Waldorfpädagogik zeitgemäß e.v. Seminar Rendsburg. Seminarbrief

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1 Waldorfpädagogik zeitgemäß e.v. Seminar Rendsburg Seminarbrief

2 Das Waldorfkindergartenseminar in Rendsburg Am 28. August 1998 wurde das erste berufsbegleitende Seminar zur Ausbildung von WaldorferzieherInnen in Rendsburg eröffnet. Bis heute wurden vier Seminarkurse durchgeführt, der jetzige Kurs mit 23 Teilnehmern wird im Juli 2007 abgeschlossen. Ein neuer Kurs beginnt am 27. August Viele Menschen, die sich in die Waldorfpädagogik einarbeiten möchten, den Beruf der Waldorferzieherin anstreben oder schon in Kindergärten arbeiten, haben oftmals keine Möglichkeit, ein Vollzeitseminar für Waldorfpädagogik zu besuchen. In der heutigen Zeit, in der persönliche und berufliche Umstände die Bewegungsfreiheit einschränken, werden daher berufsbegleitende Ausbildungsformen in örtlicher Nähe zum Wohnort gesucht. Die Veränderungen der familiären, gesellschaftlichen und bildungspolitischen Rahmenbedingungen verlangen darüber hinaus Angebote für Kinder, die es in dieser Form bisher nicht gab. Die 2-jährige berufsbegleitende (Zusatz-) Ausbildung zur Waldorferzieherin bildet daher von Anfang an den Schwerpunkt unserer Arbeit. Darüber hinaus führt das Seminar qualifizierende Fortbildungen durch, die speziellen Themen gewidmet sind: die Fortbildung Wiegestube - Waldorfpädagogik für 0-3-jährige Kinder und die Fortbildung zur Gestaltung des Übergangs Kindergarten-Schule: Vom Kindergartenkind zum Schulkind (ab Sep 2007). Allen Fortbildungen ist ein ganzheitliches Grundkonzept gemeinsam: Anthroposophie als Grundlage der Waldorfpädagogik, methodisch-didaktische Seminare sowie künstlerische Übungen bilden stets den Kern der Seminare. Sie haben zum Ziel, die Aufmerksamkeit für die geistige Individualität des Kindes zu wecken und den Blick für die Entwicklung des werdenden Menschen zu schärfen. Daraus werden die pädagogischen Gesichtspunkte gewonnen, die der Erzieher für die praktische Arbeit mit den Kindern braucht. Das Seminar möchte dazu die schöpferischen Kräfte anregen. Nur so bleibt Waldorfpädagogik zeitgemäß und erstarrt nicht zur Norm. Sie wird zur lebendigen Erziehungskunst, die sich in jedem Augenblick des Wirkens in der unmittelbaren Begegnung mit den Kindern neu entfaltet. Die Dozenten des Seminars sind diesen Aufgaben und Zielen innerlich verpflichtet. Sie möchten durch ihr Zusammenwirken die anthroposophische Pädagogik in ihrer Grundlage und Methode auf dem Gebiet der Aus- und Fortbildung verwirklichen. Für die Gestaltung der konzeptionellen, organisiatorischen und sozialen Felder der Zusammenarbeit orientieren wir uns nach dem Qualitätsentwicklungsverfahren Wege zur Qualität. Die Rahmenbedingungen der Fortbildungen sind mit der Seminardelegiertenkonferenz der Waldorfkindergartenseminare in Deutschland abgestimmt. Die Zertifikate werden im Namen der Internationalen Vereinigung der Waldorfkindergärten e.v. ausgegeben. Ausblick Im Hinblick auf die zunehmenden Regionalisierungsprozesse innerhalb der Vereinigung wird die Gestaltung zeitgemäßer, bedarfsgerechter Fortbildungen stärker als bisher eine regionale Frage werden. Dazu gehört neben Möglichkeiten einer permanenten Fortbildung für tätige ErzieherInnen auch Angebote für Vorstände und Eltern der Kindergärten. Neben fachlichen Themen gewinnen dabei auch die sozialen Fragen an Bedeutung. Das Seminar möchte in Zusammenarbeit mit den Waldorfkindergärten der Region seinen Beitrag dazu leisten.

