16. Berliner Hospizwoche

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2 16. Berliner Hospizwoche Foto: Gisela Schuster Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder, hartnäckig hält sich ein Allgemeinplatz, wonach das Sterben und der Tod Tabuthemen seien, die systematisch verschwiegen und verdrängt werden. Das stimmt so nicht. Ich meine, dass die Tabuisierung des Lebensendes längst einem öffentlichen Wahrnehmen gewichen ist, einem freimütigen Diskurs darüber, was dem Menschen zusteht, wenn es ans Sterben geht. Barbara John ist Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin Einen großen, wenn nicht den wichtigsten, Anteil an dieser guten Entwicklung hat die Hospizbewegung, die es im angelsächsischen Raum seit knapp 50 Jahren, in den deutschsprachigen Ländern seit den 80er- Jahren gibt ambulante Hospizdienste, rund 170 stationäre Hospize und fast ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter sorgen heute hierzulande dafür, dass der sterbende Mensch und seine Angehörigen im Zentrum des Dienstes stehen. In Berlin bemühen sich über 30 Einrichtungen mit mehr als 1500 Ehrenamtlichen um die Schwerkranken und Sterbenden sowie um deren Familien und Freunde. Wer (nicht nur) in Berlin Schwerstkranken und Sterbenden warmherzig und professionell ein Zuhause (lat.: hospitium) schafft, ist respektiert und genießt hohes Ansehen. Ganz praktisch lässt sich das zum Beispiel daran ablesen, dass die Deutsche Hospiz- und Palliativ-Stiftung als eine von 15 Finalisten für den Publikumspreis des Deutschen Engagementpreises 2013 zur Wahl steht. Der Berliner Landesverband dieser Stiftung, zu dem auch eine Reihe Paritätischer Mitgliedsorganisationen gehört, richtet in diesen Novembertagen die 16. Berliner Hospizwoche aus (www.hospiz-berlin.de). Ihre Ziele: Die allgemeine Öffentlichkeit noch mehr dafür zu sensibilisieren, dass in dieser Stadt ein gut organisiertes Netz von Hospizeinrichtungen und Zentren für Palliativ( Schmerz )medizin gefördert und ausgebaut werden muss. Viele ambulante wie stationäre Hospizdienste laden das Berliner Publikum mit Offenen Türen ein, sich selbst ein Bild von der verdienstvollen Arbeit in den Hospizen und Palliativzentren zu machen. Die Fachöffentlichkeit schließlich findet im Rahmen von Vorträgen, Podien und Symposien Anregungen für ihre so herausfordernde wie wichtige Arbeit mit Schwerstkranken und Sterbenden. Beileibe keine Provokation, sondern wohltuende Begleiter bei der Versorgung von Schwerstkranken, Schmerzpatienten und Sterbenden, sind Humor und Heiterkeit. Indem wir über das Unabänderliche vielleicht ein wenig lächeln können, verliert es seine Kontrolle über uns. Im Ricam Hospiz geht es während der Hospizwoche unter anderem um Befreiendes Lachen Humor in der Sterbebegleitung. Was gibt es beim Sterben eigentlich zu lachen?, fragt sich das Hospiz Schöneberg-Steglitz und gibt zusammen mit dem Altentheater Spätzünder und gut aufgelegten Laienschauspielern eine heitere Antwort im Rahmen eines Bühnenstücks mit dem Titel: Bertha, stirb endlich! Und im Kinderhospiz Sonnenhof der Björn-Schulz-Stiftung geht man der Trauerarbeit mit Kindern auf den Grund mit der scheinbar naiven Kinderfrage, an der Heerscharen von Philosophen und Theologen immer wieder zu scheitern pflegen: Wie lange bleibt man eigentlich tot? Auch vor diesem Hintergrund ist das Motto der 16. Berliner Hospizwoche aktuell und wunderbar tröstlich gewählt: Leben bis zuletzt. Die Hospizbewegung genießt auch deshalb viel Sympathie, weil sie von vielen Bürgerinnen und Bürgern getragen wird, die sich als Freiwillige und Ehrenamtliche engagieren. Sie helfen in den Einrichtungen aus, sorgen für eine warme Atmosphäre, besuchen Schwerstkranke zu Hause, sind Gesprächspartner für Angehörige, leisten Sitzwache für Sterbende und begleiten sie beim Abschiednehmen. Auf diese so schwere wie befriedigende Arbeit werden ehrenamtliche Hospizhelfer in Theorie und Praxis von den Trägern gut vorbereitet; die Ausbildung für Freiwillige wird oft als beispielhaft gewürdigt. Das gilt auch für die Zusammenarbeit zwischen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen, die als zugleich arbeitsteilig, professionell und kooperativ gerühmt wird und dem Einzelnen verpflichtet ist, um ihm so das Abschiednehmen etwas leichter zu machen. Herzlich, Ihre November

3 Inhalt Landesgeschäftsstelle Paritätischer Dankeschön-Brunch 2013: 100 Beispiele für freiwilliges Engagement Streichungen unverzüglich zurück nehmen! Rechte von Menschen mit seelischen Behinderungen häufig missachtet Gesamtverband Charta zur sozial gerechten Energiewende Vereinsrecht Müssen sich freigemeinnützige Vereine zukünftig als GmbHs organisieren? Gehälterstudie Was Chefs verdienen - im Sozialen und in der Industrie Lektüre Mitgefühl - In Alltag und Forschung Bürgerengagement Klassikvergnügen - moderiert von Holger Wemhoff Gutes tun gewusst wie Pressespiegel Aktuell Rekordbabyboom im September 2013 Sepa-Einführung sind Sie fit? Mut -Übertragung abgeschlossen Ehrenvolle Nominierung für Männer gegen Gewalt Preis für Gedenkort T4 -Projekt des Paritätischen Wettbewerbe, Förderpreise Ältere Bürger Einwanderung Anwalt der vergessenen Patienten Gesundheit Schuldenerlass in der Krankenversicherung für Nichtversicherte Hospiz Sieben Stars fürs Ricam Hospiz: Ende jut, allet jut Kinder- und Jugendhilfe Für die Träger wirkt sich die Finanzierung immer problematischer aus Kindertagesstätten Statt Smarties sind jetzt die Maltinis da! Menschen mit Behinderung Ausbildungsbuddy 2013 für Integra Queer Leben und Wohnen für frauenliebende Frauen im Alter in Berlin Rote Karte für Homophobie! Soziales / Stadtteilarbeit WAV vom Bundessozialgericht nicht bestätigt Aus- und Weiterbildung, Recht & Rat, Service, Pinnwand Telefonverzeichnis Bestellfax für Themenhefte / Arbeitshilfen Titelseite links oben: Begleitende berufliche Ausbildung im Strafvollzug, Helmut Ziegner Stiftung, Foto: Martin Thoma Links Mitte: Aktionstag der Langen Tafel für mehr Schulsozialarbeit Foto: Kerstin Wüstenhöfer-Loges Unten: Einweihung des Hauses der Parität am Urban Foto: Martin Thoma Foto rechts oben: Kitakinder, Kindertagesstätte des Johannischen Sozialwerkes e.v. Großes Foto: Ehrenamtliche des HVD im Gespräch bei der Freiwilligenbörse im Roten Rathaus Foto: Volker Tosch 2 November 2013

4 Impressum So gesehen... I n den Tagungsräumen der Landesgeschäftsstelle sind seit dem 1. November Fotos von Heide Schostek zu sehen. Die Fotografin hat ihre Leidenschaft für die Kamera 1988 während einer Reise in China entdeckt schloss sie sich der Fotogruppe Osram an und stellt zusammen mit anderen Fotografen Werke in Berlin und Potsdam aus. Seit 2009 ist Heide Schostek auch Mitglied in der Gruppe der ehrenamtlichen Fotografen der Pressestelle des Verbandes, und sie ist ebenfalls ehrenamtlich Kuratorin der vielfältigen Ausstellungen in den Tagungsräumen. Heide Schostek fotografiert hauptsächlich auf Reisen. Bitte geben Sie den Rundbrief auch an Ihren Vorstand und Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen weiter. Impressum Herausgeber: Paritätischer Wohlfahrtsverband Landesverband Berlin Brandenburgische Str. 80, Berlin Tel. (030) , Fax (030) Geschäftsführung: Oswald Menninger Elke Krüger (Stv.) Redaktion: Uli Schulte Döinghaus Tel.: (030) Computerfax Verbandskommunikation, Miguel-Pascal Schaar Tel. (030) Fax (030) facebook.com/paritaetberlin Herstellung: Union Sozialer Einrichtungen gemeinnützige GmbH. Gedruckt auf 100 Prozent chlorfrei gebleichtem Papier. Erscheinungsweise monatlich (Doppelausgaben im Januar/Februar und August/ September). Der Rundbrief hat eine Auflage von 1100 Stück. Der Verteiler umfasst alle Mitgliedsorganisationen der Paritätischen Landesverbände Berlin und Brandenburg. Weitere Adressaten: Gesellschaftliche Institutionen, Verbände, Verwaltung, Einrichtungen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Redaktionsschluss ist jeweils der 15. des Vormonats. Pressemitteilungen und Beiträge bitte möglichst per an die Redaktion senden. Private Kleinanzeigen (Stellengesuche) bitte an die Redaktion schicken und den Anzeigentext mailen an Die Anzeigen sind maximal vier Monate im Internet sichtbar. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Haftung übernommen. Der Rundbrief wird unter im Internet veröffentlicht. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verzichtet die Redaktion auf eine Genderschreibweise. Die Bezeichnung von Personengruppen bezieht die weibliche Form jeweils ein. November

