UNIX/Linux Dateisystem Hierarchie
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- Frieda Kalb
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1 UNIX/Linux Dateisystem Hierarchie Ziele Prinzip des Hierarchischen Dateisystems verstehen. Unterschiede verschiedener Dateitypen erkennen. Übersicht gewinnen über die wichtigsten Verzeichnisse und Dateien eines UNIX Systems, basierend auf dem FHS (Filesystem Hierarchy Standard) 1 Dateisystem Hierarchie Das UNIX Dateisystem besteht aus einer einzigen logischen Dateisystem Hierarchie. Man spricht auch von einer Baumstruktur (Tree). Die verschiedenen physikalischen Medien (Festplatte, CDROM, Floppy, Netzwerk...) sind im Dateisystem eingehängt (mount) und sind als solche nicht mehr direkt erkennbar. /dev/hde1 on / type ext2 (rw,errors=remount-ro) proc on /proc type proc (rw) devpts on /dev/pts type devpts (rw,gid=5,mode=620) /dev/hda1 on /boot type ext2 (rw) /dev/hde5 on /home type ext2 (rw) Die Spitze der Hierarchie heisst root (Baumeswurzel), diese wird oft auch mit einem / abgekürzt. 2
2 UNIX Dateisystem Hierarchie (Baumstruktur) / root tmp bin home usr bin lib include HD HD-Partition CDROM Floppy Networkdrive... bin doc local lib include X11 net opc 3 Die speziellen Verzeichnisse und # print index number of each file # ls -iad / 2 / # ls -iad /. 2 /. # ls -iad /.. 2 /.. # ls -iad /home /home/ # ls -iad /home/ /home/. # ls -iad /home/.. 2 /home/.. 4
3 Dateitypen Reguläre Dateien (files) sind binäre, ausführbare oder einfache textdateien. Diese verwenden normale Datenblöcke im darunterliegende Dateisystem und belegen somit Speicherplatz auf dem entsprechenden Medium. # ls -ld /bin/bash -rwxr-xr-x 1 root root Aug /bin/bash* Verzeichnisse (directories) sind spezielle Dateien, welche weiter Dateien enthalten können. Diese belegen ebenfalls Speicherplatz. # ls -ld /bin drwxr-xr-x 2 root root 4096 Mar 15 02:04 /bin/ 5 Dateitypen (Fortsetzung) Device Dateien (device files) sind spezielle Dateien, welche den Anwendungen ermöglichen mit einem Gerät zu kommunizieren, repektive mit dessen Gerätetreiber. Dabei wird zwischen block und character device files unterschieden, welche über die major number mit dem Treiber in Verbindung gebracht werden. Das Gerät wird über die minor number identifiziert. # ls -l /dev/hda /dev/hda1 /dev/hda2 brw-rw root disk 3, 0 Jul /dev/hda brw-rw root disk 3, 1 Jul /dev/hda1 brw-rw root disk 3, 2 Jul /dev/hda2 # ls -l /dev/ttys[0-1] crw-rw root dialout 4, 64 Jul /dev/ttys0 crw-rw root dialout 4, 65 Jul /dev/ttys1 6
4 Dateitypen (Fortsetzung) Sockets sind spezielle Dateien, welche für Kommunikationsanwendungen verwendet werden. TCP/IP Sockets werden für Internetverbindungen verwendet. Anwendungen welche nur lokal kommunizieren könnten auch UNIX domain sockets verwenden. # cd /tmp/ssh-xx19tze3/; ls -l srwxrwxr-x 1 joe bananas 0 Apr 15 23:59 agent.424= # netstat -lx Active UNIX domain sockets (only servers) Proto RefCnt Flags Type State I-Node Path unix 0 [ ACC ] STREAM LISTENING 475 /tmp/ssh- XX19TZE3/agent Dateitypen (Fortsetzung) Named pipes sind spezielle Dateien, welche einen unidirektionalen Datentransfer zwischen Anwendungen erlauben. # mkfifo fifo; ls -l fifo prw-rw-r-- 1 joe bananas # echo "Hello World" > fifo & # cat fifo Hello World 0 Apr 17 02:56 fifo 8