3 Seminarteilnehmerinnen berichten Als ich meine Arbeit im Waldorfkindergarten begann, wußte ich von der Waldorfpädagogik noch nicht sehr viel. So war es mir sehr wichtig, mich in dieser Hinsicht fortzubilden, mir das Hintergrundwissen über die Pädagogik Rudolf Steiners anzueignen. Besonders wichtig war für mich, die Fragen der Eltern kompetent beantworten und die verschiedenen Abläufe im Kindergarten besser verstehen zu können. So kam ich zum Waldorferzieher-Seminar nach Rendsburg. - Hier lernte ich nicht nur viel über die Anthroposophie, sondern auch viel Praktisches für meine Arbeit im Kindergarten, wie zum Beispiel das Gestalten der Jahreszeitenfeste oder das Gestalten und Durchführen von Puppenspielen. Neben den umfangreichen theoretischen Stunden werden auch viele künstlerische Angebote gemacht, wie das Aquarellmalen, das Herstellen von Puppen, Eurythmie, Musizieren auf der pentatonischen Leier, Sprachgestaltung u.v.m. An einigen Wochenenden erarbeiten wir uns intensiv spezielle Themen wie Kinderzeichnungen, Medienerziehung, Embryologie, Plastische Anatomie. - Das Erzieher-Seminar war für mich der Anstoß, mir noch mehr über die Pädagogik Steiners zu erarbeiten. Ebenso habe ich den Austausch mit gleichgesinnten Kollegen immer als positiv empfunden. Ich habe im Seminar nicht nur vieles für meine Arbeit im Kindergarten gelernt, sondern ebenso viel über mich und für mich selbst. Diese zwei Jahre waren mir eine große Bereicherung! Kathrin Warmus Wollen Sie Waldorferzieherin werden? Ja, war meine Antwort. Und so bin ich seit 1 ½ Jahren in dem Kindergartenseminar Rendsburg. Als Mutter dreier Waldorfschulkinder und Mitarbeiterin der Rendsburger Wartestube schien mir dies als beste Grundlage. Selbst als Waldorfkindergartenkind und Schülerin habe ich die Anthroposophie genießen dürfen. Nun wollte ich sie von Grund auf verstehen. Einmal die Woche und einmal im Monat ein Wochenende stehen dafür auf dem Stundenplan. Selbständiges Arbeiten zu Hause ist erwünscht, und ein Muss! Anthroposophische Grundlagen, Künstlerisches, Methodik-Didaktik und wunderbare Vorträge mit Zeit für Gedanken- und Meinungsaustausch werden wöchentlich bearbeitet. Nicht zu vergessen sind die schönen Pausen, wo man sich mit den Dozenten und Seminaristen austauschen kann. So geht man gesättigt und mit erweitertem Gedankengut neu in seine Familie oder an Arbeit. Ein Referat, ein auswendig vorgetragenes Märchen und eine Jahresarbeit runden die zwei Jahre Waldorferzieherseminar ab und schließen es mit dem Zertifikat des Waldorferziehers. Das Seminar ist ein theoretisches und praktisches Arbeiten an Themen der Anthroposophie. Eine Bereicherung für jeden Menschen mit Kindern und ein Zugewinn für alle Menschen, die mit Kindern arbeiten. Monique Atasu

4 Eindrücke, Erfahrungen Der Anfang der Ausbildung liegt 1 ½ Jahre zurück, und es hat sich für mich seither viel verändert. Ich bin zwar ehemalige Waldorfschülerin und von daher ein bißchen vertrauter mit der Waldorfpädagogik als andere -, doch von den Hintergründen dieser Pädagogik wusste ich wohl eben so wenig wie die meisten Seminarteilnehmer. In den ersten einführenden Stunden war immer die Rede von sich bewegen oder beweglich sein, und ich dachte damals, dass sei mir alles zu hoch. Doch, - ich habe mich tatsächlich bewegt oder bin beweglicher geworden, innerlich und in der Tätigkeit. In dieser Ausbildung wird der ganzheitliche Mensch behandelt, bzw. versucht zu behandeln, so dass man den Menschen, insbesondere den Kindern, mit einem anderen Blick und mit neuem Verständnis begegnet. Der Unterricht, der einmal wöchentlich und an einigen Wochenenden stattfindet, beginnt normalerweise mit anthroposophischen Grundlagen. Nach einer Pause schließt sich die künstlerische Arbeit an, und der Abend endet mit Methodik-Didaktik. Es werden durchweg interessante Themen angeboten. Malen, Puppen, Blumenkinder und Zwerge herstellen, Eurythmie und Sprachgestaltung sind einige künstlerische Lerninhalte, welche die Ausbildung, die bestimmte theoretische Gesichtspunkte vermitteln muss, bereichern. Diese Ausbildung ist nicht nur für staatlich anerkannte ErzieherInnen etwas, sondern auch für Eltern oder für Menschen, die sich für die Waldorfpädagogik interessieren. Es ist auf jeden Fall eine bereichernde Ausbildung, auch wenn man nicht im Kindergarten tätig ist. Nadine Fiebig