5 Landesgeschäftsstelle Foto: Miguel-Pascal Schaar In den repräsentativen Räumen des Sylter Hofs wurden rund 100 ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger aus Mitgliedsorganisationen des Paritätischen Berlin bewirtet. Paritätischer Dankeschön-Brunch Beispiele für freiwilliges Engagement Beim Dankeschön-Brunch des Paritätischen trafen sich am 26. Oktober rund hundert Ehrenamtliche aus Mitgliedsorganisationen des Verbandes im Hotel Sylter Hof in der Kurfürstenstraße in Schöneberg. Von Petra Engel Der Wohlfahrtsverband dankt gemeinsam mit dem Hotel Sylter Hof jährlich mit der Einladung zum Brunch. Schon seit acht Jahren engagiert sich die Geschäftsführung des Hauses bei diesem Event für die Anerkennung des Bürgerschaftlichen Engagements in Berlin. Verband und Wirtschaftsunternehmen weisen mit der Veranstaltung zugleich auf den dankenswerten Einsatz von vielen tausend Engagierten hin. Ines Stampehl, Verkaufsleiterin des Hotels und Prof. Barbara John, Vorstandsvorsitzende des Paritätischen Berlin, begrüßten die Gäste. Die ersten Vorschläge kamen nach 30 Minuten Vielleicht wissen viele der heute Anwesenden nicht, wie diese Einladung funktioniert. Es ist so, dass unsere Mitgliedsorganisationen einmal im Jahr angeschrieben werden und dann schnellstens zwei Vorschläge für die Teilnahme am Brunch einreichen. Die Schnellsten hundert Kandidaten erhalten eine Einladung dauerte es gerade 30 Minuten bis die ersten zwei Vorschläge vorlagen. Sie kamen von Daniel Büchel, Ehrenamtsmanager beim Unionhilfswerk, so Barbara John. Die Mischung der Gästeliste entsteht jährlich nach dem Zufallsprinzip. Die Beispiele des freiwilligen Engagements sind vielfältig. Besonders erwähnenswert sei der Einsatz der Helfer und Helferinnen, die im Juni 2013 kurz entschlossen Menschen beim Elbhochwasser vor Ort im Kampf gegen die Naturgewalten unterstützten. Zu den Tatkräftigen gehörten Ehrenamtliche des Unionhilfswerkes, des Arbeiter Samariter Bundes und der DLRG. Hochwasserhilfe: Der Student Christopher G. (23) von der DLRG wurde für die Einladung vorgeschlagen und nahm am Brunch teil. Gemeinsam mit rund 100 versierten ehrenamtlichen Hilfskräften half er bei Meißen. Dort wurde der erfahrene Wasserretter zum Ansprechpartner für die Medien. Mit ihm unterwegs war Claudia K. (44), ebenfalls zu Gast im Hotel Sylter Hof. Sie organisierte für über 1500 Menschen über einen Zeitraum von drei Tagen die Essensversorgung. Soziale Brennpunkte: Vielfach Dankeschön für freiwilliges Engagement richten die Gastgeber an Ehrenamtliche in sozialen Brennpunkten - zum Beispiel an den Chemiker Prof. Dr. B. und an Monika K., die bei Morus 14 Neukölln Kinder aus dem arabischen Sprachraum im Schulalltag unterstützen. Ob Suppenküche, ob Schulbücherei - angepackt wird überall Armut wird sichtbar, sagt eine Mitarbeiterin des Vereins Suppenküche Lichtenrade und sie ist froh, dass Franz V. (73) und Doris D. (55) regelmäßig bei der sonntäglichen Essensausgabe helfen. Mehr als hundert Bedürftige nehmen dieses Angebot an. Ehrenamt und Schule: Bei der Tandem BQG engagiert sich Gesina K. (67) für die Pflege einer Schulbücherei und Christiane W. (47) bringt neben ihrer beruflichen Tätigkeit ehrenamtliche Unterstützer und Schulen in Kontakt. Im Nachbarschaftsheim Schöneberg sind zum Beispiel Hedda J. (61) und Monika K (70) in der Betreuung von Demenzerkrankten unterstützend aktiv. Die Motive für das Engagement sind so zahlreich wie die Bereiche. Wir freuen uns besonders, wenn Men- 4 November 2013

6 Landesgeschäftsstelle schen aktiv werden um etwas zurück zu geben. Aber auch das Engagement aus der Erfahrung, zum Beispiel durch den erfolgreichen Umgang mit der eigenen schweren Erkrankung ist sehr wichtig, sagte Oswald Menninger, Geschäftsführer des Paritätischen Berlin. Das Hotel Sylter Hof unterstützte die Einladung. Räume und Personal wurden kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hotels trugen wesentlich zur offenen Gesprächsatmosphäre beim Brunch bei. Ein besonderes Bonbon : Per Los erhielten die Gäste einige Ehrenkarten. Die Lose versteckten sich im Lesezeichen des verbandlichen Profilflyers. Die Karten wurden gespendet vom Varieté Wintergarten Berlin, Friedrichstadt-Palast, ufa fabrik, Bar jeder Vernunft, Tipi am Kanzleramt, Schlosspark Theater und der Deutschen Oper Berlin. Wer macht mit? Stadtführungen durch das Engagierte Berlin Ab der Osterzeit des nächsten Jahres sollen neuartige Stadtführungen angeboten werden, die das Engagierte Berlin zum Ziel haben. Die Idee ist, regelmäßige Spaziergänge durchzuführen und sich mit Besuchern, Touristen, Einheimischen, Fachkennern und Nichteingeweihten auf den Weg zu Einrichtungen in der Stadt zu machen, wo sozial Engagierte und ihre Klienten arbeiten, leben, spielen und lernen. Zu besuchende Einrichtungen könnten Nachbarschaftszentren sein, Werkstätten und Wohnprojekte, Freizeiteinrichtungen für Kinder und Jugendliche, Suppenküchen für ärmere Berliner, Projekte mit älteren Bürgern, Migranten, behinderten Menschen, Familien etc. Während dieser Besuche könnte sich bei den Initiativen und in den Einrichtungen immer eine interessante Mischung aus Besuchern, Bewohnern, Klienten, Haupt- und Ehrenamtlichen präsentieren, angereichert mit sozialen, psychosozialen, sozialkulturellen Innovationen und Präsentationen. Der Paritätische Berlin hat seine Unterstützung zugesagt. Möchten Sie dabei sein - in welcher Form auch immer? Dann nehmen Sie bitte Kontakt auf Stichwort: Engagiertes Berlin Herzliche Einladung Mitgliederversammlung des Paritätischen Berlin Die diesjährige Mitgliederversammlung des Paritätischen Berlin findet statt am Mittwoch, 27. November 2013 im Auditorium Friedrichstraße Quartier 110, Friedrichstraße 180, Berlin Beginn: 15 Uhr Einlass ab 14 Uhr Verbandskommunikation Neuer Pressesprecher im Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin Seit 1. November 2013 ist Miguel-Pascal Schaar neuer Pressesprecher und Leiter der Verbandskommunikation im Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin. Er übernimmt diese Aufgabe von Elfi Witten, die über 22 Jahre für den Paritätischen und viele Jahre auch für die Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege gesprochen hat. Sie ging am 31. Oktober 2013 in den Ruhestand und wird auf der Mitgliederversammlung am 27. November verabschiedet. Neben Miguel- Pascal Schaar gehören Petra Engel und Rita Schmid zum Team der Stabsstelle Verbandskommunikation des Paritätischen Berlin. Fachveranstaltung Der Verein als Träger von Bildungseinrichtungen Betrieb von Kitas und Schulen als Idealzweck im Sinne von 21 BGB? Die Fachveranstaltung ist am 29. November im Centre Monbijou. Veranstalter ist der Paritätische Berlin, Referat Kindertagesstätten, das Institut für Bildungsforschung und Bildungsrecht e. V. (IfBB) sowie der Dachverband Berliner Kinderund Schülerläden e. V. (DaKS) Weitere Informationen: November

7 Landesgeschäftsstelle Zum Vormerken: Der Paritätische Empfang findet im kommenden Jahr am Mittwoch, 21. Mai 2014 statt, Beginn 16 Uhr im Umweltforum Auferstehungskirche, Pufendorfstr. 11 in Berlin-Friedrichshain. Paritätische Pressemitteilung Streichungen unverzüglich zurück nehmen! Land Berlin streicht Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen ab 2014 Der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin protestiert gegen Standortstreichungen von Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen ab Januar Die betroffenen Bezirke sind darüber am 30. Oktober 2013 informiert worden. Damit entfallen in sieben Berliner Bezirken insgesamt 19 Stellen von Jugendsozialarbeit sollen weitere Standortstreichungen folgen. Der Paritätische fordert das Land Berlin auf, unverzüglich diese Streichungen zurückzunehmen und die dafür notwendigen Mittel in den Haushalt 2014 / 2015 einzustellen. Das Abgeordnetenhaus ist aufgefordert, den Haushalt entsprechend zu korrigieren. Einigkeit aller Akteure: Jede Berliner Schule soll Sozialarbeit erhalten Das Land Berlin, die Bezirke und die Verbände haben sich bisher kontinuierlich für einen Auf- und Ausbau einer verlässlichen Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen stark gemacht. Im Projektbericht Kooperation Schule und Jugendhilfe, der im Oktober 2010 dem Abgeordnetenhaus vorgelegt wurde, waren sich alle beteiligten Akteure aus Politik, Verwaltung und Praxis einig: Jede Berliner Schule soll Sozialarbeit erhalten. Seit 2006 wurde dieses Ziel mit dem Landesprogramm Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen kontinuierlich verfolgt. Von rund 700 Schulen profitieren mittlerweile insgesamt 253 Berliner Schulen von diesem Programm. Fachlich unvertretbar wird jetzt genau an dem Programm gestrichen, welches bislang in Berlin einmalige Standards gesetzt hat: Aufbau einer qualitativen guten Zusammenarbeit von Lehrern und Sozialarbeitern sowie Sicherheit für Schulen, Schüler und Eltern auf ein verlässliches Angebot, um gemeinsame Entwicklungsarbeit vor Ort zu ermöglichen. Diese Gewissheit wird jetzt leichtfertig verspielt. Sozialarbeiter geben Rückhalt und unterstützen bei Praktikums- und Ausbildungsplatzsuche Politisch wird in Berlin die Inklusive Schule verkündet. Schulsozialarbeit ist auch hierbei der bedeutende sozialpädagogische Partner. Sozialarbeiter geben Schüler und Schülerinnen Rückhalt bei familiären Problemen, schlichten Konflikte, unterstützen die Jugendlichen bei der Suche nach einem Praktikums- oder Ausbildungsplatz, organisieren gemeinschaftliche Unternehmungen in und außerhalb der Schule, bauen auf, wenn die Lernmotivation im Keller ist und helfen Schulabbrüche zu vermeiden. Politik soll für die Sicherung der bisherigen Standorte Sorge tragen Gebraucht wird ein landesweit vereinbarter und im Haushalt festgeschriebener Konsens über verlässliche Jugendsozialarbeit an allen Berliner Schulen. Noch ist der Haushalt für 2014/2015 nicht beschlossen. Der Paritätische Berlin fordert die Politiker und Politikerinnen des Landes Berlin deshalb auf, für die Sicherung der bisherigen Standorte Sorge zu tragen und einen Stufenplan zu vereinbaren, um alle Schulen spätestens bis 2017 verlässlich mit Jugendsozialarbeit auszustatten. Verantwortlich: Elvira Kriebel, Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin Tel.: , Mobil: Jahre Haus des Älteren Bürgers ggmbh Von Montag, 18. November bis Samstag, 23. November finden zahlreiche Veranstaltungen anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Hauses des älteren Bürgers statt, und zwar in der Werbellinstraße 42; Berlin-Neukölln, Tel. 030/ Das Programm sieht u.a. vor: Gesundheitstag mit Ausstellung im Atrium, Montag, 18. November Vortrag: Der Pflegestützpunkt stellt seine Arbeit vor, Dienstag, 19. November Festakt mit geladenen Gästen, Mittwoch, 20. November Tanzveranstaltung mit Livemusik von Kiri Janev, Donnerstag, 21. November Informationen von Polizei und Opferschutzorganisationen, Freitag, 22. November Tanzveranstaltung mit Livemusik, Samstag, 23. November 6 November 2013

