Das 100-Seen-Programm des NABU Brandenburg

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1 Das 100-Seen-Programm des NABU Brandenburg

2 Aufbau des Vortrags 1. Teil - Intro - Anlass + Motivation - Einführung Flächenkauf und management - Fischbesatz als Naturschutzproblem 2. Teil Das 100-Seen-Programm - Ziele, Inhalte, Aspekte der Umsetzung

3 EU-Wasserrahmenrichtlinie Art Anlass + Motivation - guter chemischer und ökologischer Zustand - Sanierung belasteter Gewässer - Vermeidung von Gewässerbelastung Nationale Strategie über die biologische Vielfalt - Renaturierung beeinträchtigter Stillgewässer einschließlich ihrer Uferbereiche und ökologische Sanierung der Einzugsgebiete bis flächenhafte Anwendung der guten fachlichen Praxis in der Binnenfischerei

4 Anlass + Motivation Weitgehendes Fehlen von Regelungen zur Fischerei in Schutzgebieten Wieder zunehmende Belastung der Einträge von Dünge- und PSM durch landwirtschaftliche Intensivierung Fehlende Naturschutzleitbilder für Gewässer und geringes Problembewusstsein der Gesellschaft etwa beim Thema Fischbesatz Privatisierungsfortschritt von BVVG, BIMA, TLG, BBG und anderen Gesellschaften (Entwicklung eines Marktes) WRRL greift für Klein- und Kleinstseen nicht

5 Segregation UND Integration 3 strategische Ansätze möglichst arrondierte und vernetzte Naturschutzflächen in biologischer Automation (Moore, Wald, natürliche Gewässer) Pflege der historischen Kulturlandschaft (Heiden, Trockenrasen, Streuobstwiesen, Feuchtgrünland, Teiche) Stobbertal Märkische Schweiz Beiträge zur Ökologisierung der Normallandschaft über Verpachtung (gift- + gentechnikfreier Acker)

6 Eigentum und Gebietsschutz NABU hat Naturschutz als Satzungszweck, also ist das auch die Zweckbestimmung der Eigentumsflächen Entschädigungslose Wasserstandsanhebung im Rahmen von Wiedervernässungs- Maßnahmen ist möglich Eigentum verpflichtet! Wir kaufen, verkaufen aber nicht!

7 Eigentum macht durchsetzungsfähig und verpflichtet! Bisher: - Naturschutz als Bittsteller (Lieber Bauer, lass Deine Hecke stehen!) - Diskrepanz zwischen theoretisch Erforderlichem und praktisch Erreichbarem

8 Eigentum macht durchsetzungsfähig und verpflichtet! In dem Maße in dem Flächenkauf erfolgreich ist künftig: - Verbände und Stiftungen als Akteure in der Fläche

9 Brotfische vs. Problemarten Prädation gefährdeter Kleinfischarten Benthivorie, Wühltätigkeit

10 Fischbesatz sinnvoll oder schädlich? Leitbild: Ein dem Gewässer angepasster Fischbestand reproduziert sich selbst. Problem Hege-Ideologie : Fischereirecht artenreicher Fischbestand

11 Fischbesatz sinnvoll oder schädlich? Fischbesatz manipuliert permanent die Biozönose des Gewässers. Fischbesatz führt zu genetischer Verarmung und Nivellierung der Bestände besetzter Arten, sofern sie vorher im Gewässer autochthon waren. Fischbesatz unterstützt Ausbreitung invasiver Arten und Krankheitserreger.

12 Das 100-Seen-Programm Ein Projekt des NABU Landesverband Brandenburg Wir sichern 100 Seen in Brandenburg eigentumsrechtlich und setzen die Ziele von WRRL und Biodiversitätsstrategie aktiv um.

13 Das 100-Seen-Programm Ein Projekt des NABU Landesverband Brandenburg 1. Sicherung durch Erwerb 2. Bestandsaufnahme - Analyse 3. Leitbildentwicklung 4. Festlegung des Managements, Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Zustands 5. Fortbildung und Betreuung 6. Evaluation

14 Das 100-Seen-Programm Seenkauf und dessen Finanzierung Flexibilität im Erwerb Mitteleinsatz: 2007 ca ca (dezentrales Naturschutzgroßprojekt) Einrichtung eines Haushaltstitels im LV Unterstützung durch Stiftung Ursula Merz zielgerichtete Großspenderansprache aktuelles Preisniveau: zwischen 900 und /ha (= 9-48 ct/m²) Konkurrenzsituation zum DAV sowie Immobiliengesellschaften Folgekostenproblematik

15 Zustandserhebung - Analyse Charakterisierung Einzugsgebiet Beschreibung Zustand Makrophyten Bestimmung von Form und Tiefe des Gewässern Charakterisierung der Substrate Sichttiefe einige wenige hydrochemische Parameter (ph, Leifähigkeit etc.) Informationen Fischbestand z.b. Libellen Emergenzdichte an Probeabschnitten NABU-Tauchgruppe

16 Leitbildentwicklung und Maßnahmen

17 Anforderungen an Gewässermanagement Wiederherstellung einer naturnahen Ichthyozönose Wiederherstellung des Makrophytenbestandes bzw. der Dominanz Sanierung des Einzugsgebietes, ggf. Gewässersanierung Erhalt bzw. Herstellung einer günstigen Wasserbilanz

18 Stand Gewässereigentum Seen bzw. Standgewässer NN NABU-Stiftung Nationales Naturerbe LV Landesverband SNB Bundesverband/Stiftung Naturlandschaften Brandenburg (TÜP Lieberose) RVM Regionalverband Strausberg Märk. Schweiz Wittwesee (OPR) 162,0 NN Papensee (OHV) 13,8 NN Kl. Lanke (OHV) 9,0 NN Möckernteiche (OPR) 2,7 LV Gr. Wehringsee (LDS) 10,7 LV Plötzensee (BAR) 8,0 NN Teerofensee (SPN) 8,3 SNB Kl. Zehmesee (SPN) 1,2 SNB Gr. Zehmesee (SPN) 3,1 SNB Druschesee (SPN) 4,1 SNB Ugringsee (SPN) 1,5 SNB Bergsee (SPN) 5,4 SNB Rammoltsee (teilweise) (SPN) 4,9 SNB Klostersee (MOL) 66,0 RVM Kietzer Teich (MOL) 115,0 RVM Lettinsee (MOL) 16,4 RVM Kl. Kesselsee (MOL) 3,5 RVM Kl. Tornowsee (MOL) 4,0 RVM Kl. Klobichsee (MOL) 6,9 RVM Weißer See (MOL) 4,2 RVM Torfstich Hoppegarten (MOL) 2,1 RVM Krebssee Bertikow (UM) 3,2 LV Gr. Heiliger See (BAR) 11,2 LV ,2 ha

19 Großer Wehrigsee und Uferzone im Landkreis Dahme-Spree

20 Möckernteich bei Kagar/Linow im Landkreis Ostprignitz-Ruppin

21 Großer Heiliger See Sandkrug im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin im Landkreis Barnim

22 Großer Heiliger See Sandkrug im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin im Landkreis Barnim

23 Papensee bei Liebenberg im Landkreis Oberhavel

24 Wittwesee bei Rheinsberg im Landkreis Ostprignitz-Ruppin EU-Seetyp CB1-karbonatreiche Seen mit kleinem Ein- Zugsgebiet, geschichtet Referenzgewässer / See f. d. EU-Interkalibrationsprozess

25 Kleine Lanke bei Liebenberg im Landkreis Oberhavel

26 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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