Geographie im Studiengang Sekundarstufe II (Lehrdiplom für Maturitätsschulen)

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1 Fachportrait Geographie im Studiengang Sekundarstufe II (Lehrdiplom für Maturitätsschulen) Im Rahmen des Studienganges Sekundarstufe II erwerben Sie die fachdidaktischen und berufspraktischen Grundlagen zum Unterrichten von Geographie auf Sekundarstufe II. Das Schulfach Geographie auf der Sekundarstufe II (Maturitäts-, Fachmaturitäts-, Diplom- und Berufsschulen) öffnet heute Schülerinnen und Schülern die Türen zum ganzheitlichen und nachhaltigen Denken. Dies geschieht auf der Basis einer komplexen Wissenschaft, die sich mit räumlichen Systemen und Prozessen auf dieser Erde befasst. Fachverständnis und Zielsetzungen des Studiums Geographinnen und Geographen untersuchen räumliche Systeme und Prozesse im Zusammenhang von Natur, Mensch, Kultur und Gesellschaft. Es stellen sich beispielsweise Kernfragen wie: Welchen Veränderungen unterliegt die Geosphäre durch natürliche und anthropogene Prozesse? Wie leben und wirtschaften Menschen unterschiedlicher Kulturen in verschiedenen Klimazonen der Welt? Welche Zusammenhänge und Wechselwirkungen bestehen zwischen den Gesellschaften der Industrie- und Entwicklungsländer? Welche Prozesse verändern die Umwelt und welche Massnahmen können die Menschen zur nachhaltigen Nutzung von Ressourcen treffen? Pädagogische Hochschule FHNW 1/6

2 In Bezug auf den Unterricht gilt es, die epochal-typischen Schlüsselprobleme von Mensch und Umwelt zu erfassen und die Schülerinnen und Schüler zu einem nachhaltigen, verantwortungsbewussten Handeln auszubilden. Auf der Basis von fachwissenschaftlichen Erkenntnissen ist es möglich, einen zukunfts- und problemlösungsorientierten Unterricht zu entwickeln und zu gestalten, der in regelmässigen Abständen an den aktuellen Stand der geographischen Forschung und die Bedürfnisse der Gesellschaft angepasst werden kann. Das fachwissenschaftliche Studium wird an der Universität mit dem Masterabschluss oder einem Äquivalent erworben. Für das professionelle Unterrichten sind fachdidaktische, erziehungswissenschaftliche, berufspraktische sowie soziale Kompetenzen erforderlich, welche im Rahmen des Studiums an der Pädagogischen Hochschule FHNW erworben werden können. Heute und in Zukunft Geographie zu unterrichten, heisst mehr als die Vermittlung von geographischem Stoff und länderkundlichen Informationen. Das Lehren und Lernen orientiert sich an geographischen Kompetenzen wie sie in der folgenden Abbildung dargestellt sind. Kompetenzbereiche der Geographie (aus: Bildungsstandards im Fach Geographie für den Mittleren Schulabschluss, Deutsche Gesellschaft für Geographie, 2007, In Bezug auf den Beruf der Geographielehrperson auf der Sekundarstufe II geht es zusätzlich um die Kompetenzen zur Planung, Gestaltung, Durchführung, Evaluation und Reflexion von Unterricht, wobei die professionelle Einbettung in den aktuellen Lehr- und Lernkosmos ein wichtiger Teil des didaktischen Handelns darstellt. Studieninhalte und ihre Gliederung Im zweisemestrigen konzipierten Studiengang werden die Inhalte in fachdidaktische und unterrichtspraktische Bereiche gegliedert. Konkret werden zu den zwei Bereichen Modulgruppen gebildet, wobei ein einzelnes Modul jeweils als inhaltlich und didaktisch abgegrenzte Lehrveranstaltung verstanden wird. Pädagogische Hochschule FHNW 2/6