8 Landesgeschäftsstelle Tagung: Berlin alle inklusive? Rechte von Menschen mit seelischen Behinderungen häufig missachtet Dem Thema der Inklusion von Menschen mit Behinderungen müsse seit der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen und deren Ratifizierung durch die Bundesregierung mehr gesellschaftliche und politische Beachtung geschenkt werden, so der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin in einer Presseerklärung Ende Oktober. Psychiatrie-Referent Christian Reumschüssel-Wienert: Die auf gleiche soziale Rechte abzielende Konvention ist in Deutschland noch längst nicht umfänglich umgesetzt worden. Vielfach werden die Rechte von Menschen mit seelischen Behinderungen missachtet, nicht anerkannt oder auch nicht umgesetzt. Um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, ludder Landesverband am und zu einer Fachtagung Berlin alle inklusive? zur Inklusion von Menschen mit psychischen Erkrankungen bzw. seelischen Behinderungen. Möglichkeiten und Beispiele sozialräumlichen Arbeitens Die Tagung beschäftigte sich mit neuen Konzepten und Ansätzen, die insbesondere für die professionellen Helfer bzw. Leistungserbringer und deren Einrichtungen und Dienste Möglichkeiten und Beispiele inklusiven und sozialräumlichen Arbeitens eröffnen. Umschwenken auf partizipative Arbeitsweise Reumschüssel-Wienert weiter: Obwohl wir in Berlin mit unserem personenzentrierten Ansatz schon auf einem guten Weg sind, gibt es noch viel zu tun. Die UN-Konvention lehrt uns, von einer paternalistischfürsorgerischen Haltung zu einer auf Menschenrecht verwirklichenden und Partizipation abzielenden Arbeitsweise umzuschwenken. Gleiche Augenhöhe oder passgenaue Hilfen sind oft genug noch Worthülsen. Die Tagung selbst war inklusiv gestaltet. So waren in der AG-Inklusion Menschen mit Psychiatrieerfahrung aktiv an der Vorbereitung beteiligt und gestalteten mehrere Vorträge, moderierten Workshops und waren am Podiumsgespräch beteiligt. Allein diese inklusive Vorbereitung eröffnete für alle Beteiligten neue Erfahrungen in der Kommunikation und Begegnung. Reumschüssel- Wienert: Wir hoffen, dass wir hiermit einen Standard gesetzt haben, der in Zukunft nicht mehr zu unterbieten ist. Lesen Sie auch das Statement der AG Inklusion, der Vorbereitungsgruppe von Menschen mit Psychiatrieerfahrungen, im Anschluss an diesen Beitrag. https://www.facebook.com/ events/ / Berlin - Alle inklusive? war der Titel einer vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin organisierten Tagung am 31. Oktober und 1. November 2013 zum Thema Inklusion und Gemeindepsychiatrie. Erstmalig kamen in solch einem Rahmen Psychiatrie-Erfahrene zu Wort. Aus diesem Anlass erklärte die beteiligte Gruppe Psychiatrie-Erfahrener: Im Jahre 2013 muss sich die Praxis der psychiatrischen Versorgung an der UN-Behindertenrechtskonvention (2008) messen lassen. Diese fordert u.a. ein selbstbestimmtes Leben in der Gemeinschaft, Ausübung qualifizierter Arbeit, Chance auf eigene Entscheidungen und auf eine angemessene Gesundheitsversorgung. Die Erfahrungswelt Betroffener sieht jedoch vielfach anders aus: Erst wenn Alternativen zur klinisch-stationären Psychiatrie auch in schwersten psychischen Krisen regelmäßig verfügbar sind PsychiaterInnen, PsychologInnen und SozialarbeiterInnen das Absetzen von Medikamenten als Therapieziel betrachten Betroffene selbstverständlich Einsicht in Krankenakten und Dokumentationen erhalten Professionelle und Betroffene der Verrentung junger Menschen entschlossen entgegenwirken qualifizierte Betroffene mit angemessenen Arbeitsverträgen in allen Bereichen der Psychiatrie mitarbeiten Kommissionen aus Psychiatrie-Erfahrenen, Angehörigen und Professionellen die Praxis der Gesundheitsversorgung überprüfen nähern wir uns der Umsetzung der UN-Behindertenkonvention auch im Bereich von Psychiatrie und Gemeindepsychiatrie. Die UN-Behindertenrechtskonvention eröffnet ein neues Denken über den Zusammenhang von Gesundheit und Selbstbestimmung eine Herausforderung für PolitikerInnen, für MitarbeiterInnen (gemeinde-)psychiatrischer Einrichtungen und für Betroffene. November

9 Landesgeschäftsstelle Ideen gesucht Soziale Innovationen unter Paritätischem Dach In den jüngsten beiden Rundbriefen baten wir bereits um Ihre Mitarbeit zum Thema Soziale Unternehmen und soziale Innovationen. Vielen Dank für die bisherigen Rückmeldungen! Sie ermöglichen uns, die Idee zu konkretisieren. Viele soziale Träger und Organisationen finden sich unter dem Dach des Paritätischen, die mit Leidenschaft, Offenheit und Risikobereitschaft neue Wege gehen und Herausforderungen als Chance annehmen. Eine unternehmerische Tätigkeit, die sich innovativ, pragmatisch und langfristig für einen spürbaren, positiven Wandel der Gesellschaft einsetzt, trägt den Namen Social Entrepreneurship. Was motiviert Gründer und Organisationen, die Social Entrepreneurs sind? Welche bürokratischen oder finanziellen Hürden sind zu überwinden? Wer unterstützt Social Entrepreneurs im Land Berlin? Und was bringt es, Dinge neu anzusehen und Neues zu wagen? 2014 stellen wir in einem Themenheft Best-Practice-Beispiele unserer Mitglieder vor, versuchen die Notwendigkeit sozialer Innovationen aufzuzeigen und wagen uns an die Analyse, warum besonders unter dem Paritätischen Dach neuen Herausforderungen chancenreich begegnet wird. Wir freuen uns über Ihre Vorschläge für das neue Themenheft. Fragen und Ihre Rückmeldungen an: Rita Schmid, Tel Mitgliedsorganisationen erhalten mit diesem Rundbrief eine Reihe von Einladungen, Flyern und Beilagen, um deren Beachtung wir die Abonnentinnen und Abonnenten bitten. Fachtagung: Mind the gap! Zugangsbarrieren zu kulturellen Angeboten und Konzeptionen niedrigschwelliger Kulturvermittlung. Ausstellungsprojekt Was sehen Sie, Frau Lot? zu sexualisierter Gewalterfahrung von Mädchen, Jungen und Frauen Integrationsbetrieb Pfefferbräu Paritätische Akademie, Masterstudium Programm Theater Thikwa Gesundheit Berlin Benefizkonzert UHW-Stiftung, Ferienförderung 2014 Die Aktion Mensch fördert 2014 Ferienmaßnahmen für behinderte Menschen. Förderanträge für Ferienmaßnahmen, die im Jahr 2014 stattfinden, können im Zeitraum ab dem 1. November 2013 bis einschließlich 31. März 2014 auf der Homepage der Aktion Mensch (www. aktion-mensch.de) gestellt werden. Weitere Auskünfte Christiane Helbig, Der Paritätische Berlin e. V. Brandenburgische Straße 80, Berlin; Tel.: 030 / Neue Namen, neue Adressen Neu im Paritätischen Berlin: Rückhalt Verein für körperpsychotherapeutische Krisenbegleitung e. V.; Starweg 78, Ahrensberg Sitz in Berlin: c/o Praxis und Institut für körperpsychotherapeutische Krisenberatung und Schrei-Baby-Ambulanz; Herrn Gerd Poerschke; Peschkestraße 14 // Gartenhaus, EG re; Berlin, Tel.: 030/ Jugendnetzwerk Lambda Berlin-Brandenburg e. V. Manteuffelstraße 19; Berlin; Tel.: 030/ Fax: 030/ ; Migrationsrat Berlin-Brandenburg e. V.; Oranienstraße 34; Berlin Tel.: 030/ ; Fax: 030/ Neue Adresse: Horizonte - für Familien - gemeinnützige Gesellschaft mbh neue Adresse: Alt-Reinickendorf 35, Berlin Die Mitgliedsorganisation ist weiterhin unter den bekannten Telefon-/Faxnummern, -Adressen sowie der Homepage erreichbar. 8 November 2013

