Horrheimer Krippenspiel Stern über Bethlehem

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1 1 (von Antje Müller, Horrheim) Stern über Bethlehem Szene 1: (Der Herold trägt einen langen Stock, mit dem er kräftig aufschlägt, bevor er den nachfolgenden Text aus einer Pergamentrolle abliest.) Herold (liest): Leute, Leute! Hört, was ich euch zu sagen habe. Hört den Willen des Kaisers Augustus! Alle Menschen in seinem Reich sollen gezählt werden. Jeder muß in seinen Geburtsort gehen und sich aufschreiben lassen. Wer diesen Befehl nicht befolgt, wird schwer bestraft. Das ist der Wille des Kaisers! (Herold ab.) (Maria und Josef sitzen während der Bekanntmachung hinten im Zuschauerraum.) Josef, was sollen wir jetzt tun? Wir müssen nach Bethlehem, Maria. Dort ist König David geboren, und wir stammen von ihm ab. Wenn Gott uns auf eine solche Reise schickt, dann gibt er uns auch die Kraft dazu. Du bist sehr tapfer, Maria. Vielleicht ist ja alles vorherbestimmt. Ich werde Gott darum bitten, uns zu beschützen. Sein Wille geschehe. (Maria und Josef machen sich auf den Weg.) Lied: Macht hoch die Tür (EG1), V1

2 2 Szene 2: (Die drei Weisen aus dem Morgenland klopfen von draußen an die Kirchentür. Irgendjemand öffnet.) Seht ihr? Das ist der Stern, auf den wir solange gewartet haben. (Ein Kind trägt den Stern auf einem Stab durch die Kirche zum Altar, dreht sich zur Gemeinde um und bleibt dort stehen.) Balthasar: Meinst du wirklich, dass das der Königsstern ist? Wir haben zwar in den alten Büchern davon gelesen, aber ich bin mir auch nicht sicher. Glaubt mir, ich weiß es ganz genau. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie froh ich bin. ( Das Kind trägt den Stern in die Sakristei.) Balthasar: Der Stern bewegt sich wieder. Jetzt müssen wir aufpassen, dass wir ihn nicht aus den Augen verlieren. Kommt, wir wollen dem Stern folgen. Es ist noch ein weiter Weg. (Die Weisen folgen dem Stern.) Lied: Stern über Bethlehem (EG 540), V1 + 4

3 3 Szene 3: (Beim Wirt) Also der Kaiser ist jawohl ein Pfundskerl! Mensch, das soll ihm erst mal einer nachmachen, das mit der Volkszählung. Es ist mitten im Winter, und die Leute kommen haufenweise. (Maria und Josef klopfen.) Sicher wieder Bettelleute, die klopfen leise und zaghaft. Von denen ist nicht viel zu erwarten. Bitte nehmt uns auf. Meine Frau erwartet ein Kind. Es wird bald kommen. Das fehlte mir gerade noch. Bettelleute aufnehmen, und womöglich eine Geburt. Nee, nee... Kindergeschrei in meinem Haus... bei mir nicht. Wird sowieso nicht lange am Leben bleiben. Solange Gott will! Seht zu, dass ihr weiterkommt. Ihr verderbt mir das Geschäft. Es sind schließlich harte Zeiten, da muß jeder sehen, wo er bleibt! (Wirt ab.) (Maria und Josef wollen gerade weitergehen, da zupft sie der Sohn des Wirtes am Ärmel.) David: Ich bin s nur, David, der Wirtssohn. Mein Vater ist sonst nicht so. Das Geld hat ihm den Kopf verdreht. Aber ich weiß einen Platz, wo ihr übernachten könnt. Es ist besser als unter freiem Himmel. Kommt mit! (Alle ab.) Lied: Wißt ihr noch, wie es geschehen (EG 52), V1

