Fachkräftemigration im Gesundheitsbereich
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- Hans Lehmann
- vor 9 Jahren
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1 Fachkräftemigration im Gesundheitsbereich Fachkräftemangel und Anwerbung von Arbeitskräften aus dem Ausland Freiburg, ver.di Bundesverwaltung Klaus Lichtenberg
2 Inhalt: Worum geht es: Gesundheitswirtschaft und Pflege Welche Fachkräfte werden angeworben? grauer Arbeitsmarkt! und was können wir tun?
3 Worum geht es: Gesundheitswirtschaft und Pflege Die Gesundheitswirtschaft und Pflege ist mit 4,5 Mio. Beschäftigte einer der größten Arbeitsgeber in Deutschland. In den kommenden 20 Jahren bis zu 1 Mio. Arbeitsplätze mehr möglich Treiber sind Alterung, med. Fortschritt und wachsendes Gesundheitsbewusstsein. Gesundheit ist das Anwendungsfeld Nr. 1 für High-Tech F&E Gesundheit wird für Wirtschaft und Politik ein prioritäres v.a. regionales Gestaltungsfeld. Der wirtschaftliche Bedeutungsgewinn der Gesundheit kann mehr Lebensqualität und bessere Arbeit bringen. 3
4 Worum geht es: Dienstleistungen verändern sich Die heutigen Arbeitsfelder bei der Unterstützung und Pflege älterer Menschen (medizinische Hilfen, Hilfen zur Teilhabe, haushalts- und personenbezogene Dienstleistungen) werden weiterhin von Bedeutung sein. Es entstehen neue Anforderungen und Bedarfe durch: die Betreuung dementiell veränderter Menschen und multimorbider Personen, Anforderungen im Bereich der kultursensiblen Pflege, die konsequente Umsetzung des Grundsatzes ambulant vor stationär, die Umsetzung des neuen Pflegebedürfigkeitsbegriffes Beratung und Information für ältere Menschen und ihre Angehörigen.
5 Worum geht es: Achillesferse Arbeit ausreichendes und qualifiziertes Personal fehlt Bedarf an Pflegepersonal und Fachkräften aus den unterschiedlichsten Bereichen der Dienstleistungswirtschaft steigt. Löhne und Arbeitsbedingungen in der Sozialwirtschaft sind schlecht. Große Teile der Branche liegen unterhalb des gesamtwirtschaftlichen Durchschnitts.
6 Worum geht es: Achillesferse Arbeit ausreichendes und qualifiziertes Personal fehlt Fall 1: Die Arbeitnehmerfreizügigkeit in Europa Zugang: alle EU-BürgerInnen können auf dem deutschen Arbeitsmarkt eine Arbeit suchen / sie werden durch Firmen im Ausland angeworben. Probleme: Anerkennung insbesondere Sprachkompetenz, Schwierige und langfristige Verwaltungsverfahren, Beschäftigung unterhalb der Fachqualifikation Kulturelle Unterschiede Geringere Entlohnung Antwort: rechtliche Regelungslücken sind zu schließen, Bessere Beratung und Aufklärung, verstärkte Zusammenarbeit der Gewerkschaften
7 Worum geht es: Achillesferse Arbeit ausreichendes und qualifiziertes Personal fehlt Fall 2: Anwerbung aus dem außereuropäischen Ausland Zugang: bilaterale Anwerbeabkommen mit Entwicklungsländern. Im Rahmen von Pilotprojekten werden Pflegekräfte für Krankenhäuser und Pflegebetriebe angeworben. Probleme: Anerkennung insbesondere Sprachkompetenz, Schwierige und langfristige Verwaltungsverfahren, Beschäftigung unterhalb der Fachqualifikation Geringere Entlohnung Fehlqualifizierung für den Arbeitsmarkt im Herkunftsland Brain-Drain im Herkunftsland Antwort: Bessere Beratung und Aufklärung, verstärkte Zusammenarbeit der Gewerkschaften
8 Worum geht es: Achillesferse Arbeit ausreichendes und qualifiziertes Personal fehlt Fall 3: Pendelmigration aus dem europäischen Ausland vor 2011 Zugang: Aufgrund bestehender EU-Verträge haben Bürger aus Mitgliedsstaaten der EU seit 2004 grundsätzlich das Recht: eine Tätigkeit als selbständiger Unternehmer auszuüben (Niederlassungsfreiheit) oder eine Dienstleistung zu erbringen (Dienstleistungsfreiheit). Problem: Es ist ein grauer Arbeitsmarkt mit prekärer Beschäftigung entstanden. Je nach dem, in welcher Form die Dienstleistung erbracht wird, konstituiert sich das Arbeitsverhältnis mit den entsprechenden Wirkungen für die Beschäftigung und die Arbeitsbedingungen
9 Ziele von ver.di im Gesundheitswesen Solidarisches Gesundheitswesen, das allen Menschen unabhängig von ihrem sozialen Status und ihren finanziellen Möglichkeiten einen ungehinderten Zugang zu einer hochwertigen Gesundheitsversorgung ermöglicht. Durchsetzung der verteilungs-, beschäftigungs-, tarif- und sozialpolitischen Interessen der Beschäftigten gegenüber Arbeitgebern und Politik.
