Kunstpreis der Schering Stiftung 2018: Anna Daučíková

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1 1/7 Pressemappe Kunstpreis der Schering Stiftung 2018: Anna Daučíková Inhalt Pressemitteilung Kurztext Biografie Begleitprogramm Vermittlung Kommende Ausstellungen Partner Weiterführende Information Ruth Noack, Encountering Glass in Anna Daučíková's Photography, 2017 Pressematerial Bild- und Textmaterial erhalten Sie gerne auf Anfrage unter Stand: 5. Juni 2019 / Änderungen vorbehalten Pressekontakt KW Institute for Contemporary Art Karoline Köber Tel KW Institute for Contemporary Art KUNST-WERKE BERLIN e. V. Auguststr Berlin kw-berlin.de facebook.com/ kwinstituteforcontemporaryart instagram.com/kwinstitutefcontemporaryart

2 2/7 Pressemitteilung anlässlich der Ernennung Berlin, 5. Juli 2018 Anna Daučíková mit dem Kunstpreis der Schering Stiftung 2018 ausgezeichnet Anna Daučíková ist als Preisträgerin des Kunstpreises der Schering Stiftung 2018 ausgewählt worden. Die Auszeichnung, die von der Schering Stiftung in Kooperation mit den KW Institute for Contemporary Art in Berlin vergeben wird, ist mit einem Preisgeld von Euro, einer Einzelausstellung in den KW, für die eine neue Arbeit geschaffen wird sowie mit einem Katalog zur Ausstellung dotiert. Der Preis wurde zum siebten Mal verliehen, davon zum fünften Mal in Kooperation mit den KW. Die Jury bestand aus Ute Meta Bauer (Kuratorin und Gründungsdirektorin, NTU Center for Contemporary Art Singapore, Nanyang Technological University, Singapur), Rossella Biscotti (Künstlerin, Berlin), Nikola Dietrich (Direktorin, Kölnischer Kunstverein, Köln), Anna Gritz (Kuratorin, KW Institute for Contemporary Art, Berlin) und Charlotte Klonk (Professorin für Kunst und neue Medien, Humboldt-Universität zu Berlin und Mitglied des Stiftungsrates der Schering Stiftung, Berlin). Ihre Wahl aus insgesamt 15 nominierten Künstlerinnen und Künstlern begründet die Jury wie folgt: In der Arbeit von Anna Daučíková verbinden sich auf innovative Weise Überlegungen zur Rolle und Bedeutung der gestalterischen Moderne in der osteuropäischen Gesellschaft mit Identitätsfragen. Im unterschiedslosen Übergang von Fiktion zu historischen Fakten, die auf Archivarbeit basieren, wird bewusst eine neue Form von Geschichtsschreibung praktiziert, die stereotype Vorstellungen unterwandert. Geflieste Fassaden, wie sie an sowjetischen Staatsbauten in der Ukraine zu finden sind, untersucht die Künstlerin ebenso wie die Indienstnahme der revolutionären Werke Tolstois und Dostojewskis für Putins Staatsideologie, wobei Daučíková stets die Erzählung im Zerrspiegel persönlicher Erfahrungen reflektiert, ohne sie einem voyeuristischen Blick preiszugeben. Anna Daučíková verleiht dieser Art der Verschränkung von erlebter und erzählter Geschichte mit einer einzigartigen künstlerischen Sprache Ausdruck, die mit dieser Auszeichnung erstmals in einer größeren Werkschau präsentiert und gewürdigt wird. Die Einzelausstellung von Anna Daučíková in den KW Institute for Contemporary Art wird von Anna Gritz und Cathrin Mayer kuratiert und am 6. Juni 2019 eröffnet (Laufzeit bis 18. August 2019). Anna Daučíková wurde 1950 in Bratislava geboren. Sie studierte bei Václav Cigler, der das Institut für Glasdesign an der Academy of Fine Arts and Design in Bratislava leitete. Nach ihrem Abschluss im Jahr 1978 zog sie nach Moskau, wo konzeptuell-malerische und fotografische Werke entstanden kehrte Daučíková nach Bratislava zurück und war Mitbegründerin des feministischen Queer-Magazins Aspekt. Seitdem arbeitete sie zunehmend performativ und mit dem Medium Video und setzte sich zudem für die Rechte der LGBTQ- Gemeinschaft in der Slowakei ein. In den vergangenen Jahren wurden einzelne Arbeiten von Daučíková international ausgestellt, darunter im Neubauer Collegium for Culture and Society, Chicago (US), 2018, auf der documenta 14, Athen und Kassel (DE), 2017, auf der Kyiv Biennale, Kiew, 2015 sowie im Rahmen der