5 Highlights Mit 45 Jahren und Mutter von 5 Kindern nocheinmal die Schulbank zu drücken und zu lernen und Hausaufgaben zu machen war für mich eine gute Entscheidung und Erfahrung. Im ersten Jahr waren diese Montage und Wochenenden die Highlights in meinem Alltagsleben als Mutter, Hausfrau und Postbotin. Jetzt im zweiten Jahr, in dem ich gleichzeitig ein Praktikum im Flensburger Waldorfkindergarten mache, bekomme ich viele praktische Anregungen und Ideen und das notwendige anthroposophische Wissen für die praktische Arbeit im Kindergarten. Vor allem das begeisterte Engagement der Dozenten und die lebendige, offene Auseinandersetzung mit der Anthroposophie haben mich dazu gebracht, mich immer mehr für anthroposophische Literatur zu interessieren und sie verstehen zu lernen. Auch unsere gute Kursgemeinschaft trägt dazu bei, sich auf die Montage und die Ausbildungswochenenden zu freuen. Mit Wehmut denke ich heute schon manchmal daran, dass nach den Sommerferien mir das Seminar sehr fehlen wird. Christiane Winkler

6 Wiegestube -Fortbildung Immer mehr Kinder unter drei Jahren kommen auf die Kindergärten zu, berufstätige Eltern und Alleinerziehende suchen zunehmend Hilfe und Unterstützung bei der Pflege und Betreuung schon der unter Einjährigen. Die Kindergärten sind aufgerufen, bedarfsgerechte und pädagogisch begründete Antworten zu geben. Die besonderen Bedürfnisse der 0-3-jährigen Kinder stellt die pädagogische Arbeit dabei vor neue Herausforderungen. Die Kinder bedürfen einer anderen Art der Ansprache, der Zuwendung und Achtsamkeit. Sie leben in einer dualen Beziehung zu den Menschen ihrer nächsten Umgebung. Alles was sie erleben, wirkt bis in die leibgestaltenden Kräfte hinein und hat Auswirkungen auf das ganze Leben. Wer die Aufgabe übernimmt, kleine Kinder zu betreuen und zu begleiten, übernimmt daher eine große Verantwortung. Er braucht besondere Kenntnisse und Fähigkeiten. Inhalte der Fortbildung: Menschenkunde: Die geistige Vorbereitung der Inkarnation Leibergreifung durch das Ich Bewegung, Sprache, Intelligenz Erziehung ist Selbsterziehung Vom Wirken der Christuskraft im Kinde Methodisch-didaktisch-praktische Übungen: Bewegungs-, Sprach- und Berührungsspiele Reime und Geschichten, Fingerspiele, Liebkos chen, Handgestenspiele Das erste Spielzeug, Phantasie und Spiel Achtsamkeit, Ruhe Lernen von Emmi Pikler Elternarbeit, Elterngespräch Wickel und Auflagen, Ernährungsfragen Gesundheit und Krankheit Die Pflege des kleinen Kindes. Künstlerische Übungen: Musik, Eurythmie, Sprachgestaltung, Plastizieren. Die Dozenten: Petra Böhle Dr. Klaus Hadamovsky Sirpa Honko Carmen Kollmer Frank Linde Ingrid Ruhrmann Petra Thal Christiane Wagner Ute Wagner Umfang: 120 Stunden