10 Gesamtverband Paritätischer Gesamtverband Charta zur sozial gerechten Energiewende Umwelt- und Sozialverbände fordern von künftiger Bundesregierung Verknüpfung von schneller Energiewende mit engagierter Sozialpolitik In einer gemeinsamen Charta fordern Umwelt-, Wohlfahrts- und Sozialverbände von der künftigen Bundesregierung eine gerechtere Verteilung der Kosten der Energiewende und für einkommensschwache Haushalte dafür geeignete sozialpolitische Lösungen. Energie- und Sozialpolitik dürften nicht länger gegeneinander ausgespielt werden. Vielmehr müssten in den Koalitionsverhandlungen die Weichen für eine konsequent ökologische und zugleich sozial gerechte Energiewende gestellt werden. Unterzeichner der Charta sind der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Paritätische Gesamtverband, die Nationale Armutskonferenz, der Arbeiterwohlfahrt Bundesverband, die Diakonie Deutschland und die Volkssolidarität, der Deutsche Naturschutzring (DNR), die Naturfreunde und die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger kritisierte die verengten energiepolitischen Debatten der letzten Monate: Für steigende Strompreise werden ungerechtfertigter Weise vor allem die erneuerbaren Energien verantwortlich gemacht. Mit diesem Argument werden dann das Gemeinschaftsprojekt Energiewende und das erfolgreiche Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien diffamiert. Weiterentwickelt werden muss das Gesetz, aber so, dass die Investitionssicherheit für Projekte der Bürgergesellschaft gewährleistet bleibt. Priorität haben muss vor allem die Abschaffung ungerechtfertigter Bevorzugungen von Teilen der Industrie. Schneider will wegweisende ökologische und soziale Leitplanken Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Ulrich Schneider, verwies auf die laufenden Koalitionsverhandlungen und dass jetzt der richtige Zeitpunkt sei, wegweisende ökologische und soziale Leitplanken aufzustellen: Energiewende und soziale Gerechtigkeit, ökologische Vernunft und soziale Verträglichkeit müssen Hand in Hand gehen, soll Deutschland weiter Vorreiter bleiben. Ein künftiger Koalitionsvertrag muss konkrete Formulierungen und Maßnahmen enthalten, die nicht nur den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien garantieren, sondern auch die Unterstützung für einkommensschwächere Haushalte regeln. Leistungen wie das Arbeitslosengeld zwei, Wohngeld, die Grundsicherung im Alter oder die Sozialhilfe müssten steigende Energiekosten künftig berücksichtigen. Auch die Reduzierung des Energieverbrauchs ist ein wichtiges Instrument, um Verbraucher bei den Stromkosten zu entlasten. Deshalb gehört das bisher vernachlässigte Thema der Energieeffizienz ganz oben auf die politische Agenda, so Schneider. Ratenzahlungen von maximal einem Zehntel des Hartz-4-Regelsatzes gefordert Die Charta enthält weitere detaillierte Vorschläge zur Umsetzung einer sozial gerechten Energiewende. Die Verbände fordern unter anderem, eine vierteljährliche Abrechnung der Energiekosten mit der Angabe aktueller Strompreise, des Durchschnittsverbrauchs sowie der entsprechenden Vergleichszahlen aus dem Vorjahr einzuführen. Die Energieversorger müssten außerdem verpflichtet werden, Energieschuldnern Ratenzahlungen von maximal einem Zehntel des Hartz-4-Regelsatzes anzubieten. Um Stromsperren zu verhindern, müssten Jobcenter, Sozialämter und Energieversorger im Rahmen von Clearingverfahren gemeinsam mit den Betroffenen nach entsprechenden Lösungen suchen. Der Zugang zu Strom und Energie gehört zur Daseinsvorsorge, für die der Staat Verantwortung trägt, sagte der BUND-Vorsitzende Weiger. Das heißt nicht, dass Energie verschwendet werden darf. Aber über Energiesparberatungen und die Förderung der Ausstattung sozial schwacher Haushalte mit energieeffizienten Geräten lassen sich die nötigen Voraussetzungen schaffen, damit alle Zugang zu bezahlbarer Energie haben und zugleich gespart werden kann, sagte Weiger. Foto: Eon November

11 Vereinsrecht Vor der paritätischen Fachtagung am Müssen sich freigemeinnützige Vereine zukünftig als GmbHs organisieren? Droht die Zerschlagung einer über mehr als 100 Jahre gewachsenen Rechtstradition? Von Prof. Frank Judis, Rechtsanwalt Während bislang die Rechtsform des eingetragenen Vereins mit seinem partizipatorischen Ansatz regelmäßig die richtige Rechtsform war, um im freigemeinnützigen Bereich in der Wohlfahrtspflege im weitesten Sinne zu agieren, vertritt das Berliner Oberlandesgericht das Kammergericht durch den dortigen 25. Senat jedenfalls in den Fällen von Bildungseinrichtungen und Kindertagesstätten die Auffassung, dass der Verein nicht die richtige Rechtsform sei, weil hier ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb unterhalten werde, es würden Leistungen am Markt an Dritte verkauft. Dann handele es sich nicht mehr um einen Idealverein, sondern um einen Wirtschaftsverein, dem die Regelungen des Vereinsrechts versperrt sind, er müsse sich vielmehr der in der Rechtsordnung vorgesehen Regelungen der handelsrechtlichen bzw. genossenschaftlichen Gesellschaftsformen bedienen (GmbH, AG, eg, usw.). Zwar sei grundsätzlich beispielsweise die Betreuung und Bildung von Kindern ein ideeller Zweck, der auch gesellschaftlich begrüßenswert sei, solche Zwecke könnten allerdings auch kommerzialisiert werden. Es könne ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb entstehen, argumentiert das Kammergericht Durch Inanspruchnahme von staatlichen Subventionen oder Fördermitteln sowie der entgeltlichen Anbietung von Leistungen könne durchaus ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb entstehen. Auf eine Gewinnerzielungsabsicht komme es nicht an. Auch das sogenannte Nebenzweckprivileg (eine wirtschaftliche Tätigkeit eines Idealvereins ist dem nicht wirtschaftlichen Hauptzweck des Vereins funktional untergeordnet) führe nach Auffassung des Kammergerichts nicht weiter in den von ihm geprüften Fällen, weil das Kammergericht dieses Nebenzweckprivileg nicht qualitativ sondern quantitativ bewertet, also von der Größenordnung (in Geld) der wirtschaftlichen Tätigkeit ausgeht und dies ins Verhältnis setzt, ohne dies freilich numerisch erfassen zu können, zu dem ideellen Hauptzweck. Bisher war in der Rechtsprechung anerkannt, dass die Tätigkeit eines Vereins, der nach seiner Satzung ausschließlich steuerbegünstigte (gemeinnützige, wohltätige oder kirchliche) Zwecke verfolgt und entsprechend durch die Finanzverwaltung anerkannt ist, in diesem Bereich jedenfalls unter das Nebenzweckprivileg fällt, eben weil der ideelle Zweck im Vordergrund steht. Im jüngsten vom Kammergericht entschiedenen Fall (eines Altvereins) konnte das Kammergericht diese Problematik offen lassen, weil es davon ausging, dass eine Anerkennung als gemeinnützig bisher nicht vorliege (was nicht zutraf). Die Rechtsbeschwerde zum Bundesgerichtshof hat das Kammergericht bisher stets nicht zugelassen mit dem für den Laien sehr knappen Hinweis, es lägen die Voraussetzungen für die Rechtsbeschwerde nicht vor. Hierzu muss man wissen, dass in Verfahren dieser Art der Rechtsweg vor den Bundesgerichtshof nur eröffnet ist, wenn das Oberlandesgericht hier das Kammergericht die Rechtsbeschwerde zulässt, ansonsten ist der Weg zum Bundesgerichtshof verschlossen. Mit seinen Entscheidungen bricht das Kammergericht eine Rechtstradition Die Rechtsbeschwerde ist zuzulassen, wenn entweder die Rechtssache grundsätzliche Bedeutung hat oder die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtssprechung eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs erfordert. Damit scheint durch, dass das Kammergericht meint, die entschiedenen Fälle hätten keine grundsätzliche Bedeutung. Mit seinen Entscheidungen bricht allerdings das Kammergericht eine seit sehr Langem entstandene Rechtstradition. Die Einzelheiten insoweit wollen wir hier in diesem begrenzten Rahmen nicht ausführen. Auch darüber wird in der vom Paritätischen Berlin mitveranstalteten Fachtagung am zu reden sein (siehe Hinweis in diesem Rundbrief auf Seite 5). Immerhin konnte der Autor mit einem der für derartige Fälle zuständigen Richter beim Kammergericht, dem Berichterstatter, ein längeres Gespräch führen, bei dem auch die Dimensionen dieser Rechtsprechung des Kammergerichts für den freigemeinnützigen Bereich erörtert wurden. Es wurde in Aussicht gestellt, unter Umständen doch, sofern die Voraussetzungen vorliegen, in künftigen Fällen die Rechtsbeschwerde zuzulassen. Wenn das Registerfericht mit Amtslöschungsverfahren droht Erstaunt war der Richter über die Handlungsweise des Registergerichts, das in der letzten Zeit zunehmend auch seit Langem bestehende Vereine mit einer gemeinnützigen Zielsetzung, seit neuerem auch außerhalb des Kita- und Schulbereichs nicht nur wenn Satzungsänderungen anstehen, sondern auch ohne besonderen Anlass offenbar nach Überprüfung der Altakten anschreibt und Rechtsformwechsel anregt und andern- 10 November 2013

