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1 Beispielvorlage zum Essay Universität Duisburg-Essen Campus Duisburg Fach Gesellschaftswissenschaften Institut für Soziologie Sommersemester 2007 Hausarbeit zum Thema: Erläutern und vertiefen Sie wissenschaftlich den Begriff Individualisierung aus soziologischer Sicht. im Rahmen der Veranstaltung Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten Dozent: Dr.Sigurd Matz Vorgelegt von: Beate Mustermann Studienrichtung: BA-Soziologie Matrikelnr.: Sternbuschweg Duisburg Tel.: 0203/ ( Spätester Abgabetermin: 16.August 2007)

2 2 Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung 3 2. Zur soziologischen Definition des Begriffs Individualisierung 3 3. Einige Aspekte zur Individualisierung 4 im kulturgeschichtlichen Ablauf 4. Theoretische Grundlagen der Individualisierung 5 Literaturverzeichnis 6 Ehrenwörtliche Erklärung 7

3 3 1. Einleitung Individualisierung ist bereits in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in der BECKschen Individualisierungsthese ein zentraler Begriff, aber auch in anderen Bereichen der Soziologie wie auch in anderen Sozialwissenschaften( z.b. Psychologie, Politologie, Rechtswissenschaft) spielt dieser Begriff eine nicht unerhebliche Rolle, ja in der außeruniversitären Öffentlichkeit, wie in Parteien, Medien, Gewerkschaften etc., ist dieser Begriff beinnahe schon zum Schlagwort geworden. 1 Dabei besteht die Gefahr, den Begriff der Individualisierung der Beliebigkeit anheim zu geben: Bei näherer Betrachtung schimmert der Begriff Induvidualisierung wie ein Kaleidoskop je nach Betrachtungsperspektive in verschiedenen Farben. Individualisierung vermag vieles, fast alles und damit nichts zu erklären. 2 Um der Gefahr der Beliebigkeit - und damit der Unwissenschaftlichkeit - etwas entgegentreten zu können, soll im Folgenden der Versuch unternommen werden, wie im Thema vorgegeben, Individualisierung aus der Sichtweise einer spezifischen Sozialwissenschaft, hier der Soziologie, zu definieren und zu erläutern. Hierzu sollen dann kurz kulturgeschichtliche Entwicklungen sowie theoretische Ansätze zur Individualisierung thematisiert werden. 2. Zur soziologischen Definition des Begriffs Individualsierung Im Lexikon der Soziologie von FUCHS-HEINRITZ, Werner et al. (Hg.) wird der Begriff Individualisierung folgendermaßen definiert : In der Soziologie oft bedeutungsunscharfe Bezeichnung für einen Rückgang allgemein sozialer oder kollektiver Orientierungen und entsprechender Handlungen zugunsten einer Überantwortung an Entscheidungen und Gestaltungen durch das Individuum. 3 1 Vgl. z.b.: Kippele, F., 1998:11; Schroer,M., 2000a:9-10; Schroer, M., 2000b:13 2 Kron, T.(Hg.), 2000:7 3 Fuchs-Heinritz, W. et al.(hg.), 1994(3. völl. neub. u. erw. Aufl.)):292

4 4 Als ein fester Bestandteil der soziologischen Terminologie bezeichnet dieser Begriff die Herausführung des Einzelnen aus bislang ordnenden traditionalen Sozialbeziehungen (z.b. Zugehörigkeit zu einem Familienverband etc.), verbunden mit neuen Handlungschancen und risiken. 4 Im nachfolgenden Text zur Individualisierung soll allein auf eine, der Aufklärung verpflichtete, europäische Sichtweise Bezug genommen werden. 3. Einige Aspekte zur Individualisierung im kulturgeschichtlichen Ablauf Individualisierung im kulturgeschichtlichen Ablauf beinhaltet eine strukturelle Transformation sozialer Institutionen und der Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft. 5 Historisch gesehen, lassen sich frühe Phasen der Individualisierung nach BECK in der Renaissance, der Hofgesellschaft des Mittelalters, der innerweltlichen Askese des Protestantismus wie in der Loslösung der Bauern aus feudalen Bindungen, aber auch in der Lockerung großfamilaler Bindungen im 19. und 20.Jahrhundert feststellen. In der europäischem Moderne dann verlieren traditionale Sicherheiten, wie z.b. durch Religion oder Schichtstrukturen vermittelt, an Bedeutung. Die Individuen werden aus auch historisch bedingten Verhältnissen und Rollenerwartungen befreit, aber gleichzeitig in neue soziale Formationen (Nation, Zivil- und Bürgergesellschaft) mit eingebunden. 6 JUNGE unterscheidet zudem zwischen einem primären Individualisierungsschub, für den die Prozesse der Rationalisierung und Domestizierung zentral sind, einem sekundären Individualisierungsschub, in dessen Zentrum die Differenzierung von Handlungssphären steht und schließlich einem tertiären Individualsierungsschub, der für die Entwicklung speziell der Bundesrepublik seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts charkteristisch sei und der mit einer zunehmenden Subjektivierung der Vergesellschaftung einhergehe. 7 4 Vgl. Schroer, M., 2000b:13; Beck,U.,1986: Endruweit, G. / Trommsdorff, G.(Hg.), 2002(2. völl. neub. u. erw. Aufl.):227 6 Vgl. Endruweit, G. / Trommsdorff, G.(Hg.), 2002(2. völl. neub. u. erw. Aufl.): Vgl. Junge, M., 1996:733f.

