Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland in den ersten drei Quartalen 2016

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1 Stand: 04. November 2016 Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland in den ersten drei Quartalen 2016 Quartalsbericht der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) * Erstellt durch das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden- Württemberg (ZSW) im Rahmen des BMWi-Vorhabens Wissenschaftliche Begleitung der Arbeiten der Arbeitsgruppe Erneuerbare-Energien-Statistik (AGEE-Stat) und der Geschäftsstelle der AGEE-Stat" Geschäftsstelle der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) am Umweltbundesamt Wörlitzer Platz Dessau-Roßlau

2 Überblick Für die ersten drei Quartale 2016 kann ein weiteres Voranschreiten des Ausbaus der erneuerbaren Energien in Deutschland dokumentiert werden. Erste Zahlen, welche die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in den Monaten Januar bis September ermittelt hat, zeigen, dass im Strombereich die Nutzung erneuerbarer Energien weiter ausgebaut wurde und die Stromerzeugung aus diesen Technologien in der Summe das Niveau des Vorjahreszeitraums nochmals leicht übertreffen konnte. Für die ersten Auswertungen in diesem Bericht wurden Daten des Anlagenregisters der Bundesnetzagentur, der Transparenzplattform der Übertragungsnetzbetreiber, des BDEW und der AGEB herangezogen. Aufgrund der starken Witterungsabhängigkeit der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien aber auch des gesamten Energieverbrauchs als Bezugsgröße können aus diesen Daten noch keine abschließenden Schlussfolgerungen bezüglich der Entwicklung der erneuerbaren Energien und ihrer Anteile am Energieverbrauch für das Gesamtjahr 2016 gezogen werden. Entwicklung im Strombereich Installierte Leistung Die aktuelle Veröffentlichung des Anlagenregisters durch die Bundesnetzagentur belegt, dass der Ausbau der Nutzung von Windenergie und Photovoltaik auch im dritten Quartal 2016 weiter vorangeschritten ist. Bei der Photovoltaik lag der Zubau im dritten Quartal jedoch mit 278 Megawatt nur noch halb so hoch wie im Vorjahreszeitraum (553 Megawatt). Im gesamten Betrachtungszeitraum von Januar bis September ergibt sich dadurch im Jahresvergleich ein Rückgang des Zubaus um rund ein Drittel von auf nur noch 792 Megawatt (s. Abbildung 1). Damit sinkt der Zubau der Photovoltaik seit 2012 kontinuierlich. Der Ausbau der Windenergie an Land hingegen lag in den ersten neun Monaten mit Megawatt um fast 50 Prozent höher als im Vorjahr (1.798 Megawatt) und steuert damit im Jahr 2016 auf eine neue Höchstmarke zu. Da jedoch der Ausbau der Windenergie auf See mit 612 Megawatt bislang um 73 Prozent unterhalb des Vorjahreswertes liegt, ist beim Windenergieausbau in der Summe mit Megawatt in den ersten drei Quartalen 2016 ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr (4.064 Megawatt) um knapp ein Fünftel zu verzeichnen. Aufgrund des Datenstands ( ) ist jedoch davon auszugehen, dass die Ausbauzahlen der ersten drei Quartale des Jahres aufgrund von Nachmeldungen noch leicht korrigiert werden müssen. Bei den anderen Technologien (Biomasse, Wasserkraft, Geothermie) konnte in den ersten drei Quartalen kein Leistungszubau in nennenswertem Umfang verzeichnet werden. Lediglich im Bereich Biogas wurde eine Leistung im Umfang von rund 110 Megawatt zugebaut. Davon dienen jedoch etwa 90 Prozent der Flexibilisierung der Anlagen und wirken sich somit nicht direkt auf den Umfang der Stromerzeugung aus

3 Abbildung 1 Vergleich des Leistungszubaus Photovoltaik 2015/16 nach Monaten und kumuliert Abbildung 2 Vergleich des Leistungszubaus Windenergie an Land 2015/16 nach Monaten und kumuliert Abbildung 3 Vergleich des Leistungszubaus Windenergie auf See 2015/16 nach Monaten und kumuliert - 3 -

4 Entwicklung im Strombereich Stromerzeugung Bei der Stromerzeugung aus Windenergie- und Photovoltaikanlagen machten sich im bisherigen Verlauf des Jahres 2016 sowohl geringere Sonnenstundenzahlen als auch schlechtere Windverhältnisse als im Vorjahr bemerkbar. Bei der Photovoltaik sorgte jedoch insbesondere der sonnige September dafür, dass der noch in den ersten sechs Monaten verzeichnete Rückgang der Stromerzeugung gegenüber dem Vorjahr ausgeglichen werden konnte. In den ersten drei Quartalen lag die Stromerzeugung mit 34,3 Mrd. Kilowattstunden uf dem Vorjahresniveau. Auch die Stromerzeugung aus Windenergie konnte den kräftigen Leistungszubau des vergangenen und aktuellen Jahres nicht abbilden. Sie nahm in den ersten neun Monaten nur leicht um 2 Prozent von 53,1 Mrd. Kilowattstunden auf 54,4 Mrd. Kilowattstunden zu. Dabei ging die Windstromerzeugung an Land trotz starken Zubaus von 48,6 Mrd. Kilowattstunden auf 46,0 Mrd. Kilowattstunden zurück, die Windstromerzeugung auf See hat sich hingegen gegenüber dem Vorjahr von 4,4 Mrd. auf 8,4 Mrd. Kilowattstunden nahezu verdoppelt. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft lag witterungsbedingt um rund 10 Prozent über dem Niveau des Vorjahres, jene aus Biomasse nahm nur noch geringfügig zu. In der Summe erhöhte sich die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp 3 Prozent von 140,0 auf 143,9 Mrd. Kilowattstunden. Es zeichnet sich ab, dass der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch im Jahr 2016 weniger stark als noch im Vorjahr ansteigen wird. Eine Übersicht über den vorläufigen Datenstand der AGEE-Stat zur Entwicklung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in den ersten 9 Monaten 2015/2016 bieten Abbildung 4 und Tabelle

