Ausgewählte Kapitel der Systemsoftwaretechnik: Fehlertolerante Systeme
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- Friedrich Seidel
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1 Ausgewählte Kapitel der Systemsoftwaretechnik: Fehlertolerante Systeme Peter Ulbrich Lehrstuhl für Informatik 4 Verteilte Systeme und Betriebssysteme Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Wintersemester
2 Überblick Einführung: Fehlertolerante Systeme Masterseminar AKSS Organisatorisches Seminarmodus Themen und Einteilung Fachliteratur lesen und verstehen Vortrag strukturieren, gestalten und vorbereiten c pu AKSS (WS14) 1 19
3 Fehlertoleranz Motivation Verlässlichkeit von Systemen? LZ 129 (Hindenburg), 6. Mai 1937 c pu AKSS (WS14) Einführung: Fehlertolerante Systeme 2 19
4 Verlässlichkeit ist ein vielschichtiger Begri Dependability freedom from risk, danger or hazard Reliability Maintainability Availablity Security Safety The trustworthiness of a computing system which allows reliance to be justifiably placed on the service it delivers. [6] c c fs, pu pu (FAU/INF4) AKSS (WS14) Verlässliche Einführung: Echtzeitsysteme Fehlertolerante (SS 2014) Systeme Kapitel III Grundlagen 312/ Verlässlichkeitsmodelle
5 Zuverlässigkeit (engl. reliability) Mittlere Betriebsdauer R(t) die Wahrscheinlichkeit, dass ein System seinen Dienst bis zum Zeitpunkt t leisten wird, sofern es bei t = t 0 betriebsbereit war Annahme: eine konstante Fehlerrate von Fehler/Stunde Zuverlässigkeit zum Zeitpunkt t: R(t) =exp( (t t 0 )) mit t t 0 gegeben in Stunden Inverse 1/ ist die (engl. mean time to failure) (MTTF) ultra-hohe Zuverlässigkeit 7! apple 10 9 Fehler/Stunde Beispiel: elektronisch gesteuerte Bremsanlage im Automobil das Kfz sei durchschnittlich eine Stunde täglich in Betrieb dann darf jährlich nur ein Fehler pro eine Million Kfz auftreten Beispiele: Eisenbahnsignalanlagen, Kernkraftwerküberwachung c c fs, pu pu (FAU/INF4) AKSS (WS14) Verlässliche Einführung: Echtzeitsysteme Fehlertolerante (SS 2014) Systeme Kapitel III Grundlagen 413/ Verlässlichkeitsmodelle
6 Wartbarkeit (engl. maintainability) Mittlere Reparaturdauer M(d) die Wahrscheinlichkeit, dass das System innerhalb Zeitspanne d nach einem reparierbaren Fehler wieder hergestellt ist Ansatz: konstante Reparaturrate von µ Reparaturen/Stunde die Inverse 1/µ ist dann die mean time to repair (MTTR) Fundamentaler Konflikt zwischen Zuverlässigkeit und Wartbarkeit: ein wartbares System erfordert einen modularen Aufbau kleinste ersetzbare Einheit (engl. smallest replaceable unit, SDU) über Steckverbindungen lose gekoppelt mit anderen SDUs dadurch ist jedoch eine höhere (physikalische) Fehlerrate gegeben darüberhinaus verbuchen sich höhere Herstellungskosten ein zuverlässiges System ist aus einem Guss gefertigt... Beim Entwurf von Produkten für den Massenmarkt geht die Zuverlässigkeit meist auf Kosten von Wartbarkeit. c c fs, pu pu (FAU/INF4) AKSS (WS14) Verlässliche Einführung: Echtzeitsysteme Fehlertolerante (SS 2014) Systeme Kapitel III Grundlagen 514/ Verlässlichkeitsmodelle
7 Verfügbarkeit (engl. availability) MTTF und MTTR im Zusammenhang Maß zur Bereitstellung einer Funktion vor dem Hintergrund eines abwechselnd korrekt und fehlerhaft arbeitenden Systems Zeitanteil der Betriebsbereitschaft: A = MTTF /(MTTF + MTTR) MTTF + MTTR auch kurz: mean time between failures (MTBF) betriebsbereit Fehler Fehler nicht betriebsbereit MTTR Reparatur MTTF MTBF Echtzeit + hohe Verfügbarkeit bedeutet kurze MTTR und/oder lange MTTF c c fs, pu pu (FAU/INF4) AKSS (WS14) Verlässliche Einführung: Echtzeitsysteme Fehlertolerante (SS 2014) Systeme Kapitel III Grundlagen 615/ Verlässlichkeitsmodelle