5 5 4. Theoretische Grundlagen der Individualisierung SCHROER hat allein zehn theoretische Grundlagen zur Individualisierung zusammengefasst und kategorisiert. 8 Bereits um die Jahrhundertwende des 19. und 20.Jahrhunderts bis in die Gegenwart hinein ist den meisten soziologischen theoretischen Entwürfen zum Thema Individualisierung die Sichtweise innewohenend, dass der Prozess der Individualisierung für einen tief greifenden sozialen Wandel (steht), der den Einzelnen aus traditionalen Sozialbeziehungen entlässt. 9 Darüber hinaus beschreibt SCHROER noch drei Hauptstränge, die er so kategorisiert: Der ersten Kategorie werden Autoren wie Max WEBER, Max HORKHEIMER, Theodor W. ADORNO und Michel FOUCAULT zugeordnet, die von SCHROER als negative Individualisierung für das als immer potentiell gefährdete Individuum bezeichnet wird. Negativ meint hier eine Befreiung des Individuums aus traditionellen Zwängen mit dem Ziel einer noch perfekteren Überwachung und Kontrolle durch Rationalisierungs- sowie Disziplinierungsprozesse, das befreite Individuum verkommt so zum willenlosen Rädchen im Getriebe der Gesellschaft. Die zweite Kategorie umfasst Autoren wie Emile DURKHEIM, Talcott PARSONS und Niklas LUHMANN, deren theoretische Ausführungen SCHROER als positive Individualisierung mit zunehmenden (Lebens-)Optionen für den Einzelnen charakterisiert und dies als funktional für moderne Gesellschaften einschätzt. Als dritte Kategorie benennt SCHROER hier die von ihm so bezeichnete ambivalente Individualisierung, die für den Einzelnen mit Gefahren und Belastungen, aber auch mit Chancen für ihn wie für die Gesellschaft verbunden ist. Diese Auffassung zur Individualisierung wird vor allem von Georg SIMMEL, Norbert ELIAS und Ulrich BECK vertreten. 10 Der Einzelne kann im verstärktem Maß für sich selber entscheiden, statt gesellschaftlichen Vorgaben Folge leisten zu müssen. Er kann sich durch die Überzahl des zu Entscheidenden jedoch auch überfordert und desorientiert fühlen. Gesellschaft kann durch die den Individuen zugestandenen Freiheiten entlastet werden, um sich dringlicheren Problemen zu widmen. Sie kann aber auch durch mangelnde Beiträge der Einzelnen in ihrem Fortbestand bedrohnt werden Vgl.Schroer, M., 2000a: Schroer, M., 2000b:10 10 Vgl.Schroer, M., 2000b: Schroer,M., 2000b:15

6 6 Literaturverzeichnis Endruweit, G. / Trommsdorff, G. (Hg.). Wörterbuch der Soziologie. Stuttgart: Lucius & Lucius, 2002(2.völl. neub. u. erw. Aufl.) FUCHS-HEINRITZ, W. et al. (Hg.). Lexikon zur Soziologie. Opladen: Westdeutscher Verlag, 1994 (3.völl. neub. u. erw. Aufl.) JUNGE, M. Individualisierungsprozesse und der Wandel der Institutionen. Ein Beitrag zur Theorie reflexiver Modernisierung. In: KZfSS, 4/1996: KIPPELE, F. Was heißt Individualisierung? Die Antworten soziologischer Klassiker. Opladen: Westdeutscher Verlag, 1998 Kron, T. (Hg.). Individualisierung und soziologische Theorien. Opladen: Leske + Budrich, 2000 Schroer, M. Das Individuum der Gesellschaft. Frankfurt/M.: Suhrkamp Verl., 2000(a) Schroer, M. Negative, positive und ambivalente Individualisierung erwartbare und überraschende Allianzen. In: Kron, T. (Hg.). Individualisierung und soziologische Theorien. Opladen: Leske + Budrich, 2000(b):13-42

7 7 Ehrenwörtliche Erklärung Hiermit versichere ich, dass ich die vorliegende Arbeit selbständig und ohne Benutzung anderer als der angegebenen Hilfsmittel angefertigt habe. Alle Stellen, die wörtlich oder sinngemäß aus veröffentlichten und nicht veröffentlichten Schriften/Quellen entnommen sind, sind als solche von mir kenntlich gemacht. Duisburg, den Beate Mustermann (Unterschrift)

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