MW (siehe Verbund AG (bei Verbund Innkraftwerke GmbH) und Salzburg AG oben) Verbund AG ,6 MW (siehe Verbund AG oben bei Verbund Innkraftwerke GmbH) Verbund Hydro Power AG und Salzburg AG MW Das Kraftwerk Werfen Pfarrwerfen ist ein Laufkraftwerk an der Salzach und im Gemeindegebiet von Werfen und Pfarrwerfen in Salzburg gelegen. Es wurde von 2006 bis 2009 durch die VERBUND Hydro Power AG in Gemeinschaft mit der Salzburg AG erbaut. Fischaufstiegshilfe nach dem neuesten Stand der Technik teilweise als Naturbach, zum größten Teil aber als "vertical slot" vorhanden. Weiteres zur Verbund AG (bei Verbund Innkraftwerke GmbH) und Salzburg AG siehe oben. oekostrom AG ,4 MW (siehe oekostrom AG oben) Fazit: Durch den Strombezug aus Kraftwerken der Verbund AG verdient der Energiekonzern EnBW geringfügig am Strombezug mit. Auch wird durch die Verflechtungen indirekt die umwelt und klimaschädliche Politik von RWE und GdF unterstützt. Ähnlich verhält es sich mit der Salzburg AG: Über die Beteiligung an E.on wird der Atomkonzern indirekt unterstützt. Eine direkte Einflussnahme durch Atomkonzerne auf die Betreiber der Kraftwerke kann ausgeschlossen werden, da die Glieder in den Beteiligungsketten unter 25 Prozent (Sperrminorität) liegen. Wie investiert Greenpeace Energy in die Energiewende? Greenpeace Energy legt laut Selbstdarstellung besonderen Wert auf den Neubau von Anlagen und verpflichtet sich, für alle NeukundInnen innerhalb von fünf Jahren Neuanlagen in einem Umfang zu bauen, der dem jeweiligen Stromverbrauch entspricht. Insgesamt sind bereits neun Windparks und drei Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 58 Megawatt in Betrieb. Mit einem Investitionsvolumen von knapp Millionen Euro wurden 2012 fünf Windparks in Deutschland projektiert: Die Windparks Tomerdingen, Rinteln, Wilsickow, Schwanewede und Uetersen (Repowering). Für 2014 sind fünf weitere Windparks in Planung. Die Projekte werden zum Teil in Kooperation mit anderen Firmen aus dem Umfeld der regenerativen Energien realisiert. Die Finanzierung der Projekte erfolgt neben Eigenkapital zum Teil auch über Bürgerbeteiligungen (Genussrechte) und Bankdarlehen. Die Firmenstruktur von Greenpeace Energy: Greenpeace Energy e.g. ist eine Genossenschaft. Die Genossenschaft hat mehr als Mitglieder, die zum Großteil auch StromkundInnen sind. Jedes Mitglied hat nur eine Stimme, egal wie viele Anteile gezeichnet wurden. Somit hat Greenpeace Energy eine Struktur, die auch zukünftige Übernahmen durch große Unternehmen verhindert. Von der Organisation Greenpeace e.v. ist die Genossenschaft Greenpeace Energy rechtlich und finanziell unabhängig. Bedingung für die Verwendung des Namens Greenpeace ist die Einhaltung der Greenpeace Kriterien für sauberen Strom, die von Greenpeace e.v. festgelegt und zuletzt im Jahr 2012 überarbeitet wurden (siehe oben). 15 / 30 ROBIN WOOD Recherchebericht 2013

16 Lichtblick ist ein privates Stromversorgungsunternehmen, das keine gesellschaftsrechtlichen Verbindungen zur etablierten Energiewirtschaft hat. Mit mehr als Privat und GewerbekundInnen ist es das größte unabhängige Öko Stromversorgungsunternehmen in der Bundesrepublik. Das Unternehmen wurde Ende 1998 gegründet. Es wirbt damit, große Projekte wie ein virtuelles Kraftwerk aus vielen kleinen ZuhauseKraftwerken anpacken zu können und somit umweltfreundlichen Strom für alle StromkundInnen attraktiv zu machen. Lichtblick