Für eine Handvoll Dollar Chancen und Risiken der Vermarktung von mobilen Apps

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1 Für eine Handvoll Dollar Chancen und Risiken der Vermarktung von mobilen Apps Thomas Künneth 1

2 Zur Person hauptberuflich IT-Architekt mit Schwerpunkt Präsentationsschicht und Clients nebenberuflich: Artikel und Bücher zu den Themen Java Swing, Eclipse und Android 2

3 Warum mobile Apps entwickeln? weil es der Arbeitgeber so will aus persönlichen Interesse weil es angeblich leicht ist, auf diese Weise reich zu werden 3

4 Vom Tellerwäscher zum Millionär Wie ist die Wahrnehmung, durch den Verkauf von Apps reich werden zu können, entstanden? Beispiele... 4

5 Erfolgreich mit Apps - Doodle Kids ein sehr einfach gehaltenes Malprogramm für ios wurde von dem damals (Anfang 2009) 9 jährigen Jungen Lim Ding Wen aus Malaysia entwickelt wurde in weniger als 2 Wochen 4000 mal heruntergeladen wurde kostenlos abgegeben wurde in den Medien oft erwähnt 5

6 Erfolgreich mit Apps - ishoot Zerstören feindlicher Geschütze für ios wurde 2008 vom damaligen Sun-Mitarbeiter Ethan Nicholas in seiner Freizeit entwickelt Verkäufe anfangs schleppend nach Veröffentlichung einer Light-Version Beginn einer Erfolgswelle breite Berichterstattung über die Kündigung bei Sun und den enormen Einnahmen in kurzer Zeit (oftmals > US-Dollar pro Tag) 6

7 Erfolgreich mit Apps - Trism ein Puzzle-Spiel mit Dreiecken für ios hat sich in sehr kurzer Zeit sehr oft verkauft ( US-Dollar in zwei Monaten) wurde in einer Apple-Veranstaltung zum ios 3 vorgestellt wurde von einem Einsteiger in seiner Freizeit entwickelt hat breites Echo in den Medien gefunden 7

8 Die Beispiele nähren den Mythos allesamt Einsteiger in die ios-entwicklung alle Apps sind in kurzer Zeit in der Freizeit entstanden haben (mit Ausnahme von Doodle Kids) zu erstaunlichen Einnahmen geführt wurden von Einzelpersonen, nicht Firmen, geschaffen Also ist der Mythos wahr? 8

9 Also ist der Mythos wahr? Alle Beispiele stammen aus der Anfangszeit des Apple App Stores (damals ca Apps insgesamt) generell großes Medieninteresse an iphone, ios und dem App Store es sind dennoch Einzelfälle (3 von ) spielen heute keine Rolle mehr Und wie sieht die Situation heute aus? 9

10 Situation Frühjahr 2011 Zahl der verkauften Geräte ist deutlich gestiegen Das bedeutet: noch mehr potentielle Nutzer Aber: auch die Zahl der Apps dramatisch gestiegen bei Konkurrenten ist es leichter, in den oberen Rängen zu bleiben, als bei Beispiele für aktuell erfolgreiche Apps... 10

11 Erfolgreich mit Apps - Angry Birds ein Geschicklichkeitsspiel für zahlreiche Plattformen wurde vom finnischen Entwicklerstudio Rovio entwickelt viele Millionen Downloads Erfolg aufgrund kontinuierlicher Weiterentwicklung zusätzliche Einnahmen durch Merchandising 11

12 Erfolgreich mit Apps - BILD HD elektronische Ausgabe der gleichnamigen Zeitung als ipad-app profitiert vom Bekanntheitsgrad der Print-Version App an sich tritt in den Hintergrund, eigentlicher Kaufgrund ist der Inhalt 12

13 Erfolgreich mit Apps - DB Navigator Mobiler Fahr- und Streckenplan, auf mehreren Plattformen verfügbar Teil des Service-Angebots der Deutschen Bahn 13

14 Was hat sich seit 2008 verändert? 14

15 Professionalisierung Aktuelle Produkte fallen grafisch und akkustish opulenter aus ausgefeilte Animationen schicke Grafik vielfältiger Sound sind generell umfangreicher und bieten mehr Funktionen oft steht nicht App, sondern Inhalt im Vordergrund 15

16 Firmen entdecken die App Stores Der App Store im Jahr 2008 wurde von Einzelpersonen und Kleinunternehmen dominiert Apps waren also Einzelleistungen Firmen entdecken App Stores zunehmend als Serviceplattform Die Firmen-App ist aber auch... Aushängeschild (wie die Website in der.com-ära) Werbemedium (zum Beispiel Automobilindustrie) zusätzliche Einnahmequelle 16