12 Vereinsrecht falls mittelbar mit einem Amtslöschungsverfahren bedroht, eben weil nach Auffassung des Vereinsregisters, die Voraussetzungen für einen Idealverein nicht vorliegen. Dies ist beispielsweise geschehen im Fall eines gemeinnützigen Trägers, als Verein organisiert, der sich mit Eingliederungshilfe für psychisch Kranke, betreutem Wohnen, Kontakt- und Beratungsstellen, Obdachlosenarbeit, therapeutischen Wohngemeinschaften, beschäftigt. Sowohl in diesen Fällen wie auch in denjenigen Fällen, in denen Eintragungsanträge bei neu gegründeten Vereinen zu bearbeiten sind, wie bei Fällen, in denen Satzungsänderungsanträge bis hin zur Veränderung der Zusammensetzung des Vorstandes vom Vereinsregister zu bearbeiten sind, findet sich immer wieder in den Aufforderungsschreiben, die sodann vielfach das Vereinsregister an die Vereine sendet, folgende Aufforderung mit sinngemäß ähnlichem Wortlaut: Solche oder ähnliche Aufforderungsschreiben versendet das Vereinsregister an die Vereine Durch Orientierung an der aktuellen Rechtsprechung des Kammergerichts hat die Überprüfung der Aktenlage ergeben, dass der Verein als wirtschaftlicher Verein tätig ist der Verein ist mit seinen Einrichtungen auf Dauer am Markt gegen Entgelt tätig. Sie bieten regelmäßig Leistungen am Markt gegen Entgelt an und treten wie ein Unternehmer auf und stehen damit in Konkurrenz zu vergleichbaren Einrichtungen. Dabei kommt es nicht auf Gewinnerzielung und Gewinnerzielungsabsicht an. Die entgeltliche Tätigkeit kann auch über die Zahlung von Mitgliedsbeiträgen erfolgen. Es wird Ihnen nahegelegt zu überprüfen, wie es Ihnen am besten gelingt, Ihre Einrichtung im Wege der Anwendung des Umwandlungsrechts in eine andere Rechtsform umzuwandeln (z. B. gemeinnützige GmbH). Dazu müssten Sie sich an einen Notar Ihrer Wahl wenden. Das wäre der richtige Weg, um zu verhindern, dass das Registergericht für den Verein ein Amtslöschungsverfahren einleiten müsste, um ihn wegen Wirtschaftlichkeit aus dem Register zu löschen. Für die vereinsinterne Prüfung wird Ihnen zunächst eine Frist von... Monaten gewährt. Was ist zu tun? Zu unterscheiden sind folgende Fallgruppen a) Der Verein hat sich gegründet, er ist noch nicht eingetragen. Das Vereinsregister sperrt sich (im besten Falle hat hier im Rahmen einer Vorprüfung beim Finanzamt für Körperschaften der Verein bereits eine Mitteilung desselben erhalten, dass unter gemeinnützigkeitsrechtlichen Gesichtspunkten keine Bedenken gegen die Satzung bestehen, im schlechtesten Falle hat es noch keine Kontaktaufnahme mit dem Finanzamt für Körperschaften gegeben). b) Der Verein besteht bereits, er ist anerkannt gemeinnützig, wohltätig oder kirchlich und begehrt die Eintragung wie auch immer gearteter von Mitgliederversammlung beschlossenen Satzungsänderungen. c) Der Verein besteht, er ist als gemeinnützig anerkannt und erhält quasi aus heiterem Himmel einen Brief des Registergerichts, wie oben skizziert. Was wäre, wenn: Der Verein hat sich gegründet, er ist noch nicht eingetragen Zu a): Dies ist die schwierigste Konstellation, weil ohne Eintragung im Vereinsregister, die ja zu dem Zusatz e.v. führt, kein selbstständiges Rechtsobjekt entstehen kann. Zwar kann der Verein, wenn er sich gegründet hat, auch als nicht rechtsfähiger Verein agieren, jedoch wird er jenseits der überbewerteten Haftungsproblematik als solcher von Zuwendungsgebern als Partner nicht akzeptiert werden. Der formale Gang wäre Stellungnahme zum Schreiben des Registergerichts mit der Aufforderung, einzutragen, Ablehnung, Beschwerde, Entscheidung durch das Kammergericht, das eventuell die Rechtsbeschwerde zulässt oder auch nicht. Eine Nichtzulassungsbeschwerde gibt es bekanntlich nicht. Das Ganze dauert. Wer die Zeit nicht hat oder nicht haben will oder den Aufwand und die Kosten scheut, wird, obwohl wir wie andere für den freigemeinnützigen Bereich sowohl die Praxis des Berliner Vereinsregisters wie die Kammergerichtsrechtssprechung für falsch halten, eine andere Rechtsform wählen müssen. Gemeinnützigkeitsrechtlich ist dies ohne Belang, weil es hier auf die Tätigkeit ankommt, nicht auf die Rechtsform, unter der diese Tätigkeit ausgeübt wird. Dass damit die gesamte Entwicklung der Wohlfahrtspflege im freigemeinnützigen Bereich seit weit mehr als 100 Jahren konterkariert wird Menschen schlossen und schließen sich zusammen, um anderen zu helfen, nicht um Profite für sich zu machen und erfüllen damit auch und gerade den Sozialstaatsauftrag unserer Verfassung an den Staat aus Art. 20 Abs. 1 GG, dafür gewährt dieser den Vereinen Zuwendungen wie steuerliche Privilegierungen im Rahmen der Gemeinnützigkeit, soll hier nur angedeutet werden. Was wäre, wenn: Der Verein besteht bereits, er ist anerkannt gemeinnützig Zu b): Hier kann es sich empfehlen, den Eintragungsantrag kurzerhand zurückzunehmen. Dies löst aber das Problem nicht, es wird lediglich Zeit gewonnen. Sofern eine Rechtsbeschwerde in irgendeinem Verfahren zugelassen wird und der Bundesgerichtshof eine andere Entscheidung fällt, die Mustercharakter hätte, wäre dann möglicherweise das Problem gelöst. Was wäre wenn: Der anerkannt gemeinnützige Verein erhält einen Brief des Registergerichts Zu c), Variante 1: Der Verein gibt nach, weil ihn Quere- November

13 Vereinsrecht / Gehälterstudie len mit dem Vereinsregister von seiner eigentlichen Arbeit abhalten, er den Aufwand und die Kosten scheut. Er gründet also entweder aus oder wandelt um, letzteres ist durchaus nicht einfach, wenn es sich um einen mitgliederstarken Verein handelt. Es gibt noch weitere Varianten, der Platz reicht hier nicht, um all dies aufzublättern. zu c:) Variante 2: Der Verein argumentiert gegen die Auffassung des Vereinsregisters. Die Ankündigung einer eventuellen Amtslöschung hat mit dem eigentlichen Amtslöschungsverfahren nichts zu tun. Dieses beginnt erst mit der formellen Mitteilung des Registergerichts, dass die Absicht bestehe, den Verein aus dem Vereinsregister zu löschen, verbunden mit dem Hinweis, dass hiergegen Widerspruch eingelegt werden könne unter Setzung einer angemessenen Frist hierzu. Sodann Widerspruch, sofern der Widerspruch keinen Erfolg hat, ein entsprechender Beschluss des Registergerichts, dagegen das Rechtsmittel der Beschwerde zum Kammergericht und eventuell, soweit vom Kammergericht zugelassen, die Rechtsbeschwerde zum Bundesgerichtshof. Bis zur rechtskräftigen Entscheidung ist die Löschung nicht wirksam. Es besteht im Übrigen auch noch, nachdem der Rechtsweg erschöpft ist, die Möglichkeit der Verfassungsbeschwerde wegen einer eventuellen Verletzung des Art. 9 Abs. 1 GG. Was kann bzw. sollte der Paritätische, was sollten die Dachverbände tun? Es sollte eine Doppelstrategie verfolgt werden: 1. Zum einen sollten die Verbände Musterverfahren unterstützen, die durch die Instanzen getrieben werden, gleichzeitig sollte versucht werden, ein quasi Stillhalten des Vereinsregisters zu erreichen, bis eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs vorliegt. 2. Zum anderen sollte auf rechtspolitischem Wege Einfluss auf den Bundesgesetzgeber genommen werden mit dem Ziele, 21 des Bürgerlichen Gesetzbuches klarstellend zu ändern bzw. zu ergänzen, etwa durch die Einfügung eines Absatzes 2 bei 21 z. B. mit folgendem Wortlaut: Vereine, deren Zwecke von den zuständigen Finanzbehörden als gemeinnützig, mildtätig oder kirchlich anerkannt sind, oder die eine Bestätigung der zuständigen Finanzbehörde vorlegen, dass sie als solche anerkannt werden, sobald die Eintragung der von der zuständigen Finanzbehörde geprüften Satzung durch das Registergericht erfolgt ist, sind, solange sie diese Voraussetzungen erfüllen, Vereine, deren Zweck nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gerichtet ist. Der Paritätische ist nach unserer Kenntnis bereits in beide Richtungen aktiv Denjenigen Vereinen, die bisher keinen konkreten Kontakt mit dem Vereinsregister haben, kann nach dem Ausgeführten praktisch eigentlich nur empfohlen werden, sich mit Satzungsänderungen, soweit möglich, zurückzuhalten. Hier wollen wir freilich nicht unerwähnt lassen, dass es möglicherweise inzwischen in Berlin auch eine gewisse Konkordanz zwischen dem Finanzamt für Körperschaften und dem Vereinsregister gibt, weil uns jüngst ein Schreiben des Finanzamts für Körperschaften vorgelegt wurde, in dem dieses anregt, einen Formwechsel vorzunehmen unter Hinweis auf die Kammergerichtsrechtsprechung. Hier zeigt sich einmal mehr, dass Handlungsbedarf besteht. Was Chefs verdienen - im Sozialen und in der Industrie Gehälter im Vergleich Er ist männlich, 50 Jahre alt und legt Wert auf seinen Dienstwagen. Sein Jahresgehalt liegt bei Euro brutto. So sehen, einer Studie des Handelsblatt zufolge, die Kerndaten des typischen deutschen GmbH-Geschäftsführers aus. Spitzenreiter bei den Gehältern sind Führungskräfte in der Industrie, deren Bezüge sogar um Euro über dem Durchschnitt liegen. Frauen verdienen nicht nur weniger, ein Dienstwagen für Geschäftsführerinnen ist in der Anschaffung wesentlich günstiger und wird im Vergleich zu den Männern weniger als Statussymbol gewichtet. Auf Euro brutto belief sich 2010 hingegen das durchschnittliche Jahresgehalt eines Geschäftsführers, der die sozialen Dienste einer gemeinnützigen Einrichtung im Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin zu verantworten hat. Wenn man die ehrenamtlich geführten Organisationen mit einberechnet, dann sinkt dieser Wert auf Euro. Über die Hälfte der Geschäftsführergehälter bewegt sich zwischen bis Euro pro Jahr. Ein Viertel liegt darunter, ein Viertel darüber. Die öffentliche Diskussion vor drei Jahren um die Höhe von Gehältern in der Geschäftsführung sozialer Organisationen hatte den Landesverband veranlasst, eine Arbeitshilfe zur Vergütungsorientierung zu entwickeln. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RöverBrönner befragte dazu im Auftrag des Paritätischen Berlin 650 Mitgliedsorganisationen zur Geschäftsführervergütung. Rund 300 Mitglieder steuerten Informationen bei. Mitglieder des Landesverbandes erhalten die Studie über ein Kontaktformular: Die Handelsblatt- Studie ist bestellbar auf der Seite handelsblatt-shop.de 12 November 2013