4 4 Szene 4: (An der Krippe. Ochs und Esel kommen.) Stell dir vor, ich habe im Traum einen Engel gesehen. Eselchen, ich glaube, du hast gestern abend zu viel Heu gefressen. So glaub mir doch! Der Engel hat sogar mit mir gesprochen. Sag mal, bist du krank? Ich meine es ernst. Diese Krippe wird bald der Thron für einen König sein. Du hast deine Eselsohren nicht richtig geputzt und nur die Hälfte verstanden. Wenn du mir schon nicht glaubst, wer dann? Aber warum suchte der Engel zwei so hässliche Tiere wie uns aus... obwohl ja Esel für gewöhnlich hässlicher sind als Ochsen. Ich beklage mich nicht, ich halte geduldig aus. Ist schon gut, Eselchen. Was machen wir jetzt? Wir müssen alles schön herrichten für den kleinen König. Er soll es gut bei uns haben. (Ochs und Esel richten die Krippe her, Maria und Josef nehmen Platz.) Lied: Zu Bethlehem geboren (EG 32), V1

5 5 Szene 5: (Engel auf der Orgelempore. Hirten vor dem Lagerfeuer.) Vitus: Du... Markus, das Feuer ist schon runtergebrannt. Geh, hol Holz und leg nach! Immer ich... der Vitus könnte ja auch mal gehen. Maul nicht rum! Du schläfst ja sowieso den ganzen Tag. (Markus geht Holz holen) O... Mann! Zum reichen Pack müsste man gehören. Die sitzen jetzt am warmen Ofen, ohne einen Finger zu rühren. Auch für uns werden mal bessere Zeiten kommen. Ich habe euch doch die Geschichte vom Messias erzählt. Ihr müsst nur daran glauben. Vitus: Die Geschichte war ja ganz schön. Aber wenn der Messias kommt... dann doch wohl zu den Reichen. Naja... die riechen auch viel besser. (Markus kommt mit dem Holz zurück, etwas verwirrt.) Vitus: Markus, was ist los... stimmt etwas nicht? Ich weiß nicht. Die Tiere sind so eigenartig. Die Hunde zieh n ihre Schwänze ein und stellen die Ohren auf. Und die Schafe drängen sich ganz dicht beieinander. Na, es wird wohl ein Unwetter geben. Was soll schon sein. Es ist auf einmal ganz still geworden. Das ist ja unheimlich! (leise Orgelmusik) Hört ihr auch die Musik? Was ist das? Ich habe Angst! Auf die Knie! Gott steh uns bei! (Alle knien nieder. Der Engel erscheint auf der Orgelempore.) Engel: Fürchtet euch nicht, ihr Hirten! Ich bringe euch die schönste Nachricht, die je auf Erden vernommen wurde. Ihr sollt es zuerst erfahren. In Bethlehem ist der Messias geboren, der Sohn Gottes. Nicht in Samt und Seide und nicht in einem Königspalast werdet ihr ihn finden, sondern in einer Futterkrippe im Stall.

6 6 Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! (Engel ab.) (Das Kind trägt den Stern zur Krippe.) Seht mal, der große Stern da... als wollte er uns den Weg zeigen. Lieber Gott, ich danke dir. Zum ersten Mal in unserem Leben dürfen wir die ersten sein. (Die Hirten gehen zur Krippe und knien nieder.) Lied: Kommet, ihr Hirten (EG 48) V1 + 3 (Während des Liedes kommen die Weisen zur Krippe.)

7 7 Szene 6: Vitus: Balthasar: Seid uns willkommen! Wir freuen uns, dass ihr da seid. Leider können wir euch nichts Besseres anbieten als diesen Stall. Das ist der neugeborene König! Es ist der Heiland der Welt. Alles ist genau, wie der Engel gesagt hat. Alles ist genau, wie es in den alten Büchern geschrieben steht. Dieses Gold bringe ich dir; denn du bist unser Licht. Diese Myrrhe soll dein Balsam sein. Wir sind deine Diener, mein König. Wir setzen alle unsere Hoffnung auf dich, mein Herr. Zum Zeichen meiner Ehrfurcht bringe ich dir Weihrauch. Hörst du mein Kind, was man Wunderbares von dir sagt? Ich werde es niemals vergessen. Habt Dank für alle eure Gaben! Lied: Herbei, o ihr Gläubigen (EG 45), V1 + 3 Ende.

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