UMFRAGE-ERGEBNISSE: Österreichs Meinung zu Atomstrom. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Market im Auftrag von Greenpeace und GLOBAL 2000

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1 UMFRAGE-ERGEBNISSE: Österreichs Meinung zu Atomstrom Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Market im Auftrag von Greenpeace und GLOBAL 2000 Juni 2011

2 Österreich sagt NEIN zum Geschäft mit Atomstrom 74 Prozent für Importverbot von Atomstrom 76 Prozent nehmen Strompreiserhöhung für Importstopp in Kauf 80 Prozent für Ende von österreichischer Beteiligung an Atomgeschäften Die Mehrheit der österreichischen Bevölkerung sagt deutlich Nein zum Geschäft mit Atomstrom, das zeigt eine aktuelle Umfrage, die Greenpeace und Global 2000 vor dem bevorstehenden Anti- Atomstromgipfel in Auftrag gegeben haben. 74 Prozent der vom Linzer Meinungsforschungsinstitut Market befragten Österreicher sprechen sich demnach für ein Importverbot von Atomstrom aus. Mit dem aktuellen Umfrageergebnis formuliert die österreichische Bevölkerung eine deutliche Botschaft gegen Atomstromgeschäfte, wir werden dafür sorgen, dass diese von der österreichischen Regierung gehört und umgesetzt wird, so GLOBAL Geschäftsführer Klaus Kastenhofer und Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit im Hinblick auf den bevorstehenden Atomgipfel, an dem Vertreter der österreichischen Bundesregierung, der Energiewirtschaft und der Umweltorganisationen teilnehmen werden. Für Länder die Atomstrom zu Exportzwecken produzieren, ist Österreich ein äußerst lukrativer Markt: Jährlich wird Atomstrom in einem Ausmaß, das der produzierten Strommenge von zwei Atomreaktoren entspricht, importiert. Strom, den ein Großteil der österreichischen Bevölkerung deutlich ablehnt. So würden knapp Dreiviertel der ÖsterreicherInnen für ein Importverbot von Atomstrom auch eine Erhöhung des Strompreises in Kauf nehmen. Für die Geschäftsführer der Umweltorganisationen ist dieses Umfrageergebnis eine deutliche Aufforderung an die Politik: Jetzt liegt es an der Bundesregierung der Bevölkerung ihre Glaubwürdigkeit zu beweisen und den Mut zu haben als Vorreiter gegen den Strom zu schwimmen, so Alexander Egit. Und Klaus Kastenhofer ergänzt: Ein österreichisches Importverbot von Atomstrom würde weitgreifende Auswirkungen auch auf grenznahe AKWs haben, der Atomindustrie einen Strich durch die Rechnung machen und damit auch einen wichtigen Beitrag zum Schutz der österreichischen Bevölkerung vor Atomunfällen leisten. Ganze 80 Prozent der kürzlich befragten ÖsterreicherInnen sind für ein Ende jeglichen Handels mit Atomstrom durch österreichische Energiekonzerne. In ihrer Rolle als Eigentümervertreter sind die Bundes- und Landesregierungen gefragt Vorgaben zu machen, um die Atomgeschäfte der heimischen Stromkonzerne mit Pumpspeicherkraftwerken zu unterbinden, so Greenpeace-Geschäftsführer Egit und macht auf die zusätzlichen Atomstromgeschäfte von österreichischen Betreibern von Pumpspeicher- 1

3 Nur 14 Prozent glauben über die Herkunft ihres Stromes Bescheid zu wissen kraftwerken aufmerksam. So kaufen Stromkonzerne wie etwa der Verbund billigen Atomstrom ein, um damit Wasser in Speicherseen zurück zu pumpen und daraus teuren Spitzenlaststrom zu produzieren. Dazu GLOBAL 2000-Geschäftsführer Klaus Kastenhofer: Die schändliche Praxis der österreichischen Bundesregierung gegen den Willen eines Großteils der Bevölkerung Atomstromgeschäfte zu tolerieren, soll jetzt endlich ein Ende finden! Ein ähnlich fehlgeleitetes Bestreben der italienischen Bundesregierung, nämlich die geplante Aufkündigung des Baustopps für Atomkraftwerke, wurde erst jüngst in Italien durch eine Volksbefragung gestoppt und abgestraft. GLOBAL 2000 appelliert an die österreichische Bundesregierung nicht gegen die Bevölkerung zu regieren. Was schlussendlich durch ihre Stromleitungen fließt, scheint nur ein geringer Anteil der ÖsterreicherInnen tatsächlich zu wissen. Laut Umfrage fühlen sich lediglich 14 Prozent der Befragten über die Herkunft ihres Stromes sehr gut informiert. Die Umweltorganisationen sehen daher dringenden Handlungsbedarf bei der Stromkennzeichnung: Die fehlende Transparenz der österreichischen Stromanbieter ist ein unhaltbarer Zustand, der es bewussten StromkundInnen erschwert, ökologischen Strom zu beziehen. Eine transparente, klar verständliche Kennzeichnung muss zukünftig selbstverständlich sein. Denn auch wenn in Österreich hoffentlich bald kein Atomstrom mehr durch die Leitungen fließen wird, so bleiben ökologische Unterschiede zwischen den einzelnen Stromanbietern doch bestehen, so die beiden Geschäftsführer abschließend. 2

