Rauchen, Saufen, Kiffen



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Transkript:

klickerminth - Fotolia.com Rauchen, Saufen, Kiffen Kinderheim Klösterli, 17.10.15 Themen Das habe ich gehört Bewusstsein schaffen, Sicherheit gewinnen Ursachen Aktuelles Wissen Handlungsmöglichkeiten: Was hilft den Jugendlichen? Was ist kontraproduktiv? Konzept anpassen? 1

Vorbild sein istockphoto.com - rosliothman Suchtprävention 2

Bausteine und Ansatzpunkte Prävention Prävention & GF F&F Intervention Behandlung Zielgruppe alle Auffällige Auffällige Handlungsdruck gering mittel hoch Ziel Förderung Verhinderung Stoppen Lebenskompetent zu sein bedeutet Sich selbst zu kennen und zu mögen Sich in andere hinein zu fühlen Kritisch und kreativ zu denken Erfolgreich zu kommunizieren Beziehungen zu führen Entscheidungen durchdacht zu treffen Probleme lösen zu können Gefühle und Stress zu bewältigen 3

16.10.15 Lösungsorientiertes Gespräch Signale wahrnehmen Ziele vereinbaren Beobachtungen festhalten/reflektieren Gespräch Zahlen und Gesetze 4

Zahlen und Fakten: Alkohol 50 40 Problematischer Konsum bei 15-jährigen Jugendlichen (in %) 46 41 30 20 10 16 13 Knaben Mädchen 0 mind. 1x / Monat mind. 2x im Leben einen Rausch Sucht Schweiz, 2015 Jugendschutzbestimmungen Bis 16 Jahre: Kein Alkohol Ab 16 Jahren: nur Fermentiertes wie Bier, Most, Wein Ab 18 Jahren: auch Gebranntes wie Wodka, Rum, Alkopops etc. DURIS_Guillaume/ - Fotolia.com 5

Zahlen und Fakten: Cannabis Problematischer Konsum bei 15-jährigen Jugendlichen (in %) 40 30 30 20 20 15 10 10 Knaben Mädchen 0 Monat zuvor mind. 1x konsumiert mind. 1x im Leben genommen Sucht Schweiz, 2015 Was sagt das Gesetz? 6

Zahlen und Fakten: Tabak Problematischer Konsum bei 15-jährigen Jugendlichen (in %) 20 18 15 Knaben 10 Mädchen 0 gelgentlich bis mehrmals täglich Sucht Schweiz, 2015 Was sagt das Gesetz? 7

16.10.15 Gefährdung und Suchtentstehung Gefährlichkeit Konsument / -in 8

Schaden für Gesellschaft Gesundheitsrisiken Je früher und je mehr eine Substanz konsumiert wird, desto grösser ist die Gefahr, im Verlauf des Lebens süchtig zu werden Substanzen bewirken bei Jugendlichen schneller gesundheitliche Schäden. Betroffen sind vor allem das Nervensystem, das Gehirn und die inneren Organe. Probleme mit Selbsteinschätzung, Risikoverhalten, Unfallgefahr, Gewalt Entwicklungsschritte verpassen Sinkende Hemmung gegenüber dem Konsum anderer Substanzen (Mischkonsum) 9

16.10.15 Wie entsteht Sucht? Prof. Dr. Gerald Hüther Neurobiologe, 2013 Wunsch nach Bindung sich zugehörig fühlen, akzeptiert sein, geliebt werden Wunsch nach Wachstum sich entfalten, etwas lernen, die Welt entdecken, Gefahren überwinden Ersatzlösungen Drogen konsumieren, essen, gamen, sich aufregen, einkaufen, andere mobben, angeben, etc. Ersatzbedürfnisse «ein unstillbares Bedürfnis» Was wirkt? 10

Risikofaktoren Einfluss «problematischer» Gleichaltriger (Peers) Schlechte Beziehungen zu den Eltern Schlechte Schulleistungen Früher Beginn des Risikoverhaltens Prävention bei gefährdeten Jugendlichen, BAG, 2006 Schutzfaktoren Gute Befindlichkeit Gute Beziehungen zu den Eltern Gute Schulleistungen Gute Beziehungen zur Schule bzw. ein gutes Schulklima Prävention bei gefährdeten Jugendlichen, BAG, 2006 11

Prävention & Schule: Empfehlungen UNODC (United nations office on drugs and crime) International standards on drug use prevention (2013) BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) Expertise zur Suchtprävention (2013) Prävention & Schule: Empfehlungen Förderung von Selbst- und Sozialkompetenzen (ab ca. 10-15 Jahre) Inhalte Verschiedene Kompetenzen erlernen und trainieren, z.b. Umgang mit Gruppendruck Umgang mit schwierigen Situationen meistern lernen Soziale Normen diskutieren, Suchtmittelmissbrauch besprechen Wertvorstellungen in Bezug auf Suchtmittelmissbrauch diskutieren, evtl. korrigieren 12

Prävention & Schule: Empfehlungen Classroom-management Elementare Schutzfaktoren Gute Beziehung zwischen Schüler/-innen & Lehrperson Gute Schulbindung der Schüler/-innen Prävention & Schule: Empfehlungen Schulkultur wirksam wenn Fokus im normalen Schulalltag auf Wertschätzung / Ermutigung statt auf Störungen gelegt wird, positive Verstärkung für Einhaltung von Schulregeln Möglichkeiten zur Partizipation bestehen: Schulregeln von allen Personen auf dem Schulareal entwickelt werden 13

Prävention & Schule: Empfehlungen Schulkultur - Fortsetzung Schulregeln für alle Personen auf dem Schulareal gelten Schulregeln den Umgang mit Substanzen/etc. klar festlegen (Schulareal, Lager, Schulfeste, etc.) Bei Verletzung der Regeln positive Sanktionen wirksam werden: Beratung, Behandlung Zum Schluss «.., dass die Jahre des Heranwachsens einem Menschen dreierlei ermöglichen sollten: Zu einem Selbst- und Selbstwertgefühl zu gelangen Die Fähigkeit zu entwickeln, mit anderen Kontakt aufzunehmen und Beziehungen einzugehen, sowie Bildung und berufliche Kompetenzen zu erwerben. Keiner dieser drei Punkte erledigt sich von allein.» Joachim Bauer, 2006 14

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