8 Verlässlichkeit unterscheidet sich je nach System Je nachdem, wie kritisch sich ein einzelner Fehler auswirkt. Hochverfügbare Systeme z. B. Telekommunikationstechnik müssen ihren Dienst möglichst ununterbrochen verrichten einzelne Fehler sind jedoch verkraftbar (; fail-soft) sie werden meist auf höheren Ebenen abgefangen (z. B. TCP/IP) ; kurze Fehlererholung steht im Vordergrund Langlebige Systeme z. B. Satelliten müssen auch nach Jahren noch funktionieren (; fail-slow) eine Fehlerbehebung ist oft technisch nicht möglich ; hohe Zuverlässigkeit steht im Vordergrund Sicherheitskritische Systeme z. B. Flugzeuge, Kernkraftwerke, Eisenbahn, Industrieanlagen, Medizintechnik... zuverlässig und ununterbrochene Funktion (; fail-safe) Diese Anlagen sind nur sinnvoll, wenn sie im Betrieb sind! hohe Ansprüche an Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit c c fs, pu pu (FAU/INF4) AKSS (WS14) Verlässliche Einführung: Echtzeitsysteme Fehlertolerante (SS 2014) Systeme Kapitel III Grundlagen 718/ Verlässlichkeitsmodelle
9 Sicherheit 7! Security und Safety Robustheit des Echtzeitrechensystems stärken security Schutz von Informationen und Informationsverarbeitung vor intelligenten Angreifern allgemein in Bezug auf Datenbasen des Echtzeitsystems Vertraulichkeit (engl. confidentiality) Datenschutz (engl. privacy) Glaubwürdigkeit (engl. authenticity) speziell z.b. Diebstahlsicherung: Zündungssperre im Kfz Kryptographie (engl. cryptography) safety Schutz von Menschen und Sachwerten vor dem Versagen technischer Systeme Zuverlässigkeit trotz bösartigen Fehlverhaltens Kosten liegen um Größenordnungen über den Normalbetrieb Abgrenzung von unkritischen, gutartigen Fehlern oft ist Zertifizierung (engl. certification) erforderlich c c fs, pu pu (FAU/INF4) AKSS (WS14) Verlässliche Einführung: Echtzeitsysteme Fehlertolerante (SS 2014) Systeme Kapitel III Grundlagen 816/ Verlässlichkeitsmodelle
10 Überblick Einführung: Fehlertolerante Systeme Masterseminar AKSS Organisatorisches Seminarmodus Themen und Einteilung Fachliteratur lesen und verstehen Vortrag strukturieren, gestalten und vorbereiten c pu AKSS (WS14) Masterseminar AKSS 9 19
11 Masterseminar AKSS Überblick Verantwortliche Daniel Lohmann Volkmar Sieh Peter Ulbrich Raum: Termin Dienstag, 12:15 13:45, Raum Web-Seiten Lehrveranstaltung: Anmeldung: Rückmeldungen und Fragen Bitte Fragen stellen! Auf Fehler aufmerksam machen! c pu AKSS (WS14) Masterseminar AKSS Organisatorisches 10 19
12 Seminarmodus Ausarbeitung Schriftliche Ausarbeitung Umfang mindestens 6 Seiten ACM-Stil (zweispaltig, 9-Punkt), siehe: Abgabe der Ausarbeitung: Erste Fassung: spätestens zwei Wochen vor dem Vortrag Vortragsfassung: spätestens eine Woche vor dem Vortrag Finale Fassung: spätestens eine Woche nach dem Vortrag Hintergrund: Einarbeitung der Resonanz aus dem Vortrag Weitere Hinweise Ausarbeitung unter Zuhilfenahme der Wissensbasis erstellen: Ausarbeitung entweder auf Deutsch oder Englisch c pu AKSS (WS14) Masterseminar AKSS Seminarmodus 11 19
13 Seminarmodus Vortrag, aktive Teilnahme Vortrag min Vortrag plus anschließende Diskussion Zur Vorbereitung mindestens einmal zur Probe halten Abgabe der Vortragsfolien: Erste Fassung: spätestens eine Woche vor dem Vortrag Finale Fassung: spätestens einen Tag vor dem Vortrag Grundlagen der Wissensbasis auch für den Vortrag anwenden Aktive Teilnahme Vorbereitung anhand der Vortragsfassung des jeweiligen Vortrags Anwesenheit Beteiligung an den Diskussionen Vortragsevaluation Die Seminarteilnehmer bewerten gegenseitig ihre Vorträge Evaluationsbögen werden zu den Seminarterminen bereitgestellt c pu AKSS (WS14) Masterseminar AKSS Seminarmodus 12 19