3 3/7 Manifesta 10 in Sankt Petersburg (RU), Zuvor waren ihre Arbeiten 2009 in den Gruppenausstellungen Gender Check Rollenbilder in der Kunst Osteuropas in der Nationalen Kunstgalerie Zachęta, Warschau und im mumok Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien sowie in Ars Homo Erotica, die 2010 im Nationalmuseum Warschau stattfand, zu sehen, wo sie heftige öffentliche Proteste auslösten. Folgende Kuratorinnen und Kuratoren waren eingeladen, je eine Künstlerin bzw. einen Künstler zu nominieren: Diana Campbell Betancourt (BD), Erin Christovale (US), Dorothée Dupuis (FR/MX), Mai Abu ElDahab (BE), Elena Filipovic (CH), Anna Gritz (DE), Virginija Januškevičiūtė (LT), Valérie Knoll (CH), Quinn Latimer (GR), Sarah Lehrer-Graiwer (US), Balthazar Lovay (CH), Kiki Mazzucchelli (BR/GB), Manuela Moscoso (MX), Jenifer Papararo (CA), and Pip Wallis (AU). Der Kunstpreis der Schering Stiftung zeichnet internationale Künstlerinnen und Künstler aus, die als wichtigste Neuentdeckungen der letzten Jahre im Bereich der bildenden Kunst gelten und deren Werk einen herausragenden, eigenständigen künstlerischen Ansatz aufweist. Seit 2005 wird der Kunstpreis der Schering Stiftung alle zwei Jahre vergeben. Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger sind Cornelia Renz, Nairy Baghramian, Renata Lucas, Wael Shawky, Kate Cooper und Hiwa K. Die Schering Stiftung widmet sich der Förderung von Wissenschaft und Kunst, wobei der Schwerpunkt auf den Naturwissenschaften und der zeitgenössischen bildenden und darstellenden Kunst liegt. Darüber hinaus fördert die Stiftung die wissenschaftliche und kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen sowie den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Sie legt dabei besonderes Augenmerk auf Projekte in Grenzbereichen, insbesondere an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft. Der Kunstpreis der Schering Stiftung wird in Kooperation mit den KW Institute for Contemporary Art vergeben. Die KW Institute for Contemporary Art werden institutionell gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

4 4/7 Kunstpreis der Schering Stiftung 2018: Anna Daučíková Anna Daučíková (geboren 1950 in Bratislava, SK) ist Preisträgerin des Kunstpreises der Schering Stiftung 2018, der alle zwei Jahre von der Schering Stiftung in Kooperation mit den KW verliehen wird. Daučíková hat in den vergangenen 50 Jahren ein umfangreiches Œuvre geschaffen, das Malerei, Fotografie, Collage, Film und Skulptur vereint. Mit außergewöhnlicher Sensibilität betrachtet sie in ihrer künstlerischen Arbeit übergeordnete, gesellschaftliche Bedingungen und soziale Normen und deren Einflussnahme auf die Konstitution des Selbst. In ihren Arbeiten verhandelt die Künstlerin die Politiken eines Raumes, in dem lineare Vorstellungen von Autor*innenschaft, tradierte Regelwerke und Konventionen keine Gültigkeit mehr haben. In den 1970er Jahren verlegte Daučíková ihren Lebensmittelpunkt für über zehn Jahre von Bratislava nach Moskau. Während dieser Zeit begann sie, das Konzept des mentalen Körpers zu erforschen Grundlage hierfür war ihre Beschäftigung mit dem Dazwischensein, einem Begriff, mit dem Daučíková ihrer Transgender-Identität Ausdruck verleiht. Ihre Praxis entfaltete sich in Folge der Sowjetischen Moderne und war zudem maßgeblich durch einen konzeptuellen Ansatz geprägt, der die Dokumentation von Daučíkovás Umgebung und das Erforschen numerischer Systeme sowie Abstraktion als Möglichkeiten einschloss, dem Persönlichen in abstrakten Ordnungen nachzuspüren. Seit den 1990er Jahren engagiert sich die Künstlerin nicht nur für die LGBTQ-Community in Bratislava, sondern wendet ihren Blick vermehrt nach innen und konzentriert sich zunehmend auf die Manifestation ihres queeren Selbstverständnisses vor dem Hintergrund der tiefgreifenden Veränderungen nach dem Ende der bipolaren Ära des Kalten Krieges. Die umfassende monografische Ausstellung in den KW liefert einen Überblick über das künstlerische Werk Daučíkovás aus den vergangenen vier Jahrzehnten. Zudem vermittelt eine neue Auftragsarbeit die langjährige Faszination der Künstlerin für Glas und dessen ambivalente Verfasstheit zwischen Materialität und Immaterialität, Handwerk und Konzept. Kuratorinnen: Anna Gritz, Cathrin Mayer Biografie Anna Daučíková wurde 1950 in der ehemaligen Tschechoslowakei geboren. Nach ihrem Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Bratislava zog sie in den 1980er Jahren nach Moskau, wo sie sich der Arbeit mit Glas, der Malerei und Fotografie widmete. Aufgrund gegensätzlicher formaler Vorstellungen fand Daučíková jedoch kaum Zugang zur lokalen Kunstszene und zeigte ihre Arbeiten daher nur selten öffentlich. Dies änderte sich erst in den 1990er Jahren, als Daučíková sich der Videokunst zuwandte und nach Bratislava zurückkehrte. Dort gründete sie Aspekt, das erste feministische Magazin der Slowakei und wurde auch darüber hinaus in der LGBTQ-Community des Landes aktiv. Auch in ihrer Kunst beschäftigte sie sich nun vermehrt mit queeren und feministischen Themen. Heute lehrt Anna Daučíková an der Akademie der Bildenden Künste in Prag. Ihre Arbeiten waren in den letzten Jahren in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen, unter anderem in Prag, London, Wien und Venedig.