gründete den Bundesverband Neuer Energieanbieter (bne) als Vertretung gegenüber den großen Energiekonzernen und erstritt vor Gericht schon zahlreiche Grundsatzurteile für mehr Transparenz und einen fairen Wettbewerb auf dem Energiemarkt. Woher kommt der Strom von Lichtblick? Der von Lichtblick SE angebotene Strom besteht im Jahr 2012 zu 99,5 % aus Wasserkraft und zu 0,5 % aus Kraft Wärme Kopplung. Diese ZuhauseKraftwerke auf Erdgasbasis dienen vornehmlich der Versorgung von Großkunden. Lichtblick ist seit 1999 nach den Kriterien des OK Power Labels (Händlermodell) zertifiziert. Dabei muss jeweils mindestens ein Drittel des verkauften Stroms in Kraftwerken erzeugt werden, die nicht älter als sechs bzw. 12 Jahre sind, wodurch Investitionen in neue Kraftwerke angereizt werden sollen. Aktuell stammen 45 % der von Lichtblick eingekauften Strommengen aus Anlagen, die nach 2006 gebaut wurden. Lichtblick bezieht seinen Strom für private Haushalte aus folgenden Wasserkraftwerken in Österreich und Norwegen: Kraftwerk Betreiber Alter Leistung Eigentümerstellung Kjøsnesfjorden I + II Sunnfjord Energi AS MW Sunnfjord Energi ist im Besitz von acht norwegischen Gemeinden. Das Unternehmen betreibt acht regionale Wasserkraftwerke und hält Anteile an zwei weiteren. Investiert wird in neue Wasserkraftprojekte, insb. Kleinwasserkraft. Außerdem hält Sunnfjord Energi Anteile an einem Telekommunikations und einem Elektromobilitätsunternehmen sowie Windenergiefirmen. Wer als norwegischer Kunde nicht 100 % Ökostrom bestellt, bekommt allerdings den üblichen Mix von der Strombörse geliefert. Blåfalli Vik, Norwegen Sunnhordland Kraftlag (SKL) (Norwegen produziert zu 97 % Erneuerbare Energie (2011), handelt aber nur zu 23 % mit Erneuerbaren: im landesweiten Strommix sind 32 % Atomkraft und 45 % fossile Energieträger) MW Der Neubau von Blåfalli Vik ersetzte 2007 die alten Wasserkraftwerke Blåfalli I + II. Die Sunnhordland Kraftlag ist ein vertikal integriertes Energieunternehmen, das 1946 als regionales Unternehmen gegründet wurde. Eine Verflechtung zur Atom oder Kohleindustrie ist nicht festzustellen. 16 / 30 ROBIN WOOD Recherchebericht 2013

17 Kraftwerk Betreiber Alter Leistung Eigentümerstellung Borregaard bzw. Sarpsfoss 5 Orkla ASA MW Orkla ASA ist ein norwegischer Mischkonzern, der einst mit dem Chemiekonzern Borregaard fusioniert war. Nach einem Börsengang wurden die Unternehmen wieder getrennt, das Wasserkraftwerk Borregaard in Sarpsborg blieb aber als Finanzanlage im Besitz von Orkla. Orkla stellt neben Marken Konsumgütern u.a. Aluminium und Farben her, ist auch im Immobiliengeschäft tätig. Hunsfoss Øst Die drei größten Einzelaktionäre der Orkla ASA sind die Beteiligungsgesellschaft Canica AS mit 14,8 % (sozusagen in Familienbesitz von Verwaltungsratsvorsitzendem Stein Erik Hagen), die STA TE STREET BANK & TRUST aus den USA mit 7,9 %, die Immobilienmakler Tvist 5 AS (Stein Erik Hagen zuzurechnen) mit 7,6 %, der staatliche norwegische Pensionsfond Folketrygdfondet mit 7,1 % und CLEARSTREAM BANKING mit 5,7 % (Stand März 2013). Orkla ASA ist wiederum mit 14,9 % an Borregaard Industries beteiligt. Adger Energi MW Adger Energi steht zu 54,5 % im Eigentum von 30 Gemeinden und zu 45,5 % im Eigentum von Statkraft. Adger Energi betreibt 31 Wasserkraftwerke und ist für Netzbetrieb und Fernwärmeversorgung zuständig. Es ist außerdem an mehreren Firmen beteiligt, darunter der