4 Umfrage-Methodik im Überblick Im Hinblick auf den bevorstehenden Anti-Atomstrom- Gipfel am 1. Juli, haben die beiden Umweltschutzorganisationen GLOBAL 2000 und Greenpeace beim renommierten Linzer market Institut für Markt-, Meinungs- und Mediaforschung eine unabhängige, repräsentative Umfrage zum Thema Atomstromimporte beauftragt. Dabei wurden Mitte Juni rund 500 Personen ab 16 Jahren telefonisch befragt. Die statistische Schwankungsbreite der Umfrage beträgt rund 4,5 Prozent. Fragen & Ergebnisse im Überblick Ist die Bevölkerung über österreichischen Atomstromimport informiert?* 76 % der Befragten gaben an zu wissen, dass Österreich Atomstrom im Ausmaß der Produktion von zwei Atomreaktoren importiert. *Von Market gestellte Frage: In Folge der Atomkatastrophe in Fukushima/Japan beschließen immer mehr europäische Länder dem Vorbild Österreichs zu folgen und auf die Energieproduktion aus Atomkraftwerken zu verzichten. Dennoch ist auch Österreich nicht frei von Atomstrom, derzeit kommt Atomstrom im Ausmaß von etwa zwei Atomreaktoren für den Verbrauch nach Österreich. Haben Sie dies gewusst oder ist dies neu für Sie? Sollte der Import von Atomstrom verboten werden?* Knapp Dreiviertel der Befragten sprechen sich für ein Importverbot von Atomstrom aus. Für ein Atomstrom-Importverbot: 74 % Gegen ein Atomstrom-Importverbot: 18 % Keine Angabe: 8 % *Von Market gestellte Frage: Sind Sie der Meinung, dass die österreichische Bundesregierung den Import von Atomstrom verbieten soll oder soll es weiter erlaubt sein, dass Atomstrom nach Österreich importiert wird? Würde die österreichische Bevölkerung für ein Atomstromimport-Verbot eine geringfügige Strompreiserhöhung in Kauf nehmen?* Rund Dreiviertel der Befragten würden für ein Verbot von Atomstromimport eine moderate Strompreiserhöhung in Kauf nehmen. 3

5 Für ein Importverbot trotz Strompreiserhöhung: Gesamt: 76 % Davon auf jeden Fall dafür 44 % Davon eher schon dafür: 32 % Gegen ein Importverbot wenn mit Strompreiserhöhung verbunden: Gesamt: 22 % Davon eher dagegen: 17 % Davon auf jeden Fall dagegen: 5 % Keine Angabe: 2 % *Von Market gestellte Frage: Durch den Stopp von Atomstromimporten nach Österreich könnten sich die Strompreise in Österreich geringfügig erhöhen. Wären Sie auch im Falle einer Strompreiserhöhung für ein Importverbot von Atomstrom oder nicht? Wie gut fühlt sich die österreichische Bevölkerung über die Stromherkunft informiert?* Fast die Hälfte der Befragten fühlt sich nicht gut über die Herkunft des Stromes informiert. Lediglich 14 % gaben an, sehr gut über die Herkunft des Stroms informiert zu sein. Sehr gut informiert: 14 % Gut informiert: 37 % Weniger gut informiert: 30 % Gar nicht gut informiert: 17 % Keine Angabe: 2 % *Von Market gestellte Frage: Fühlen Sie sich über die Herkunft des Stroms, den Sie in Ihrem Haushalt konsumieren, - ob er also aus Atomkraft, Kohle, Gas oder erneuerbaren Energien kommt - gut informiert oder nicht? Wie ist die Haltung der österreichischen Bevölkerung zum Handel österreichischer Unternehmen mit Atomstrom?* Für Handel mit Atomstrom: 13 % Gegen Handel mit Atomstrom: 80 % Keine Angabe: 7 % *Von Market gestellte Frage: Österreichs Energiekonzerne importieren Atomstrom nicht nur um ihn an Kunden zu verkaufen, sondern handeln auch international mit Atomstrom. Sind Sie der Meinung, dass österreichische Energiekonzerne Handel mit Atomstrom treiben sollen oder sind Sie eher dagegen? 4

6 Weiterführende Links Rückfragehinweis Rückfragen richten Sie bitte an: Niklas Schinerl Anti-Atomsprecher, Greenpeace CEE Tel.: +43-(0) mailto: Melanie Aldrian Pressesprecherin, Greenpeace CEE Tel.: +43-(0) mailto: Klaus Kastenhofer Geschäftsführer GLOBAL 2000 Tel: +43-(0) Reinhard Uhrig Atom-Experte GLOBAL 2000 Tel: +43-(0)

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