17 Und wie geht es weiter? Marktforschungsinstitut Forrester rechnet bis 2015 mit 38 Milliarden US-Dollar Umsatz durch den Kauf von Apps für Smartphones und Tablets Auch für den Einsatz in Unternehmen wird zunehmend Geld für mobile Apps ausgegeben (Eigenentwicklungen und Kooperationen mit Drittanbietern) Es gibt mehrere lukrative Plattformen 17

18 iphone. ipad. ios....und der Rest? Anteile am App-Store-Markt (Umsätze in Millionen Dollar) Anbieter Umsatz 2009 Marktanteil 2009 Umsatz 2010 Marktanteil 2010 Veränderung zum Vorjahr Apple App Store ,80 % ,70 % 131,90 % Blackberry App World 36 4,30 % 165 7,70 % 360,30 % Nokia Ovi Store 13 1,50 % 105 4,90 % 719,40 % Google Android Market 11 1,30 % 102 4,70 % 861,50 % Gesamt ,00 % ,00 % 160,20 % Quelle: wirtschaft_unternehmen_business_isuppli_apple_verliert_anteile_am_app_store_markt_story htm 18

19 Und was bedeutet das? Apple hat 2010 trotz wachsender Konkurrenz seine Führungsposition im Markt für mobile App-Stores behauptet. Der Abstand zur Konkurrenz wird bis auf weiteres signifikant bleiben wird der App-Store-Markt um 81,5 Prozent wachsen und der Branche Einnahmen von 3,9 Milliarden Dollar bescheren Apple wird bis 2014 mindestens 50 Prozent Anteile halten Quelle: wirtschaft_unternehmen_business_isuppli_apple_verliert_anteile_am_app_store_markt_story htm 19

20 Zwischenstand Die Bedeutung mobiler Apps nimmt kontinuierlich zu. Es gibt mehrere potentiell lukrative Plattformen. Man kann... als Einzelperson / Kleinunternehmen Apps verkaufen für eine Firma arbeiten, die Apps verkauft bzw. vertreibt 20

21 Wahl der Plattform Welche Plattform verspricht den höchsten Gewinn? Wie viel verdiene ich mit jeder verkauften App? Wie viele potentielle Kunden/Käufer gibt es? Wie kauflustig sind die Kunden? Auf welcher Plattform fühle ich mich am wohlsten? technische Aspekte wie Programmiersprache, -modell, Einheitlichkeit nicht-technische Aspekte wie Open Source vs. walled garden 21

22 Chancen und Risiken des ios-marktes viele Apps (> ) für den Endanwender riesige Auswahl (there is an app for that...) Aber auch viele gleiche Apps: Kunden ärgern sich zunehmend über den x-ten Twitter-Client App Store-Redaktion versucht, dem Anwender Hilfestellungen zu geben (App der Woche) Für Entwickler schwierig Wie aus der Masse herausstechen? Wie überhaupt Aufmerksamkeit erlangen? Wie für Promotion der eigenen App sorgen? 22

23 Chancen und Risiken anderer Märkte Android: Situation zunehmend mit ios vergleichbar Zahl der Apps wächst stetig (> ) Zahl der Mitbewerber (Entwickler und Produkte) steigt ebenso schnell für Windows Phone und webos gilt wenige konkurrierende Apps wenige Kunden Blackberry und Symbian riesige Basis Symbian-Zukunft fraglich 23

24 Verdienstmöglichkeiten je Plattform Praktisch alle Stores orientieren sich derzeit an Apples Regelung Android kennt sogenannte secondary markets Nicht alle Android-Geräte erhalten Zugriff auf Googles Marktplatz; Hersteller solcher Geräte müssen Kunden alternative Angebote unterbreiten neuer Trend: neue Märkte setzen viel intensiver auf User, um Apps zu bewerten Beispiele: Netzbetreiber-Märkte, Amazon 24

25 Was bringen alternative Märkte? monetäre Bedeutung für Entwickler derzeit kaum ermittelbar erhöhen die Zahl potentieller Käufer/Kunden erhöhter Aufwand für den Entwickler durch Bereitstellung der App / Updates auf mehreren Marktplätzen vor allem Amazons Marktplatz lässt aufgrund der geballten Marketingmöglichkeiten gute Verkaufszahlen erwarten 25

26 Weitere zusätzliche Einnahmequellen Schalten von Werbung so genannte in app-käufe Abonnements Spendenaufrufe Realisierbarkeit muss für die geplante Zielplattform ggf. geprüft werden 26