5 5/7 Begleitprogramm Künstlerinnengespräch mit Anna Daučíková, moderiert von Cathrin Mayer 8. Juni 2019, 17 Uhr Ort: KW Studio Filmvorführung und Gespräch mit Sharon Hayes Ricerche: three (2013) In My Little Corner of the World, Anyone Would Love You (2016) Im Anschluss findet ein Gespräch mit Sharon Hayes, Mason Leaver-Yap und Cathrin Mayer statt. 26. Juni 2019, 19 Uhr Ort: Pogo Bar Eintritt: 5 / 3 ermäßigt Kuratorinnenführung mit Cathrin Mayer 27. Juni 2019, 18 Uhr Lesung und Gespräch mit Quinn Latimer und Anna Daučíková 4. Juli 2019, 19 Uhr Ort: KW Studio Because you appear in it, and so does she, and she. Performance von Katharina Aigner 9. Juli 2019, 19 Uhr Ort: KW Studio Eintritt: 5 / 3 ermäßigt Vermittlung Kostenfreie Führungen Während der gesamten Öffnungszeiten können unsere Besucher*innen auf Nachfrage in verschiedenen Sprachen durch die Ausstellungen begleitet werden. Seit der Eröffnung des künstlerischen Programms unter der Leitung von Krist Gruijthuijsen im Januar 2017 stehen diese individuellen Führungen im Rahmen des KW Bildungs- und Vermittlungsprogramms allen Besucher*innen kostenfrei zur Verfügung. Gruppenführungen (ab 10 Personen) 60 Minuten max. 25 Personen oder Klassenstärke bei Schulklassen regulär 70 / ermäßigt 50 zzgl. ermäßigter Eintritt/Person Die Führung kann in deutscher oder englischer Sprache stattfinden. Für weitere Informationen, auch zu Gruppenführungen, kontaktieren Sie bitte Duygu Örs unter oder telefonisch:

6 6/7 Kommende Ausstellungen Image Bank 22. Juni 1. September 2019 Eröffnung: 21. Juni 2019 Kurator*innen: Krist Gruijthuijsen, Maxine Kopsa, Scott Watson Heike-Karin Föll speed 22. Juni 1. September 2019 Eröffnung: 21. Juni 2019 Kuratorin: Maurin Dietrich Pause: Every Ocean Hughes (After Ian White) August 2019 Kurator*in: Mason Leaver-Yap Berlin Art Week Joint Ventures September 2019 Eröffnung: 10. September 2019 The Making of Husbands: Christina Ramberg in Dialogue 14. September Januar 2020 Eröffnung: 13. September 2019 Kuratorin: Anna Gritz Hreinn Fridfinnsson 28. September Januar 2020 Eröffnung: 27. September 2019 Kurator*innen: Krist Gruijthuijsen, Andrea Bellini Kris Lemsalu 28. September Januar 2020 Eröffnung: 27. September 2019 Kuratorin: Cathrin Mayer KW Production Series: Andrea Büttner & Rachel O'Reilly Herbst 2019 Kurator*in: Mason Leaver-Yap

7 7/7 Partner Der Kunstpreis der Schering Stiftung wird von der Schering Stiftung in Kooperation mit den KW Institute for Contemporary Art vergeben. Der Kunstpreis zeichnet internationale Künstler*innen aus, die als wichtigste Neuentdeckungen der letzten Jahre im Bereich der bildenden Kunst gelten und deren Werk einen herausragenden, eigenständigen künstlerischen Ansatz aufweist. Der Kunstpreis ist mit einem Preisgeld von Euro, einer Einzelausstellung in den KW, für die eine neue Arbeit geschaffen wird sowie mit einem Katalog zur Ausstellung dotiert. Seit 2005 wird der Kunstpreis der Schering Stiftung alle zwei Jahre vergeben. Bisherige Preisträger*innen sind Cornelia Renz, Nairy Baghramian, Renata Lucas, Wael Shawky, Kate Cooper und Hiwa K. Der Kunstpreis wurde dieses Jahr zum siebten Mal verliehen, davon zum fünften Mal in Kooperation mit den KW. Das Programm der KW Institute for Contemporary Art wird ermöglicht durch die Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.