Windparkbetreiber Dalane Vind sowie der Biokraftstoffhersteller Norsk Biobrensel. Sønnå H, Norwegen Elkem Saudefaldene AS Statkraft wiederum ist der staatliche und zugleich größte norwegische Energieversorger. Statkraft hält Aktien an Trondheim Energi (100 %), Skagerak Energi (66,62 %), Naturkraft (50 %), Bergenshalvøens Kommunale Kraftselskap (49,9 %) und Agder Energi 45,5 %). Statkraft hält außerdem 60 % der SN Power und 20 % der Småkraft AS. Bis Mai 2013 hielt Statkraft 4 % der Aktien der E.ON AG, diese wurden nun verkauft. Statkraft erzeugt Strom v.a. aus Wasserkraft. Es besitzt ein gemeinsames modernes Gaskraftwerk mit Statoil und baut in einem Joint Venture mit Statoil und RWE npower eine Offshore Farm vor der britischen Küste. In Deutschland besitzt Statkraft zwei alte und ein neues Gaskraftwerk, ein weiteres befindet sich im Bau. Außerdem betreibt Statkraft zehn Wasserkraftwerke und hält Anteile an zwei Biomasseanlagen. In Norwegen hat das Unternehmen einige kleine Ölkessel als Backup für die ansonsten erneuerbare Stromerzeugung (EE Anteil 91 %) MW Das Kraftwerk Sønnå H liefert Strom für verschiedene deutsche Versorger, v.a. Stadtwerke. Das geschieht nicht immer über physische Lieferverträge, sondern es werden auch RECS Zertifikate gehandelt. Die Betreiberfirma Elkem Saudefaldene AS ist eine 85 % ige Tochter von Elkem ASA und gehört zu 15 % der Sunnhordland Kraftlag (SKL). Elkem wiederum ist ein großer norwegischer Hersteller von "umweltfreundlichen" Stoffen z.b. für die Solarindustrie. Bis 2011 war Elkem zu 100 % im Besitz des norwegischen Mischkonzerns Orkla AS (siehe oben), dann wurden alle Sparten bis auf die Energieerzeugung an die China National Bluestar Group Co., Ltd. veräußert. Die Sunnhordland Kraftlag ist ein vertikal integriertes Energieunternehmen, das 1946 als regionales Unternehmen gegründet wurde. Eine Verflechtung zur Atom oder Kohleindustrie ist nicht festzustellen. 5 Obwohl das Kraftwerk noch nach dem Vorbesitzer Borregard benannt ist, ist es im Besitz von Orkla. Im Internet wurde es teilweise unter dem Namen Sarpsfoss geführt. 17 / 30 ROBIN WOOD Recherchebericht 2013

18 Kraftwerk Betreiber Alter Leistung Eigentümerstellung Nedre Vinstra E CO Energi zu 67 % und Vinstra Kraftselskap DA zu 33 % 1953/ MW Aus diesem Kraftwerk beziehen auch die EWS Ökostrom. E CO Energi ist einer der größten Energieerzeuger Norwegens, dessen Mutter Holding zu 100 % in Eigentum der Kommune Oslo ist. E CO besitzt außerdem Mehrheitsanteile an Oppland Energi und weiteren Wasserkraftwerken. In Planung sind Modernisierungen alter sowie der Bau neuer Wasserkraftwerke. Follafoss Framruste Øyberget Flørli Nord Trøndelag Elektrisitetsverk Vinstra Kraftselskap ist der lokale Versorger der Kommune Vinstra, der wiederum auch zu 67 % in Besitz von E CO ist MW Nord Trøndelag Elektrisitetsverk steht im Eigentum der Kommune Nord Trøndelag. Oppland Energi MW Oppland Energi ist zu 61,35 % im Besitz von E CO Vannkraft AS und zu 38,65 % von Eidsiva Vannkraft AS. Hinter E CO steht die Kommune Oslo (siehe E CO oben), hinter Eidsiva wiederum die Landkreise Oppland und Hedmark mit ihren 26 Gemeinden. Oppland Energi MW (siehe oben) Lyse Energi MW Lyse Energi ist komplett im Besitz von 16 norwegischen Kommunen. Sie haben das Kraftwerk nach Ablauf eines zehnjährigen Mietvertrags gekauft, da eine geplante Metallhütte, für die der Strom gedacht war, nicht gebaut wurde. Aber