Ab ins Bett, kleiner Bär

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1 Zum Vorlesen für Kinder ab 3 Jahren! Britta Teckentrup Ab ins Bett, kleiner Bär Es war spät im Herbst. Die Tage waren kurz geworden und die meisten Blätter schon von den Bäumen gefallen. Bald würde der ganze Wald tief verschneit sein. Der Winter stand vor der Tür. 1

2 Und heute sollte der große Tag sein. Der kleine Bär und Mama Bär waren fleißig und hatten ihre Höhle für den Winterschlaf hergerichtet. Der kleine Bär tollte durch das bunte Herbstlaub. Er war ganz aufgeregt. Mami, fragte er, stimmt es, dass es bald ganz dunkel und stürmisch und kalt ist? Ja, mein kleiner Bär, dunkel und kalt. Und wenn wir im Frühjahr aufwachen? Dann ist es wieder warm, und die Sonne scheint. Komm, wir wollen unseren Freunden gute Nacht sagen! 2

3 Zuerst kamen sie am Dachsbau vorbei. Hallo Dachs, wir gehen jetzt in Winterschlaf!, rief der kleine Bär aufgeregt. Ja, ja, es wird allmählich kalt, antwortete der Dachs, ich gehe jetzt auch bald zu Bett. Schlaf gut und träum schön! Gute Nacht, Dachs!, rief der kleine Bär. Dann trafen sie die Füchsin mit ihren Jungen. Gute Nacht, mein Freund, sagte die Füchsin, wir sehen uns im Frühjahr wieder! Und jeder der kleinen Füchse gab dem kleinen Bär einen Gutenachtkuss. Dann begegneten sie dem Reh. Gute Nacht Reh! Träum schön, mein Lieber! 3

4 Ich muss jetzt in den Bau!, rief das Kaninchen, schlaf gut, kleiner Bär! Pass auf, dass dich die Flöhe nicht beißen!, kicherten die Mäuse und rannten in ihre Löcher. Gute Nacht, Eichhörnchen! Hier hast du ein Betthupferl aus meinem Wintervorrat! 4

5 Nacht, Eule!, rief der kleine Bär, obwohl er wusste, dass die Eule Bären nicht leiden konnte. Pffft, machte die Eule, Schlafmützen... liegen auf der Bärenhaut, und wir müssen sogar nachts wachbleiben und im Wald für Ordnung sorgen. Und sie drehte ihren Kopf ganz nach hinten. Und jetzt stand auch schon der alte graue Wolf vor ihnen. Gute Nacht, mein kleiner Lieblingsbär, sagte der Wolf mit seiner tiefen Stimme, ich werd von Zeit zu Zeit bei euch nach dem Rechten sehen. Die Schatten waren schon ganz lang, da setzte sich der kleine Bär oben auf dem Hügel neben seine Mama, kuschelte sich eng an sie und schaute zu, wie die Sonne unterging. Es wurde dunkel, und die Luft roch nach Schnee. Der Wind wehte so kalt, dass der kleine Bär zitterte. Da wusste Mama Bär, dass es Zeit war. Ab ins Bett, kleiner Bär, sagte sie. 5

6 Drinnen in ihrer Höhle war es gemütlich und warm. Der kleine Bär gähnte und rollte sich auf dem weichen Laub zusammen. Mami, bleibst du auch bei mir? Immer, sagte Mama Bär. Mami, flüsterte der kleine Bär, kannst du mich noch einmal ganz fest drücken? Und Mama Bär drückte den kleinen Bären so fest, wie nur Bären es können. Mami, gibst du mir noch einen Kuss? Mama Bär beugte sich herab und gab dem kleinen Bären einen ganz sanften Kuss. Mami... Der kleine Bär konnte seinen Satz nicht zuende sagen, denn jetzt schlief er schon. Mama Bär musste lächeln. 6

7 Ich hab dich lieb, flüsterte sie dem kleinen Bären ins Ohr. Und rollte sich neben ihm zusammen, ganz nah neben ihm. Und sie hörte, wie er leise atmete. Dann schlief sie selbst ein. Und beide träumten sie vom warmen Sonnenschein im Frühling. 7

8 Winterruhe, Winterschlaf, Winterstarre Braunbären, Eichhörnchen, und Dachse halten eine Winterruhe. Das heißt: Sie schlafen nicht fest vom Herbst bis zum Frühling durch, sondern wachen ab und zu auf und suchen gelegentlich auch nach Nahrung. Trotzdem sparen sie durch die Ruhe viel Energie, weil sie sich wenig bewegen und ihre Körpertemperatur etwas absenken. Das ist wichtig in der kalten Jahreszeit, wenn sie nicht viel zu fressen finden können. Bären ruhen in ihrer Bärenhöhle. Die Mutter überwintert mit ihren Jungen, die bis zu zwei Jahre bei ihr bleiben. Vater Bär ist ein Einzelgänger und ruht alleine für sich. Das Eichhörnchen legt im Winter längere Schlaf- beziehungsweise Ruhephasen in seiner Baumhöhle ein. Man kann es aber auch öfters auf dem Boden sehen, wo es nach Nahrung sucht oder die Wintervorräte ausgräbt, die es im Herbst angelegt hat. Dachse ruhen in ihrem Bau. Ihre Winterruhe kann je nachdem, wie kalt es ist, einige Tage bis mehrere Monate dauern. Echte Winterschläfer sind Igel, Fledermäuse, Siebenschläfer und Murmeltiere. Sie schlafen tief und fest ( wie die Murmeltiere ) vom Herbst bis zum Frühjahr bei deutlich niedrigerer Körpertemperatur als im wachen Zustand. Fische, Frösche, Eidechsen, Schildkröten und Insekten können ihre Körpertemperatur nicht unabhängig von der Außentemperatur regeln. Sie kühlen im Winter daher so weit ab, dass sie sich gar nicht mehr bewegen: Sie fallen in Winterstarre. Andere Tiere wieder sind winteraktiv: Die Eule ist wie die meisten Vögel den ganzen Winter über munter. Der Wolf, der Fuchs, das Reh und das Kaninchen bekommen ein dickes Winterfell, so dass die Kälte ihnen wenig anhaben kann. Fuchs und Kaninchen gehen außerdem oft in ihren Bau, um sich aufzuwärmen. Auch die meisten Mäuse schlafen oder ruhen im Winter nicht. Sie legen sich für den Winter einen Vorrat an und suchen sich einen warmen Unterschlupf. 8

9 Neugierig geworden? Sie können das Buch im Buchhandel erwerben oder in Ihrer örtlichen Bücherei ausleihen! Britta Teckentrup: Ab ins Bett, kleiner Bär Copyright 2013 Verlagshaus Jacoby & Stuart, Berlin ISBN: Gebundene Ausgabe: 32 Seiten Eine gut erzählte Geschichte macht aus den Ohren Augen. Machen Sie mit beim Bundesweiten Vorlesetag der Stiftung Lesen, der ZEIT und der Deutschen Bahn Stiftung am 21. November 2014 und setzen Sie ein Zeichen für das Vorlesen! Anmeldung und weitere Informationen finden Sie auf unserer neu gestalteten Website: 9

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