14 Lektüre Mitgefühl In Alltag und Forschung Multimedial zu Empathie, Compassion und Mitgefühl Das Werk, das hier besprochen wird, ist ungewöhnlich, und zwar aus unterschiedlichen Gründen. Erstens: Es ist für die Nutzer kostenlos, garantiert ohne Reklame, und ein Geschäftsmodell scheint auch nicht dahinter zu stecken. Im Jargon der Netzgemeinde ist Mitgefühl In Alltag und Forschung eine Open Source -Sammlung. Zweitens: Mitgefühl In Alltag und Forschung wurde, wie es im Vorwort heißt, von der Max-Planck- Gesellschaft produziert und gesponsert also von der hochrenommierten Forschungsinstitution, von der wir dickleibige Folianten und überkomplexe Tagungsbände erwarten, aber keine Produktion eines Multimediaprojektes, das Buchstaben und Sätze zu wissenschaftlichen Aussagen versammelt, aber auch Toncollagen, Filmschnipsel, Fotografien, Referatsmitschnitte, Power Points, Interviews. Drittens ist das Werk ungewöhnlich, weil es in (fast) alle gängigen Anwendungen übertragen wurde, um sie auf E-Book-Lesegeräten wie Kindle (*.mobi), Torino (*.epub), aber auch auf Tablets oder ganz gewöhnlichen PCs beziehungsweise Macs nutzen zu können. Das klappt zwar nicht mit allen Readern und Tablets gleichermaßen komfortabel (es fehlt z.b. eine App für Android), aber es klappt mit Tönen, Filmen, Bildern, Computerlinks, Zahlen und Buchstaben. Viertens ist das Werk ungewöhnlich, weil es sich auf (meist) verständliche und nachvollziehbare Weise der Themen Empathie, Compassion und Mitgefühl annimmt drei Begriffe, die so munter und unbefangen durcheinander gewürfelt werden, dass es definitionsbesessene Grundlagenforscher die Stirnfalten zerfurchen muss. Aber es geht eben nicht um die Ursuppe der Empathieforschung, sondern darum, wie sich Compassion und Mitgefühl im Alltagserleben zeigen, wie sie trainiert werden, wie sie in Unterricht, Alltagskommunikation und Therapie zur Entfaltung gelangen können. Erfahrung mit Mitgefühlstraining heißt anwendungsorientiert das erste Kapitel, in dem Eziehungswissenschaftler, Neuro- und Kognitionsforscher sowie Psychologen zu Worte kommen, die zumeist in den Tania Singer und Matthias Bolz (Hrsg.) Mitgefühl - In Alltag und Forschung. ebook-copyright: Max Planck Society, Munich, Germany. Preis 0 Euro. Vereinigten Staaten, forschen, lehren oder praktizieren. Ein Beispiel bietet das Referat ( Being with Dying ) von Joan Halifax, einer buddhistische Zen-Lehrerin, Anthropologin, Menschenrechtsaktivistin und Autorin von Büchern zu Sterbebegleitung und Buddhismus. Ihr Aufsatz ist mit anrührend friedlichen Fotos von Sterbenden und Gestorbenen illustriert, die in ihren letzten Tagen und Stunden mitfühlende Sterbebegleitung erfuhren. Ihre Erfahrungen fasst die Autorin in Leitsätzen zusammen, die sich an Sterbebegleiter wenden. Sterbebegleitung erfordert Mitgefühl für den Patienten und sich selbst. Vorsicht vor pathologischem Altruismus und anderen Randzuständen! Ärzte und Pflegekräfte sollten nicht auf Ergebnisse fixiert sein. Als Lehrer des Mitgefühlstrainings präsentieren die Emotionsforscherin, Pädagogin und weltbekannte Expertin für Mimikerkennung, Erika Rosenberg und die Sozialarbeiterin / Doktorandin Eve Ekman ihre wissenschaftlichen und beruflichen Erfahrungen, zum Beispiel in der Krisenintervention. Ihre Quintessenzen muten trivial an, sind aber erfahrungs- und empiriegesättigt: Die Öffnung des Herzens kann zunächst Wut, Angst und Trauer, aber auch Freude hervorrufen. Gedichte, Geschichten und Beispiele aus dem täglichen Leben helfen, das Herz zu erweichen. Wachsende Liebe generiert sich aus sich selbst heraus. Schließlich das Kapitel Unsere Kinder unterrichten. Wohlwollen und Mitgefühl in Grundschulen und Pflegeverhältnissen, in dem die Autoren Brooke Dodson-Lavelle und Geshe Lobsang Tenzin Negi zu den wohlbegründeten Annahmen kommen: Schon im Alter von fünf Jahren können Kinder gezielt für Mitgefühl sensibilisiert werden. Woher kommt mein Pullover? : Wie sich das Konzept der Interdependenz vermitteln lässt. Mitgefühlstraining kann auch Jugendlichen helfen, die unter einem Kindheitstrauma leiden. Nicht nur ihre Referate wurden in englischer Sprache gehalten und können als kurze Filmchen angesehen werden. Untertitel sorgen dafür, dass man mindestens auf dreierlei Weise lernen kann: Erstens, wie vielfältig Empathie unser Leben bereichern kann. Zweitens, wie gut man das Fachenglische lernen, memorieren und anwenden kann, wenn man es in Wort, Bild, Ton und Untertitel dargereicht bekommt. Drittens, wie interessant es sein kann, auch kompliziert-trockene Wissenschaftsinhalte mittels moderner Informationstechnik zu erfassen. November

15 Bürgerengagement Am 30. November verwandelt sich das Gelände der Albert Schweitzer Stiftung Wohnen & Betreuen in einen festlich und sternenreich geschmückten Adventsbasar. Unter dem diesjährigen Motto Sternenweihnacht erwartet die Besucher von bis Uhr ein abwechslungsreiches Musik- und Unterhaltungsprogramm für Groß und Klein. Veranstaltungsort: Albert Schweitzer Stiftung Wohnen & Betreuen, Bahnhofstraße 32; Berlin. Auch in diesem Jahr feiert die Albert Schweitzer Stiftung Wohnen & Betreuen ihren Adventsbasar. Viele festlich geschmückte Stände laden zum Stöbern und Entdecken ein. Und wer noch auf der Suche nach einem passenden Weihnachtsgeschenk ist, wird hier sicherlich fündig. Mit warmem Punsch, Stollen, Waffeln, gebrannten Mandeln, Bratwürsten und vielen anderen Leckereien ist auch für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt. Zur musikalischen Einstimmung auf die Adventszeit spielt das Blechblasensemble Hauptstadtblech sowie die Musikschule MelodiKa aus Blankenburg. Beim Auftritt des stiftungseigenen Chors Die Sternensänger sind alle zum Mitsingen eingeladen. Ein Höhepunkt des Nachmittags ist die fesselnde Feuershow, die für einen Moment die winterliche Kälte vertreibt. Auf die kleinen Besucher warten ein Kinderkarussell und eine Rodelbahn sowie viele Mitmach-Aktionen: Sie können z.b. einen Brief an den Weihnachtsmann in Himmelpfort schreiben, die Tiere des stiftungseigenen Streichelzoos besuchen oder Stockbrot über dem Feuer backen. Die Albert Schweitzer Stiftung - Wohnen & Betreuen ist ein soziales Dienstleistungsunternehmen, welches im Norden Berlins an neunzehn Standorten Menschen mit Pflegebedarf sowie Menschen mit seelischen oder geistigen Beeinträchtigungen betreut. Stiftung Gute-Tat.de Klassikvergnügen moderiert von Holger Wemhoff Ein Klassikvergnügen verspricht das Benefizkonzert der Stiftung Gute Tat am 12. November um 20 Uhr im Kammermusiksaal der Philharmonie. So viele hochkarätige Stars stehen selten gemeinsam auf der Bühne noch dazu für einen guten Zweck! Holger Wemhoff führt entspannt durch einen Abend, an dem Klassikstars wie Max Emanuel Cencic, Nils Mönkemeyer und Jan Vogler einige ihrer Lieblingsstücke präsentieren. Schon zum vierten Mal lädt die Stiftung Gute Tat, langjährige Initiatorin sozialen Engagements, zu einem Konzerterlebnis ein: Der Countertenor Max Emanuel Cencic, 2013 mit dem Echo-Klassik ausgezeichnet, wird begleitet von den Dresdner Kapellsolisten mit Arien aus seiner neuen CD für frischen Wind auf der Konzertbühne sorgen. Weitere Höhepunkte dieses Konzertereignisses sind garantiert mit dem Geiger Michael Barenboim (Sohn des Dirigenten Daniel Barenboim), dem Bratscher Nils Mönkemeyer, dem Klarinettisten David Orlowsky, der Pianistin Mona Asuka Ott, dem Cellisten Jan Vogler und seiner Frau, der Geigerin Mira Wang. Nach der Eröffnung durch den Staats- und Domchor Berlin (Foto oben) erwartet die Gäste u.a. Musik von Vivaldi, Bach und Rosetti. Mit dem Kauf Ihrer Karte tragen alle Gäste dazu bei, dass die Stiftung Gute Tat sich weiterhin für über 500 Projekte in Berlin einsetzen kann, die ehrenamtliche Hilfe benötigen. Mehr über die Aktivitäten der Stiftung Gute Tat erfahren Sie unter Karten (20 45 Euro zzgl. Vorverkaufsgebühr) gibt es unter oder und an allen bekannten Vorverkaufsstellen 14 November 2013