7 Vom Kindergartenkind zum Schulkind Zukünftig werden Kindergarten und Schule in Kooperation nach den Leitlinien für Bildung und Erziehung ihren Erziehungsauftrag wahrnehmen müssen. Das stellt viele Einrichtungen vor Herausforderungen, neue Gesichtspunkte einer Förderung der Entwicklung der Kinder und deren institutionelle Form zu formulieren. Vier Arbeitsfelder lassen sich umreißen: - Kenntnis der Entwicklung des ersten Gestaltwandels - Bedürfnisse und Voraussetzungen heutiger Kinder - Fundamente des Lernens in Kindergarten und Schule - Aufgaben des Kindergartens / Aufgaben der Schule Die Fortbildung begreift diese Herausforderung als Chance, den Übergang von Kindergarten zur Schule in gemeinsamer Verantwortung nach den Gesichtspunkten der Waldorfpädagogik zu gestalten. Inhalte der Fortbildung: Anthropologie: - Gestaltwandel - Zahnwechsel - Konstitution Bildungsbereiche: - Körper - Sinne - Emotion - Sprache - Denken - Soziales - Ethik Inhaltliche Schwerpunkte: - Schulreifekriterien - Das Aufnahmegespräch - Salutogenese / Gesundheit und Lernen - Erlebnispädagogik - Kinderzeichnungen - Lese-, Schreib- und Rechenkompetenz - Praktische Gestaltung des Übergangs - Lebens- und Lernprozesse - Persönlichkeit der ErzieherIn / des Lehrers - Vom Vorbild zur Autorität - Entwicklungs- und Beratungsgespräche - Kollegiale Zusammenarbeit - Umsetzungen in der Praxis Künstlerische Kurse: Leierspiel, Sprachgestaltung, Schulkindeurythmie, Bewegungsspiele/Reigen, Filzen/Wollwerkstatt, Schnitzen/Holzwerkstatt, Bothmergymnastik. Die Dozenten: Ralf Brandhorst, Irmgard Goßner-Soetebeer, Dr. Klaus Hadamovsky, Sirpa Honko, Monika Kiel-Hinrichsen, Frank Linde, Ingrid Ruhrmann, Dr. Wolfgang Saßmannshausen, Rupert Schulte, Jörg Soetebeer, Dörte Stübinger, Almut Voges, Georgia Voss, Christiane Wagner Umfang: 120 Stunden Beginn: September 2007

8 WALDORFERZIEHERIN werden? 2-jährige berufsbegleitende Fortbildung zur Waldorferzieherin Waldorfpädagogik orientiert sich an dem, was die Kinder für ihre gesunde Entwicklung brauchen. Dazu bedarf es besonderer Kenntnisse und Fähigkeiten. Aus einem vertieften Verständnis des Menschen und seiner Entwicklung erwächst die Fähigkeit, in der konkreten Situation pädagogisch schöpferisch zu handeln. So wird Pädagogik zur Erziehungskunst. Unsere Ausbildung hat dies zum Ziel. Unter sachkundiger Anleitung werden grundlegende Kenntnisse der anthroposophischen Menschenkunde erarbeitet, künstlerische Fähigkeiten ausgebildet und methodisch-didaktischen Grundlagen für die Praxis entwickelt. Die Ausbildung ist geeignet für: - MitarbeiterInnen in Waldorfkindergärten zur Weiterbildung und Vertiefung - ErzieherInnen und sozialpädagogische Assistenten zur Vorbereitung für die Arbeit in einem Waldorfkindergarten oder in Spielgruppen - interessierte Menschen, die mit Kindern arbeiten oder sich persönlich weiterbilden wollen. Beginn: 27. August 2007 Zeiten: Seminarort: Montags 16:30 21:00 Uhr ca. alle 6 Wochen Freitag/Samstag Freie Waldorfschule Rendsburg Anmeldungen: Schreiben Sie uns mit folgenden Unterlagen: - Tabellarischer Lebenslauf - Abschlusszeugnisse (in Kopie) - 1 neueres Lichtbild An Waldofpädagogik zeitgemäß e.v. Seminar Rendsburg Büro: Solitüder Waldhöhe 2 D Flensburg Telefon: Weitere Infos unter:

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