14 Themen Vergabe der Themen Thema 1: Fehlertoleranz in verteilten Systemen (Volkmar) Thema 2: DRAM Speicherfehler im Betriebssystem Problem und Gegenmaßnahmen (Daniel) Thema 3: Microrebooting Feingranulare Fehlertoleranz in Betriebssystemkomponenten (Daniel) Thema 4: Redundanz und Replikation Fehlertoleranz auf Systemebene (Peter) Thema 5: Wiederherstellung und Wiedereingliederung von Komponenten (Peter) Thema 6: Fehlertoleranz in Mehrkernsystemen (Peter) Thema 7: Fehlerinjektion Wie testet man Fehlertoleranz? (Volkmar) Thema 8: Selbststabilisierende Betriebssysteme (Daniel) Hinweis: Weiterführende Literatur zu den einzelnen Themen siehe Web-Seite c pu AKSS (WS14) Masterseminar AKSS Themen und Einteilung 13 19
15 Überblick Einführung: Fehlertolerante Systeme Masterseminar AKSS Organisatorisches Seminarmodus Themen und Einteilung Fachliteratur lesen und verstehen Vortrag strukturieren, gestalten und vorbereiten c pu AKSS (WS14) Fachliteratur lesen und verstehen 14 19
16 Fachliteratur lesen und verstehen Gründe, ein Papier zu lesen Literaturanalyse relevanter verwandter Arbeiten Begutachtung von zur Veröffentlichung eingereichten Beiträgen [Weil es für das Masterseminar notwendig ist]... Mögliche Herangehensweise: Mindestens drei Lesedurchgänge mit jeweils unterschiedlichem Fokus 1. Durchgang: Erster allgemeiner Eindruck 2. Durchgang: Überblick über den Inhalt 3. Durchgang: Detailliertes Verständnis Literatur Srinivasan Keshav How to Read a Paper ACM SIGCOMM Computer Communication Review, 37(3):83 84, c pu AKSS (WS14) Fachliteratur lesen und verstehen 15 19
17 1. Lesedurchgang Ziel: Verschaffen eines ersten allgemeinen Eindrucks Interessante Fragestellungen In welche Kategorie (z. B. Analyse eines bereits existierenden Systems, Beschreibung eines Prototyps, etc.) fällt das Papier? Was ist der wissenschaftliche Beitrag des Papiers? Sind die getroffenen Annahmen dem ersten Anschein nach berechtigt? Mit welchen anderen Papieren ist das Papier thematisch verwandt? Vorgehensweise Detailliertes Lesen Titel Abstract Einleitung Schluss Kurzer Blick auf Überschriften Referenzen c pu AKSS (WS14) Fachliteratur lesen und verstehen 16 19
18 2. Lesedurchgang Ziel: Verschaffen eines Überblicks über den Inhalt Interessante Fragestellungen Was ist der (komplette) Inhalt des Papiers? Wie würde ich einem Anderen den Inhalt des Papiers erklären? Enthält das Papier offensichtliche Fehler? Vorgehensweise Detailliertes Lesen bzw. Betrachten Abschnitte aus 1. Lesedurchgang Restliche Abschnitte Abbildungen, Graphen, etc. Aussparen von Details (z. B. Beweisen) Notizen Zentrale Punkte Relevante Referenzen Unklare Stellen c pu AKSS (WS14) Fachliteratur lesen und verstehen 17 19
19 3. Lesedurchgang, Anfertigung der Ausarbeitung Ziel: Detailliertes Verständnis des Papiers Interessante Fragestellungen Was sind die wesentliche Beiträge des Papiers? Sind die auf Basis der Annahmen gezogenen Schlüsse korrekt? Werden Annahmen getroffen, die nicht explizit erwähnt sind? Vorgehensweise Besonderes Augenmerk auf Details (Gedankliches) Nachvollziehen der präsentierten Experimente Heranziehen von referenzierten verwandten Arbeiten Vertiefung, Anfertigung der Ausarbeitung Die wichtigsten verwandten Arbeiten im gleichen Modus bearbeiten Ausarbeitung unter Zuhilfenahme der Wissensbasis erstellen: Abgabetermine beachten c pu AKSS (WS14) Fachliteratur lesen und verstehen 18 19
20 Überblick Einführung: Fehlertolerante Systeme Masterseminar AKSS Organisatorisches Seminarmodus Themen und Einteilung Fachliteratur lesen und verstehen Vortrag strukturieren, gestalten und vorbereiten c pu AKSS (WS14) Vortrag strukturieren, gestalten und vorbereiten 19 19
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