16 Bürgerengagement Foundation Center Gutes tun gewusst wie Am 4. September 2013 hat das Foundation Center aus New York eine Niederlassung in Berlin eröffnet. Das Foundation Center ist die führende Informationsquelle für Philanthropie weltweit. Die Organisation unterstützt zivilgesellschaftliche Akteure dabei, Förderer und Fördergelder ausfindig zu machen, damit sie ihre Arbeit und ihr gesellschaftliches Engagement erfolgreich umsetzen können. Dabei stellen die Datenbanken des Foundation Centers Informationen zu mehr als Förderern und 2,3 Millionen Förderprogrammen bereit. Service für gemeinnützige Organisationen Die Initiative ProDialog hat sich als Partner des Foundation Centers beworben und eine Lizenz bekommen, die es Interessierten erlaubt, in ihren Räumen in Berlin-Mitte auf die Datenbank zuzugreifen. Wir wollen damit gemeinnützigen Organisationen hierzulande einen besonderen Service bieten. US-amerikanische Stiftungen sind auch für deutsche Nonprofit-Organisationen potenzielle Geldgeber, sagte ProDialog-Projektleiterin Stefanie Lysk gegenüber dem Nachrichtendienst bürgeraktiv. In der Lounge der Initiative ProDialog in Berlin-Mitte erhalten gemeinnützige Institutionen jetzt kostenfreien Zugang zu umfangreichen Wissen über Philanthropie sowie zu einer Datenbank mit Informationen zu mehr als Förderern und 2,3 Mio. Förderprogrammen eine ideale Quelle für gemeinnützige Organisationen auf der Suche nach neuen Förderern. Tägliche und kostenlose Recherchemöglichkeiten Eine Fachbibliothek rund um das Thema Fundraising und ein umfangreiches, kostenloses Seminarangebot geben zusätzliche Hilfestellung in der Ansprache von Förderern und in der Akquise von Fördermitteln. Allen Besuchern ist es täglich und kostenfrei möglich, auf das Wissen des US-amerikanischen Foundation Centers zuzugreifen und Förderer für ihre Projektvorhaben zu recherchieren. Initiative ProDialog GmbH Dorotheenstr Berlin Fon: ; Fax: Web: Samariter Interkulturell (SAM In) ist für den Förderpreis der Helfenden Hand nominiert! Der renommierte Preis des Bundesinnenministeriums zeichnet Ideen und Konzepte aus, die das Interesse der Menschen für ein ehrenamtliches Engagement im Bevölkerungsschutz wecken. SAM In wurde in der Kategorie Innovative Projekte nominiert. Der ASB setzt im Berliner Multikulti-Stadtteil Neukölln auf das Modellprojekt Sam In, um junge Menschen mit Migrationshintergrund zu erreichen. Dürfen Ersthelfer eine muslimische Frau Mund zu Mund beatmen? Solche und ähnliche Fragen klären Jugendliche zusammen mit ihren Coaches im Modellprojekt SAM In. Das Programm des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) soll mehr junge Menschen mit Migrationshintergrund für das Ehrenamt begeistern und den Dialog zwischen den Kulturen fördern.über den Förderpreis hinaus gibt es die die Möglichkeit, einen Publikumspreis zu gewinnen. Der Publikumsliebling unter den nominierten Projekten wird per Online-Abstimmung bis zum 18. Dezember 2013 gewählt. Der Fachdienst Wasserrettungsdienst (WRD) im ASB-Landesverband Berlin e.v. ist für den Deutschen Engagementpreis 2013 vorgeschlagen. Seit über 100 Jahren engagiert sich der WRD für Berlin. Zurzeit engagieren sich über 600 Samariter und Samariterinnen ehrenamtlich im ASB-Wasserrettungsdienst Berlin. Der VdK Marzahn-Hellersdorf distanziert sich von Neonazis und rechtspopulistischen Gruppierungen und engagiert sich solidarisch gegen Fremdenfeindlichkeit und für die Asylbewerber in Marzahn-Hellersdorf. In einer Erklärung betonten Mitglieder des Sozialverbands: Die Ereignisse um das neue Flüchtlingsheim in unserem Stadtteil Hellersdorf haben nichts mit einer toleranten Gesellschaft zu tun. Wir werden es nicht dulden, dass Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, weil ihnen dort Tod, Folter oder politische Verfolgung droht, nicht die Möglichkeit der Integration in unserem Land bekommen sollen. Der Kreisverband wird alle Aktivitäten unterstützen, um den Asylbewerbern und Migranten einen ungefährdeten Aufenthalt zu sichern. November

17 Pressespiegel Notiert, zitiert, gedruckt Paritätische Themen in den Berliner Tageszeitungen die kompletten Beiträge sind über die zitierten Links im Internet abzurufen. Für einen Beitrag Pflege im Wandel, der in der Oktoberausgabe des Wirtschaftsmagazins des Tagesspiegels erschien, sprach Inga Höltmann auch mit Ute Zentgraff über Senioren-WGs: Dabei trat das Konzept der Senioren-WGs seinen Siegeszug von Berlin aus an. Hier gab es schon vor zehn Jahren die ersten, sagt Ute Zentgraff, Referentin für Pflege beim Paritätischen Wohlfahrtsverband. Von Berlin aus sind sie in den letzten Jahren in die ganze Bundesrepublik gekommen. Wenige Tage zuvor, am 28./29. September, hatte die Berliner Zeitung mit Ute Zentgraff ein Interview geführt. Thema: Die aktuelle Pflegesituation in Berlin und die Rolle der Weiterbildungsmaßnahmen der Agentur für Arbeit. Zentgraff: Die Erfahrung der Pflegeeinrichtungen ist, dass der Arbeitsmarkt insbesondere an Pflegefachkräften leergefegt ist und auch die Arbeitsagenturen hier nur wenig Unterstützung leisten können. Verband Alleinerziehender Mütter und Väter Berlin feiert 40. Geburtstag Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter Berlin e.v. feiert in diesen Tagen seinen 40. Geburtstag. Vor diesem Hintergrund interviewte der Rundfunk Berlin-Brandenburg die Geschäftsführerin des Vereins, Elisabeth Küppers zum Jubiläum und zum Thema Alleinerziehend im Allgemeinen. sendungen/vis_a_vis/201310/ html Wohin entwickelt sich der Bezirk und welche Rolle spielt dabei die Stadtteilarbeit? In einem Vorbericht wies das Anzeigenblatt Berliner Woche am 16. Oktober auf eine Podiumsdiskussion im Stadtteilzentrum am Teutoburger Platz hin. Auf dem Podium diskutierte u.a. Birgit Monteiro, Geschäftsführerin beim Verband für soziokulturelle Arbeit. Die Macher wollen ein anderes Bewusstsein für den Umgang mit beschädigten Gegenständen schaffen. So fasste die Berliner Zeitung am 4. Oktober einen Bericht über das Repair Café zusammen, das seit rund einem halben Jahr seine Dienste anbietet - unter dem Dach der Nachbarschaftsheime Teutoburger Platz beziehungsweise Kreuzberg. Bis 2017 Jugendsozialarbeit an allen Berliner Schulen, fordert der Paritätische Schulen verlieren Sozialarbeiter, überschrieb die Berliner Morgenpost einen Bericht, wonach von Januar an laut Haushaltsplan 20 Stellen an den Berliner Schulen gestrichen werden sollen. Auch der Paritätische Wohlfahrtsverband, Dachverband der freien Träger, fordere die Abgeordneten auf, die Haushaltsplanung sofort zu korrigieren und die bisherigen Standorte zu sichern. Zudem solle ein Stufenplan vereinbart werden, um alle Schulen spätestens bis 2017 mit Jugendsozialarbeit auszustatten. article /schulen-verlieren-sozialarbeiter. html Ihr 100-jähriges Bestehen nutzte die Deutsche Lebens- Rettungs-Gesellschaft (DLRG), um gegen die Schließung von Schwimmbädern zu demonstrieren. Mit ungefähr 200 Rettungsbooten hätten sie einen eineinhalb Kilometer langen Korso auf der Spree und auf verschiedenen Kanälen der Innenstadt gebildet, schreibt die Berliner Morgenpost am 20. Oktober. Die DLRG kritisiere, dass seit 2007 bundesweit 285 Bäder dicht gemacht wurden. Ungefähr 450 Einrichtungen seien bedroht. html?tabpane=zeitung Ente voran!, so überschrieb der Tagesspiegel am 17. Oktober seinen Bericht über das 100jährige DLRG-Jubiläum, und weiter: Die Lebensretter vom DLRG feiern 100-Jähriges mit einem Bootskorso samt vier Meter hohem Tier. Heute sei die Lebensrettungs-Gesellschaft mit 1,2 Millionen Mitgliedern und Förderern die größte Wasserrettungsorganisation derwelt und darüber hinaus die einzigehilfsorganisation, die sich fast ausschließlich auf ehrenamtliche Helfer stütze. Allein in Berlin verfüge die DLRG über11000 Mitglieder und Förderer, so Landeseinsatzleiter Frank Villmow. 16 November 2013