5 Abbildung 4 Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im ersten bis dritten Quartal 2015/16 Tabelle 1 Entwicklung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im ersten bis dritten Quartal 2015 / 2016 Erneuerbare Energien Stromerzeugung Quartale 1 bis 3 Änderung zum Vorjahr TWh % Wasserkraft 1 15,3 16,7 9,6 Windenergie an Land 48,6 46,0-5,4 Windenergie auf See 4,4 8,4 89,8 Photovoltaik 34,3 34,3 0,0 Biogene Festbrennstoffe 2 8,2 8,3 1,0 Biogene flüssige Brennstoffe & Pflanzenöl 0,33 0,35 7,4 Biogas 3 23,2 23,9 3,0 Klärgas 1,0 1,1 3,4 Deponiegas 0,3 0,3-10,0 Biogener Anteil des Abfalls 4 4,2 4,5 5,3 Tiefe Geothermie 0,1 0,1 29,7 Summe 140,0 143,9 2,7 1 bei Pumpspeicherkraftwerken nur Stromerzeugung aus natürlichem Zufluss 2 inkl. Klärschlamm 3 inkl. Biomethan 4 biogener Anteil des Abfalls in Abfallverbrennungsanlagen mit 50 Prozent angesetzt - 5 -

6 Entwicklung im Wärme- und Verkehrsbereich Da für den Wärmebereich insbesondere das erste und vierte Quartal entscheidend sind und zu diesem Zeitpunkt noch vergleichsweise wenig belastbare Daten vorliegen, kann die Entwicklung bislang nur eingeschränkt beurteilt werden. Der weitere Ausbau von Solarthermie- und Wärmepumpenanlagen kann anhand der Antragszahlen des Marktanreizprogramms (MAP) dokumentiert werden. Witterungsbedingt nahm im Betrachtungszeitraum die Wärmebereitstellung aus Solarthermieanlagen gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht ab. Die weitaus größte Bedeutung für die Wärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien besitzen nach wie vor biogene Festbrennstoffe und damit vorwiegend Holz, dessen Verbrauch sehr wesentlich den Witterungsbedingungen folgt und bislang etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegt. In der Summe lag die Wärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien geringfügig niedriger als im Vorjahreszeitraum (107,5 Mrd. Kilowattstunden gegenüber 108,9 Mrd. Kilowattstunden im Jahr 2015). Eine Übersicht über den vorläufigen Datenstand zur Entwicklung des Wärmeverbrauchs aus erneuerbaren Energien im ersten bis dritten Quartal 2015/2016 gibt Tabelle 2. Tabelle 2 Entwicklung des Wärmeverbrauchs aus erneuerbaren Energien im ersten bis dritten Quartal 2015 / 2016 Erneuerbare Energien Endenergieverbrauch Wärme Quartale 1 bis 3 Änderung zum Vorjahr TWh % Biogene Festbrennstoffe 1 72,0 71,2-1,1 Biogene flüssige Brennstoffe 2 1,6 1,7 7,6 Biogas 3 12,2 12,7 3,9 Klärgas 1,47 1,53 4,4 Deponiegas 0,10 0,10-2,0 Biogener Anteil des Abfalls 4 8,4 8,1-3,7 Solarthermie 5,3 4,6-14,3 Tiefe Geothermie 0,8 0,7-10,6 Oberflächennahe Geothermie & Umweltwärme 5 7,1 6,9-1,7 Summe 108,9 107,5-1,3 1 Haushalte, GHD, Industrie, Heizwerke und Heizkraftwerke 2 inkl. Biodieselverbrauch in der Landwirtschaft 3 inkl. Biomethan 4 biogener Anteil des Abfalls in Abfallverbrennungsanlagen mit 50 Prozent angesetzt 5 durch Wärmepumpen nutzbar gemachte erneuerbare Wärme (Luft/Wasser-, Wasser/Wasser- und Sole/Wasser- Wärmepumpen sowie Brauchwasser- und Gaswärmepumpen) - 6 -

7 Im Verkehrsbereich ergeben Schätzungen auf Grundlage von Daten des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für die ersten drei Quartale 2016 einen leichten Anstieg des Absatzes von Biokraftstoffen gegenüber dem Vorjahr um 1,3 Prozent (s. Tabelle 3). Tabelle 3 Entwicklung des Verbrauchs erneuerbarer Energien im Verkehr im ersten bis dritten Quartal 2015 / 2016 Erneuerbare Energien Endenergieverbrauch Verkehr Quartale 1 bis 3 Änderung zum Vorjahr TWh % Biogene flüssige Brennstoffe & Pflanzenöl 0,02 0,05 177,8 Biodiesel 1 16,1 16,3 1,2 Bioethanol 6,5 6,6 1,3 Biomethan 0,3 0,3-3,2 Summe 22,9 23,2 1,3 1 Verbrauch von Biodiesel (inkl. hydrierte Pflanzenöle) im Verkehrssektor, ohne Landwirtschaft - 7 -

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