5 Dateitypen (Fortsetzung) Links sind spezielle Dateien, welche auf andere Dateien verweisen. Dabei wird zwischen symbolischen links und sogenannten hard links unterschieden. # echo hello > echt; ln -s echt symbol; ln echt hart # ls -ilt total lrwxrwxrwx 1 root root 8 Apr 17 01:28 symbol -> echt rw-r--r-- 2 root root 6 Apr 17 01:26 echt.txt rw-r--r-- 2 root root 6 Apr 17 01:26 hart 9 Standardisierte Dateisystem Hierarchie Damit die Systemadministratorin sowie die Benutzerinnen einfacher die angebotenen Resourcen finden, wird ein plausibles Dateisystem Layout benötigt. Die meisten GNU/Linux Distributionen sowie kommerzielle UNIX Anbieter implementieren heute mehr oder weniger den Filesystem Hierarchy Standard (FHS). Dieser basiert auf UNIX System V Release 4. [ 10
6 Grundsätzliches Shareable - Daten, die von mehreren Hosts gleichzeitig genutzt werden können. Dazu gehören Benutzerdaten, s, Textdateien, und Anwendungen. /home /var/mail /usr /opt Unshareable - Daten, die nur für einen bestimmten Host von Bedeutung sind. Dazu gehören die Konfigurationen, Kernel Images und Prozesszustände. /etc /boot /var/run /var/lock 11 Grundsätzliches (Fortsetzung) Static - Daten, welche nur durch den Systemadministrator verändert werden können. Dazu gehören Konfigurationsdateien und Systemweiten Anwendungen. /etc /usr /opt Variable - Daten, welche dauernd und möglicherweise auch ohne Eingriff des Systemadministrators ändern können. Dazu gehören Logdateien, Prozesszustände und Benutzerdaten. /var/log /var/run /var/lock /home 12
7 Das Root - Dateisystem / Die Spitze des Dateisystems, besitzt kein übergeordnetes Verzeichnis. Das Root - Dateisystem muss alle nötigen Daten enthalten, damit ein System gebootet, wiederhergestellt oder repariert werden kann. /usr, /opt und /var sind so ausgelegt, dass diese auf anderen Dateisystemen liegen dürften als das Root - Dateisystem. Das Root - Dateisystem soll so klein als möglich sein. (kleines Medium, Netz-PC, Disk-Fehler) Die Verzeichnisse bin/, boot/, dev/, etc/, lib/, mnt/, opt/, sbin/, tmp/, usr/, var/ sind erforderlich, home/, lib<qual/> und root/ sind optional. 13 Das Binary - Verzeichnis /bin Erforderliche Dateien cat, chgrp, chmod, chown, cp, date, dd, df, dmesg,echo, false, hostname, kill, ln, login, ls, mkdir, mknod, more, mount, mv, ps, pwd, rm, rmdir, sed, sh, stty, su, sync, true, unmount, uname Optionale Dateien csh, ed, tar, cpio, gzip, gunzip, zcat, netstat, ping sh ist ein Link auf bash. zcat und gunzip sind Links auf gzip. 14
8 Das Boot - Verzeichnis /boot Statische Dateien des Boot Loaders, inkl. Kernel. Benötigt in der Regel nicht viel Speicherplatz. 15 Das Device File - Verzeichnis /dev Das /dev Verzeichnis beinhaltet die Gerätedateien, welche die Verbindung zur Hardware darstellen. Die Gerätetreiber sind nicht in disem Verzeichnis, normlalerweise sollten sich diese in /lib/modules/kernel-version befinden. Können Gerätedateien manuell angelegt werden dann soll dies mit dem Kommando MAKEDEV, welches sich im selben Verzeichnis befindet, gemacht werden können. 16