18 Pressespiegel 100-die-lebensretter-feiern-geburtstag/ html In einem ausführlichen Vorbericht wies der Tagesspiegel am 17. Oktober auf ein erstes Benefizkonzert hin, das zugunsten der Opferfonds der Hinterbliebenen des NSU-Terrors ausgerichtet wurde. Unter anderem war der Konzertchor Friedenau beteiligt, der sich unter dem Dach des Nachbarschaftsheims Schöneberg engagiert. Sie alle singen, wie (die Manegerin) Carstens sagt, um denen, die auch als Flüchtlinge hoch motiviert zu uns ins vergleichsweise reiche Deutschland kommen, das Gefühl zu geben, sie sind willkommen. In einem Vorbericht wies die Berliner Morgenpost am 26. Oktober auf den Marktplatz für gute Taten hin. Die Stiftung Gute-Tat.de lädt am 28. Oktober zum 8. Gute-Tat-Marktplatz ins Ludwig Erhard Haus. Engagierte Unternehmer können sich dort mit sozialen Organisationen in Berlin austauschen, die ihren Hilfsbedarf vorstellen. Am 5. Oktober stellte der Tagesspiegel in einem Porträt Markus W. vor, der in U- und S-Bahnen die Obdachlosenzeitungen motz und Straßenfeger verkauft. In dem Straßenreport wird auch Andreas Düllück zu den Schwierigkeiten, Obdachlosenzeitungen heutzutage an die Leser zu bringen: Selbst Parkplätze und Bürgersteigewerdenzuweilenzuverbotenen Zonen für jene, die Straßenzeitungen verkaufenwollen. Für solche, die betteln, ohnehin. Wirwehren uns gegen dievertreibung bedürftiger Menschen, sagt Chefredakteur Düllick, der den Verkauf von Straßenzeitungen auch als Demonstration versteht. Seht her, wir sind da! AucharmeMenschenhabeneinRecht auf ihren Platz mitten in der Gesellschaft. Anfang Oktober eröffnete das Blindenhilfswerk Steglitz eine neue Küche Anlass für den Tagesspiegel, am 10. Oktober einen Artikel Ganz nach Gefühl zu überschreiben. Seit 1886 engagiere sich das Hilfswerk in Steglitz für blinde und sehbehinderte Menschen. Die Euro für die Küche seien hauptsächlich vom Senat aus Stiftungsgeldern finanziert worden. Für die Küchengeräte sei die Sparkasse aufgekommen. html Debatte um Sexarbeiterinnen in Berlin: Arbeiten Huren freiwillig oder unter Zwang? Arbeiten Huren freiwillig oder unter Zwang? In Berlin gibt es beide Phänomene und viel Kriminalität, so fasste der Tagesspiegel am 1. November einen Bericht über Prostitution in Berlin zusammen, in dem auch Expertinnen von Hydra e.v. zu Wort kamen. Ähnlich sieht man das bei Hydra e.v. einem Verein, der seit 33 Jahren Prostituierte in Berlin berät. Zwischen 6000 und 8000 sollen es momentan sein, heißt es bei Hydra. Und weitaus mehr als die aktuelle Debatte interessiere die Ratsuchenden, das viele Jobcenter keine Leistungen zahlen, weil sie bezweifeln, dass die Frauen selbstständig arbeiten. Auf höchstens drei Prozent schätzt man in der Beratungsstelle die Zahl der Frauen, die im zum Anschaffen gezwungen werden. Engagierte Berliner in Paritätischen Mitgliedsorganisationen Säulen der Berliner Zivilgesellschaft Über einen eventuellen Verzicht auf den Ausschank russischer Wodkas wird in der Berliner Clubszene diskutiert, weil in Russland Homosexuelle unterdrückt werden. Dies plant der Berliner Lesben- und Schwulenverband nicht: Man setze eher darauf, Kontakte in Russland zu nutzen, um Veränderungen zu bewirken, schreibt der Tagesspiegel am 6. Oktober Aktuelle Stellenangebote und -gesuche finden Sie im Internet stets hier: November

19 Aktuell Foto: babysmile Im Oskar, dem Oskar-Ziethen-Krankenhaus des Sana- Klinikums Lichtenberg gab es ein fröhliches Programm zur Weltstillwoche Anfang Oktober Sana Klinikum Lichtenberg Rekordbabyboom im September 2013 Nachdem im Sana Klinikum Lichtenberg mit dem Standort Oskar-Ziethen-Krankenhaus ( Oskar ) bereits im August das Baby das Licht der Welt erblickte, gibt es erneut einen Rekord zu vermelden. Im Monat September wurden 311 Kinder geboren. Das ist seit 1981 die höchste Geburtenzahl in unserem Kreißsaal, so Dr. Birgit Weber, Oberärztin der Geburtshilfe. Wir freuen uns, dass das Konzept unseres Eltern-Kind-Zentrums so gut angenommen wird. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, nicht nur den Kindern den Weg auf die Welt zu erleichtern, sondern als Babyfreundliches Krankenhaus sind wir für die Familien auch über den stationären Aufenthalt hinaus ein Anlaufpunkt mit vielfältigen Angeboten. Aktionstag in der Weltstillwoche 2013 Die Geburtshilfe des Sana Klinikums Lichtenberg ist seit 2007 Babyfreundliches Krankenhaus eine Auszeichnung der WHO und Unicef. Diese WHO/Unicef- Initiatve gibt jeweils ein internationales Motto für die Weltstillwoche heraus. In diesem Jahr lautete dieses: Mütter in den Mittelpunkt. Die Stillberaterin, Kerstin Groß, freute sich für ihre Muttis aus dem Stilltreff. Das ist ein tolles Motto! Wir werden unseren Müttern ein richtiges Verwöhnprogramm bieten. Eine Kosmetikerin und eine Masseurin waren schnell zu begeistern. Am 2. Oktober war es endlich soweit. Um 10 Uhr wurden die Mütter mit ihren Babys mit einem gemütlichen Frühstück begrüßt das heißt Frühstück nur für Mama, denn alle Babys werden ja voll gestillt. Das Zimmer des Chefarztes wurde kurzer Hand zum Kosmetiksalon umfunktioniert und der Konferenzraum diente für einen Tag als Massagesalon. Es war für alle Beteiligten ein schöner Tag, die Muttis waren total entspannt, die Akteure total geschafft und alle zusammen total glücklich. Betreuung auch nach der Entlassung Die Klinik bietet eine Still-Hotline, Unterweisungen durch eine Stillberaterin, Hausbesuche der Hebammen und einen wöchentlichen Stilltreff in der Klinik. Sana Klinikum Lichtenberg Das Sana Klinikum Lichtenberg ist Mitglied der Initiative Qualitätskliniken.de. Das Klinikum gehört zur Sana Kliniken Berlin-Brandenburg GmbH, die Einrichtungen zur ambulanten, stationären und rehabilitativen Gesundheitsversorgung in Berlin und Brandenburg betreibt. Der Paritätische Berlin ist mit knapp 25 Prozent Anteilseigner der Sana Kliniken Berlin-Brandenburg GmbH. 18 November 2013

20 Aktuell Neues Zahlungsverkehrssystem Sepa-Einführung sind Sie fit? Die Sepa Einführung ab dem bedeutet die endgültige Ablösung aller nationalen Zahlungsverkehrssysteme. Von Ursula Fischer Ab diesem Zeitpunkt werden die Kontonummern und Bankleitzahlen durch die Iban und Bic ersetzt. Das bedeutet auch, dass eine Plausibilitätsprüfung zwischen Empfängernamen und Kontonummer nicht mehr stattfindet. Schwerpunktmäßig ist diese Umstellung für alle Einrichtungen von Bedeutung, die mit Lastschrifteinzug arbeiten (Mitgliedsbeiträge, Spenden, Elterngeldern und anderen Einrichtungsfinanzierungen). Der erste Schritt ist via Internet eine Gläubiger-Indentifikationsnummer bei der Deutschen Bundesbank für die eigene Einrichtung zu beantragen. Diese Nummer dient zur Vorlage bei der Bank, wenn Lastschriften eingereicht werden. Sepa schreibt für das Lastschriftverfahren eine Doppelfunktion vor. 1. Ermächtigung des Zahlungsempfängers, den fälligen Betrag einzuziehen 2. Weisung des Zahlungspflichtigen an seine Bank, die Lastschrift zu bedienen. Neu ist auch, dass bei der Lastschrifteinreichung bei der Bank Sepa-Einreichungsfristen zu beachten sind, damit die Ausführung erfolgt. Alle Sepa-Lastschriften müssen eine Mandatsreferenznummer Schuldneridentifikation und weitergehende Informationen enthalten. Diese Referenznummer geht über die bisherigen Debitoren-Nummern der Buchhaltung hinaus. Jede Organisation sollte eine Struktur der Mandatsreferenz festlegen, damit diese automatisch in der Buchhaltung eingelesen werden kann (insbesondere bei Dauerlastschriften). Daher ist eine Sepa-Fähigkeit des Buchhaltungsprogrammes die Voraussetzung für die ordnungsgemäße Erfassung aller Einzüge. Die gesamte Sepa-Mandatsverwaltung sollte in das IT-System eingebunden sein. Das Sepa-fähige Banking sollte unbedingt mit der Hausbank geklärt werden. Sepa benutzt ein anderes Dateiformat ein Update ist notwendig oder ggf. eine Rücksprache mit dem Softwarehersteller. Der Berliner Paritätische Landesverband hat seinen Mitgliedsorganisationen via Mail eine Arbeitshilfe für den neuen Zahlungsverkehr zugesandt, die vom Landesverband Niedersachsen zur Verfügung gestellt wurde. Weitergehende Informationen gibt es bei der Bank für Sozialwirtschaft (BfS / Sie stellt dort die Formulare für alte Lastschriftkunden und Neukunden vor. Außerdem findet man auf dieser Seite auch Musterschreiben zur Umstellung auf den neuen Zahlungsverkehr. Für vertiefende Informationen steht die BfS gerne zur Verfügung. Aber auch jede andere Hausbank hilft Ihnen gerne weiter. Das bisher genutzte Überweisungsformular für z.b. Spenden ist durch ein Sepa-Formular zu ersetzen. Es sollte begonnen werden, auf den Briefbögen die eigenen Iban und Bic aufzudrucken. Bitte bedenken Sie, dass im Januar 2014 alle Maßnahmen, die den Sepa-Zahlungsverkehr sichern, abgeschlossen sein sollten. Die Paritätische Akademie bietet bei Bedarf zu diesem Thema Schulungen an. Operatives Geschäft eingestellt Mut -Übertragung abgeschlossen 22 Jahre war die Mut Gesellschaft für Gesundheit mbh ein verlässlicher Partner. Die Mitarbeiter der Mut haben viele verschiedene Projekte der Gesundheits- und Beschäftigungsförderung initiiert. Mitte Februar 2014 wird die Mut Gesellschaft für Gesundheit mbh ihr operatives Geschäft einstellen. Es ist aber gelungen, alle Projekte an andere Träger zu übergeben: Die Tagestätte Mut zur Nachbarschaft mit ihrer medizinischen und zahnmedizinischen Betreuung von Obdachlosen in Berlin-Lichtenberg, das Stadtteilzentrum Pestalozzi-Treff und das Projekt Familienbildung gingen über an den Humanistischen Verband Deutschlands, Landesverband Berlin-Brandenburg. Die Suchtberatungsstelle Treptow hat das Johannische Sozialwerk übernommen. Im Herbst diesen Jahres konnte die Tagesstätte für Obdachlose und Bedürftige an die Gebewo pro GmbH sowie das Betreute Einzelwohnen Treptow-Köpenick an die Gebewo Soziale Dienste GmbH übergeben werden. Auch alle Mitarbeiter in diesen Projekten wurden übernommen. Ein Wermutstropfen aber bleibt: Zwei Mitarbeiterinnen aus dem Bereich Finanzen/Projektbetreuung mit mehr als 15-jähriger sowie eine Personalsachbearbeiterin mit über 7-jähriger Erfahrung bei der Mut Gesellschaft für Gesundheit mbh suchen noch neue Aufgaben. Bettina Lange, Geschäftsführerin November

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