3 Fachdidaktik Die Fachdidaktik setzt sich aus der Modulgruppe 1.1 bis 1.4 zusammen. Es geht in den Modulen um den Erwerb der geographiespezifischen, didaktischen Kompetenzen. Das Hauptziel ist, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln, um einen fachlich fundierten und schülergerechten Unterricht vorbereiten, durchführen und auswerten zu können. Wichtig ist, die bedeutsamen Inhalte erschliessen und die Arbeit der Geographielehrperson im Rahmen des gesamten Bildungs- und Lehr-/Lernkosmos erfassen zu können. Mit Vorteil durchlaufen Sie diese Module hintereinander und der Start erfolgt mit 1.1. und 1.3. In 1.1 werden die Grundlagen zum Unterrichten in Bezug auf die Praktika (Lektionsgestaltung, Lehrmittel, Lehrpläne) gelegt. Die Veranstaltungen dauern alle jeweils ein Semester lang zwei Wochenstunden, wobei 1.1 und 1.2 mit je zwei Kreditpunkten, 1.3 und 1.4 mit je drei Kreditpunkten dotiert sind. Berufspraktische Studien Die Berufspraktischen Studien erfolgen in drei Praktika oder im Rahmen von drei Praktikumsphasen während eines Lehrauftrags an einer Schule der Sekundarstufe II. Die Ausbildung und Betreuung erfolgt durch Praxislehrpersonen an den Schulen. (Unterricht ab 2. Klasse an baselstädtischen Gymnasien wird anerkannt.) Die Praktika können nur in der vorgesehenen Reihenfolge und jeweils nach erfolgreichem Abschluss des vorhergehenden absolviert werden. Während des 2. Praktikums (P2) muss ein Mentorat belegt und in einem Semester (HS oder FS) muss an einem Reflexionsseminar teilgenommen werden. Hierbei geht es um die Verbindung von Theorie und Praxis. Schwerpunkt ist die Reflexion des Unterrichts, des Handelns und der Wirkungen. Ein wichtiges Ziel der Praktika ist es, didaktische Lehr- und Lernparadigmen, Methoden und Medien zu erproben, um Fragestellungen und auch Antworten für die Fachdidaktik zu gewinnen. Das Kap. 5.1 der Broschüre Berufspraktische Studien zeigt die Praxisstruktur, Kap. 5.2 die Gliederung der Praktika im Verlauf der Ausbildung. Unter finden sich alle notwendigen Dokumente und Informationen zum Herunterladen. Anmeldung mit Benutzername: praxis und dem Passwort: bpst. Die zeitliche Belastung während der Praktika ist hoch. Pädagogische Hochschule FHNW 3/6

4 Studienaufbau und Studienorganisation Fachdidaktik Grundlagen I (4 ECTS) FD 1.1 Unterricht planen, durchführen, evaluieren (2 ECTS) Berufspraktische Studien Freiwilliger Aufbaukurs 1.5 Tage (1 ECTS) Berufseignungsmodul: 2 Wochen mit 12 Stunden Arbeit in Schule und Unterricht (1 ECTS) FD 1.2 Medien im Geographieunterricht (2 ECTS) P1 Praktikum 1 mit 4 Lektionen Hospitium, 8 Lektionen eigener Unterricht (oder im Tandem 10 Lektionen, 5 eigene) (2 ECTS) Grundlagen II (6 ECTS) P2 und (Mx) Praktikum 2 mit 4 Lektionen Hospitium, 8 (14) Lektionen eigener Unterricht (oder im Tandem 10 Lektionen, 5 eigene) (2 ECTS) sowie Teilnahme an einer Mentoratsveranstaltung (in einem Fach nach Wahl) FD 1.3 Beurteilen und Bewerten (3 ECTS) P3 Praktikum 3 mit 4 Lektionen Hospitium, 8 Lektionen eigener Unterricht (oder im Tandem 10 Lektionen, 5 eigene) (2 ECTS FD 1.4 Erweiterte Lehr- und Lernformen und ausserschulische Lernorte (3 ECTS) Leistungsnachweis: Prüfung zu 1.1/1.2/1.3 in 1.4 (30 Minuten mündlich) Teilnahme an einem Reflexionsseminar (Zeitpunkt beliebig) Studienanforderungen (Studienleistungen und Leistungsnachweise) Alle Veranstaltungen werden mit Kreditpunkten gewichtet. Sie spiegeln den Arbeitsaufwand wider, der für eine Studienleistung und die Leistungsnachweise aufgebracht werden müssen. In den Lehrveranstaltungen werden Studienleistungen verlangt, die als selbstständige Arbeits- und Lernleistungen zu erbringen sind. Kreditpunkte für die Studienleistung basieren auf dem Pass-or-fail-Prinzip (erfüllt / nicht erfüllt). Sie werden vergeben für: Schriftliche Arbeiten wie Projekt-, Praktikums-, Labor- und Exkursionsberichte, Lösungen von Übungsblättern, schriftliche Referattexte, Referate, Lektüre, Recherche, Gruppenarbeit, Portfolio, Kolloquien, Moderation etc. Bei den Leistungsnachweisen ist Folgendes zu beachten: Ein Leistungsnachweis ist ein im Studium erbrachter Nachweis über das Erreichen von festgesetzten Kompetenzzielen für eine Modulgruppe, zum Beispiel 1.1 bis 1.4. Es wird eine Note erteilt, wobei auf der Skala von 6 (ausgezeichnet) bis 1 mindestens die Note 4 (befriedigend) erreicht werden muss. Nicht bestandene Fachprüfungen können einmal wiederholt werden. Eine zweite Wiederholung ist nicht möglich. Die Form der Leistungsüberprüfung liegt in der Verantwortung der Dozierenden und wird jeweils zu Beginn der Lehrveranstaltung mitgeteilt. Pädagogische Hochschule FHNW 4/6