Lyse ist in an der Ölindustrie beteiligt: Das Unternehmen besitzt 7,78 % der Aktien der Norwegian Energy Company (NO RECO) AS, die in der Nordsee Gas und Öl fördert. Der CEO von Lyse ist außerdem im Verwaltungsrat der NORECO und besitzt selbst weitere 11,7 % der Anteile. Lyse besitzt Anteile an anderen Wasser und Methangaskraftwerken und betreibt und baut ausschließlich Erneuerbare Energie Anlagen, v.a. Wasserkraftwerke. Allerdings handelt Lyse an der Strombörse mit dem üblichen Mix und verkauft diesen an die Kunden. Wien Freudenau, Österreich Verbund Hydro Power AG Lyse ist außerdem Netzbetreiber und Kommunikationsanbieter MW Die Verbund Hydro Power AG gehört als Erzeuger Tochter zu 80,33 % der Verbund AG (früher Verbundgesellschaft bzw. Österreichische Elektrizitätswirtschafts AG). Weitere Anteilseigner sind die KELAG Kärntner Elektrizitäts Aktiengesellschaft mit 10 %, die Energie Steiermark Holding AG mit 5,3 %, die WIENSTROM GmbH mit 2,94 % sowie wenige Minderheitsaktionäre. An der Kelag wiederum ist die RWE Energy AG indirekt zu 31,29 % beteiligt, an der Energie Steiermark der französische AKW Betreiber EdF/ GdF mit 25 % + 1 Aktie. Die Verbund AG gehört zu 51 % der Republik Österreich, das Syndikat der EVN AG (13,01 %) und die Wiener Stadtwerke Holding halten 11,6 %, die TIWAG Tiroler Wasserkraft AG hält 5 % und der Rest von 17,7 % ist in Streubesitz, d.h. es sind keine näheren Daten über die Aktionäre bekannt. An der EVN AG wiederum ist die EnBW Energie Baden Württemberg mit aktuell 35 % und einem Sitz im Aufsichtsrat beteiligt. Dies führt rechnerisch zu einer Beteiligung der EnBW an der Verbund AG von 4,55 %. Außerdem ist die EVN mit 49,9 % an der STEAG EVN Walsum 10 Kraftwerksgesellschaft mbh zum Zwecke des Baus und Betriebs des Kohlekraftwerks Duisburg Walsum beteiligt. 18 / 30 ROBIN WOOD Recherchebericht 2013

19 Kraftwerk Betreiber Alter Leistung Eigentümerstellung Des Weiteren ist der Mutterkonzern Verbund AG selbst Eigentümer von 35,12 % der Kelag Aktien. Die Verbund AG ist darüber hinaus zu 34,57 % an der Stewag Steg GmbH beteiligt, die indirekt zu 16,36 % in den Händen des französischen AKW Betreibers EdF/GdF ist. Auch die Verbund AG selbst ist, ohne eigentumsrechtlich mit Atomkonzernen verflochten zu sein, über ihre hundertprozentige Vertriebstochter Austrian Power Sales in den Handel mit Atomstrom involviert. Knapp die Hälfte ihres verkauften Stroms erzeugt die Verbund AG nicht selbst, sondern kauft sie an der Strombörse ein (vgl. Geschäftsbericht 2012, S. 24). Laut einer Greenpeace Berechnung komme die Verbund AG daher auf einen Atomstromanteil von mind. 12 %. Dem österr. Stromkennzeichnungsbericht zufolge kommt die Sales GmbH sogar auf einen Rekord Atomstromanteil von 30,32 % und 55,3 % Strom aus fossilen Quellen, weil sie 85,97 % ihres gehandelten Stroms an der europäischen Strombörse ENTSO E erwirbt. Die vier eigenen fossilen Wärmekraftwerke machen 9 % der Energieerzeugung aus. Gleichzeitig stellt sich die Verbund AG als sauberer Wasserkraftkonzern dar. Die Verbund AG besitzt vier "thermale" Kraftwerke (2x Steinkohle, 1x Öl, 1x Gas). Global 2000 kritisiert diesen "Verbund aus Kohle", da laut Nachhaltigkeitsbericht Tonnen Steinkohle jährlich von der Verbund AG verheizt werden (vgl. u.a. raus aus kohle). Borgund Österr. Umweltverbände kritisieren außerdem die Intransparenz des Konzerns. Østfold Energi MW Østfold Energi ist zur