10 Gewerkschaftliche Handlungsperspektiven im europäischen / internationalen Rahmen Die Europäische Integration auf eine soziale Grundlage stellen. Nationale Kompetenzen in der Gesundheitspolitik stärken Leistungsniveaus der Gesundheitssysteme auf hohem Niveau angleichen. Privatisierung und die Durchsetzung des Wettbewerbsrechtes im Gesundheitswesen begrenzen. Beschäftigung im Gesundheitswesen sichern Arbeitsbedingungen verbessern.
11 Beschäftigung im Gesundheitswesen sichern Arbeitsbedingungen verbessern Verbesserung der Arbeits- und Entlohnungsbedingungen durch gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort, Widersprüchliche Wirkung von Migrationsprozessen in den Herkunftsländern ausgleichen, Regeln für Anwerbung ausländischer Gesundheitsberufe durchsetzen, Verbesserung des Arbeitsschutzes und der Gesundheitsförderung durch internationale Standards.
12 Was ist aus Sicht von ver.di zur Gestaltung von Migrationsprozessen zu tun: Verzahnung von Pflege Arbeitsmarkt Migration und Integration durch: Ansätze im Gesundheits- und Pflegesystem wie: eine gesetzliche Personalbemessung, die Umsetzung des Pflegebedürfigkeitsbegriffs, eine verlässliche Finanzierung der Pflege im Rahmen einer Pflegevollversicherung
13 Was ist aus Sicht von ver.di zur Gestaltung von Migrationsprozessen zu tun: Verzahnung von Pflege Arbeitsmarkt Migration und Integration durch: Ansätze im Rahmen der Arbeitsmarktpolitik wie: Weiterentwicklung der Bundesinitiative für Pflege im Sinne eines Beschäftigungspaktes Pflege, Spezifische wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Programme für Migrantinnen in der Pflege. Integration durch Qualifizierung, Umsetzung und Durchsetzung des Mindestlohns auch für haushaltsund personenbezogene Dienstleistungen.
14 Was ist aus Sicht von ver.di zur Gestaltung von Migrationsprozessen zu tun: Verzahnung von Pflege Arbeitsmarkt Migration und Integration durch: Ansätze zur Stärkung der regionale Handlungsebene Aufbau intermediärer Einrichtungen zur Vermittlung und Beratung (Dienstleistungsagenturen) von Migrantinnen, Regionale Arbeitsmarkt- und Beschäftigungsförderung ausbauen,
15 Was ist aus Sicht von ver.di zur Gestaltung von Migrationsprozessen zu tun: Verzahnung von Pflege Arbeitsmarkt Migration und Integration durch: Ansätze im Betrieb wie: eine gezielte Personal- und Organisationsentwicklung und Tarifpolitik, die die Beschäftigung und Integration von Migrantinnen reflektiert, ein betriebliches Co-Management von Interessenvertretungen im Bereich der Personal und Organisationspolitik sowie bei der Einstellung und Bindung von Personal und die Umsetzung eines kultursensiblen Umgangs (Diversity Managements) mit zu Pflegenden und Beschäftigten.
16 Verzahnung von Pflege Arbeitsmarkt Migration Solidarische und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung Verbesserung der Arbeits- Bedingungen und Qualifizierung der Beschäftigten Entwicklung der Standortfaktoren von Wirtschaft und Beschäftigung
17 Memorandum Pflege: AWO und ver.di legen im Juli 2011 gemeinsame Perspektiven vor Die Eckpunkte: Recht auf Selbstbestimmung und Teilhabe pflegebedürftiger Menschen in der Gesellschaft, individuelle und bedarfsgerechte Pflege und Betreuung, neuer erweiterter Pflegebedürftigkeitsbegriff, höhere Wertschätzung und bessere Bezahlung der Pflegearbeit, mehr Personal und humanere Arbeitsbedingungen, Schaffung angemessener Rahmenbedingungen für Pflege mit entsprechenden Vergütungen, Solidarische Finanzierung sichern Bürgerversicherung Vollversicherung in der Pflege prüfen.
18 Bündnis für gute Pflege Kernbotschaften: Maßgeschneiderte Leistungen für Pflegebedürftige Bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen Gerechte Finanzierung
19 Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! Klaus Lichtenberg, ver.di Bundesverwaltung Ansprechpartnerin für Europapolitik: Dr. Margret Steffen, ver.di Bundesverwaltung 19
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