27 Und wo bleiben die versprochenen Erfahrungen? 27

28 Ein Entwickler - zwei Apps 28

29 Beweggründe persönliches Interesse Wie werden Android-Apps entwickelt? Wie werden Apps veröffentlicht? Chance, darüber zu berichten... :-) monetäre Apskete spielen keine Rolle Warum Android? Nähe zu Java offener Ansatz (als Entwickler und Anwender) Apps auch für den Eigenbedarf 29

30 TKBirthdayReminder Geburtstagsliste seit Mitte 2009 verfügbar füllt Lücke im Funktionsumfang ist kostenlos ca Downloads (9. März 2011) die erste eigene Android-App (mit dem Wissen des Entwicklers gereift ;-)) 30

31 TKBirthdayReminder (Screenshots) 31

32 TKWeek universelles Datums- und Kalenderwerkzeug seit Frühjahr 2010 verfügbar Nischenprodukt kostenpflichtig ca. 400 Downloads (Stand 9. März 2011) 32

33 TKWeek (Screenshots) 33

34 Jeder Einsteiger zahlt Lehrgeld traurige Wahrheit: die erste App reift bei den Anwendern Kenntnis der APIs reicht nicht fehlendes Wissen um Zusammenhänge sorgt für wackelige Struktur lernen durch Fehlermeldungen der Nutzer in der Anfangszeit viel Refactoring und Umbauten nötig Fehler in frühen Versionen sorgen natürlich für schlechte Bewertungen 34

35 Auch die Plattform selbst reift nicht nur die Reife der eigenen Apps nimmt zu, auch Android selbst hat große Sprünge gemacht jede neue Plattform-Version bot Möglichkeiten, die eigenen Apps zu verfeinern sorgt aber für Aufwand und grenzt Nutzer älterer Systemversionen aus 35

36 Anfragen (per ) ca s pro Woche Wünsche, den Funktionsumfang zu erweitern oder zu ändern Wenn Du noch xyz einbaust, gibt's 5 Sterne Schade, kann xyz nicht -> 1 Stern Fehlermeldungen Läuft nicht auf xyz konkrete Fehlerbeschreibungen sind selten Lob oder Tadel extrem selten: Spendenangebot 36

37 Auffällig ist... viele Kunden erwarten extrem kurze Reaktionszeiten viele Kunden erwarten Erfüllung individueller Wünsche oftmals fehlt Einsicht, dass App-Entwicklung Geld kostet (Kommentare wie 1,59 ist ja unverschämt teuer ) Apps bekommen selten eine zweite Chance - tut sie nicht, was sie in den Augen des Kunden soll, wird sie gelöscht Professionalisierung der Apps wird von Kunden vehement eingefordert viele Kunden erwarten konsequente Weiterentwicklung der App 37

38 Der Android Market aus Entwicklersicht Kunden können Apps bewerten und kommentieren Entwickler haben derzeit keine Möglichkeit, darauf zu reagieren Kontaktaufnahme mit Käufer nicht möglich wie in vielen Bewertungssystemen findet sich viel Kommentar- Müll 38

39 Wie geht es weiter? Trend der Professionalisierung und Kommerzialisierung hält an zunehmend Erstellung mobiler Apps als Angesteller Bedeutung der Hobbyisten wird weiter abnehmen Spezialthemen und Nischenprodukte eher noch durch Einzelkämpfer 39

40 Lohnt es sich, einzusteigen? für Firmen auf jeden Fall als Entwickler auch, wenn man für Firmen arbeiten will als Einzelperson nur in seltenen Fällen (wobei sich lohnen nicht ausschließlich monetär bedeuten muss) für Kundensupport, Pflege und Weiterentwicklung der App sollte viel Zeit veranschlagt werden 40

41 Verteilung Android-App-Downloads 41

42 Milchmädchen-Rechnung Downloads bei App für 50 Cent: Einnahmen bei 10 je Stunde verdient nur, wer weniger als 43 Tage an der App sitzt für Konzeption, Design, Implementierung und Test bleibt also vergleichsweise wenig Zeit 42

43 Und wenn ich schon eine App habe? prüfen, ob sich eine Light-Version lohnen könnte (Achtung: Pflegeaufwand) in app-käufe ermöglichen versuchen, die App durch andere promoten zu lassen Werbung in der App schalten ggf. in secondary markets ablegen (Achtung: Aufwand bei neuen Versionen) 43

44 Fragen? Vielen Dank! 44

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