9 Das Konfigurations - Verzeichnis /etc Rechner - spezifische System Konfigurationen. Darf keine Binärdateien enthalten. Das Verzeichnis opt/ sollte auf jedem Fall in /etc vorhanden sein. Leider speichern nicht alle Applikationen ihre Konfigurationen in diesem Verzeichnis. Optionale Dateien X11/, sgml/, csh.login, fstab, ftpusers, gateways, gettydefs, group, host.conf, hosts, hosts.allow, hosts.deny, hosts.equiv, hosts.lpd, inetd.conf, inittab, issue, ld.so.conf, motd, mtab, mtools.conf, networks, passwd, printcap, profile, protocols, resolv.conf, rpc, securetty, services, shells, syslog.conf 17 Das Bibliotheks - Verzeichnis /lib Enthält Systembibliotheken. Erforderlich sind mindestens folgende Dateien libc.so.*, ld* # ls -l /lib/ld* -rwxr-xr-x 1 root root 88k Apr 8 15:01 /lib/ld so* lrwxrwxrwx 1 root root 18 Jun /lib/ld-linux.so.1 -> ldlinux.so * -rwxr-xr-x 1 root root 24k Mar /lib/ld-linux.so * lrwxrwxrwx 1 root root 11 Apr 10 00:48 /lib/ld-linux.so.2 -> ld so* -rwxr-xr-x 2 root root 97k Mar /lib/ld.so* -rwxr-xr-x 2 root root 97k Mar /lib/ld.so * 18
10 Das temporäre Mount Point /mnt Zusätzliche Applikationssoftware /opt /mnt ist ein Mount Point für Dateisysteme, welche nur temporär gemountet werden. Zusätzliche Applikations - Software liegt in /opt. 19 System Binary - Verzeichnis /sbin Temporary - Directory /tmp Auf jedem System sollte im Verzeichnis /sbin shutdown zu finden sein. Optionale Dateien in /sbin sind fastboot, fasthalt, fdisk, fsck.*, getty, halt, ifconfig, init, mkfs.*, mkswap, reboot, route, swapon, swapoff, update Temporäre Dateien befinden sich in /tmp 20
11 Sekundäre Hierarchie /usr Sekundäre Hierarchie, diese sollte "sharable" und "static/read-only" sein. Die erforderlichen Verzeichnisse sind bin/, include/, lib/, local/, sbin/, share/ Optionale Verzeichnisse X11R6/, games/, lib<qual>/, src/ Das Verzeichnis /usr/local enthält nach einer Hauptinstallation keine Programme, jedoch müssen folgende Verzeichnisse vorhanden sein: bin/, games/, include/, lib/, man/, sbin/, share/, src/, lib<qual>/. Hier kann Software installiert werden, welche nur lokal verwendet wird. 21 Sekundäre Hierarchie /usr (cont.) Das Verzeichnis /usr/share enthält Architekur - unabhängige Daten, folgende Verzeichnisse sind zu finden: man/, misc/, dict/, doc/, games/, info/, locale/, nls/, sgml/, terminfo/, tmac/, zoneinfo/ Das Verzeichnis /usr/share/man enthält folgende Verzeichnisse: man1 (Benutzerprogramme), man2 (System Calls), man3 (Bibliotheksfunktionen), man4 (Spezialdateien), man5 (Dateiformate), man6 (Spiele), man7 (Verschiedenes), man8 (Systemadministration) 22
12 Variable Daten /var /var enthält variable Daten, teilweise "shareable", teilweise "unshareable". Erforderliche Verzeichnisse cache/, lib/, local/, lock/, log/, opt/, run/, spool/, tmp/ Optionale Verzeichnisse backups/, cron/, msgs/, preserve/, account/, crash/, games/, mail/, yp/ Das Verzeichnis /var/log enthält folgende Dateien, wenn das entsprechende Subsystem installiert ist. lastlog, messages, wtmp Das Verzeichnis /var/tmp enthält temporäre Dateien, welche ein reboot überleben, im Gegensatz zu /tmp. 23 Benutzer & Administrator Verzeichnisse /home und /root sind optionale Verzeichnisse. /home enthält die Daten aller Benutzer gruppiert in Verzeichnissen. Üblicherweise stimmt der Benutzername mit dem Verzeichnisnamen überein. /root enthält die Daten des Systemadministrators. Oft legt der Benutzer die gleiche Struktur im Heimatverzeichnis an, wie diese in /usr zu sehen ist. 24
13 The END hier (7) Homepage FHS: Mailing Liste FHS: Homepage LSB (Linux Standard Base): Linux Anwenderhandbuch 25
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