Hälfte im Eigentum des Landkreises Østfold, die übrigen Anteile sind auf 13 lokale Kommunen aufgeteilt. Das Unternehmen hält wiederum Anteile an weiteren Erneuerbare Energie Versorgern, darunter Siso Energi AS (50 %), Norsk Grønnkraft AS (25 %), Kvalheim Kraft DA, Zephyr AS und Midtfjellet Vindkraft AS (je 33 %). An Zephyr ist allerdings auch der dänische Konzern Dong Energy beteiligt, der 85 % seiner Energie aus fossilen Brennstoffen erzeugt. Østfold Energi betreibt neben Wasser und Windkraftanlagen auch vier Fernwärmekraftwerke, zwei davon basieren auf Wärmerückgewinnung aus Abfällen, eins auf Holzhackschnitzeln und eins auf Wärmepumpe mit Ölkessel Backup. Tunnsjødal Steinsfoss Nord Trøndelag Elektrisitetsverk MW Von diesem Kraftwerk kaufen verschiedene Stadtwerke RECS Zertifikate, um ihren Kunden Strom aus Wasserkraft anzubieten. Mehr Infos siehe Nord Trøndelag Elektrisitetsverk oben. Adger Energi MW (siehe Adger Energi oben) Fazit: Durch den Strombezug aus Kraftwerken der Verbund AG verdient der Energiekonzern EnBW geringfügig am Strombezug mit. Auch wird durch die Verflechtungen indirekt die umwelt und klimaschädliche Politik von RWE und GdF unterstützt. Eine direkte Einflussnahme durch Atomkonzerne auf die Betreiber der Kraftwerke kann ausgeschlossen werden, da die Glieder in den Beteiligungsketten unter 25 Prozent (Sperrminorität) liegen. 19 / 30 ROBIN WOOD Recherchebericht 2013

20 Wie investiert Lichtblick in die Energiewende? In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen Strom (AGB) hat sich Lichtblick verpflichtet, zur Gewährleistung eines zusätzlichen Umweltnutzens in Klimaschutzprojekte, z. B. umweltfreundliche Kraftwerke, zu investieren. Nach der Finanzierung mehrerer kleinerer Kraftwerks und Forschungsprojekte Photovoltaik, Biomasse, Biogas, Kleinwasserkraft engagiert sich Lichtblick seit 2009 für die Entwicklung virtueller Großkraftwerke: In Kooperation mit der Volkswagen AG als Hersteller installiert Lichtblick Mini Blockheizkraftwerke auf Erdgasbasis, sogenannte ZuhauseKraftwerke, im ganzen Bundesgebiet. Erklärtes Ziel ist es, mittelfristig Mini BHKW zu Deutschlands größtem Gaskraftwerk zu vernetzen, um damit die wetterbedingt schwankende Produktion von Wind und Sonnenstrom zu ergänzen. ROBIN WOOD begrüßt den gezielten Einsatz von Kraft Wärme Kopplung (KWK), weil darin eine unverzichtbare Brücke auf dem Weg ins Solarzeitalter gesehen wird. Bis 2013 wurden 750 solcher KWK Anlagen in privaten oder gewerblichen Gebäuden installiert. Lichtblick hat darüber hinaus die passende Software entwickelt, um zukünftig die dezentralen Kraftwerke, Speicher und steuerbare Verbraucher intelligent zu vernetzen und nach den Bedürfnissen des Strommarktes und der Kunden steuern zu können. Die Gesamtinvestition beträgt nach eigenen Angaben bis zu zwei Milliarden Euro; in den letzten drei Jahren wurden über 10 Millionen Euro jährlich in das Projekt investiert. Die Firmenstruktur von Lichtblick: Die Lichtblick SE ist eine nicht börsennotierte Europäische Aktiengesellschaft, die sich zu 100 % in Privatbesitz vornehmlich Hamburger Kaufleute befindet. Geschäftsführende Gesellschafter sind Heiko von Tschischwitz (Vorsitzender), Gero Lücking, Mustafa Özen und Olaf Westermann. Verwaltungsratsvorsitzender ist der Gründer und Haupteigner Michael Saalfeld. 20 / 30 ROBIN WOOD Recherchebericht 2013

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