5 Die Ausbildung kann grundsätzlich in einem Jahr absolviert werden. Die zu erbringende Arbeitsleistung liegt bei 60 Kreditpunkten (1800 Arbeitsstunden), was kaum Zeit für andere Tätigkeiten lässt. Berufstätigen oder anderweitig Engagierten wird empfohlen, die Ausbildung auf zwei Jahre auszudehnen. Allgemeine Informationen Grundlagenliteratur Gebhardt, H., Glaser, R., Radtke, U., Reuber, P. (Hrsg.) (2006). Geographie. Physische Geographie und Humangeographie. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag S., Fr Dieses umfassende Werk erhellt sämtliche für das Fach relevanten Dimensionen in kurzen und prägnanten Einzelartikeln mit ausgezeichneter Bebilderung. Haubrich, H. (2006). Geographie unterrichten lernen. Die neue Didaktik der Geographie konkret. Oldenburg: Schulbuchverlag. 384 S., Fr Die Neubearbeitung eines Klassikers bietet unter Berücksichtigung der aktuellen Fachdiskussion ei- nen Überblick zur Entwicklung sowie über viele Bereiche der Geographiedidaktik; zudem werden innovative Aspekte geographischen Unterrichtens erläutert (u. a. conceptual change und räumliches Denken bei Jungen und Mädchen; E-Learning, Mobile learning). Rinschede, G. (2005). Geographiedidaktik. Grundriss Allgemeine Geographie. Verlag Utb. 513, S., Fr Eine Einführung in die Didaktik der Geographie. Dieses Buch bietet nach vielen Jahren die erste Darstellung der Geographiedidaktik, die alle Aspekte des Themas auf dem neuesten Stand der technischen und didaktischen Entwicklung darstellt. Die informativ illustrierte Darstellung ist ein Arbeitsbuch für alle Lehramtsstudierenden und Referendare des Faches Geographie, allerdings sehr umfassend. Hasler, M., Egli, H.-R. (2004). Geografie Wissen und verstehen. Ein Handbuch für die Sekundarstufe II. Bern. hep Verlag. 440 S., Fr Dieses Lehrmittel ist speziell für den Geographieunterricht an Schweizer Gymnasien ausgelegt und zeigt auf, welche Themen schwergewichtig auf der Sekundarstufe II vorkommen. Jetzer, A., Reuschenbach, M., Padberg, S. (2011). Geoaktiv. Zug. Klett und Balmer Verlag. 480 S., 54.- Das neuste Lehrmittel für den gymnasialen Geographieunterricht. Die Themenvielfalt wie die Menge sind sehr gross. Der Schwierigkeitsgrad ist verschiedentlich zu hoch, respektive die Texte und Abbildungen sind didaktische zu wenige durchdacht und stufengerecht. Trotzdem eine brauchbare Basis für Vorbereitungen u.a. Pädagogische Hochschule FHNW 5/6

6 Anmeldung Die Anmeldung für die einzelnen Module erfolgt elektronisch via Eventoweb: Für die Belegung und Organisation der Praktika ist die Leitung der Berufspraktischen Studien verantwortlich. Melden Sie sich frühzeitig bei Achtung: Sie müssen in jedem Praktikum einmal von einem Vertreter der Pädagogischen Hochschule besucht werden. Diesen Besuch müssen die Studierenden selber organisieren. Ein Merkblatt dazu gibt es in der Fachdidaktikvorlesung oder Kontaktadressen sind bei Jürg Marti erhältlich. Kontakt Prof. Dr. Marko Demantowsky Leiter der Professur für Didaktik der Gesellschaftswissenschaften und ihre Disziplinen Institut Sekundarstufe Bahnhofstrasse Windisch Bei Fragen betreffend Fachdidaktikkurse: Peter Gloor Fachdidaktik Geographie Disziplinen/ Alles Wichtige zum Studium: Bitte beachten Sie, dass das vorliegende Fachportrait eine Informationsschrift und kein rechtlich verbindliches Dokument ist. Pädagogische Hochschule FHNW 6/6

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